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Antrag der BG-Fraktion Koordinierte Erfassung, Bekämpfung und Information zur Ausbreitung einer invasiven Ameisen-Superkolonie im Stadtteil Meerholz
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Gelnhausen |
| Datum | 2026-08-12 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die BG-Fraktion beantragt, dass der Magistrat die Ausbreitung einer invasiven Ameisenart (Große Drüsenameise) im Stadtteil Meerholz erfasst und dokumentiert. Gemeinsam mit Fachbehörden, dem Kreis und Land Hessen soll ein koordiniertes Bekämpfungskonzept entwickelt werden. Die Stadt soll Eigentümer und Anwohner regelmäßig informieren, Fördermöglichkeiten prüfen und den Ausschuss berichten. Grund: Superkolonien erfordern zentral koordinierte Maßnahmen, da einzelne Bekämpfungen wirkungslos sind.
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Dokument
Extrahierter Text
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Ss BURGER FÜR GELNHAUSEN
Herrn Siadiverwatung.
Stadtverordnetenvorsteher |Geilnhsusen
Dr. Peter Tauber j en
Obermarkt 7 20. Juti 2026
63571 Gelnhausen
Antrag: Koordinierte Erfassung, Bekämpfung und Information zur Ausbreitung einer invasiven
Ameisen-Superkolonie im Stadtteil Meerholz
Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher,
wir bitten um Beratung und Beschlussfassung folgenden Antrags:
Beschlussvorschlag:
Der Magistrat wird beauftragt,
1. das Ausmaß des Befalls durch die Große Drüsenameise im Stadtteil Meerholz fachlich erfassen und
dokumentieren zu lassen,
2. gemeinsam mit den zuständigen Fachbehörden, dem Main-Kinzig-Kreis, dem Land Hessen sowie
gegebenenfalls wissenschaftlichen Einrichtungen und qualifizierten
Schädlingsbekämpfungsunternehmen ein Konzept zur koordinierten Bekämpfung zu erarbeiten,
3. die Eigentümerinnen und Eigentümer sowie die Anwohnerinnen und Anwohner regelmäßig über
die Problematik, die Ausbreitung sowie geeignete Bekämpfungsmaßnahmen zu informieren,
4. zu prüfen, welche Förder- oder Unterstützungsmöglichkeiten für betroffene
Grundstückseigentümer bestehen,
5. dem Bau- und Umweltschutzausschuss regelmäßig über den Sachstand, die Ergebnisse der
Bestandsaufnahme sowie die eingeleiteten und geplanten Maßnahmen zu berichten.
Begründung
Im Stadtteil Meerholz wurde das Auftreten einer invasiven Ameisenart festgestellt, die nach den
bisherigen Erkenntnissen eine sogenannte Superkolonie bildet. Diese Kolonien unterscheiden sich
grundlegend von den heimischen Ameisenarten.
Das Thema wurde bereits im Ortsbeirat Meerholz behandelt. Darüber hinaus fand eine
Ortsbegehung mit Beteiligten statt, bei der das Ausmaß des Befalls sowie die hierdurch bereits
entstandenen und künftig zu erwartenden Probleme in Augenschein genommen wurden. Dabei
wurde deutlich, dass es sich nicht um vereinzelte Ameisennester, sondern um ein flächiges und
koordiniert zu betrachtendes Vorkommen handelt.
Während heimische Ameisenkolonien häufig nur über eine Königin verfügen und klar abgegrenzte
Reviere besitzen, bestehen Superkolonien aus einer Vielzahl von Königinnen und zahlreichen
miteinander verbundenen Nestern. Die einzelnen Nester arbeiten zusammen und bekämpfen sich
nicht gegenseitig. Neue Nester entstehen durch Abspaltung kleiner Kolonieteile, wodurch sich die
Population kontinuierlich ausbreitet.
Diese besondere Lebensweise macht eine Bekämpfung außerordentlich schwierig. Das Entfernen
einzelner Nester oder der Einsatz von Kontaktinsektiziden führt in der Regel nicht zum Erfolg, da die
zahlreichen Königinnen über das gesamte Kolonienetz verteilt sind. Fachleute empfehlen stattdessen
eine langfristige, koordinierte Bekämpfung mit geeigneten Fraß Ködern sowie eine kontinuierliche
Überwachung der Ausbreitung.
In verschiedenen Städten und Gemeinden - insbesondere in Baden-Württemberg, beispielsweise in
Kehl, Lahr, Offenburg und auch Offenbach- mussten bereits umfangreiche Maßnahmen eingeleitet
werden, da invasive Ameisen Gehwege und Pflasterflächen unterhöhlen, technische Infrastruktur wie
Strom- und Kommunikationsverteiler beeinträchtigen sowie heimische Tierarten verdrängen können.
Da sich eine Superkolonie nicht an Grundstücksgrenzen orientiert, ist eine erfolgreiche Bekämpfung
nur möglich, wenn sie zentral koordiniert wird und alle betroffenen Grundstückseigentümer
gemeinsam handeln. Einzelmaßnahmen auf privaten Grundstücken reichen erfahrungsgemäß nicht
aus.
Neben der Bekämpfung kommt der Information der Bevölkerung eine besondere Bedeutung zu. Die
Bürgerinnen und Bürger sollten über das Erkennen der Ameisenart, die Vermeidung einer weiteren
Verschleppung (beispielsweise durch Erdreich, Pflanzen oder Baumaterial) sowie über sinnvolle und
wirksame Bekämpfungsmethoden informiert werden.
Vor diesem Hintergrund ist es erforderlich, dass die Stadt Gelnhausen die Koordination übernimmt,
die zuständigen Fachstellen einbindet und die betroffenen Bürgerinnen und Bürger aktiv unterstützt.
Durch eine regelmäßige Berichterstattung im Bau- und Umweltschutzausschuss wird sichergestellt,
dass die politischen Gremien fortlaufend über den Stand der Maßnahmen informiert werden und
gegebenenfalls zeitnah weitere Entscheidungen treffen können.
Die Stadtverordnetenversammlung setzt mit diesem Antrag ein deutliches Signal, dass frühzeitig
gehandelt werden soll, um eine weitere Ausbreitung möglichst einzudämmen und Schäden an
öffentli ivater Infrastruktur zu vermeiden.
Gez. Mario Röder
Fraktionsvorsitzender BÜRGER FÜR GELNHAUSEN
Text per OCR aus Scan extrahiert