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Antrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen; Sachstandsbericht Klimaschutzmaßnahmen der Verbandsgemeindeverwaltung, Planung weiterer Maßnahmen.
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen |
| Datum | 2023-02-24 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Beschlussvorlage
Nummer 2023-0073
Aktenzeichen
Fachbereich Stabstelle I
Stabstelle
Datum 24.02.2023
Sachbearbeiter (in) Maierle, Roman
Wiedervorlage
Bezug-Nr.
Beratungsfolge
Gremium Termin Status
Verbandsgemeinderat Sprendlingen-Gensingen 14.03.2023 öffentlich zur Kenntnis
Antrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen;
Sachstandsbericht Klimaschutzmaßnahmen der Verbandsgemeindeverwaltung, Planung weiterer
Maßnahmen.
Inhalt der Mitteilung:
Die Fraktionssprecherin der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen, Frau Jutta Bucher, hat mit
Schreiben vom 13.02.2023 den Antrag gestellt, den folgenden
Tagesordnungspunkt auf die nächste Sitzung des Verbandsgemeinderates zu setzen:
Sachstandsbericht Klimaschutzmaßnahmen der Verbandsgemeindeverwaltung, Planung
weiterer Maßnahmen.
Die Anfrage ist als Anlage beigefügt.
Wir beantworten die Anfrage wie folgt:
1. Überprüfung der verbandsgemeindeeigenen Gebäude auf Energiesparmaßnahmen und
geplante Maßnahmen:
Energiemanagementsystem:
Seit dem letzten Jahr wird zusammen mit der Energiedienstleistungsgesellschaft Rheinhessen-
Nahe GmbH (EDG) das Energiemanagementsystem in allen Liegenschaften der
Verbandsgemeinde (VG) eingeführt (Beschluss VG-Rat vom 26.09.2022). Nachdem die
Einführung des Energiemanagementsystems in den Liegenschaften der VG abgeschlossen ist,
wird in Abstimmung mit den Ortsgemeinden geprüft, welche Liegenschaften der Ortsgemeinden
ebenso in das Energiemanagementsystem aufgenommen werden sollen. Durch die Einführung
des Energiemanagementsystems werden die Energieverbräuche in Echtzeit digital in einer
Software erfasst, wodurch Unregelmäßigkeiten schnell identifiziert, mögliche Maßnahmen zur
Energieeinsparung abgeleitet und die Erreichung der Ziele zur Steigerung der Energieeffizienz
überprüft werden können. Hinzu kommen Steuerungsmöglichkeiten aus der Ferne zur
bedarfsgerechten Wärmebereitstellung.
Workshop Krisenresilienz kommunaler Gebäude mit gasbetriebenen Heizungen:
Im Juli 2022 wurde ein Workshop von der SSt I zum Thema Energieeinsparung in kommunalen
Liegenschaften veranstaltet. Die Ergebnisse wurden in der 16. Ortsbürgermeisterdienst-
besprechung vom 25.07.2022 und in der 20. Sitzung des Verbandsgemeinderates Sprendlingen-
Gensingen vom 26.09.2022 mitgeteilt.
Unter anderem wurden im Rahmen des Workshops die Durchführung des hydraulischen
Abgleichs im Verwaltungsgebäude und die Heizungsoptimierungen für die Liegenschaften der
Ortsgemeinden erarbeitet.
Maßnahmen zur Energieeinsparung:
2005 wurde die Grundschule in Sprendlingen aufgestockt. Im Zuge der Aufstockung wurden im
Erdgeschoss die Fassaden gedämmt.
Seit 2013 ist ein Block-Heiz-Kraftwerk zur effizienten Wärme-und Stromerzeugung des
Verwaltungsgebäudes und der Grundschule in Sprendlingen in Betrieb, seit 2019 ist der Alt- und
Neubau der Grundschule hydraulisch abgeglichen
Die Grundschule in Gensingen wird seit 2020 mit einer Holzpelletheizung beheizt und ist
hydraulisch abgeglichen, im gleichen Jahr wurde die Sporthalle im Bereich des Bodens, der Decke
und Fenster durch Dämmung energetisch ertüchtigt.
2021 wurden in den beiden Grundschulen Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung in den
Turnhallen installiert, in der Grundschule in Gensingen wurden im selben Jahr die Fenster
erneuert, die Fassadenbekleidung zum Hof erneuert und Raffstoreanlagen (außenliegenden
Jalousie) installiert. Außerdem wurde 2021 bei der Erneuerung der Dachabdichtung das Dach in
Teilbereichen begrünt.
Nach raumweiser Wärmebedarfsermittlungen im August 2022 und Einholung von
Vergleichsangeboten im September 2022 ist der hydraulische Abgleich in der
Verbandsgemeindeverwaltung für die beiden Heizstränge des Alt- und Neubaus im Februar 2023
durchgeführt worden. Nun ist das Verwaltungsgebäude über die Heizzentrale steuerbar und bei
gleichmäßiger Erwärmung wird die Heizkurve zur Verringerung von Kosten und Verbrauch
abgesenkt.
In den Liegenschaften der Ortsgemeinden wurden in Abstimmung mit den Ortsbürgermeistern
die Heizungsanlagen überprüft und Maßnahmen zur Optimierung identifiziert, um die Effizienz
der Anlagen zu steigern. Die Optimierung der Heizungsanlagen wurde durchgeführt und Mängel,
die bei der Optimierung aufgefallen sind, werden aktuell behoben.
Bei der Durchführung der Heizungsoptimierungen wurde das Heizungskataster als Grundlage
zukünftiger Maßnahmen aktualisiert.
In der Energieagentur wurden 2022 zwei Klima-Splitgeräte mit Wärmepumpentechnik installiert.
Dadurch soll der Stromverbrauch um über 50 % gesenkt werden, da hier zuvor mit
Infrarotplatten geheizt wurde.
2015 wurde im Feuerwehrgerätehaus in Sprendlingen die Heizzentrale erneuert und eine
stromerzeugende Brennstoffzelle in das Heizsystem eingebunden.
Das Feuerwehrgerätehaus in Grolsheim wird über das Dorfgemeinschaftshaus (DGH) Grolsheim
versorgt. 2018 wurde eine Brennstoffzelle zur Stromerzeugung in das Heizungssystem
eingebunden. 2019 wurde im DGH Grolsheim die Gas-Brennwertheizung erneuert und eine
Solarthermie-Anlage eingebunden.
Das Hallenbad in Gensingen wurde 2013 mit einem neueren und leistungsstärkeren BHKW
ausgestattet, zusätzlich wurde der Spitzenlastkessel erneuert und die Goldberghalle
eingebunden.
Im Zuge der Sanierungsarbeiten (2019-2021) wurde im Hallenbad eine Lüftungsanlage mit
Wärmerückgewinnung installiert und im Erd- und Obergeschoss wurden die zweifach verglasten
Fenster gegen dreifach verglaste Fenster getauscht. Des Weiteren wurde die komplette
Innenbeleuchtung auf LED umgestellt. Herr Matthes hat außerdem die Wassertemperatur im
Schwimmbecken sowie die Raumlufttemperatur an den Warmbadetagen um 2 °C reduziert.
2. Solaranlagen verbandsgemeindeeigener Gebäude:
Seit 2010 wurden durch die Verbandsgemeindewerke in Zusammenarbeit mit der Verwaltung die
Dächer der kommunalen Liegenschaften in der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen auf
deren Belegung mit Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) geprüft. Im Ergebnis konnten auf den
Dächern folgender Liegenschaften PV-Anlagen errichtet werden:
Wißberghalle in Sprendlingen
Grundschule in Gensingen
Bauhof in Wolfsheim
Rathaus in Gensingen
Haus der Kultur und Geschichte in Gensingen
Kläranlage Welgesheim
Kindergarten „Sternschnuppe“ in Gensingen
Johannishalle in St. Johann
Grundschule in Sprendlingen
Seit Oktober 2022 wird zusammen mit dem Fachbereich Planen und Bauen geprüft, auf welchen
kommunalen Liegenschaften, die noch nicht mit einer Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlage
ausgestattet sind, eine Belegung der Dachflächen mit einer Photovoltaik- oder Solarthermie-
Anlage sinnvoll und aus statischen Gründen realisierbar ist. Hierfür wurde ein
Dachflächenkataster angelegt (Der Anlage beigefügt).
3. Umrüstung auf LED-Technik in den Ortsgemeinden und in den Gebäuden:
LED-Straßenbeleuchtung:
Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED wurde bis auf wenige Ausnahmen bereits 2019
abgeschlossen. Für besonderen Leuchten, wie bspw. auf dem Sprendlinger Marktplatz, werden
momentan energieeinsparende Alternativen in gleicher Lichtfarbe geprüft. Aus gestalterischen
Gründen wurden diese Leuchten bei der letzten LED-Umstellung in 2019 beibehalten.
LED-Umstellung der Flutlichtanlagen:
Die Flutlichtanlage der Sportstätte in Grolsheim wurde 2018 auf LED-Technik umgestellt, die
Umrüstung der Flutlichtanlage der Sportanlage in Gensingen befindet sich zurzeit im
Ausschreibungsverfahren.
Innenbeleuchtung der kommunalen Liegenschaften:
Die Innenbeleuchtung in der Goldberghalle in Gensingen, Nahlandhalle in Grolsheim, im DGH in
Horrweiler, in der Kita in Horrweiler und im Haus der Kultur in Gensingen wurden im Januar und
Februar 2023 aufgenommen und Alternativen mit LED werden aktuell geprüft und sollen in
absehbarer Zeit umgesetzt werden. Der Förderantrag zur Umstellung der Innenbeleuchtung für
die Gutenbornhalle wurde gestellt. Vereinzelt wurden Leuchten in den Gebäuden bereits durch
LED in Eigeninitiative getauscht und mit Bewegungsmeldern ausgestattet. Dieser Austausch ist
dort geschehen, wo die Umstellung ohne großen Aufwand möglich war.
Die Gebäude mit der höchsten jährlichen Beleuchtungsdauer, die Verwaltung und Grundschulen
in Gensingen und Sprendlingen, wurden bereits vor Jahren mit deutlich merkbarem Effekt auf
LED-Röhren umgestellt.
Für die anderen Liegenschaften der Ortsgemeinden muss die Beleuchtungsdauer der
Räumlichkeiten erfasst und die Effizienz der Umstellung auf LED geprüft werden. Dabei soll sich
an der LED-Umstellung der aktuell bearbeitenden Liegenschaften orientiert werden und eine
gemeinsame Ausschreibung für die Umstellung auf LED geprüft werden. Dies wurde den
Ortsgemeinden vorgeschlagen.
4. Infrastruktur für Elektromobilität:
Der Ausbau der Ladeinfrastruktur in den Ortsgemeinden konnte trotz verschiedener
Förderangebote in den letzte drei Jahren nicht vorangetrieben werden, da sich z. B. die
Durchführung der Abrechnungen und Kostengestaltung für die Nutzer und Eigentümer als
schwierig kalkulierbar erwiesen hat.
Hier erscheinen VG-übergreifende Lösungen als sinnvoller. Die SSt I ist mit dem Umwelt- &
Energieberatungszentrum (UEBZ) des Landkreises Mainz-Bingen in Kontakt getreten, um eine
landkreisübergreifende Lösung in den Bereichen Ladeinfrastruktur und E-Carsharing mit den
Landkreisen Bad Kreuznach, Alzey- Worms und Mainz-Bingen zu erarbeiten. Erste Möglichkeiten
sollen im März dargestellt werden.
Generell bezweifeln wir jedoch die Sinnhaftigkeit, dass Kommunen die öffentliche
Ladeinfrastruktur bereitstellen. Das ist Aufgabe privater Anbieter (z. B.
Energieversorgungsunternehmen).
5. Weitere Maßnahmen, die mit der Förderung durch KIPKI-Mittel realisiert werden könnten:
Die rheinland-pfälzische Landesregierung investiert 250 Millionen Euro für das Kommunale
Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation (KIPKI), um Klimaschutzmaßnahmen in den
Kommunen anzustoßen und finanziell abzusichern. Das Gesetz zur Durchführung des
Kommunalen Investitionsprogrammes Klimaschutz und Innovation befindet sich aktuell noch im
Abstimmungsverfahren. Es kann von einer Verabschiedung des Gesetzes im zweiten Quartal
2023 gerechnet werden. Die kommunalen Spitzenverbände haben eine Stellungnahme zum
Gesetzesentwurf eingereicht, bei deren Berücksichtigung sich noch wichtige Änderungen
ergeben können.
Die Möglichkeiten werden, sobald der Rahmen feststeht, in einer
Ortbürgermeisterdienstbesprechung und dem VG-Rat nach Vorberatung im Ausschuss
vorgestellt und zur Beschlussfassung vorgelegt.
Der Verbandsgemeinde stehen voraussichtlich 428.278,69 € an KIPKI-Mitteln zur Verfügung.
Mithilfe der KIPKI-Mittel können nicht nur Maßnahmen zum Klimaschutz, sondern auch zur
Klimawandelanpassung finanziert werden. Die förderfähigen Maßnahmen sind in einer
Positivliste dargestellt. Die Positivliste ist als Anlage der Vorlage beigefügt. Auch Maßnahmen,
die nicht in der Liste aufgeführt sind, können förderfähig sein, sofern sie dem Klimaschutz oder
der Klimawandelanpassung dienen.
Über den möglichen Einsatz der KIPKI-Mitteln haben bereits erste Gespräche mit dem
Fachbereich Planen und Bauen stattgefunden, um mögliche Maßnahmen zu identifizieren.
Da das Förderprogramm zur energetischen Sanierung der Verbandsgemeinde Sprendlingen-
Gensingen dieses Jahr aufgrund den Einschränkungen bei den freiwilligen Leistungen evtl.
gestrichen werden soll, können z. B. die Fördermittel für gezielte Klimaschutzmaßnahmen im
privaten Gebäudesektor verwendet werden, da sich hier die höchsten Energieverbräuche und
Einsparpotenziale sowie Energieerzeugungsmöglichkeiten befinden.
(Manfred Scherer)
Bürgermeister
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