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Nahwärmeversorgungsgebiet Lochenbad - Umbau Heizzentrale - Baubeschluss
Angenommen
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Balingen |
| Datum | 2026-07-21 |
| Datenstufe | Nur Ergebnisse |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die Stadtwerke Balingen beantragen die Genehmigung zum Umbau der Heizzentrale am Lochenbad, um die wachsende Wärmeversorgung neuer Anschlussnutzer (Netto-Markt, Seniorenwohnheim, Kindergarten, Schule) langfristig zu sichern. Die Erweiterung umfasst einen 300-kW-Pelletkessel mit Containeranlage und zusätzlichen Pufferspeichern, wodurch der Anteil erneuerbarer Energien auf etwa 65% erhöht wird. Die Gesamtinvestitionskosten betragen 740.000 Euro; der Gemeinderat beschloss der Maßnahme zu, beauftragte die Baugenehmigung und Leistungsvergabe.
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Dokument
Extrahierter Text
Vorlage Nr. 2026/158 STADTWERKE
Balingen, 23.06.2026
Vorlage zur Behandlung in folgenden Gremien:
Ortschaftsrat Weilstetten öffentlich am 14.07.2026 Anhörung
Stadtwerkeausschuss öffentlich am 15.07.2026 Vorberatung
Gemeinderat öffentlich am 21.07.2026 Entscheidung
Tagesordnungspunkt
Nahwärmeversorgungsgebiet Lochenbad
- Umbau Heizzentrale
- Baubeschluss
Anlagen
Schematische Erweiterung Heizzentrale am Lochenbad (Seitenansichten)
Beschlussantrag:
1. Der Baumaßnahme zur Erweiterung der Heizzentrale am Lochenbad entsprechend dem
vorgestellten Konzept wird zugestimmt.
2. DieStadtwerkewerdenbeauftragt,dieerforderlicheBaugenehmigungzubeantragen,die
LeistungenzurVergabeauszuschreibenunddemGremiumzurEntscheidungvorzulegen.
Finanzielle Auswirkungen:
Wirtschaftsplan 2026 I/19430300-08-0014 335.000 €
Wirtschaftsplan 2027 I/19430300-08-0014 400.000 €
Besonderer Hinweis:
Entfällt
Sachverhalt:
Ausgangssituation
Die Stadtwerke Balingen betreiben seit mehreren Jahren die Heizzentrale am Lochenbad zur
Wärmeversorgung des Lochenbades. Die Heizzentrale besteht derzeit aus folgenden
Komponenten:
BHKWmit22kWelektrischerund42kWthermischerLeistung(mitBrennwertnutzungbis
max. 50 kW thermisch)
Drei Gas-Brennwertthermen mit jeweils 100 kW thermischer Leistung
Zwei Pufferspeicher mit jeweils 36 m³ Speichervolumen (umgebaute Öltanks)
Durch die in den Jahren 2024 und 2025 erfolgten Erweiterungen des Wärmenetzes in Richtung
Norden und Süden wird seit September 2025 auch der neu errichtete Netto-Markt Grauenstein
über die Heizzentrale mit Wärme versorgt. Voraussichtlich ab August 2026 wird zudem das neu
errichtete Seniorenwohnheim Balingen-Weilstetten an das Wärmenetz angeschlossen. Darüber
hinaus wurde bereits eine Anschlussleitung bis zum angrenzenden Kindergarten vorverlegt, der
perspektivisch ebenfalls an das Wärmenetz angeschlossen werden soll.
Bereits im Zuge des Umbaus des Lochenbades wurde außerdem eine Wärmeleitung zur
Lochenschuleverlegt,derenAnschlussundInbetriebnahmesichderzeitmitdemHochbauamtin
Abstimmung befindet.
Beschlusslage und aktueller Planungsstand
Um die Wärmeversorgung auch bei einer steigenden Anzahl von Wärmeabnehmern langfristig
sicherzustellen und die Energieversorgung zukunftsfähig auszubauen, wurden dem
Stadtwerkeausschuss am 20.05.2025 folgende Erweiterungsvarianten vorgestellt:
Erweiterung der Heizzentrale durch einen Pelletkessel
Erweiterung der Heizzentrale durch einen Hackschnitzelkessel
Der Stadtwerkeausschuss hat beschlossen, die Erweiterung der Heizzentrale durch den Einbau
eines zusätzlichen Pelletkessels umzusetzen.
Im Anschluss wurde die Fachplanung beschränkt ausgeschrieben und an das Ingenieurbüro
Maurer Energie- und Ingenieurleistungen aus Schramberg vergeben. Die Planung befindet sich
derzeit in der Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Die Erweiterung der Heizzentrale ist
südöstlichunmittelbarandasbestehendeGebäudeangrenzendvorgesehen(sieheAbbildung1).
Abbildung1:ÜbersichtundLageplandesErweiterungsbausderHeizzentraleamLochenbad
Abbildung 2 zeigt beispielhaft, wie der Schornstein, die Container für Pelletlager und -kessel
sowie die Pufferspeicher der neuen Heizzentrale aussehen können. Die Container werden nicht
übereinander, sondern nebeneinander aufgestellt und sind daher voraussichtlich von der Straße
aus nicht sichtbar.
Abbildung2:BeispielbilderSchornstein(links),Pellet-Container(Mitte),Pufferspeicher(rechts)
Geplantes Erweiterungskonzept
Um die Investitionskosten möglichst gering zu halten, wurde die ursprüngliche Planung im
Rahmen der Entwurfsplanung zu einem modularen Erweiterungskonzept weiterentwickelt. Die
Heizzentrale wird zunächst um folgende Komponenten erweitert:
Pelletkessel mit 300 kW thermischer Leistung
Zwei neue Pufferspeicher
Containeranlage für Heizzentrale und Pelletlager
Nach Simulation der beteiligten Ingenieurbüros erreicht die Energiezentrale nach erfolgtem
Umbau bei entsprechender Betriebsführung künftig einen Anteil Erneuerbarer Energien von ca.
65% und das BHKW von ca. 25%. Die verbleibenden 10% werden durch die Gas-
Spitzenlastkessel abgedeckt.
Das bestehende Blockheizkraftwerk (BHKW) bleibt weiterhin in Betrieb. Zur Abdeckung von
Spitzenlasten sowie zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit im Störungsfall bleiben die
drei vorhandenen Gas-Brennwertthermen mit jeweils 100 kW thermischer Leistung Bestandteil
des Versorgungskonzeptes.
Die Planung berücksichtigt darüber hinaus einen künftig steigenden Wärmebedarf. Hierfür
werden bereits heute ausreichend Flächen sowie die erforderlichen baulichen Voraussetzungen
geschaffen,sodassbeiBedarfeinweitererPelletkesselsowiezusätzlicheSpitzenlastkessel(z.B.
Gas-Brennwert- oder Elektrokessel) nachgerüstet werden können.
ImZugederEntwurfsplanunghatsichzudemgezeigt,dasszweineuePufferspeichererforderlich
sind. Anstelle eines massiven Gebäudes ist daher eine wirtschaftliche Containerlösung
vorgesehen. Zwei Container dienen der Unterbringung der Anlagentechnik einschließlich des
Pelletkessels, ein weiterer Container wird als Pelletlager genutzt. Die äußere Gestaltung der
Container erfolgt in Abstimmung mit dem Baudezernat, beispielsweise durch eine
Holzverkleidung.DiePufferspeicherwerdenimAußenbereichnebenderHeizzentraleaufgestellt.
Sie haben eine Höhe von ca. 5m und überragen damit die Heizungscontainer um ca. 1,7m (s.
Anlage 1). Zwischen Heizzentrale und Lochenbad wird nach derzeitigem Planungsstand der
benötigteSchornsteinaufgestellt.DiesersollmitTragarmkonstruktionausgeführtwerdenundhat
eine Höhe von ca. 11m (s. Anlage 1). Die Höhe des Schornsteins bestimmt sich nach dem
Bundesimmissionsschutzgesetz. Genehmigungspflichtig ist die geplante Erweiterung der
Heizzentrale nach Bundesimmissionsschutzgesetz nicht.
Investitionskosten und Finanzierung
Nach derzeitigem Planungsstand ergeben sich für die Erweiterung der Heizzentrale folgende
Investitionskosten:
Kostenübersicht Betrag (netto)
Bauwerk/ Container 155.000 €
Wärmeerzeuger Pelletheizung mit Zubehör 210.000 €
MSR & Überwachung 60.000 €
Pufferspeicher und Pumpen 80.000 €
Sonstiges 55.000 €
Verkleidung 25.000 €
Zwischensumme Baukosten 585.000 €
Zzgl. Interner Aufwand & Unvorhergesehenes (10%) 60.000 €
Zzgl. Planungsleistungen 95.000 €
Gesamtsumme 740.000 €
Die Stadtwerke prüfen derzeit gemeinsam mit dem beauftragten Ingenieurbüro eventuelle
Fördermöglichkeiten über die Bundesförderung für effiziente Gebäude als Einzelmaßnahme. Im
Falle der Förderfähigkeit könnten die Stadtwerke Balingen 30% der förderfähigen Kosten als
Zuschuss erhalten.
ImWirtschaftsplansindfürdieMaßnahmeInvestitionsmittelinHöhevon335.000€imJahr2026
sowie 400.000 € im Jahr 2027 vorgesehen. Nach derzeitigem Planungsstand wird davon
ausgegangen, dass diese Mittel für die Umsetzung der Maßnahme vollständig benötigt werden.
Markus Streich Britta Philipp
Text aus PDF extrahiert