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Benennung des Raums vor der Kulturhalle als "Lotte-Reiniger-Platz"
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Tübingen |
| Datum | 2026-07-13 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die SPD-Fraktion Tübingen beantragt, den nach der Umgestaltung neu entstehenden Platz vor der Kulturhalle „Lotte-Reiniger-Platz" zu benennen. Begründet wird dies mit der Pionierin des Animationsfilms (1899–1981), deren künstlerischer Nachlass sich im Stadtmuseum Tübingen befindet und die ihre letzten Lebensmonate in Dettenhausen verbrachte. Die Benennung würde Tübingens Verbundenheit mit der international renommierten Künstlerin unterstreichen. Ein Beschluss ist im Text nicht dokumentiert.
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Dokument
Extrahierter Text
Vorlage 523/2026
Sozialdemokratische Partei Deutschlands-Gemeinderatsfraktion Tübingen
Nathalie Denoix, Ingeborg Höhne-Mack, Gerhard Neth, Heinrich Riethmüller, Uli Weimer, Florian Zarnetta
Im Juli 2026
Die SPD-Fraktion stellt folgenden Antrag:
Nach Fertigstellung der Umgestaltung des Raums vor der Kulturhalle wird dieser Platz "Lotte-
Reiniger-Platz" benannt.
Begründung: Am 26.2. wurde mit Vorlage 46/2026 im Planungsausschuss beschlossen, den
Platz vor der Kulturhalle im Zuge der "Sofortmaßnahme Öffentlicher Raum Altstadt" neu zu
gestalten. Parkplätze, die im städtischen Besitz sind, sollen wegfallen, der Platz eine neue
Aufenthaltsqualität erhalten. Gerade vor der Kulturhalle und vor der Stadtbücherei bietet es
sich an, diesen Platz nach einer Künstlerin zu benennen, die mit der Stadt Tübingen eng
verbunden ist.
Lotte Reiniger (1899 bis 1981) ist eine Pionierin des Animationsfilms; ihr Silhouettenfilm "Die
Abenteuer des Prinzen Achmed" (1926) ist der erste noch erhaltene Trickfilm. Mit ihrer
bahnbrechenden Technik des Stop-Motion hat sie eine neue Welt des Films erschaffen. Ihre
Filme sind nicht nur kunstvoll und ästhetisch, sondern zeigen bis heute international Wirkung
und bleibenden Eindruck. Ihr Einfluss reicht von Walt Disney bis zu den Harry Potter Filmen.
Darum ehrte sie Hollywood 2024 zurecht für ihr Lebenswerk mit dem "Annie Award", einen
der weltweit renommiertesten Filmpreise für Animation. Im selben Jahr brachte das
Bundesministerium der Finanzen eine Sonderbriefmarke anlässlich ihres 125. Geburtstags
heraus, die feierlich im Rathaus Tübingen übergeben wurde.
Außerdem war Lotte Reiniger eine starke Frau mit einer beeindruckenden Lebensgeschichte.
Nach den ersten Berufsjahren in Berlin wanderte sie wegen zunehmendem politischen Druck
nach London aus und machte weitere Stationen in Paris und Rom, wo sie zusammen mit Jean
Renoir arbeitete. Ihre letzten Lebensmonate verbrachte sie in Dettenhausen beim
Pfarrerehepaar Haap und war eng mit Tübingen verbunden.
Der künstlerische Nachlass von Lotte Reiniger wurde der Stadt Tübingen überlassen und wird
vom Stadtmuseum verwaltet und gepflegt. Seit 2008 ist dort die Dauerausstellung zu Leben
und Werk der Künstlerin und anlässlich des Achmed-Jubiläums eine Sonderausstellung zum
Trickfilm zu sehen. Laufend werden von Tübingen aus Anfragen zum Werk von Lotte Reiniger
beantwortet das Stadtmuseum ist die Anlaufstelle für diese international gefragte Künstlerin.
Mit der Benennung des Platzes nach Lotte Reiniger würde Tübingen dieser international
renommierten Künstlerin ein bleibendes Denkmal setzen und gegenüber der Tübinger
Stadtgesellschaft und allen Gästen der Stadt die Verbundenheit Tübingens mit ihr
unterstreichen.
Fürdie SPD Fraktion
Heinrich Riethmüller
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