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Ehrung der Nationalsozialisten für einen Antisemiten beenden: Wolzogenstraße umbenennen
Abgelehnt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Steglitz-Zehlendorf (Berlin) |
| Datum | 2026-06-17 |
| Datenstufe | Nur Ergebnisse |
| Quelle | Vollständige Sitzung ansehen → |
Extrahierter Text
Die BVV möge beschließen:
Das Bezirksamt wird ersucht, die 1937 von den Nationalsozialisten nach dem bekennenden Antisemiten und Hitlerverehrer Hans Paul Freiherr von Wolzogen (1848–1938) benannte Wolzogenstraße umzubenennen.
Begründung:
Der 1848 in Potsdam geborene Philosoph, Redakteur und Kunsthistoriker Hans Paul Freiherr von Wolzogen war zeitlebens ein bekennender Antisemit: Von 1878 bis 1938 gab er die Bayreuther Blätter heraus und entwickelte sie zu einem Verstärker für deutschnationale, rassistische und antisemitische Positionen. Immer wieder bot Wolzogen antisemitischen Schriftstellern (unter anderem Houston Stewart Chamberlain, nach dem die Nationalsozialisten ebenfalls eine Straße in Zehlendorf benannten) dort eine Plattform und machte deren Ideologie dadurch salonfähig. 1928 gehörte Wolzogen zu den Unterzeichnern des Gründungsmanifestes des völkisch gesinnten, antisemitischen Kampfbunds für deutsche Kultur. Auch noch 1936 (u.a. nach der Einführung der „Nürnberger Gesetze“) blieb er Antisemit und den Nationalsozialisten treu: In der Zeitschrift für Musik umschrieb Wolzogen Adolf Hitler als „Verkörperung des völkischen Geistes“. Die Stadt Bayreuth hat eine nach Wolzogen benannte Straße bereits umbenannt und ihm die Ehrenbürgerschaft aberkannt. Steglitz-Zehlendorf hat mal wieder die Rote Laterne. Vgl. u.a. Thomas Irmer: Von Fritsch bis Wahrmund. Ein antisemitisches Straßenviertel in Zehlendorf. In: Umbenennen?! Straßennamen und ihre Geschichte im Berliner Südwesten (Hrsg. Christiana Brennecke, Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf), Berlin 2025, S. 24-33.
Der Antrag wurde am 25.09.2025 in der 30. Sitzung des Ausschusses für Mobilität, Verkehr, Ordnung mit folgendem Ergebnis beraten:
Der Ausschuss erklärt sich einstimmig für nicht zuständig.
Kronhagel
Ausschussvorsitzender
Der Antrag wurde am 26.11.2025 in der 31. Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur beraten und wie folgt geändert:
Die BVV möge beschließen:
Das Bezirksamt wird ersucht, die 1937 von den Nationalsozialisten nach dem bekennenden Antisemiten und Hitlerverehrer Hans Paul Freiherr von Wolzogen (1848–1938) benannte Wolzogenstraße umzubenennen.
Begründung:
Der 1848 in Potsdam geborene Philosoph, Redakteur und Kunsthistoriker Hans Paul Freiherr von Wolzogen war zeitlebens ein bekennender Antisemit: Von 1878 bis 1938 gab er die Bayreuther Blätter heraus und entwickelte sie zu einem Verstärker für deutschnationale, rassistische und antisemitische Positionen. Immer wieder bot Wolzogen antisemitischen Schriftstellern (unter anderem Houston Stewart Chamberlain, nach dem die Nationalsozialisten ebenfalls eine Straße in Zehlendorf benannten) dort eine Plattform und machte deren Ideologie dadurch salonfähig. 1928 gehörte Wolzogen zu den Unterzeichnern des Gründungsmanifestes des völkisch gesinnten, antisemitischen Kampfbunds für deutsche Kultur. Auch noch 1936 (u.a. nach der Einführung der „Nürnberger Gesetze“) blieb er Antisemit und den Nationalsozialisten treu: In der Zeitschrift für Musik umschrieb Wolzogen Adolf Hitler als „Verkörperung des völkischen Geistes“. Die Stadt Bayreuth hat eine nach Wolzogen benannte Straße bereits umbenannt. Steglitz-Zehlendorf hat mal wieder die Rote Laterne. Vgl. u.a. Thomas Irmer: Von Fritsch bis Wahrmund. Ein antisemitisches Straßenviertel in Zehlendorf. In: Umbenennen?! Straßennamen und ihre Geschichte im Berliner Südwesten (Hrsg. Christiana Brennecke, Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf), Berlin 2025, S. 24-33.
Der Antrag in der geänderten Fassung wurde vertagt
Niessen
Stellv. Ausschussvorsitzender
Der Antrag wurde am 04.03.2026 in der 33. Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur beraten und die geänderte Fassung vom 26.11.2025 bei Zustimmung von Grüne, SPD und 1 Bürgerdeputierten mehrheitlich abgelehnt.
Dem federführenden Ausschuss wird die Ablehnung des Antrags in der geänderten Fassung empfohlen.
Concu
Ausschussvorsitzende
Der Antrag wurde am 04.06.2026 in der 55. Sitzung des Ausschusses für Haushalt, Personal, Europa, Klima beraten und die geänderte Fassung vom 26.11.2025 bei Zustimmung von Grüne, SPD und 2 Bürgerdeputierten bei Stimmengleichheit abgelehnt.
Der Bezirksverordnetenversammlung wird die Ablehnung des Antrags in der geänderten Fassung empfohlen.
Buchta
Ausschussvorsitzender
Die BVV hat in ihrer 49. Sitzung am 17.06.2026 beschlossen:
Der Antrag ist abgelehnt.
Rögner-Francke
Bezirksverordnetenvorsteher
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