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Antrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen zur Bewässerung von neu gepflanzten Bäumen im Gemeindegebiet
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Swisttal |
| Datum | 2025-06-04 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Fachbereich:FG-III/6 Klima Gemeinde Swisttal
Die Bürgermeisterin
M IT T EIL U N GSVOR L A GE
M/2020/1169
Beratungsfolge: Termin Entscheidung Öffentl.
Klima- und Umweltschutz-, Wirtschaftsförderungs- 04.06.2025 Kenntnisnahme Ö
und Energieausschuss
Tagesordnungspunkt:
Antrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen zur Bewässerung von
neu gepflanzten Bäumen im Gemeindegebiet
Sachverhalt:
Es wird auf den Antrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Anhang verwiesen.
Die vom Baubetriebshof neu gepflanzten Bäume auf gemeindeeigenen Grünflächen
(Straßenbeete, Parkanlagen, Friedhöfe, Spielplätze) werden in der Regel mit Gießringen
ausgestattet. Die Gießringe gewährleisten, dass das Gießwasser beim Bewässerungs-
vorgang nicht seitlich abfließt, sondern zielgerichtet zum Wurzelballen geleitet wird. So
werden die Bäume hinreichend mit Wasser versorgt, ohne dass dabei größere
Wassermengen verschwendet werden. Ebenfalls schützen die Gießringe z.B. während
Mähvorgängen und vor Streusalz im Winter. Zusätzlich werden von Frühjahr bis Herbst bei
Bedarf Bewässerungssäcke an den Jungbäumen angebracht. Diese werden beim
Bewässerungsvorgang ebenfalls befüllt und geben das Wasser kontinuierlich (tropfenweise)
ins Erdreich ab. Jungbäume werden über einen Zeitraum von drei Jahren nach Pflanzung
bewässert.
Die Bewässerung erfolgt durch den Baubetriebshof. Hierfür steht ein Unimog-Fahrzeug mit
Wassertankanhänger samt Schlauch mit einer Tankgröße von 3000 l zur Verfügung. Für
einen Bewässerungsgang (derzeit ca. 120 Jungbäume, gemeindeweit) durch einen
Mitarbeiter werden 2-3 Arbeitstage benötigt. Der Zeitraum sowie die Häufigkeit der
Bewässerung sind abhängig von der Witterung. In diesem Frühjahr wurde aufgrund der
Trockenheit bereits Ende März das erste Mal bewässert. Bei einer lang andauernden
Trockenheitsphase wird angestrebt, die Jungbäume alle ein bis zwei Wochen zu bewässern
und die Bewässerungssäcke aufzufüllen. Eine ausreichende Bewässerung der Jungbäume
ist in den ersten Jahren essenziell. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, dass die Bäume
angeregt werden, sich langfristig eigenständig mit Wasser zu versorgen und entsprechend
tief in den Boden zu wurzeln. Eine konstante oberflächliche Feuchte sollte vermieden
werden, damit die Wurzeln in der Tiefe nach Wasser suchen. Demnach ist die Wassermenge
bei einem Bewässerungsgang entscheidender als die Häufigkeit.
Durch den Baubetriebshof wird jährlich eine kalkulierte Anzahl an Bäumen neu gepflanzt, für
die auch eine Bewässerung durch den Baubetriebshof gewährleistet werden kann. Daher ist
eine Bewässerung von weiteren Bäumen, die nicht im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde
liegen, aus personaltechnischen Gründen nicht leistbar. Für Bäume, die durch externe
Fachunternehmen gepflanzt werden (z.B. die Feldahorne auf dem Rathausparkplatz) besteht
häufig eine Anwuchsgarantie durch das Fachunternehmen, welches dann auch die
Bewässerung der Pflanzen bis zum Ende der Enwicklungspflege übernimmt.
Seit vielen Jahren sind bereits zahlreiche engagierte Bürgerinnen und Bürger bekannt, die
u.a. im Rahmen ihrer Grünflächenpatenschaft bei der Bewässerung von Jungbäumen
unterstützen. Künftig soll es den Bürgerinnen und Bürgern außerdem möglich sein, reine
Gießpatenschaften zu übernehmen.
Neben der Bewässerung werden zudem die Standorte für Neupflanzungen optimiert und
neue Möglichkeiten für eine bessere Versorgung der Jungbäume getestet. So werden z.B. zu
kleine Baumscheiben nach einer Fällung nicht wieder mit neuen Bäumen bepflanzt, da ein
hoher Versiegelungsgrad u.a. die Wasserversorgung der Bäume stark mindert. Zu kleine
Baumscheiben werden auf die Möglichkeit zur Vergrößerung, z.B. durch Entnahme von
Gehwegplatten, überprüft. In Zukunft wird neben einem Startdünger auch Lavagestein in den
Mutterboden untergemischt. Dieses soll den Boden auflockern und bei der
Wasserspeicherung unterstützen. Oberflächlich kann er im Gießring als Mulchmaterial gegen
Austrocknung schützen. Lavamulch zeichnet sich durch eine hohe Wasserspeicherung und
gleichzeitig Wasserdurchlässigkeit aus und stellt demnach keine Versiegelung des Bodens
dar.
Bei Jungbäumen, die trotz Bewässerung nicht erfolgreich anwachsen und in Folge
absterben, wird geprüft, ob für die Ersatzpflanzung ggf. eine andere Baumart in Frage kommt
oder die Standortbedingungen weiter angepasst werden können. Die Vitalität eines Baumes
ist nicht allein durch die Wasserverfügbarkeit bestimmt. Das Mikroklima und der kombinierte
Effekt aller Stressoren (neben Trockenheit auch Hitze, Stauwasser, Versieglung, Schadstoffe,
Schädlinge etc.) spielen eine Rolle. Aus diesem Grund werden für die Artenauswahl der
Neupflanzungen unter anderem die Straßenbaumliste der Deutschen
Gartenamtsleiterkonferenz e.V. (GALK) sowie die Düsseldorfer Zukunftsbaumliste zu Hilfe
genommen, aus denen die Größe/Dimension, Trockenheitstoleranz, Winterhärte,
Streusalzempfindlichkeit, Insektenfreundlichkeit und weitere Eigenschaften wie z.B.
Mehltauabsonderung hervorgehen. So werden z.B. für Straßenbeete Arten gewählt, die
Studien zufolge eine Versiegelung des Bodens und eine entsprechend schlechtere
Wasserversorgung besser vertragen, während auf größeren Freiflächen auch andere
heimische Arten gewählt werden können, die eine nicht ganz so hohe Trockenheitstoleranz
haben, aufgrund von Erhöhung der Biodiversität jedoch ebenfalls innerhalb der Ortschaften
gepflanzt werden sollten.
Die Anpassung an den Klimawandel ist in Bezug auf Baumpflanzungen eine große
Herausforderung. Höhere Durchschnittstemperaturen sowie veränderte Niederschlags-
muster bis hin zu langanhaltenden Trockenperioden und rückläufiger Bodenwasser-
verfügbarkeit belasten die Pflanzenphysiologie und führen zu einer stetigen Veränderung der
standörtlichen Rahmenbedingen. Optimierungsmöglichkeiten, sowohl technisch als auch
organisatorisch, werden kontinuierlich geprüft.
Text aus PDF extrahiert