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Kita-Bedarfsplanung für das Jahr 2027
Angenommen
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Singen (Hohentwiel) |
| Datum | 2026-07-23 |
| Datenstufe | Nur Ergebnisse |
| Quelle | Vollständige Sitzung ansehen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die Stadt Singen hat die Kita-Bedarfsplanung 2027 basierend auf der Erhebung vom 01.03.2026 angenommen. Für 2026 sind Betriebsmittel von 20,9 Mio. EUR und Investitionen von 845.710 EUR eingeplant, u.a. für An- und Umbau der Kita St. Franziskus. Die Versorgungsquoten liegen bei U3 mit 22–23% und Ü3 mit 79–85%; für 2026/2027 wird ein Fehlbedarf von 80 U3- und 150 Ü3-Plätzen prognostiziert. Schwerpunkt künftiger Ausbauten soll die Nordstadt sein.
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Extrahierter Text
Beschlussvorschlag:
Der Bedarfsplanung 2027 für die Kindertagesbetreuung auf Grundlage der Bestandserhebung vom 01.03.2026 wird zugestimmt.
Sachverhalt:
Die Bedarfsplanung 2027 stellt die aktuelle Versorgungssituation der Kindertagesbetreuung in der Stadt Singen dar und bewertet den zukünftigen Bedarf an Betreuungsplätzen auf Grundlage der Bestandserhebung zum 01.03.2026 sowie der aktuellen Einwohnerdaten, Anmeldezahlen und der langfristigen Bevölkerungsvorausrechnung.
Finanzen
Im Haushaltsjahr 2026 entsteht für den laufenden Betrieb der Kindertageseinrichtungen ein veranschlagter Nettoressourcenbedarf von rund 20,9 Mio. EUR. Zusätzlich sind Investitionen in Höhe von 845.710 EUR vorgesehen. Schwerpunkte bilden der An- und Umbau der Kindertagesstätte St. Franziskus zur Schaffung zusätzlicher Betreuungsplätze sowie sicherheitsrelevante Maßnahmen und notwendige Ersatzbeschaffungen in den städtischen Einrichtungen. Für die Förderung der Kindertagespflege stehen Haushaltsmittel in Höhe von 967.000 EUR zur Verfügung.
Versorgungsquote 2025/2026
Die Bedarfsplanung bewertet die Versorgungssituation anhand der Betreuungsquoten zum 01.03.2026 sowie ergänzend zum 01.07.2026. Die zweite Betrachtung berücksichtigt bereits erfolgte und verbindlich zugesagte Neuaufnahmen sowie die Übergänge vom U3- in den Ü3-Bereich und ermöglicht damit eine realistischere Einschätzung der Versorgungssituation im Verlauf des Kita-Jahres.
Zum Stichtag 01.03.2026 wurden in Singen 339 Kinder unter drei Jahren (einschließlich Kindertagespflege) betreut. Dies entspricht einer U3-Versorgungsquote von 22 %. Im Ü3-Bereich wurden 1692 Kinder betreut, was einer Versorgungsquote von 85 % entspricht.
Zum 01.07.2026 verändert sich die Versorgungssituation. Durch weitere Neuaufnahmen sowie die fortlaufenden Übergänge vom U3- in den Ü3-Bereich verändert sich die Zahl der betreuten Kinder im U3-Bereich auf 311 Kinder. Gleichzeitig erhöht sich die U3-Versorgungsquote auf 23 %. Gleichzeitig verschlechtert sich die Versorgungsquote im Ü3-Bereich auf 79 %, obwohl die Zahl der betreuten Kinder auf 1.802 Kinder ansteigt. Ursache hierfür ist, dass im Verlauf des Kita-Jahres fortlaufend weitere Kinder das dritte Lebensjahr vollenden und in den Ü3-Bereich wechseln, während Kinder die Einrichtungen grundsätzlich erst mit dem Übergang in die Grundschule zum Ende des Kita-Jahres verlassen. Die Zahl der anspruchsberechtigten Kinder wächst daher im Laufe des Jahres schneller als die verfügbaren Betreuungsplätze.
Von besonderer Bedeutung ist die Versorgungsquote im letzten Kindergartenjahr vor der Einschulung. Diese liegt bei 90 %. Die Kennzahl gewinnt vor dem Hintergrund der Überlegungen der Landesregierung zur Einführung eines verpflichtenden und beitragsfreien letzten Kindergartenjahres zunehmend an Bedeutung. Rechnerisch nahmen im Kita-Jahr 2025/2026 58 Kinder der betreffenden Altersgruppe keinen Betreuungsplatz in Anspruch. Die Bedarfsplanung zeigt damit, dass bereits heute der überwiegende Teil dieser Altersgruppe eine Kindertageseinrichtung besucht.
Kindertagespflege
Die Kindertagespflege ist ein wichtiger Bestandteil der Kindertagesbetreuung in Singen und ergänzt das Betreuungsangebot der Kindertageseinrichtungen. Zum Stichtag 01.03.2026 wurden 149 Kinder aus Singen in der Kindertagespflege betreut. Sie leistet insbesondere im U3-Bereich einen wesentlichen Beitrag zur Erfüllung des Rechtsanspruchs. Gleichzeitig gewinnt sie zunehmend auch im Ü3-Bereich an Bedeutung. Derzeit werden 50 Kinder im Alter von drei bis unter sechs Jahren mit Wohnsitz in Singen in der Kindertagespflege betreut. Die Bedarfsplanung sieht daher weiterhin eine Förderung der Kindertagespflege als wichtigen Bestandteil der örtlichen Betreuungslandschaft vor.
Qualitative Herausforderungen
Neben dem quantitativen Ausbau gewinnen qualitative Herausforderungen zunehmend an Bedeutung. Die Zahl der Kinder mit erhöhtem Förderbedarf ist gegenüber dem Vorjahr deutlich auf 101 Kinder angestiegen. Darüber hinaus weisen die Auswertungen der Bedarfsplanung einen hohen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund (68%) sowie an Kindern mit überwiegend nichtdeutscher Familiensprache (51%) aus.
Unabhängig davon bleibt die alltagsintegrierte Sprachbildung ein wesentlicher Bestandteil des gesetzlichen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrags der Kindertageseinrichtungen. Sollte das Programm „Sprach-Kitas“ nach einer möglichen Verlängerung über das Jahr 2026 hinaus nicht fortgeführt werden, beabsichtigt die Verwaltung, in Absprache mit den Trägern vorsorglich eine Förderung im Rahmen des Programms „SprachFit“, insbesondere der Säule 3 „Fachdienst Sprache“, zu beantragen. Ziel ist es, die in den vergangenen Jahren aufgebauten Unterstützungsstrukturen möglichst nahtlos fortzuführen und die Einrichtungen auch künftig bei der alltagsintegrierten Sprachbildung fachlich zu begleiten
Platzvergabe 2026/2027
Die Anmelde- und Wartelistenzahlen bestätigen diese Entwicklung. Für das Kita-Jahr 2026/2027 ergibt sich auf Grundlage der fristgerechten Anmeldung rechnerisch ein Fehlbedarf von 80 U3-Plätzen sowie 150 Ü3-Plätzen. Zum Stand 01.06.2026 befanden sich 118 Kinder im U3-Bereich und 294 Kinder im Ü3-Bereich auf der Warteliste. Trotz der in den vergangenen Jahren geschaffenen zusätzlichen Betreuungsplätze – insbesondere durch die Kindertagesstätte Pfefferminza, die schrittweise Inbetriebnahme der Kindertagesstätte Am Stadion sowie die geplante Erweiterung der Kindertagesstätte St. Franziskus – kann die bestehende Nachfrage weiterhin nicht vollständig gedeckt werden.
Bedarfsanalyse
Neben der aktuellen Versorgungssituation betrachtet die Bedarfsplanung auch die zukünftige Entwicklung der Kinderzahlen. Die Auswertung der aktuellen Einwohnerdaten bestätigt die Ergebnisse der langfristigen Bevölkerungsvorausrechnung. Insbesondere im Ü3-Bereich ist auch in den kommenden Jahren mit einer anhaltend hohen Nachfrage nach Betreuungsplätzen zu rechnen. Die Bedarfsplanung kommt deshalb zu dem Ergebnis, dass der Schwerpunkt zukünftiger Ausbaumaßnahmen weiterhin auf der Schaffung zusätzlicher Ü3-Betreuungsplätze liegen muss.
Die räumliche Analyse zeigt deutliche Unterschiede innerhalb des Stadtgebiets. Sowohl die Auswertung der aktuellen Platzvergabe und Wartelisten als auch die Fortschreibung der Einwohnerentwicklung weisen für die Nordstadt den höchsten ungedeckten Betreuungsbedarf aus. Bereits heute müssen Betreuungsbedarfe aus der Nordstadt teilweise durch Einrichtungen in anderen Stadtgebieten aufgefangen werden. Die Bedarfsplanung kommt deshalb zu dem Ergebnis, dass die Nordstadt den vorrangigen Standort für den weiteren Ausbau der Kindertagesbetreuung darstellt. Die Schaffung einer weiteren Kindertageseinrichtung in der Nordstadt verbessert nicht nur die Versorgung der dort wohnenden Familien, sondern trägt zugleich zu einer Entlastung benachbarter Einrichtungen und einer ausgewogeneren gesamtstädtischen Versorgungsstruktur bei.
Text aus PDF extrahiert