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Sanierung Rathaus Gengenbach - Vorstellung der Kostenprognose
Angenommen
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Gengenbach |
| Datum | 2026-07-29 |
| Datenstufe | Nur Ergebnisse |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die Stadt Gengenbach stellt die aktualisierte Kostenprognose für die Rathaussanierung vor. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 32,42 Mio. € statt ursprünglich 26,92 Mio. €. Die Mehrkosten von 5,5 Mio. € resultieren aus unvorhergesehenen Bauzuständen, Denkmalschutzanforderungen, Bauzeitverlängerung und Marktveränderungen. Der Gemeinderat beschließt, die städtischen Mehrkosten von 2,7 Mio. € (nach Städtebauförderung) im Doppelhaushalt 2027/2028 bereitzustellen und die Verwaltung beauftragt, einen Aufstockungsantrag für die Förderung 2027 zu stellen.
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Dokument
Extrahierter Text
STADT GENGENBACH
- Hochbauamt -
Sachbearbeiter: Buss, Georg / Kaufmann, Philip
Vortrag: Andreas Schneider (Drees & Sommer)
Datum: 16.07.2026
Beschlussvorlage 137/26
Gremium Datum Status
Gemeinderat 29.07.2026 öffentlich
Geplante Beratungszeit 60 Minuten
Tagesordnungspunkt:
Sanierung Rathaus Gengenbach - Vorstellung der Kostenprognose
Beschlussvorschlag:
Der Gemeinderat nimmt die Ausführung und fortgeschriebene Kostenprognose zur
Kenntnis und verpflichtet sich den unter Berücksichtigung der Städtebauförderung
ergebenden städtischen Mehrkostenanteil in Höhe von rd. 2,7 Mio. € im Rahmen des
Doppelhaushalts 2027 / 2028 sowie der Finanzplanung 2029 bereitzustellen.
Die Verwaltung wird beauftragt auf Grundlage dieser Kostenprognose den
entsprechenden Aufstockungsantrag für die Städtebauförderung 2027 zu stellen.
Begründung:
Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 13.11.2024 die Kostenberechnung für den
Umbau des Rathauses mit einem Gesamtvolumen von 26.920.000 € beschlossen. Die
Kostenberechnung setzt sich aus 26.070 T€ für den Rathausumbau sowie 850 T€ für
die Wärme-/Kälteversorgung zusammen.
Die Kostenberechnung wurde durch das für das Gesamtprojekt verantwortliche
Architekturbüro Kupke und Lambeck, Berlin unter Vorlage eines Bauzeitenplans mit
Einreichung des Bauantrags zum Abschluss der Leistungsphase 3 am 31.01.2025
bestätigt.
Auf dieser Grundlage wurden die erforderlichen Finanzmittel entsprechend dem
erwarteten Mittelabfluss im Haushalt 2025 und 2026 sowie der Finanzplanung 2027-
2029 bereitgestellt. Ebenso stellte die Verwaltung auf Basis dieser Kostenberechnung
die erforderlichen Aufstockungsanträge für die Städtebauförderung 2025 und 2026
beim Regierungspräsidium Freiburg.
Seit der Bestätigung der Kostenberechnung Ende Januar 2025 hat sich das
Sanierungsprojekt kontinuierlich weiterentwickelt. Die Arbeiten am Rohbau sind
mittlerweile in vollem Gange. Die Großbaustelle umfasst neben dem Rathaus, dem
Bauamt und dem neuen Zwischenbau inzwischen auch den Klosterkeller sowie den
Hexenkeller. Die Arbeiten am neuen Archiv im Hasenbockkeller konnten nahezu
abgeschlossen werden, sodass der Umzug der Archivunterlagen direkt vom Rathaus
in die neuen Räumlichkeiten erfolgen konnte. Parallel hierzu wurden die durch den
Gemeinderat beschlossenen Planänderungstestate (sogenannte „PÄTs“) umgesetzt.
Die Sanierung eines denkmalgeschützten Bestandsgebäudes bestehend aus
historisch barockem Hauptgebäude mit rückwärtigem Hintergebäude stellt ein
besonders komplexes Bauvorhaben dar. Historische Bausubstanz, hohe
Anforderungen des Denkmalschutzes sowie die Vielzahl an Schnittstellen zwischen
den unterschiedlichen Fachplanungen führen dazu, dass nicht alle
Rahmenbedingungen im Vorfeld abschließend bewertet werden können. Mit
zunehmendem Baufortschritt ergeben sich regelmäßig neue Erkenntnisse, die
planerisch und baulich berücksichtigt werden müssen. Im Umwelt- und
Technikausschuss (UTA) wurden über den Baufortschritt regelmäßig entsprechende
Projektberichte eingebracht. Die dargestellten Rahmenbedingungen verdeutlichen die
hohe Komplexität des Gesamtprojekts.
Im Zuge der Bauausführung sind weitere kosten- und terminrelevante Sachverhalte
erkennbar geworden. Hierzu zählen insbesondere unvorhergesehene Bauzustände
wie Hohlstellen unter bestehenden Fundamenten, notwendige Ertüchtigungen von
Pfeilerfundamenten, zusätzliche Schäden am Dachstuhl sowie ein größerer
Sanierungsbedarf an den Sandsteinfiguren des historischen Rathauses.
Neben den projektspezifischen Entwicklungen haben sich auch die allgemeinen
Rahmenbedingungen für öffentliche Bauvorhaben seit Anfang 2025 spürbar verändert.
Für einzelne Gewerke gehen aufgrund des anhaltenden Fachkräftemangels,
begrenzter Kapazitäten in der Bauwirtschaft sowie globaler Beschaffungsrisiken
teilweise weniger Angebote ein. Der eingeschränkte Wettbewerb kann zu höheren
Angebotspreisen führen und wirkt sich teilweise auch auf die Vergabe- und Bauabläufe
aus.
Hinzu kommen gesamtwirtschaftliche Entwicklungen, insbesondere steigende
Energie-, Material- und Transportkosten sowie Auswirkungen internationaler Krisen
auf Lieferketten und Beschaffungsmärkte. Diese Faktoren liegen außerhalb des
Einflussbereichs der Stadt und beeinflussen dennoch die wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen von Bauprojekten.
Darüber hinaus wurde im Rahmen der Projektbearbeitung ein sog. „Netto-Brutto-
Fehler“ eines beauftragten Planungsbüros festgestellt. Dadurch mussten die Kosten
für die technische Gebäudeausrüstung (KG 400 – Bauwerk - Technik) nachträglich
korrigiert werden. Da sich die Planungshonorare (KG 700) auf dieser Kostenbasis
berechnen, führt die Korrektur auch zu höheren Honorarkosten. Insgesamt entstehen
hierdurch Mehrkosten in Höhe von rd. 700.000 €.
Die genannten Entwicklungen haben in ihrer Gesamtheit zu einer Fortschreibung des
Bauzeitenplans geführt. Nach derzeitiger Einschätzung ist von einer Verlängerung der
Bauzeit von rund sechs Monaten auszugehen. Die hieraus entstehenden Mehrkosten
ergeben sich dabei insbesondere aus dem zusätzlichen Betreuungs- und
Koordinierungsaufwand für Bauleitung, Projektsteuerung, Fachplaner und
Baustellenorganisation sowie Mietkosten.
Die aktuelle Kostenentwicklung ist somit nicht auf einen einzelnen Auslöser
zurückzuführen. Vielmehr handelt es sich um das Zusammenwirken verschiedener
projektinterner und externer Einflussfaktoren, die sich im Verlauf der Umsetzung
ergeben haben.
Vor diesem Hintergrund hat die Verwaltung die Projektsteuerung Drees & Sommer
frühzeitig beauftragt, ein umfassendes Kostenmanagement sowie eine belastbare
Kostenprognose für das Gesamtprojekt zu erstellen.
Ziel war es, sämtliche bereits eingetretenen Kostenentwicklungen sowie alle derzeit
bekannten und absehbaren Risiken systematisch zu bewerten und in einer
Gesamtbetrachtung zusammenzuführen. Die Verwaltung verfolgt damit den Ansatz,
Kostenentwicklungen frühzeitig transparent darzustellen und nicht erst auf bereits
eingetretene Kostenabweichungen zu reagieren.
Die Kostenprognose dient als Grundlage für die weitere Projektsteuerung, die
Finanzplanung sowie die Vorbereitung der erforderlichen weiteren
Aufstockungsanträge für die Städtebauförderung 2027 ff.
Aktuelle Kostenprognose
Die Ergebnisse der Kostenprognose werden in der Sitzung durch die Projektsteuerung
von Drees & Sommer detailliert vorgestellt und erläutert.
Auf Grundlage des derzeitigen Projektstands sowie aller bekannten und absehbaren
Einflussfaktoren beläuft sich die aktuelle Kostenprognose auf 32.420.000 €.
In dieser fortgeschriebenen Kostenprognose sind insbesondere berücksichtigt:
Reserven innerhalb der bereits vergebenen Vergabeeinheiten in Höhe von
2.330.000 €, die für Nachträge sowie derzeit noch nicht abschließend
quantifizierbare Leistungen vorgehalten werden,
bewertete Projektrisiken in Höhe von 1.150.000 €, insbesondere im Hinblick auf
mögliche Auswirkungen einer Bauzeitverlängerung,
Mehrkosten infolge eines zwischenzeitlich festgestellten Berechnungsfehlers in
der ursprünglichen Kostenberechnung in Höhe von 700.000 €.
Die aktuelle Kostenprognose basiert auf dem heutigen Kenntnisstand des Projekts und
stellt die derzeit belastbarste Einschätzung der voraussichtlichen Gesamtkosten dar.
Ein wesentlicher Unterschied zu den frühen Projektphasen besteht darin, dass
inzwischen ein großer Teil der Leistungen ausgeschrieben und vergeben wurde. Zum
Zeitpunkt der Erstellung der Kostenprognose waren bereits Bau- und
Planungsleistungen mit einem Auftragsvolumen von rund 17,9 Mio. € vergeben.
Mit den im Rahmen dieser Sitzung vorgesehenen weiteren Vergaben erhöht sich das
vergebene Auftragsvolumen auf rund 21,8 Mio. €. Damit sind – je nach zugrunde
gelegter Bezugsgröße – bereits rund 70 bis über 80 Prozent des
Gesamtauftragsvolumens vertraglich gebunden.
Die Kostenprognose stützt sich damit in weiten Teilen auf tatsächlich erzielte
Ausschreibungsergebnisse, abgeschlossene Vergaben sowie die inzwischen
gewonnenen Erkenntnisse aus der Bauausführung. Die Kostensicherheit hat sich
gegenüber den frühen Projektphasen dadurch deutlich erhöht.
Gleichzeitig werden die noch bestehenden Projektrisiken weiterhin aktiv gesteuert.
Durch ein konsequentes Kosten- und Termincontrolling, die laufende Fortschreibung
der Kostenprognose sowie eine enge Abstimmung aller Projektbeteiligten verfolgt die
Verwaltung das Ziel, das Projekt wirtschaftlich und zielgerichtet umzusetzen.
Finanzielle Auswirkungen
In der vom Gemeinderat beschlossenen Kostenberechnung sind derzeit
Gesamtkosten in Höhe von 26.920.000 € veranschlagt und im Haushalt sowie
Finanzplanung finanziert.
Nach der aktuellen Kostenprognose der Projektsteuerung Drees & Sommer belaufen
sich die voraussichtlichen Gesamtkosten auf 32.420.000 €. Hieraus ergibt sich
gegenüber der bisherigen Kostenberechnung eine prognostizierte Kostensteigerung
von rund 5,5 Mio. €.
Diese Mehrkosten sind als förderfähige Kosten nach der Städtebauförderung für die
Sanierungsmaßnahme anzusetzen. Ausgehend von der Fördersystematik für das
Sanierungsgebiet errechnet sich daher folgende Förderung des Landes:
Mehrkosten Gesamtprojekt: 5.500.000,00 €
davon förderfähige Kosten (85 %) 4.675.000,00 €
nicht förderfähiger Anteil (15 %) 825.000,00 €
zzgl. Eigenanteil aus Sanierung (40 % förd.f.Kosten) 1.870.000,00 €
finanzieller Anteil Stadt 2.695.000,00 € (= 49 %)
finanzieller Anteil Land (60 % aus 4,68 Mio.€) 2.805.000,00 € (= 51 %)
Somit würde sich der über den städtischen Haushalt zu finanzierende zusätzliche
Kostenanteil auf rd. 2,70 Mio. € belaufen. Im Haushalt 2026 stehen aktuell noch
10,9 Mio. € an Haushaltsmittel zur Verfügung. Aufgrund des Baufortschritts bzw.
Mittelabflusses ist es daher ausreichend, wenn der verbleibende Finanzierungsbedarf
im Rahmen der Haushaltsberatungen zum Doppelhaushalt 2027/2028 sowie der
weiteren Finanzplanung 2029 anteilig mit je 0,9 Mio. € bereitgestellt wird.
Auswirkungen auf die Stadtentwicklungskonzeption: ja
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