Startseite › Visselhövede › Antrag
Resolution „Rettet die Kommunen!“
Angenommen21 Ja · 0 Nein
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Visselhövede |
| Datum | 2026-06-30 |
| Datenstufe | Nur Ergebnisse |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
STADT VISSELHÖVEDE 107-2026
Lfd. Nr.:
DER BÜRGERMEISTER Sachbearbeiter/in:
Lars Mielczarek
Sitzungsvorlage Az.: 200.600
Datum: 03.06.2026
Beratungsfolge Gremium Beratung / Status Sitzungsdatum Beschluss: Z
Verwaltungsausschuss nicht öffentlich 25.06.2026 mit Beschluss- Hg
erweiterung -
Fortschreibung
Rat öffentlich 02.07.2026
Tagesordnungspunkt: Resolution „Rettet die Kommunen!„
Beschlussvorschlag: Die Stadt Visselhövede fordert das Land Niedersachsen
auf,
1. die Mittel im kommunalen Finanzausgleich im
Rahmen des
Doppelhaushalts 2027/2028 deutlich zu erhöhen,
mindestens jedoch um eine Milliarde Euro,
2. das Konnexitätsprinzip im Land konsequent
anzuwenden und im Bundesrat
nur noch Gesetzen zuzustimmen, die vollständig vom
Bund finanziert werden und
3. sich beim Bund für eine Reform der Sozialleistungen
einzusetzen, die zu einer auskömmlichen
Finanzierung auf kommunaler Seite führt.
Siehe Fortschreibung
Sachverhalt:
Die Städte, Gemeinden und Samtgemeinden sowie die Landkreise befinden sich in der
schlimmsten finanziellen Krise seit Bestehen der Bundesrepublik. Ungebremst steigende
Sozialausgaben, immer neue Aufgaben ohne Gegenfinanzierung und eine beginnende
Zinsspirale sind die fremdverschuldeten Ursachen. Während die Einnahmen stabil bleiben,
führen von Bund und Land auferlegte Ausgabeverpflichtungen zu einem gewaltigen strukturellen
Minus der Kommunen.
Das mittlerweile historisch höchste Gesamtdefizit der Kommunen auf Bundesebene lag in 2025
bei minus 32 Mrd. Euro, in Niedersachsen bei minus 3,6 Mrd. Euro. Dies summiert sich zum
ähnlich schlechten Jahr 2024. Rücklagen sind vielfach aufgebraucht, die Handlungsspielräume
der Kommunen werden zunehmend eingeschränkt.
Davon betroffen sind nicht nur freiwillige Leistungen, die für Lebensqualität, gesellschaftlichen
Zusammenhalt und lokale Identität von zentraler Bedeutung sind. Zunehmend geraten auch
Pflichtaufgaben unter Druck, insbesondere der Erhalt und Ausbau der kommunalen Infrastruktur,
die Daseinsvorsorge sowie die Erfüllung gesetzlicher Ansprüche. Die Investitionsrückstände
nehmen weiter zu, die Investitionsquote sinkt trotz der Investitionshilfen vom Bund. Diese
Entwicklung beeinträchtigt das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Funktionsfähigkeit
des Staates auf allen Ebenen.
Vor diesem Hintergrund fordert der Rat der Stadt Visselhövede das Land Niedersachsen auf,
1. die Mittel im kommunalen Finanzausgleich im Rahmen des Doppelhaushalts
2027/2028 deutlich zu erhöhen, mindestens jedoch um eine Milliarde Euro,
2. das Konnexitätsprinzip im Land konsequent anzuwenden und im Bundesrat nur
noch Gesetzen zuzustimmen, die vollständig vom Bund finanziert werden und
3. sich beim Bund für eine Reform der Sozialleistungen einzusetzen, die zu einer
auskömmlichen Finanzierung auf kommunaler Seite führt.
Seite 1
Der Rat der Stadt Visselhövede appelliert an Landtag und Landesregierung, die finanzielle
Situation der Kommunen mit höchster Priorität zu behandeln und zeitnah wirksame Maßnahmen
zu ergreifen. Ohne ein Handeln des Landes droht – bei sich fortsetzenden Defiziten – eine
Handlungsunfähigkeit der Gemeinden.
Starke Kommunen sind die Grundlage eines funktionierenden Gemeinwesens und einer
lebendigen Demokratie. Ihre finanzielle Stabilität ist eine zentrale Voraussetzung für das
Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Staat.
Jetzt ist die Zeit zu handeln!
Im Auftrag
Mielczarek
Fachbereichsleiter Finanzen
Zur Beratung freigegeben André Lüdemann
Bürgermeister
107-2026 Seite 2 von 2
Text aus PDF extrahiert