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Prüfung einer intelligenten und bedarfsgerechten Bewässerung von Stadtbäumen in Arnstadt und den Ortsteilen
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Stadt Arnstadt |
| Datum | 2026-08-18 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die AfD-Fraktion beantragt, dass der Bürgermeister die Einführung eines intelligenten Bewässerungssystems für Stadtbäume in Arnstadt prüft. Das System soll Bodenfeuchtesensoren, Wetterdaten und digitale Auswertung nutzen, um Wasser nur bei tatsächlichem Bedarf einzusetzen. Ein Pilotprojekt an ausgewählten Standorten soll erprobt werden, dabei sind technische Möglichkeiten, Kosteneinsparungen beim Wasser- und Personalaufwand sowie geeignete Standorte zu ermitteln. Das Prüfungsergebnis soll bis Ende Q1 2027 vorgelegt werden.
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Dokument
Extrahierter Text
Stadt Arnstadt
Fraktion Alternative für Deutschland
Stadtrat der Stadt Arnstadt
Beschlussantrag Nummer: 2026-0534
Datum: 18.08.2026
Bezug-Nr:
Einreicher Markus Klimpel
Fraktion Alternative für
Deutschland
Beratungsfolge Termin Status
Stadtrat der Stadt Arnstadt 03.09.2026 öffentlich einbringend
Prüfung einer intelligenten und bedarfsgerechten Bewässerung von
Stadtbäumen in Arnstadt und den Ortsteilen
Beschlussvorschlag:
1. Der Bürgermeister wird gebeten, die Einführung eines intelligenten,
bedarfsgerechten Bewässerungssystems für die Stadtbäume in Arnstadt und den
Ortsteilen zu prüfen.
2. Im Rahmen der Prüfung soll insbesondere untersucht werden, ob durch den
Einsatz von Bodenfeuchtesensoren, Wetterdaten und einer digitalen Auswertung die
Bewässerung so gesteuert werden kann, dass nur bei tatsächlichem Wasserbedarf
gegossen wird.
3. Dabei soll geprüft werden, ob ein solches System zunächst im Rahmen eines
überschaubaren Pilotprojektes an ausgewählten Standorten, insbesondere bei neu
gepflanzten und besonders trockenheitsgefährdeten Bäumen, eingesetzt werden
kann.
4. Der Bürgermeister wird gebeten zu prüfen, welche technischen Möglichkeiten
für Arnstadt und die Ortsteile geeignet sind. Dazu gehören insbesondere:
• Bodenfeuchtesensoren zur Messung des Wassergehalts im Wurzelbereich,
• eine automatische Übermittlung der Messwerte,
• die Verbindung der Messwerte mit örtlichen Wetterdaten und
Wettervorhersagen,
• eine digitale Auswertung zur Feststellung des tatsächlichen
Bewässerungsbedarfs,
• eine bedarfsgerechte Planung der Bewässerungsfahrten,
• sowie die Möglichkeit, die Bewässerung künftig teilweise oder vollständig
automatisch zu steuern.
5. Bei der Prüfung ist insbesondere darzustellen, welche Einsparungen beim
Wasserverbrauch, beim Personalaufwand, bei den Fahrwegen und bei den
Betriebskosten gegenüber einer Bewässerung nach festen Zeitplänen erzielt werden
können.
6. Der Bürgermeister soll außerdem prüfen, ob durch eine bedarfsgerechte
Bewässerung die Zahl unnötiger Bewässerungsfahrten verringert werden kann.
Bewässert werden soll grundsätzlich nur dort und dann, wo ein tatsächlicher Bedarf
festgestellt wird.
7. Bei einer möglichen digitalen Übertragung der Messwerte soll geprüft werden,
ob LoRaWAN (stromsparendes Funknetz für größere Entfernungen) eingesetzt
werden kann. Ebenso soll geprüft werden, ob sogenannte IoT-Sensoren (vernetzte
Messgeräte) für die Überwachung der Baumstandorte geeignet und wirtschaftlich sind.
8. Der Bürgermeister wird gebeten, für einen möglichen Pilotversuch geeignete
Standorte sowohl im Stadtgebiet von Arnstadt als auch in den Ortsteilen zu benennen
und dabei insbesondere junge Bäume, Bäume an stark aufgeheizten Standorten sowie
Bäume mit erhöhtem Wasserbedarf zu berücksichtigen.
9. Das Ergebnis der Prüfung einschließlich einer Kosten-Nutzen-Betrachtung,
möglicher Fördermittel, des notwendigen Personalaufwandes sowie der zu
erwartenden Einsparungen ist dem Stadtrat zur weiteren Beratung bis zum Ende des
1. Quartals 2027 vorzulegen.
Problembeschreibung / Begründung:
Stadtbäume sind ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Raumes. Sie spenden
Schatten, verbessern die Aufenthaltsqualität, binden Staub und tragen zu einem
angenehmen Stadtklima bei. Gleichzeitig benötigen insbesondere neu gepflanzte
Bäume in den ersten Jahren eine zuverlässige Wasserversorgung.
Die bisher übliche Bewässerung nach festen Zeitplänen hat jedoch einen
entscheidenden Nachteil: Ein Baum wird unter Umständen gegossen, obwohl im
Wurzelbereich noch ausreichend Wasser vorhanden ist, während ein anderer Baum
an einem ungünstigen Standort bereits dringend Wasser benötigt.
Eine intelligente Bewässerungssteuerung kann hier ansetzen. Bodenfeuchtesensoren
können regelmäßig feststellen, wie viel Wasser im Wurzelbereich vorhanden ist.
Zusammen mit Wetterdaten kann daraus abgeleitet werden, ob eine Bewässerung
erforderlich ist. Dadurch kann die Wassermenge gezielter eingesetzt werden.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Entlastung des städtischen Personals. Wenn die
Messdaten zentral ausgewertet werden, können Bewässerungsfahrten gezielt geplant
werden. Mitarbeiter müssen dann nicht mehr nach einem starren Fahrplan sämtliche
Bäume anfahren, sondern können sich auf die tatsächlich gefährdeten Standorte
konzentrieren. Werden mehrere Bäume in einem Gebiet bewässert, können die
Fahrten zudem sinnvoll miteinander verbunden werden.
Damit besteht die Möglichkeit, gleichzeitig Wasser, Arbeitszeit, Kraftstoff und
Fahrwege einzusparen. Gerade bei längeren Trockenperioden kann dies zu einer
erheblichen Entlastung der für die Bewässerung zuständigen Mitarbeiter führen.
Andere deutsche Städte haben bereits Erfahrungen mit vergleichbaren Verfahren
gesammelt:
• Rostock setzt intelligente, teilweise autarke Bewässerungssysteme ein. Dort
wird Regenwasser in unterirdischen Zisternen gesammelt.
Bodenfeuchtesensoren erkennen, wenn ein Baum einen kritischen
Trockenheitswert erreicht, und lösen anschließend die Bewässerung aus. Das
System wurde sowohl bei Jungbäumen als auch bei Bestandsbäumen
eingesetzt.
• Potsdam stattet ausgewählte Stadtbäume mit Bodenfeuchtesensoren aus. Die
Messwerte werden über LoRaWAN (stromsparendes Funknetz für größere
Entfernungen) übertragen und sollen dazu beitragen, die Bewässerung
gezielter zu steuern.
• Essen hat mit dem System „TreeCop“ ein digitales Bewässerungsmanagement
für Stadtbäume entwickelt. Dort werden Bodenfeuchtesensoren mit weiteren
Daten verbunden, um den tatsächlichen Wasserbedarf zu bestimmen. Die Stadt
nutzt dafür unter anderem ihr LoRaWAN-Funknetz.
• Wolfsburg setzt digitale Bodensensoren ein, die die Feuchtigkeit im
Wurzelbereich kontinuierlich messen. Dadurch soll festgestellt werden, wann
ein Baum tatsächlich Wasser benötigt und die Bewässerung entsprechend
gesteuert werden.
• Frankfurt am Main arbeitet gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut an einer
datenbasierten Lösung. Dort werden mehr als 500 digital vernetzte
Bodenfeuchtesensoren eingesetzt und die Messwerte mit Wetter- und weiteren
Umweltdaten verbunden, um die Bewässerung gezielter zu planen.
Diese Beispiele zeigen, dass eine bedarfsgerechte Bewässerung von Stadtbäumen
nicht nur ein theoretischer Ansatz ist, sondern bereits in verschiedenen Städten
praktisch erprobt und eingesetzt wird.
Für Arnstadt bietet sich daher zunächst eine ergebnisoffene Prüfung und ein
begrenzter Pilotversuch an. Vor einer flächendeckenden Einführung sollte anhand
tatsächlicher Daten festgestellt werden, welche Technik für die Stadt und die Ortsteile
geeignet ist, welche Kosten entstehen und welche Einsparungen bei Wasser, Personal
und Bewässerungsfahrten tatsächlich erreicht werden können.
Der Antrag verfolgt damit ausdrücklich das Ziel, vorhandene Arbeitskraft und Wasser
möglichst wirtschaftlich einzusetzen und die Versorgung der städtischen Bäume zu
verbessern. Eine Bewässerung soll nicht nach einem starren Zeitplan erfolgen,
sondern sich soweit wie möglich am tatsächlichen Bedarf des jeweiligen Standortes
orientieren.
gez. Markus Klimpel
Fraktionsvorsitzender
Text aus PDF extrahiert