Startseite › Gemeinde Sülfeld › Antrag

Antrag der A.B.S. Fraktion - Nachhaltiges Bauen in Sülfeld - Festlegung des zukünftigen Zertifizierungsverfahrens

Ergebnis unbekannt
TypAntrag
GemeindeGemeinde Sülfeld
Datum2025-03-05
DatenstufeNur Dokumente
QuelleQuelldokument herunterladen →

Dokument

Extrahierter Text

AMT ITZSTEDT Der Amtsdirektor Sitzungsvorlage Datum: 03.03.2025 Status: öffentlich SUE/2025/0429-01 Abteilung: Zentrale Dienste und Bildung Sachbearbeiter/in: Tanja Skerstupp Aktenzeichen: Gemeindevertretung Sülfeld Antrag der A.B.S. Fraktion - Nachhaltiges Bauen in Sülfeld - Festlegung des zukünftigen Zertifizierungsverfahrens Sitzungstermin Beratungsfolge Zuständigkeit Ausschuss für Energie und Nachhaltigkeit der 11.03.2025 Vorberatung Gemeindevertretung der Gemeinde Sülfeld 03.04.2025 Gemeindevertretung Sülfeld Entscheidung Sachverhalt: Der Antrag der A.B.S.-Fraktion in der Gemeindevertretung Sülfeld vom 02.03.2025 ist dieser Vorlage beigefügt. Beschlussvorschlag: Finanzielle Auswirkungen: Haushaltsmittel stehen zur Verfügung Nachfinanzierung erforderlich Keine Haushaltsmittel vorhanden Fördermittel Fördermittel geprüft Fördermitteltopf vorhanden Antragstellung möglich? Ja Nein Anlagen: Antrag A.B.S.-Fraktion vom 02.03.2025 A.B.S. – Fraktion in der Gemeindevertretung Sülfeld A.B.S. Fraktion • 23867 Sülfeld Sven Stückelschweiger An den Bürgermeister - Fraktionsvorsitzender – der Gemeinde Sülfeld Datum: 02.03.2025 Antrag an die Gemeindevertretung Sülfeld Nachhaltiges Bauen – Festlegung des zukünftigen Zertifizierungsverfahrens Beschlussvorschlag Der Ausschuss empfiehlt der Gemeindevertretung zukünftig alle neu zu planenden Bau- und Sanierungsmaßnahmen der Gemeinde nach den Bewertungskriterien des BNB durchzuführen. Begründung Damit zukünftig auch nachhaltig gebaut werden kann, ist die Auswahl eines Zertifizierungsmodells notwendig. Bisher war eine Zertifizierung nach DGNB- Standard oder nach BNB-Standard im Gespräch. Anliegend noch weitere Informationen zu Standards. Seite 1 von 1 Nachhaltigkeit am Bau – Kommunale Bauten vs. Privatbauten Einleitung Die Bauindustrie zählt zu den größten Verursachern von CO₂-Emissionen und Ressourcenverbrauch. Daher ist es essenziell, nachhaltige Lösungen sowohl im kommunalen als auch im privaten Bausektor zu etablieren. Nachhaltiges Bauen erfordert eine ganzheitliche Planung, die ökologische, ökonomische und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf der Betrachtung der Lebenszykluskosten, um langfristige wirtschaftliche Vorteile zu erzielen und Ressourcen effizient zu nutzen. Zur Bewertung der Umweltauswirkungen von Bauwerken sind verbindliche Normen und Standards unerlässlich. Sie dienen Architekten, Planern und Bauherren als Orientierungshilfe für nachhaltiges und kreislaufgerechtes Bauen. Die folgenden Normen tragen maßgeblich dazu bei, Umweltbelastungen zu minimieren und ressourcenschonende Bauweisen zu fördern: • DIN EN 15804: Diese europäische Norm definiert die Methodik zur Ermittlung der Umweltwirkungen von Bauprodukten, einschließlich Treibhausgasemissionen, Ressourcenverbrauch und Abfallaufkommen. • DIN EN 197-6: Diese Norm legt Anforderungen für neue, umweltfreundlichere Zementarten fest. Durch eine Reduktion des Klinkeranteils – dem Hauptbestandteil von Zement mit hohem CO₂-Ausstoß – wird die Umweltbelastung erheblich gesenkt. • DIN SPEC 91484: Dieser Standard erleichtert die Identifikation wiederverwendbarer Bauprodukte. So können Materialien effizient in den Kreislauf zurückgeführt und wertvolle Ressourcen eingespart werden. Die Berücksichtigung dieser Normen im Planungs- und Bauprozess ermöglicht es in der Ausführung, nachhaltigere Gebäude zu realisieren, die sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich vorteilhaft sind. Nachhaltigkeit im kommunalen Bau Kommunale Bauten wie Schulen, Rathäuser, Kindergärten oder Sporthallen werden mit öffentlichen Geldern finanziert. Sie haben oft eine Nutzungsdauer von mehreren Jahrzehnten und sollten daher besonders nachhaltig geplant werden. Wichtige Aspekte sind: • Energieeffizienz: Nutzung erneuerbarer Energien wie Photovoltaik, Geothermie oder Fernwärme. • Materialwahl: Umweltfreundliche Materialien mit langer Lebensdauer, z. B. Holz, Recycling- Beton oder Lehm. • Dämmung & Wärmerückgewinnung: Reduzierung des Energieverbrauchs durch hochwertige Dämmung und moderne Lüftungssysteme. • Grüne Infrastruktur: Dach- und Fassadenbegrünung zur Verbesserung des Mikroklimas. • Zertifizierungen: DGNB, BNB und LEED helfen, nachhaltige Standards zu gewährleisten. • Lebenszyklusbetrachtung: Planung unter Berücksichtigung der gesamten Lebensdauer eines Gebäudes zur Minimierung von Sanierungs- und Entsorgungskosten. • Weiternutzung von Gebäuden: Eine nachhaltige Planung sollte die Möglichkeit der Umnutzung bestehender Gebäude nach Auslaufen der Ursprungsnutzung berücksichtigen, um Abriss zu vermeiden und Ressourcen zu schonen. • Abriss und Neubau: Der Abriss bestehender Gebäude, um an gleicher Stelle eine neue Maßnahme gleicher Nutzung zu errichten, sollte vermieden werden, wenn eine Sanierung oder Umnutzung möglich ist. Falls Abriss notwendig ist, sollte er ressourcenschonend erfolgen und recyclingfähige Materialien zurückgewonnen werden. Seite 1 von 3 – RHEG – 20250228b_NACHHALTIGES_BAUEN Lebenszykluskosten als Entscheidungsgrundlage Ein häufiger Kritikpunkt an nachhaltigen Gebäuden sind die höheren Anfangsinvestitionen. Betrachtet man jedoch die gesamten Lebenszykluskosten (LCC – Life Cycle Costs), zeigt sich ein anderes Bild. Laut einer Analyse der kumulierten Kosten eines Standardbürogebäudes im Vergleich zu einem nachhaltigen, DGNB-zertifizierten Gebäude über 40 Jahre ergeben sich folgende Erkenntnisse: • Anfangsinvestition: Ein nachhaltiges Gebäude kostet in der Errichtung ca. 10-20 % mehr als ein konventionelles Gebäude. • Betriebskosten: Dank höherer Energieeffizienz und langlebiger Materialien sinken die Betriebs- und Wartungskosten erheblich. • Instandhaltungskosten: Nachhaltige Gebäude benötigen weniger Reparaturen und Sanierungen, wodurch langfristig Geld gespart wird. • Wertbeständigkeit: Nachhaltige Gebäude behalten durch ihre hohe Qualität einen höheren Marktwert. Fazit: Bereits nach 15 bis 20 Jahren übersteigen die eingesparten Betriebskosten die Mehrkosten der Anfangsinvestition. Über die gesamte Lebensdauer von 40 Jahren kann ein nachhaltiges Gebäude bis zu 30 % günstiger sein als ein Standardgebäude. Gesetzliche Vorgaben und Fördermöglichkeiten Gesetzliche Vorgaben: • Gebäudeenergiegesetz (GEG): Mindestanforderungen an die energetische Qualität von Neubauten und Bestandsgebäuden. • Klimaschutzgesetz (KSG): Definiert CO₂-Reduktionsziele und Anforderungen an nachhaltiges Bauen. • Bauordnungen der Bundesländer: Enthalten spezifische Anforderungen für nachhaltiges Bauen. Seite 2 von 3 – RHEG – 20250228b_NACHHALTIGES_BAUEN Fördermöglichkeiten: • KfW-Förderung für kommunale Gebäude (z. B. Effizienzhaus-Standards) • Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) • EU-Programme wie der Green Deal Nachhaltigkeit im privaten Bau Private Bauherren haben individuelle Bedürfnisse und ein begrenztes Budget, was nachhaltige Maßnahmen beeinflussen kann. Dennoch gibt es viele Möglichkeiten, auch im privaten Bereich ressourcenschonend zu bauen: • Energieeffizienz: Niedrigenergiehäuser oder Passivhäuser reduzieren langfristig Heizkosten. • Materialwahl: Nachhaltige Baustoffe wie Holz oder Lehm werden zunehmend genutzt. • Photovoltaik & Speicherlösungen: Eigenstromerzeugung reduziert Energiekosten. • Wassermanagement: Regenwassernutzung und wassersparende Sanitäranlagen. • Sanierung statt Neubau: Bestandsgebäude energieeffizient modernisieren. Lebenszyklusbetrachtung: Auch für private Bauherren lohnt sich eine langfristige Kalkulation. Niedrigere Nebenkosten und staatliche Förderungen machen nachhaltiges Bauen auch finanziell attraktiv. Vergleich der Nachhaltigkeitszertifizierungen Zertifizierung Beschreibung Anwendung Kriterien Umfassendes Bewertungssystem für Deutschland, Energieeffizienz, Materialwahl, DGNB ökologische, ökonomische und international Lebenszyklus, Emissionen soziale Nachhaltigkeit Bewertungssystem für Lebenszyklusbetrachtung, BNB öffentliche Bauten mit Fokus auf Deutschland Ressourcenschonung, Umweltverträglichkeit Energieeffizienz International anerkanntes Energieeffizienz, CO₂-Bilanz, LEED Zertifikat für energieeffizientes Weltweit Innenraumqualität Bauen Zertifizierung für besonders Passivhaus- Europa, Wärmeverluste, Luftdichtheit, energieeffiziente Gebäude mit Zertifikat weltweit passive Kühlung sehr niedrigem Heizbedarf Materialauswahl, Umweltzeichen für besonders Blauer Engel Deutschland Gesundheitsverträglichkeit, ressourcenschonende Baustoffe Umweltbilanz Fazit: Warum nachhaltiges Bauen für Kommunen essenziell ist Nachhaltiges Bauen erfordert eine langfristige Perspektive. Während die anfänglichen Investitionen höher sein können, überwiegen die Einsparungen in Betrieb und Instandhaltung deutlich. Besonders für kommunale Gebäude mit einer Nutzungsdauer von 40 Jahren oder mehr bietet sich hier ein enormes Einsparpotenzial. Zudem erfüllen nachhaltige Gebäude wichtige Klimaziele, senken Emissionen und bieten Bürgern ein gesundes, energieeffizientes Umfeld. Eine nachhaltige Bauweise ist somit nicht nur eine ökologische, sondern auch eine wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung. Seite 3 von 3 – RHEG – 20250228b_NACHHALTIGES_BAUEN

Text aus PDF extrahiert