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Einführung einer Haltern-App hier: Antrag der SPD-Fraktion vom 23.11.2025
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Haltern am See |
| Datum | 2026-07-09 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
26/086
Beschlussvorlage öffentlich Drucks.-Nr.:
Stadt Haltern am See 12.06.2026 Bezugs-Nr.:
Beratungsfolge: 09.07.2026 Rat der Stadt Haltern am See
Betreff: Einführung einer Haltern-App
hier: Antrag der SPD-Fraktion vom 23.11.2025
Verfasser/in: Gessler, Sophie
Anlagen: Antrag der SPD-Fraktion vom 23.11.2025
Auswirkungen Finanzen: nein Klima: nein (umseitig begründen)
Mitzeichnung: Datum: Unterschrift:
Mitzeichnung: Datum: Unterschrift:
Mitzeichnung: Datum: Unterschrift:
Mitzeichnung: Datum: Unterschrift:
Mitzeichnung: Datum: Unterschrift:
Der Bürgermeister: Datum: Unterschrift:
(Stegemann)
Beschlussentwurf:
Die Einführung einer kommunalen App nach dem Vorbild von einigen kreisangehörigen
Städten wird abgelehnt.
Finanzielle Auswirkungen (falls vorhanden)
Voraussichtlich betroffene Haushaltspositionen:
Konsumtive Maßnahme (Ergebnishaushalt)
Produkt: Sachkonto:
Bezeichnung:
Investive Maßnahme (Investitionshaushalt)
Produkt: Investitionsnummer: Sachkonto:
Bezeichnung:
Erläuterungen:
Klimatische Auswirkungen (falls vorhanden bitte ankreuzen !!!)
Auswirkungen sind: ( ) erheblich ( ) weniger erheblich
Optimierung möglich: ( ) ja, ohne Mehraufwand ( ) ja, mit Mehraufwand ( ) nein
Erläuterungen:
Sachverhalt:
Aus Sicht der Stadt ist die Entwicklung und der Betrieb einer eigenen Stadt-App derzeit nicht
notwendig. Die Erstellung einer nativen App (Anwendung, die speziell für ein bestimmtes
Betriebssystem entwickelt wird und direkt auf dem Gerät installiert ist) wäre mit erheblichen Kosten
verbunden, sowohl in der Anfangsphase als auch laufend. In der Vergangenheit hat die Stadt Haltern
am See zudem schlechte Erfahrungen mit einem App-Projekt gemacht. Die letzte Stadt-App musste
eingestellt werden, da die ausführende Firma überraschend das System umgestellt hat und es zu
immensen Kosten für eine erneute Entwicklung gekommen wäre.
Derzeit verfügt die Stadt über eine moderne und vollständig mobiloptimierte Website sowie ein
gleichermaßen gut ausgestattetes Freizeit- und Tourismusportal. Beide Seiten sind so gestaltet, dass
sie sich automatisch an Smartphones und Tablets anpassen und eine einfache, übersichtliche
Bedienung ermöglichen. Alle wichtigen Informationen sind damit jederzeit mobil abrufbar.
Funktional unterscheidet sich die mobile Nutzeroberfläche kaum von der einer klassischen App,
sodass für die Bürgerinnen und Bürger bezogen auf die städtischen Inhalte kein Mehrwert durch eine
zusätzliche Anwendung entsteht.
Ergänzend ist festzuhalten, dass die bestehende mobiloptimierte Website durch das Ablegen auf dem
Startbildschirm mobiler Endgeräte bereits eine appähnliche Nutzung ermöglicht. Auf Samsung- und
anderen Android-Geräten öffnen Nutzerinnen und Nutzer dazu die Website im Browser, tippen auf
das Menü mit den drei Punkten und wählen die Option „Zum Startbildschirm hinzufügen“. Auf
Apple-Geräten erfolgt dies über den Safari-Browser, indem die Website geöffnet, das Teilen-Symbol
ausgewählt und anschließend „Zum Home-Bildschirm“ hinzugefügt wird. Danach erscheint ein
direkt anklickbares Symbol auf dem Bildschirm, über das die städtischen Inhalte jederzeit mit einem
Fingertipp erreichbar sind. Diese Möglichkeit soll weiter beworben werden.
Ein Vorteil einer webbasierten Lösung besteht darin, dass keine zusätzliche Hürde für die Nutzung
entsteht. Eine App müsste erst gesucht, heruntergeladen und regelmäßig aktualisiert werden. Viele
Menschen möchten jedoch keine weiteren Apps installieren oder verfügen nur über begrenzten
Speicherplatz auf ihren Geräten. Eine Website ist dagegen ohne Registrierung, ohne Download und
ohne Updates sofort nutzbar. Zudem ist sie plattformunabhängig und funktioniert auf allen gängigen
Betriebssystemen und Endgeräten gleichermaßen. Auch Aspekte der Barrierefreiheit lassen sich auf
einer Website in der Regel einfacher und einheitlicher umsetzen als in einer App.
Der Münsterland e.V. ist als regionaler Interessen- und Förderverein, der sich für die Entwicklung
und Vermarktung der Region Münsterland einsetzt, ein Experte in Sachen Trends und
Nutzungsfreundlichkeit. Nach Angaben des Vereins geht die Tendenz schon seit einiger Zeit weg von
der App-Entwicklung und hin zur Erstellung von Microsites. Hierbei handelt es sich um kleine,
eigenständige Websites, die meist zu einer größeren Hauptwebsite oder Marke gehören, aber ein klar
abgegrenztes Thema haben. Die Stadtverwaltung legt viel Wert auf die Einschätzung des
Münsterland e.V., da dieser bisher immer ein gutes Gespür für Trends und Nutzungsfreundlichkeit
hatte.
Insgesamt stellt die mobiloptimierte Website für die Stadt Haltern am See eine zeitgemäße,
kosteneffiziente und zukunftssichere Lösung dar, die den Informations- und Servicebedarf der
Bürgerinnen und Bürger vollständig abdeckt. Eine zusätzliche, direkte Kontaktmöglichkeit per Push-
Nachricht besteht über den Messangerdienst „WhatsApp“. Hier ist die Stadt kürzlich mit einem
eigenen Kanal gestartet, der nun weiter beworben wird. Dies hat den Vorteil, dass die Nachrichten
dort verbreitet werden, wo Nutzerinnen und Nutzer ohnehin unterwegs sind.
Auch wenn sich die Stadtverwaltung damit insgesamt gut aufgestellt sieht, befindet sie sich zusätzlich
mit ihrem IT-Dienstleister in Gesprächen darüber, die bestehende Lösung perspektivisch zu einer
Progressive Web App (PWA) weiterzuentwickeln. Eine PWA verbindet die Vorteile einer
klassischen Website mit zusätzlichen App-Funktionalitäten, ohne die Nachteile einer vollständig
nativen App in Kauf nehmen zu müssen. So kann eine PWA beispielsweise auf dem Startbildschirm
installiert werden, Push-Benachrichtigungen unterstützen und teilweise auch offline genutzt werden.
Gleichzeitig entfällt die aufwendige und kostenintensive Entwicklung separater Anwendungen für
unterschiedliche Betriebssysteme wie iOS und Android. Auch die Abhängigkeit von App-Stores
sowie deren Gebühren- und Freigabeprozesse wird deutlich reduziert. Updates können zentral und
ohne Zutun der Nutzerinnen und Nutzer eingespielt werden. Im Vergleich zu nativen Apps ergibt sich
damit eine wirtschaftlich deutlich effizientere Lösung bei gleichzeitig hoher Nutzerfreundlichkeit.
Vor einer möglichen Einführung müsste allerdings die Nutzung von Push-Benachrichtigungen im
Rahmen einer PWA gezielt erprobt werden. Dabei soll insbesondere geprüft werden, ob diese
Funktion auf Endgeräten mit den Betriebssystemen Android und iOS gleichermaßen zuverlässig und
nutzerfreundlich eingesetzt werden kann, da es hier derzeit noch unterschiedliche technische
Rahmenbedingungen gibt.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass es sich bei der App- und Webentwicklung um einen dynamischen
Markt mit immer neuen Angeboten und Möglichkeiten handelt. Dementsprechend ist die
Stadtverwaltung bemüht, sich hier laufend zu informieren und stand zuletzt auch bereits mit mehreren
externen App-Entwicklern in Kontakt. Die Recherche ergab, dass für die Erstellung einer nativen
App mit fünfstelligen Entwicklungskosten zu rechnen ist. Hinzu kommen monatliche Kosten für
Wartung, Sicherheitsupdates, Anpassungen an neue Betriebssystemversionen und die Bereitstellung
im App-Store. Allgemein betragen diese bei Apple 99 Euro/Jahr und bei Google 25 Euro einmalig.
Diese finanziellen Mittel würden an anderer Stelle fehlen und stehen damit im Widerspruch zu einem
verantwortungsvollen und wirtschaftlichen Umgang mit öffentlichen Geldern. Aus Sicht der
Verwaltung ist der derzeit zu erwartende Mehrwert nicht hoch genug, sodass die eingangs genannten
Argumente überwiegen. Auch weiterhin wird die Stadtverwaltung den Bereich der nativen App-
Entwicklung im Blick behalten. Die Nachbarstädte Castrop-Rauxel, Datteln und Lüdinghausen sind
gerade mit Stadt-Apps gestartet. Hier möchte die Stadtverwaltung den Prozess der Etablierung über
einen längeren Zeitraum verfolgen und daraus ebenfalls Schlüsse ziehen.
Gleichzeitig beabsichtigt die Stadtverwaltung, die Weiterentwicklung zur Progressive Web App im
Rahmen eines schrittweisen und kostenbewussten Vorgehens zu erproben. Dieses Vorgehen
entspricht dem Grundsatz einer verantwortungsbewussten Haushaltsführung, da zunächst mit
überschaubarem finanziellem Aufwand praktische Erfahrungen gesammelt werden können. Auf diese
Weise erfolgt ein kontrolliertes Herantasten an die Thematik, ohne unmittelbar hohe Investitionen in
eine vollumfängliche native App tätigen zu müssen.
Text aus PDF extrahiert