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Fraktion Bündnis 90/Die Grünen: Katastrophenschutzübung zum Szenario „Cyberangriff auf die Verwaltung mit Verschlüsselung aller aktuellen Arbeitsdaten und anschließendem flächendeckenden Stromausfall für mindestens 48 Stunden"
Zurückgezogen
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Eberswalde |
| Datum | 2026-06-30 |
| Datenstufe | Nur Ergebnisse |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
in der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Eberswalde
Eberswalde, 22.05.2026
Vorlage-Nr.: BV/0375/2026
- öffentlich -
Betrifft: Katastrophenschutzübung zum Szenario „Cyberangriff auf die Verwaltung
mit Verschlüsselung aller aktuellen Arbeitsdaten und anschließendem
flächendeckenden Stromausfall für mindestens 48 Stunden"
Beratungsfolge:
Ausschuss für Wirtschaft, Finanzen und Bürgerdienste (Fachausschuss 1 - 16.06.2026 Vorberatung
F1)
Ausschuss für Soziales, Bildung, Ordnung und Kultur (Fachausschuss 2 - F2) 18.06.2026 Vorberatung
Ausschuss für Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt (Fachausschuss 3 - F3) 23.06.2026 Vorberatung
Hauptausschuss 25.06.2026 Vorberatung
Stadtverordnetenversammlung 30.06.2026 Entscheidung
Beschlussvorschlag:
Die Stadtverordnetenversammlung beschließt:
1. Eberswalde führt im Zeitraum 2026/2027 eine Katastrophenschutzübung zum Szenario
„Cyberangriff auf die Verwaltung mit Verschlüsselung aller aktuellen Arbeitsdaten und
anschließendem flächendeckenden Stromausfall in der Stadt für mindestens 48 Stunden“
durch.
2. Gegenstand der Übung ist folgendes Szenario:
Erfolgreicher Cyberangriff auf die Verwaltung mit vollständiger Verschlüsselung der
aktuellen Arbeitsdaten
anschließender flächendeckender Stromausfall im Stadtgebiet mit einer Dauer von
mindestens 48 Stunden
3. Die Übung ist gemeinsam mit relevanten Akteuren durchzuführen, insbesondere mit:
Feuerwehr und Katastrophenschutz
Polizei
Rettungsdienste
kommunale Unternehmen (z. B. Kreiswerke, Kliniken, Wohnungswirtschaft)
IT-Dienstleister und KRITIS-Betreiber
Die bestehenden Strukturen der Katastrophenschutz-Leuchttürme sind integraler Bestandteil
der Übung.
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4. Die Ergebnisse der Übung sind auszuwerten und in einem Maßnahmenkatalog zur
weiteren Stärkung der Krisenresilienz umzusetzen.
5. Die Kosten der Übung sind im Rahmen der Katastrophenschutz- und
Gefahrenabwehrplanung darzustellen.
Synergien mit bestehenden Landesprogrammen und Fördermitteln sind zu nutzen.
Sachverhaltsdarstellung:
1. Aktuelle Gefährdungslage
Die Bedrohung durch Cyberangriffe auf öffentliche Verwaltungen ist real und hat bereits konkrete
Auswirkungen gezeigt:
Im Dezember 2022 wurden in Potsdam nach Hinweisen von Sicherheitsbehörden (u. a.
Bundeskriminalamt und Landeskriminalamt Brandenburg) vorsorglich sämtliche
Internetverbindungen der Verwaltung getrennt.
Die Stadtverwaltung sowie verbundene Einrichtungen waren bis März 2023 in ihren
digitalen Dienstleistungen massiv eingeschränkt.
Vergleichbare Ereignisse, etwa der Cyberangriff auf Bitterfeld-Wolfen zeigen, dass vollständige
IT-Ausfälle mit erheblichen Verwaltungsstillständen verbunden sein können.
2. Kombination von Krisenlagen („Kaskadeneffekte“)
Moderne Gefährdungslagen sind zunehmend durch das Zusammenwirken mehrerer Krisen
geprägt:
Cyberangriffe können kritische Infrastrukturen schwächen
Ein großflächiger Stromausfall führt gleichzeitig zu:
Ausfall digitaler Kommunikation
Störung von Wasserversorgung und Logistik
eingeschränkter medizinischer Versorgung
erheblicher Belastung der öffentlichen Ordnung
Der Stromausfall in Berlin sowie aktuelle Szenarienplanungen zeigen die hohe Relevanz solcher
Lagen.
3. Erkenntnisse aus Übungen und Nachbarregionen
Die Großübung „Langanhaltender Stromausfall“ am 21.03.2026 in Bernau bei Berlin hat
folgendes verdeutlicht:
die zentrale Bedeutung abgestimmter Führungsstrukturen
die Notwendigkeit belastbarer Kommunikationswege
die hohe Relevanz der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Einsatzkräften und externen
Partnern
Diese Erkenntnisse sollten systematisch aufgegriffen und auf die spezifischen Bedingungen in
Eberswalde übertragen werden.
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4. Bedeutung der Katastrophenschutz-Leuchttürme
Mit Unterstützung des Landes Brandenburg wurde ein flächendeckendes Netz von
Katastrophenschutz-Leuchttürmen aufgebaut.
Diese Einrichtungen
sichern die Notstromversorgung,
ermöglichen Kommunikation auch bei Infrastrukturausfall,
dienen als Anlaufstellen für die Bevölkerung und
gewährleisten eine Mindestversorgung (Trinkwasser, Wärme, Information).
Die praktische Funktionsfähigkeit dieser Strukturen unter realistischen Bedingungen muss
regelmäßig überprüft werden.
5. Ziel der Übung
Die geplante Übung verfolgt insbesondere folgende Ziele:
Erprobung der Handlungsfähigkeit der Verwaltung ohne IT-Systeme
Sicherstellung analoger Notfallprozesse
Test der Zusammenarbeit aller relevanten Akteure
Überprüfung der Krisenkommunikation (intern und extern)
Validierung der Funktionsfähigkeit der Katastrophenschutz-Leuchttürme
Identifikation struktureller Schwachstellen
6. Mehrwert
Eine solche Übung wirkt wie ein kontrollierter „Stresstest“ für die Verwaltung:
Sie macht unsichtbare Schwachstellen sichtbar, bevor reale Ereignisse sie aufdecken.
7. Finanzielle Auswirkungen
Die Kosten der Übung sind im Rahmen der Katastrophenschutz- und
Gefahrenabwehrplanung darzustellen.
Synergien mit bestehenden Landesprogrammen und Fördermitteln sind zu nutzen.
gez. Karen Oehler
Fraktionsvorsitzende
Text aus PDF extrahiert