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Antrag der "Waldwende" zur Einrichtung eines Waldbeirates
Angenommen21 Ja · 2 Nein · 1 Enthaltung
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Neckargemünd |
| Datum | 2026-07-28 |
| Datenstufe | Nur Ergebnisse |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die Bürgerinitiative „Waldwende" reicht eine Unterschriftensammlung mit 301 gültigen Unterschriften ein und fordert die Einrichtung eines Waldbeirats für die Entwicklung und Umsetzung des Forsteinrichtungswerks mit Bürgerbeteiligung. Der Gemeinderat beschließt alternativ: einen formellen Waldbeirat, ein informelles Waldforum oder die Beteiligung interessierter Bürger im Hauptausschuss. Die Verwaltung wird mit der Ausarbeitung und Umsetzung beauftragt.
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Dokument
Extrahierter Text
Beschlussvorlage
Vorlage:2025/397
Bereich: Fachbereich1
Sachbearbeiter: PetraPolte
Verfasser:
Datum Gremium Zuständigkeit Öffentlichkeitsstatus
28.07.2026 Gemeinderat Entscheidung öffentlich
Antrag der "Waldwende" zur Einrichtung eines Waldbeirates
Produkt:
Sachkonto:
BezugzumKlimaschutz:MaßnahmenkatalogKlimaschutzkonzept:
BezugzumStadtleitbild:Ziel/Maßnahme:
Beschlussvorschlag:
DerGemeinderatbeschließt,
a) dieEinrichtungeinesformellenWaldbeiratesalternativ
b) dieEinberufungeinesinformellenWaldforumsalternativ
c) die Beteiligung interessierter Bürger im Rahmen einer öffentlichen Sitzung des
Hauptausschussesund
beauftragtdieVerwaltungmitAusarbeitungsowieUmsetzung.
Sachdarstellung:
In der Gemeinderatssitzung am 27. Januar 2026 hat Frau Annette Heinz, Mitglied der
Bürgerinitiative „Waldwende“, der Stadtverwaltung eine Unterschriftensammlung zur
EinrichtungeinesWaldbeiratsübergeben.DieSammlungstammtausdenJahren2024bis2026.
Die Unterschriften wurden von der Verwaltung geprüft. Doppelt unterschrieben hatten 9
Personen,nichtinNeckargemündwohnhaftsind/waren8Personen,nichtmitgezähltwurden13
Unterschriften. Dies wurde in der Zählung korrigiert, sodass insgesamt 301 Unterschriften
NeckargemünderBürgerabgegebenwurden.
Der Waldbeirat soll „für die Entwicklung und Umsetzung des 10-Jahres-Plans“ (=
Forsteinrichtungswerk) eingerichtet werden, um den Bürgerinnen und Bürgern
Mitsprachemöglichkeiten einzuräumen“. Der genaue Wortlaut der Forderung, abgedruckt als
KopfdesUnterschriftensammel-Formblatts,istinderAnlageersichtlich.
Thema „Entwicklung“: Für die Formulierung der Zielvorgaben im Rahmen der mittelfristigen
Betriebsplanung im öffentlichen Wald ist gem. Landeswaldgesetz BW und der
KörperschaftswaldverordnungBWderGemeinderatderStadtalsWaldeigentümerzuständig.
Um die Entscheidungsfindung des Rates zu unterstützen und bürgerschaftliche Mitwirkung zu
ermöglichen, etablierte die Verwaltung 2025 einen temporären Ausschuss: das „Waldforum“.
Dieses wurde in insgesamt 3 Sitzungen durchgeführt, unter Beteiligung von Gemeinderäten,
Verwaltung,Kreisforst,KlimaschutzbeiratundVertreternderüberörtlichenNaturschutzverbände
mit lokalen Ortsvereinen (BUND und NABU) sowie der Bürgerinitiative „Waldwende“. Ein
umfangreicherZielkatalogmitZielerreichungsindikatorenwurdegemeinsamaufgestelltundvom
Gemeinderatam27.Januar2026beschlossen.
Thema„Umsetzung“:EinedauerhafteBeteiligungvonlokalenAkteurenoderderÖffentlichkeitan
der fortlaufenden Bewirtschaftung des Waldes ist gesetzlich nicht vorgesehen und wurde vom
Gemeinderat nach längerer Diskussion auch nicht beschlossen. Die Umsetzung der
ForsteinrichtungobliegtalleindembeauftragtenDienstleister,derhierüberdenWaldeigentümer
(d.h. den Gemeinderat) jährlich informiert. Diese Information erfolgt regelmäßig in öffentlicher
Sitzung,sodassdieinteressierteBürgerschaftKenntnisvondenAktivitätenundPlanungenerhält.
ZusätzlichinformiertderKreisforstproaktivüberdiePresseundüberbegleiteteWaldbegehungen
überseineArbeit.
Es spricht einiges dafür, dass damit die Forderungen aus der Unterschriftensammlung erfüllt
werden.
Die dauerhafte Einführung eines Waldbeirates würde für die Verwaltung laufende Kosten nach
sichziehenundinsbesondereMehrarbeitbedeuten,fürdieausreichendePersonalressourcenzu
schaffen wären. Weiter würde ein Beirat stets formell als Träger öffentlicher Belange bei allen
Belangen beteiligt werden müssen. Zieht man als Parallele die Arbeit des Klimaschutzbeirates
heran,müsstemanmitPersonal-Jahreskostenvon5.000Eurorechnen.AuchlehntderKreisforst
nachwievoreinedauerhafteBeteiligung der Bürgerinitiative„Waldwende“anseiner Arbeitab,
insbesondere nach den Erfahrungen im Vorfeld des Waldforums und zahlreichen Anzeigen aus
derMittederAntragssteller.
Die Verwaltung empfiehlt aus Ressourcengründen dem Gemeinderat, die
UnterschriftensammlungunddasEngagementderUnterzeichnerzurKenntniszunehmen,jedoch
keinendauerhaftenWaldbeiratalsneuerlichefreiwilligeLeistungeinzurichten.
AlsAlternativebietensichzweiOptionenan:
Option 1: Die jährliche Berichterstattung des Kreisforstes soll im öffentlichen Teil einer
Hauptausschuss-Sitzung stattfinden, um die Waldhaushaltsberatung im Gemeinderat von
wissenschaftlichen Grundsatzfragen frei zu halten. Im öffentlichen Hauptausschuss besteht die
MöglichkeiteinerUnterbrechungderSitzung,umdenFragenausderinteressiertenBürgerschaft
genügend Raum zu geben. Der Kreisforst ist von der Verwaltung aufzufordern, in seiner
Berichterstattung speziell auf die in der Eigentümerzielvereinbarung formulierten
Zielerreichungsindikatoren einzugehen, da diese im Rahmen des Waldforums mit der
Bürgerinitiative abgestimmt wurden und die Nachverfolgung der von der „Waldwende“
vorgetragenen Hauptkritikpunkte ermöglichen. Diese Form der bürgerschaftlichen Beteiligung
würdedurchdiebestehendenFormatederÖffentlichkeitsarbeitdesForstes(etwaDurchführung
vonWaldführungenundPressearbeit)begleitetundunterstütztwerden.
Option 2: Alternativ kommt eine Fortführung des Waldforums als nicht-öffentliches informelles
GremiuminBetracht.AusSichtderVerwaltunghatsichderWorkshopfürvorbereitendeArbeiten
beiderEigentümerzielvereinbarungbewährt.EristjedochnichtfüreinjährlichesBerichtswesen
geeignet,dadieinstitutionelleÖffentlichkeiteinesbeschließendenAusschussesfehlt.
Anlagen:
Forderung Waldwende Waldbeirat
Text aus PDF extrahiert