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Antrag der SPD-Fraktion zum Ausschuss für Bildung, Kultur und Freizeit: Einführung eines Pfades zu den Spuren jüdischen Lebens in Sendenhorst

Ergebnis unbekannt
TypAntrag
GemeindeSendenhorst
Datum2026-06-30
DatenstufeNur Dokumente
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BESCHLUSSVORLAGE Vorlagen-Nr.: 0177/2026 Datum: 19.06.2026 Betreff Antrag der SPD-Fraktion zum Ausschuss für Bildung, Kultur und Freizeit: Einführung eines Pfades zu den Spuren jüdischen Lebens in Sendenhorst Beratungsfolge: Gremium Status Sitzungstermin Ausschuss für Bildung, Kultur und Freizeit öffentlich 30.06.2026 Aktenzeichen Bearbeitet von 41.87.03 Martina Bäcker Federführender DB-Leiter Beteiligter DB Genehmigung der Bürgermeisterin DB3- gez. Jürgen Mai gez. Katrin Bürgerdienste Reuscher Beschlussvorschrift Beschlussvorschlag Beschlussvorschlag der SPD-Fraktion: 1. Der Ausschuss für Bildung, Kultur und Freizeit beschließt, dass die Stadt Sendenhorst gemeinsam mit aktiven Bürgerinnen und Bürgern – analog zum Kleinhans-Pfad – einen Pfad zu Spuren jüdischen Lebens in Sendenhorst einrichtet. Beschlussvorschlag der Verwaltung: 1. Der Ausschuss für Bildung, Kultur und Freizeit begrüßt ausdrücklich die Initiative zur Einrichtung eines Rundganges zur Geschichte der Sendenhorster Jüdinnen und Juden. 2. Der Verein Woche der Brüderlichkeit Sendenhorst e.V. wird gebeten, Anfang 2027 im Ausschuss für Bildung, Kultur und Freizeit ein erstes detaillierteres Konzept für einen Rundgang zur Geschichte der Sendenhorster Jüdinnen und Juden vorzustellen. Finanzierung Sachverhalt/Erläuterungen Es liegt ein Antrag der SPD-Fraktion zur Einführung eines Pfades zu den Spuren jüdischen Lebens in Sendenhorst vor (Anlage 1), der folgende Formulierung als Beschlussvorschlag enthält: „Die Stadt Sendenhorst richtet gemeinsam mit aktiven Bürgerinnen und Bürgern – analog zum Kleinhans-Pfad und dem Brennerei-Pfad – einen Pfad zu Spuren jüdischen Lebens in Sendenhorst ein.“ In der Begründung zum Antrag wird von der Annahme ausgegangen, dass es vielen Menschen in Sendenhorst heute nicht mehr bewusst sei, dass es vor der Zeit des Nationalsozialismus Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens in Sendenhorst gab, die nach ihrem Wegzug aus Sendenhorst Opfer des Holocaust wurden. Auch wird Bezug genommen auf das Erstarken rechter Kräfte in der Gesellschaft, denen es entgegenzutreten gelte, die Erinnerungskultur sei ein wichtiger Beitrag dazu. Konkret bezieht sich der Antrag auf ein Angebot des Vereins „Woche der Brüder- lichkeit Sendenhorst e.V.“ im Rahmen der diesjährigen gleichnamigen Veranstaltungswoche: ein Rundgang zu Stätten jüdischen Lebens in Sendenhorst. Der Homepage des Vereins ist zu entnehmen, dass der etwa 90minütige Rundgang mit Gerd Wilpert an das jüdische Leben erinnerte, das es einmal in Sendenhorst gab. Der Weg führte vom Rathaus zur Stelle der ehemaligen Synagoge, zu ehemaligen jüdischen Wohnhäusern und zum jüdischen Friedhof auf dem Rest des Stadtwalls. Zudem wurde an die acht in Sendenhorst geborenen Frauen und Männer, die Opfer des Holocaust wurden, erinnert. Die Erkenntnisse aus diesem Rundgang möchte die SPD-Fraktion mit ihrem Antrag gesichert wissen. Der Verein „Woche der Brüderlichkeit Sendenhorst e.V.“ beschäftigt sich nach eigener Angabe intensiv mit der Geschichte der Sendenhorster Jüdinnen und Juden. Einen Teil der Ergebnisse aus eigenen Forschungen wurden erstmalig im Rahmen des o.g. Rundganges der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In einem Schreiben des Vorsitzenden des Vereins „Woche der Brüderlichkeit e.V.“, Gerd Wilpert, an die Vorsitzende der SPD-Fraktion, Christiane Seitz-Dahlkamp, heißt es mit Bezug auf den vorliegenden Antrag: „Uns geht es darum, die Geschichte und das Schicksal der jüdischen Bevöl- kerung in der Stadtgesellschaft lebendig werden zu lassen. Aus unserer Sicht bietet es sich an, mit den Lebensgeschichten konkreter Personen einen jeweils größeren Kontext zu vermitteln. Was sind die Hintergründe des Weg- zugs der jüdischen Bevölkerung? Wie wirkten sich in der NS-Zeit „Arisierungsmaßnahmen“ oder Berufsverbote konkret? Was bedeutete eine Deportation nach Riga, Izbica oder nach Theresienstadt? Es geht um Lebensgeschichten von Menschen, die in Sendenhorst geboren wurden und dann Opfer des Holocaust wurden, aber auch um Personen, die sich in Vorbereitungscamps für eine Auswanderung nach Palästina engagiert haben oder die 1943 über Portugal erfolgreich in die USA fliehen konnten. All dies und vermutlich noch mehr lässt sich an konkreten Schicksalen aufzeigen.“ (Das Schreiben ist mit Zustimmung des Verfassers dieser Vorlage als Anlage 2 angehängt.) Grundsätzlich wird von Seiten des Vereins ein Rundgang als eine geeignete Form angesehen, die Geschichte der Sendenhorster Jüdinnen und Juden lebendig werden zu lassen. Die Form der Gestaltung bzw. Ausschilderung eines solchen Erinnerungsweges sei allerdings derzeit noch offen, so dass der Verein vorschlägt, erst zu einem späteren Zeitpunkt zu einer Beschlussfassung hinsichtlich der Ein- richtung eines solchen Pfades zu kommen – dies auch vor dem Hintergrund, dass noch nicht absehbar sei, welche weiteren Erkenntnisse die Beschäftigung mit der Geschichte der Jüdinnen und Juden in Sendenhorst nach sich zieht und vor allem auch in welchem Umfang. Nach Auffassung der Verwaltung liegt die Expertise (und somit auch die Federführung) zur Einrichtung eines Rundganges zur Geschichte der Sendenhorster Jüdinnen und Juden sowohl inhaltlich als auch formal auf Seiten des Vereins „Woche der Brüderlichkeit Sendenhorst e.V.“ Der Verein hat signalisiert, Anfang 2027 einen „detaillierteren Rahmen für einen solchen Erinnerungsweg“ im Ausschuss für Bildung, Kultur und Freizeit vorzustellen. Die Verwaltung schlägt daher vor, den Beschlussvorschlag der SPD-Fraktion entsprechend abzuändern. Ob und in welcher Höhe ein Zuschuss von Seiten der Stadt Sendenhorst für ein solches Vorhaben bereitzustellen wäre, bliebe zum jetzigen Zeitpunkt noch abzuwarten. Auch die Frage, welche weiteren Unterstützungsleistungen (beispielsweise bei der Fördermittelakquise) von Seiten der Verwaltung geleistet werden könnten, kann nach Auffassung der Verwaltung erst beantwortet werden, wenn ein detaillierteres Konzept vorliegt. Gleichwohl – das sei hier ausdrücklich gesagt – besteht dazu auf Seiten der Verwaltung eine hohe Bereitschaft. Anlagen - - -

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