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Einführung des kostenfreien "openDemokratie-Instruments" zur Stärkung der digitalen Bürgerbeteiligung in Arnstadt
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Stadt Arnstadt |
| Datum | 2026-08-18 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die AfD-Fraktion beantragt, dass die Stadt Arnstadt das kostenlose „openDemokratie-Tool" der openPetition gGmbH zur digitalen Bürgerbeteiligung einführt. Bürger sollen damit Anliegen online einbringen, zur Diskussion stellen und unterstützen können. Petitionen, die ein nach einer Potenzfunktion berechnetes Quorum erreichen, sollen dem Stadtrat zur Beratung vorgelegt werden. Der Bürgermeister wird beauftragt, die organisatorischen, technischen und rechtlichen Voraussetzungen zu prüfen und umzusetzen.
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Dokument
Extrahierter Text
Stadt Arnstadt
Fraktion Alternative für Deutschland
Stadtrat der Stadt Arnstadt
Beschlussantrag Nummer: 2026-0531
Datum: 18.08.2026
Bezug-Nr:
Einreicher Markus Klimpel
Fraktion Alternative für
Deutschland
Beratungsfolge Termin Status
Stadtrat der Stadt Arnstadt 03.09.2026 öffentlich einbringend
Einführung des kostenfreien "openDemokratie-Instruments" zur Stärkung der
digitalen Bürgerbeteiligung in Arnstadt
Beschlussvorschlag:
1. Die Stadt Arnstadt stellt das kostenfreie „openDemokratie-Tool“ des
gemeinnützigen Anbieters openPetition gGmbH auf der städtischen
Internetseite zur Verfügung.
2. Mit diesem Instrument soll Einwohnern der Stadt Arnstadt die Möglichkeit
eröffnet werden, Anliegen von öffentlichem bzw. kommunalem Interesse digital
einzubringen, öffentlich zur Diskussion zu stellen und durch
Unterstützungsbekundungen zu unterstützen.
3. Der Bürgermeister wird beauftragt, die hierfür erforderlichen organisatorischen,
technischen und rechtlichen Voraussetzungen zu prüfen und umzusetzen. Der
Stadtrat ist über den Stand der Umsetzung zu informieren.
4. Erreicht eine Petition das für Arnstadt festgelegte Quorum, wird der
Petitionsinhalt dem Stadtrat zur Beratung vorgelegt. Der Petitionsinhalt ist dabei
im Wortlaut als Sitzungsvorlage bzw. Bestandteil der Sitzungsvorlage in die
Tagesordnung der nächstmöglichen geeigneten Stadtratssitzung
aufzunehmen.
5. Der Stadtrat entscheidet im Rahmen seiner Zuständigkeit darüber, ob und in
welchem Umfang das Anliegen anschließend in den zuständigen
Fachausschüssen weiter beraten wird. Eine erfolgreiche Petition ersetzt dabei
weder die kommunalrechtlich vorgesehenen Antrags- und
Entscheidungsverfahren noch nimmt sie eine Entscheidung des Stadtrates
vorweg.
6. Für das notwendige Unterstützerquorum wird die vom Anbieter openPetition
verwendete Berechnungsformel
f(x) = x^0,616
zugrunde gelegt. Maßgeblich ist die jeweils aktuelle Einwohnerzahl der Stadt
Arnstadt.
7. Für Petitionen, die das erforderliche Quorum nicht erreichen, soll – soweit dies
nach den organisatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen des
eingesetzten Tools vorgesehen und zulässig ist – eine öffentliche
Stellungnahme der Stadtverwaltung bzw. des Bürgermeisters ermöglicht
werden.
Problembeschreibung / Begründung:
Eine lebendige Demokratie lebt von der Möglichkeit der Bürgerinnen und Bürger, sich
aktiv in die Entwicklung ihrer Stadt einzubringen. Neben den bestehenden
Beteiligungsformen sollte die Stadt Arnstadt daher auch zeitgemäße digitale
Möglichkeiten nutzen, um den Zugang zur kommunalen Politik und zu den politischen
Entscheidungsprozessen zu erleichtern.
Gerade auf kommunaler Ebene betreffen politische Entscheidungen die Menschen
unmittelbar: Fragen der Stadtentwicklung, des Verkehrs, der Infrastruktur, der
Ortsteile, der öffentlichen Einrichtungen, der Freizeitangebote oder des täglichen
Zusammenlebens können für einzelne Einwohnerinnen und Einwohner von
erheblicher Bedeutung sein.
Gleichzeitig bestehen unterschiedliche Hürden, sich unmittelbar an politische Gremien
oder die Verwaltung zu wenden. Berufliche Verpflichtungen, familiäre Belastungen,
eingeschränkte Mobilität oder schlicht die Unsicherheit darüber, ob ein persönliches
Anliegen auch von anderen Bürgern geteilt wird, können die Beteiligung erschweren.
Ein niedrigschwelliges digitales Beteiligungsangebot kann hier eine sinnvolle
Ergänzung zu den bestehenden Möglichkeiten darstellen.
Digitale Petitionen als Ergänzung der Bürgerbeteiligung
Das von der openPetition gGmbH angebotene „openDemokratie-Instruments“
ermöglicht es, kommunal relevante Anliegen digital einzubringen und Unterstützer für
diese Anliegen zu gewinnen.
Die Bürger erhalten damit eine zusätzliche Möglichkeit, Themen öffentlich sichtbar zu
machen und gegenüber den politischen Entscheidungsträgern der Stadt Arnstadt zum
Ausdruck zu bringen, dass ein bestimmtes Anliegen von einer größeren Zahl von
Menschen unterstützt wird.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, die repräsentative Demokratie oder die
Zuständigkeit des Stadtrates zu ersetzen. Vielmehr soll das Instrument eine
zusätzliche Schnittstelle zwischen Bürgerschaft, Verwaltung und Kommunalpolitik
schaffen.
Das Erreichen eines festgelegten Quorums stellt dabei sicher, dass nicht jedes
einzelne Anliegen automatisch die Arbeitsabläufe der politischen Gremien belastet.
Gleichzeitig erhalten Themen, für die eine entsprechende Unterstützung in der
Bürgerschaft besteht, eine nachvollziehbare Möglichkeit, in den politischen
Beratungsprozess eingebracht zu werden.
Transparentes Quorum
Als Quorum soll die vom Anbieter verwendete Potenzfunktion
f(x) = x^0,616
zur Anwendung kommen. Dabei steht x für die Einwohnerzahl der jeweiligen
Kommune.
Die Berechnungsweise berücksichtigt, dass die Mobilisierung einer bestimmten Anzahl
von Unterstützern in kleineren Kommunen verhältnismäßig leichter möglich ist als in
größeren Städten. Dadurch wird eine einheitliche und nachvollziehbare Grundlage für
die Bewertung der öffentlichen Unterstützung geschaffen.
Die konkrete Zahl der erforderlichen Unterstützer wird anhand der jeweils aktuellen
Einwohnerzahl Arnstadts berechnet.
Niedrigschwellige Beteiligung
Ein digitales Beteiligungsinstrument kann insbesondere diejenigen Menschen
erreichen, die aus zeitlichen, persönlichen oder anderen Gründen klassische
Beteiligungsangebote wie Bürgersprechstunden, öffentliche Sitzungen oder
Bürgerveranstaltungen nur eingeschränkt wahrnehmen können.
Die Möglichkeit, ein Anliegen online einzubringen und zu unterstützen, kann dazu
beitragen, bestehende Beteiligungshürden abzubauen und kommunalpolitische
Themen stärker in die Öffentlichkeit zu tragen.
Darüber hinaus kann eine solche Plattform dazu beitragen, frühzeitig zu erkennen,
welche Themen die Bürger tatsächlich beschäftigen und wo möglicherweise
Handlungsbedarf besteht.
Stärkung von Transparenz und Vertrauen
Politische Entscheidungen werden eher nachvollzogen und akzeptiert, wenn
Einwohner die Möglichkeit haben, ihre Anliegen einzubringen und anschließend
erkennen können, wie mit diesen Anliegen umgegangen wird.
Das vorgeschlagene Verfahren schafft hierfür einen transparenten Ablauf:
Anliegen → öffentliche Unterstützung → Erreichen des Quorums → Befassung
des Stadtrates → gegebenenfalls weitere Beratung in den zuständigen
Ausschüssen.
Damit wird ein nachvollziehbarer Weg von einem Bürgeranliegen hin zur politischen
Beratung geschaffen.
Wichtig ist dabei, dass das Erreichen des Quorums keine automatische
Sachentscheidung des Stadtrates bedeutet. Der Stadtrat bleibt innerhalb der
gesetzlichen Zuständigkeiten das zuständige politische Entscheidungsorgan. Die
Petition stellt vielmehr sicher, dass ein von einer entsprechenden Zahl von
Bürgerinnen und Bürgern unterstütztes Anliegen politisch wahrgenommen und
beraten werden kann.
Kosten und Umsetzung
Nach Angaben des Anbieters wird das „openDemokratie-Tool“ Kommunen kostenfrei
zur Verfügung gestellt. Die technische Betreuung erfolgt durch den Anbieter.
Vor einer endgültigen Umsetzung sind durch die Stadtverwaltung insbesondere die
datenschutzrechtlichen, organisatorischen und technischen Rahmenbedingungen zu
prüfen. Die Nutzung soll erst nach entsprechender Prüfung und Herstellung der
notwendigen Voraussetzungen erfolgen.
Da die Einführung des Instruments grundsätzlich ohne eine erhebliche zusätzliche
finanzielle Belastung des städtischen Haushalts möglich sein soll, bietet sich hier die
Möglichkeit, die Bürgerbeteiligung in Arnstadt um ein zeitgemäßes digitales Element
zu erweitern.
Wir sehen dieses Werkzeug daher als Ergänzung, nicht als Ersatz der bestehenden
Beteiligungs- und Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Bürgerschaft, Verwaltung
und Stadtrat.
Die Einführung eines solchen Instruments kann dazu beitragen, Bürger stärker in die
kommunale Entwicklung einzubeziehen, Anliegen frühzeitig sichtbar zu machen und
die Transparenz kommunalpolitischer Prozesse in Arnstadt zu erhöhen.
gez. Markus Klimpel
Fraktionsvorsitzender
Text aus PDF extrahiert