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Ressourcen schonen, Klima schützen, nachhaltig wirtschaften – Kreislaufwirtschaft in Osnabrück stärken / Antrag der Gruppe Grüne/SPD/Volt / Änderungsantrag der CDU-Fraktion
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Stadt Osnabrück |
| Datum | 2026-06-30 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Stadt Osnabrück
CDU-Fraktion
Vorlagenummer: VO/2026/5635-02
Vorlageart: Antrag
Öffentlichkeitsstatus: öffentlich
Ressourcen schonen, Klima schützen, nachhaltig wirtschaften –
Kreislaufwirtschaft in Osnabrück stärken / Antrag der Gruppe
Grüne/SPD/Volt / Änderungsantrag der CDU-Fraktion
Datum: 30.06.2026
Bearbeitung: CDU-Fraktion Geschäftsstelle
Beratungsfolge
Gremium Datum Sitzungsart Top-Nr.
Verwaltungsausschuss (Vorberatung) 30.06.2026 N
Rat der Stadt Osnabrück (Entscheidung) 30.06.2026 Ö
Beschluss:
Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft bietet enorme Potentiale für Industrie und Umwelt in
unserer Stadt.
Der Rat der Stadt Osnabrück setzt sich zum Ziel, die laufenden Aktivitäten im Bereich des
zirkulären Wirtschaftens (Wiederverwenden, Reparieren, Wiederverwerten) in einem
strategischen Rahmen, der Osnabrücker Kreislaufwirtschaftsstrategie (OKWS), zu bündeln
und auszuweiten.
Dafür können Beispiele anderer Städte herangezogen werden. Die Beauftragung eines
kompetenten externen Partners für die Erarbeitung der Strategie ist zu klären. Ebenso die
Einbindung zentraler Akteure wie der Universität und Hochschule, der Wirtschaftsförderung,
der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer und der Stadtgesellschaft.
In einem ersten Schritt legt die Verwaltung den Fachausschüssen
1. eine Übersicht aller bestehenden und geplanten Aktivitäten im Bereich der
Osnabrücker Kreislaufwirtschaft vor,
2. darüber hinaus gehende konkret denkbare Maßnahmen im Rahmen eines Katalogs
vor, der als Grundlage für eine Kreislaufwirtschaftsstrategie dienen kann,
3. einen Vorschlag vor, der vor allem die Frage klären soll, wie und in welchem
Zeitrahmen eine Kreislaufwirtschaftsstrategie am effektivsten erarbeitet und wie ein
geeigneter externer Partner gefunden werden kann.
4. dar, dass im Rahmen der Erarbeitung der Osnabrücker Kreislauf-
wirtschaftsstrategie ein Schwerpunkt auf den verstärkten Einsatz von
Recyclingbaustoffen und mineralischen Ersatzbaustoffen im kom-
munalen Hoch- und Tiefbau gelegt wird. Dabei sind insbesondere die
Potenziale für eine Ausweitung des bereits heute im Straßen- und
Tiefbau praktizierten Einsatzes sowie für den verstärkten Einsatz im
Hochbau aufzuzeigen. Hierzu sind auch geeignete Ansätze für eine
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stärkere Berücksichtigung bei kommunalen Ausschreibungen darzu-
stellen. Die regional vorhandene Kompetenz der Osnabrücker Bau- und
Recyclingwirtschaft ist hierbei einzubeziehen.
Für den Nachtragshaushalt 2027 sind im Bedarfsfall entsprechende Mittel anzumelden.
Darüber hinaus ist das Einwerben von Fördermitteln unter anderem im Zusammenhang mit
der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) und des Aktionsprogramms
Kreislaufwirtschaft der Bundesregierung zu prüfen.
Der Inhalt der Vorlage unterstützt folgende/s strategische/s Ziel/e:
Sachverhalt:
Ziel der Kreislaufwirtschaft ist es, Rohstoffe und Produkte so lange wie möglich zu nutzen,
sie bei Bedarf zu reparieren, wiederzuverwenden und zu recyceln. Das schont Ressourcen,
schützt Klima und Umwelt und stärkt auch ein Stück weit die Unabhängigkeit von globalen
Lieferketten und wechselhaften Rohstoffpreisen. Zugleich ist die Circular Economy ein
strategischer Wachstumsmotor mit erheblichem Potential. Laut jüngsten Angaben des
Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) summiert sich das Wertschöpfungspotential
in den Bereichen Mobilität, Maschinenbau, Bauwesen, Energie und Textil bis 2045 auf bis zu
880 Milliarden Euro.
Das Thema Kreislaufwirtschaft hat in unserer Stadt vor allem in den letzten beiden Jahren
dank Initiativen der Wirtschaftsförderung, der Handwerkskammer und auch den Hochschulen
deutlich an Sichtbarkeit gewonnen. In diesem Zusammenhang sind auch die vielen
bürgerschaftlichen und sozialen Projekte wie Repair-Cafés, Fahrradwerkstätten und
Tauschschränke in den Stadtteilen zu nennen. Dies gilt auch für die vom Osnabrücker
ServiceBetrieb (OSB) verantworteten Recyclinghöfe, Gartenabfallplätze und
Containerstandorte. Zudem wird das Abfallwirtschaftszentrum Piesberg umfangreich
modernisiert. Zuletzt wurden im Oktober 2025 vier Kreislaufkioske eröffnet. Hier finden zum
Beispiel nicht mehr benötigtes Spielzeug, Dekoration, Bücher oder Haushaltsgegenstände
ein neues Zuhause und das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum wird gestärkt. Die Kioske
werden von den Bürger:innen sehr gut angenommen.
Wir wollen die vielen laufenden Aktivitäten bündeln, noch sichtbarer machen,
weiterentwickeln und neue Handlungsfelder einbeziehen. Dafür wird die Entwicklung einer
Osnabrücker Kreislaufwirtschaftsstrategie (OKWS) auf Grundlage konkreter Maßnahmen
vorgeschlagen. Ansatzpunkte gibt es viele: Eine funktionierende Altkleidersammlung und -
verwertung, ein Beschaffungswesen, das auf materialgesunde und kreislauffähige Produkte
mit einer positiven Wirkung auf Mensch und Umwelt setzt, eine Stärkung von Sharing- und
Mehrwegsystemen oder ein Cradle to Cradle-Ansatz beim Bau. Im Zuge dessen ist auch
eine regionale Bauteilbörse zu prüfen, die nach den vorhandenen Vorbildern Rückbau,
Prüfung, Zwischenlagerung und erneute Vermittlung geeigneter Bauteile organisatorisch
bündelt. So wird Weiternutzung ermöglicht und Abfall reduziert. Ein bedeutendes
Handlungsfeld der Kreislaufwirtschaft ist das hochwertige Recycling mineralischer
Baustoffe. Gerade im Bauwesen liegt einer der größten Hebel zur nachhaltigen
Kreislaufwirtschaft. Es lassen sich durch die Wiederverwendung geeigneter Baustoffe
Primärrohstoffe wie Sand, Kies und Naturstein einsparen, Deponiekapazitäten
schonen und CO₂-Emissionen reduzieren. Während Recyclingbaustoffe insbesondere
im Straßen- und Tiefbau bereits erfolgreich eingesetzt werden, bestehen insbesondere
im Hochbau weitere Entwicklungspotenziale.
Die Osnabrücker Bauwirtschaft ist auf diesem Gebiet bereits innovativ aufgestellt. Am
Standort Fürstenauer Weg werden mineralische Baustoffe hochwertig aufbereitet und
in den Stoffkreislauf zurückgeführt. Dieses vorbildliche Baustoffrecycling zeigt, dass
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nachhaltiges Wirtschaften, Ressourcenschutz und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit
erfolgreich miteinander verbunden werden können. Die Erarbeitung einer
Osnabrücker Kreislaufwirtschaftsstrategie sollte diese vorhandene Kompetenz
ausdrücklich einbeziehen und regionale Stoffkreisläufe weiter stärken.
Gleichzeitig kann die Stadt Osnabrück bei ihren eigenen Bauvorhaben eine
Vorbildfunktion übernehmen. Ziel sollte es sein, den Einsatz gütegesicherter
Recyclingbaustoffe sowohl im Tiefbau als auch künftig verstärkt im Hochbau zu
berücksichtigen und – wo technisch, wirtschaftlich und rechtlich möglich – weiter
auszubauen. Damit werden natürliche Ressourcen geschont, regionale
Wertschöpfung gestärkt und Bauvorhaben nachhaltiger umgesetzt.
Die Erarbeitung der Osnabrücker Kreislaufwirtschaftsstrategie soll unter Einbindung der
zentralen Akteure einschließlich interessierter Bürger:innen sowie gegebenenfalls mit
Unterstützung eines externen Partners erfolgen. Dabei kann sich unter anderem an der
Münchner Kreislaufwirtschaftsstrategie (MKWS) orientiert werden, die vom Stadtrat im
Dezember 2025 beschlossen wurde. Auf diese Weise wollen wir Synergien zwischen
Umwelt-, Wirtschats- und Stadtentwicklungszielen nutzen und die lokale Wertschöpfung,
Beschäftigung und gesellschaftliche Teilhabe stärken.
Dass die Kreislaufwirtschaft ein zentrales Zukunftsthema ist, hat auch die Bundesregierung
erkannt: 2024 wurde von SPD, GRÜNEN und FDP die Nationale
Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) verabschiedet, die jetzt von CDU und SPD mit dem in
diesem Monat beschlossenen Aktionsprogramm Kreislaufwirtschaft umgesetzt wird. Bis 2029
sind hierfür insgesamt 260 Millionen Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF)
eingeplant.
Gez. Marius Keite
CDU-Fraktion
Anlage/n
Keine
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