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Sofortprogramm Hitzeschutz für obdachlose und suchtkranke Menschen in Wuppertal
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Stadt Wuppertal |
| Datum | 2026-11-04 geplant |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Die Linke im Rat der Stadt Wuppertal
Es informiert Sie Dr. Natalie Quinci
Anschrift Rathaus Barmen
42275 Wuppertal
An die Vorsitzende des Haupt- und
Personalausschusses und des Rates der Stadt Telefon (0202) 563 6677
E-Mail [email protected]
Wuppertal
Frau Oberbürgermeisterin Miriam Scherff
Datum 02.07.2026
Drucks. Nr. VO/0863/26
öffentlich
Antrag
Zur Sitzung am Gremium
09.07.2026 Haupt- und Personalausschuss
13.07.2026 Rat der Stadt Wuppertal
Sofortprogramm Hitzeschutz für obdachlose und suchtkranke Menschen in Wuppertal
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin
Beschlussvorschlag
Der Rat der Stadt Wuppertal möge beschließen:
1. Die Verwaltung wird beauftragt, in Abstimmung mit dem zuständigen Dezernat für
Umwelt und Gesundheit, dem Dezernat für Soziales und den freien Trägern der
Wohnungs- und Suchthilfe ein Hitzeschutz-Sofortprogramm für obdachlose und
suchtkranke Menschen zu erarbeiten und dem Sozialausschuss innerhalb von
drei Monaten nach Beschlussfassung zur Beratung vorzulegen und gleichzeitig
mit der akuten Umsetzung von Maßnahmen frühstmöglich zu beginnen. Als
Orientierung soll hier der Runde Tisch dienen, wie er auch zur Koordinierung des
Kälteschutzes im Winter einberufen wurde.
2. Das Sofortprogramm soll folgende Bestandteile enthalten:
a) Ein automatisch bei Ausrufung einer DWD-Hitzewarnung der Stufen 1 und 2 (siehe
HAP, Anhang, S. 23) oder höher aktiviertes Protokoll für die mobile, aufsuchende
Wasserversorgung durch Streetworker in Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen an
zentralen Aufenthaltsorten obdachloser und suchtkranker Menschen im Stadtgebiet
— ergänzend zu, nicht ersetzend durch bestehende stationäre Angebote.
b) Zusätzlich zu der Wasserversorgung wird die Verwaltung beauftragt, zu prüfen, wie
hoch der Bedarf von explizit obdachlosen und suchtkranken Menschen an
niederschwelligen Tagesaufenthaltsplätzen ist und ein Konzept auszuarbeiten, wie
dieser Bedarf konkret gedeckt werden kann. Die Maßnahme L-9 (siehe HAP, S. 46,
vgl. HAP Anhang S.64) muss diese besonders gefährdete Gruppe mit einschließen.
c) Die Verwaltung erhält den Auftrag, konkrete Umsetzungspläne aller Maßnahmen
des HAPs, die obdachlose und suchtkranke Menschen betreffen, vorzulegen und zu
realisieren. Wie zum Beispiel die kurzfristige Umsetzung der Hitze-Hotline.
3. Die Verwaltung berichtet dem Sozialausschuss erstmals bei Vorlage des
Sofortprogramms und danach jährlich — spätestens jeweils im April — über
Umsetzungsstand und Weiterentwicklung.
Mit freundlichen Grüßen
Diana Ertel / Till Sörensen-Siebel
Fraktionsvorsitzende, DIE LINKE im Rat der Stadt Wuppertal
Begründung
Obdachlose und suchtkranke Menschen gehören zu den am stärksten von Klimaereignissen
betroffenen Bevölkerungsgruppen. Dies gilt für Kälteperioden genauso wie für
Hitzeperioden: Sie halten sich tagsüber oft im öffentlichen Raum auf, haben keinen Zugang
zu privaten Kühlmöglichkeiten und sind gesundheitlich häufig vorbelastet. In Wuppertal
nutzen 2000 Menschen die zentrale Beratung für Wohnungslose, ca. 150 Menschen
schlafen auf der Straße“ (HAP, S.33). Die Dunkelziffer der bedrohten Menschen ist weitaus
höher. In Wuppertal weisen Streetworker bei Hitzeereignissen aktiv auf bestehende
Hilfsangebote in der Wohnungs- und Suchthilfe hin (Talzeit, 25.06.2026; Wuppertaler
Rundschau, 25.06.2026). Eine aktive, mobile Wasserversorgung direkt auf der Straße — die
über die Verweisung auf stationäre Einrichtungen hinausgeht — ist bisher nicht als
systematisches Angebot eingerichtet In Düsseldorf wurden nach vorliegenden Informationen
während der Hitzewelle durch Streetworker:innen und Ehrenamtliche ca. 600 Liter Wasser
pro Tag aktiv an obdachlose und suchtkranke Menschen auf der Straße ausgegeben. Ein
Vorhaltekonzept, das bei Erreichen einer definierten Hitzewarnstufe automatisch aktiviert
wird und mobile Wasserversorgung verbindlich einschließt, fehlt für Wuppertal bislang. Vor
dem Hintergrund, dass suchterkrankte Menschen besonders schnell dehydrieren und
überhitzen, handelt es sich hier um notwendige lebensrettende Maßnahmen.
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