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Genossenschaft „Neustart: solidarisch leben und wohnen eG.“ - mögliche Unterstützungsform
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Tübingen |
| Datum | 2026-07-15 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Ein interfraktioneller Antrag bittet die Stadtverwaltung Tübingen zu prüfen, wie die Genossenschaft „Neustart: solidarisch leben und wohnen eG." unterstützt werden kann. Vorgeschlagen werden ein endfälliges Darlehen oder Direktkredit über 500.000 EUR mit sehr niedrigen Zinsen oder eine Bankbürgschaft über einen höheren Betrag. Das Projekt mit 160 Wohnungen wird als zukunftsorientiert, sozial und nachhaltig begründet, da es bezahlbaren Wohnraum schafft, gesellschaftlichen Zusammenhalt fördert und ökologische Standards setzt. Eine Beschlussfassung ist im Text nicht erkennbar.
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Dokument
Extrahierter Text
Vorlage 524/2026
An die Stadtverwaltung Tübingen
Interfraktioneller Antrag:
Wir bitten die Verwaltung zu prüfen, in welcher Form die Genossenschaft „Neustart:
solidarisch leben und wohnen eG.“ von der Stadt Tübingen unterstützt werden kann.
Vorstellbar sind für die antragstellenden Fraktionen ein Kredit über 500.000 EUR als
endfälliges Darlehen oder ein Direktkredit über dieselbe Höhe oder aber eine
Bankbürgschaft über einen höheren Betrag. Für den Kredit sollen nur sehr niedrige Zinsen
erhoben werden.
Begründung:
Das Genossenschaftsprojekt Neustart ist aufgrund seiner Größe (160 Wohnungen für ca.
400 Menschen), seinen Zielen und seiner Organisationsform, die von breitem
bürgerschaftlichem Engagement getragen wird, ein außergewöhnliches und sehr
ambitioniertes Projekt. Die antragstellenden Fraktionen sind der Meinung, dass sich die
Stadt Tübingen auch finanziell am Gelingen dieses Vorhabens beteiligen sollte.
Hier die Begründung im Einzelnen:
Beim Projekt Neustart handelt sich um einen zukunftsorientierten, sozialen und
nachhaltigen Beitrag zur Stadtentwicklung. In einer Zeit massiv gestiegener Wohnkosten
und knapper Wohnflächen schafft das Projekt bezahlbaren Wohnraum, der dauerhaft
dem spekulativen Immobilienmarkt entzogen wird. Davon werden die ersten
Bewohner:innen, aber auch zukünftige Generationen profitieren.
Das Projekt stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt, indem es gemeinschaftliches
Wohnen, gegenseitige Unterstützung und aktive Nachbarschaft fördert. Durch
Gemeinschaftsflächen, die auch von anderen Bewohner:innen aus dem Marienburger
Areal genutzt werden können, insbesondere aber durch die Beteiligung der Mitglieder an
Planung und Verwaltung entstehen stabile soziale Strukturen, die Isolation
entgegenwirken und das bürgerschaftliche Engagement stärken. Durch die besondere
Berücksichtigung von Gruppen, die auf dem Markt Probleme bei der Versorgung mit
Wohnraum haben, ist Neustart auch ein inklusives Projekt.
Darüber hinaus setzt das Wohnprojekt Maßstäbe im Bereich der ökologischen
Nachhaltigkeit. Ressourcenschonende Bauweisen, energieeffiziente Konzepte,
gemeinschaftliche Mobilitätsangebote und die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur
reduzieren den ökologischen Fußabdruck und unterstützen die Klimaziele der Stadt
Tübingen.
Als genossenschaftliches Modell fördert das Projekt zudem demokratische
Mitbestimmung und Eigenverantwortung, beruht aber auch in besonderer Weise auf
ehrenamtlichem Engagement. Die Bewohner:innen gestalten ihr Wohnumfeld aktiv mit
Vorlage 524/2026
und übernehmen langfristig Verantwortung für ihre Gemeinschaft. Dies entspricht den
Leitlinien einer nachhaltigen und partizipativen Stadtentwicklung.
Aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen für Bauprojekte sind die o.g. Ziele aber
unter erheblichen Druck geraten. Abstriche an Standards wurden bereits gemacht,
trotzdem bleibt eine hohe Belastung durch Grundstückserwerb und zusätzliche
Baukosten wegen der Bedingungen am Standort, die auch das Kernziel
(bezahlbarer Wohnraum) ins Wanken bringen könnte.
Eine finanzielle Unterstützung durch die Stadt Tübingen ist daher nicht nur eine Investition
in zusätzlichen Wohnraum, sondern auch in soziale Innovation, ökologische
Verantwortung und eine lebenswerte Stadt. Das Projekt kann als Vorbild für zukünftige
Wohnformen dienen und die Position Tübingens als innovative und sozial engagierte
Kommune weiter stärken.
Der Einwand, dass eine Unterstützung dieses Projekts zahlreiche weitere Anträge nach
sich ziehen könnte, ist nachvollziehbar. Er spricht jedoch nicht gegen eine Förderung für
Neustart, sondern für eine sorgfältige Einzelfallprüfung.
Dieses Genossenschaftswohnprojekt stellt aufgrund seiner Größe und seiner Abwicklung
weitgehend im Ehrenamt einen außergewöhnlichen Fall dar, der vermutlich über lange
Zeit ein Einzelfall bleiben wird. Solche innovativen Projekte benötigen zu Beginn häufig
eine besondere Unterstützung. Wenn die Stadt solche Vorhaben allein aus Sorge vor
möglichen Folgeanträgen ablehnen würde, bestünde die Gefahr, dass wichtige
Innovationen und gemeinwohlorientierte Initiativen verhindert werden. Wir bitten daher
die Stadtverwaltung um eine wohlwollende Prüfung unseres Antrages.
Tübingen, 15.07.26
Für die Fraktion AL/Grüne: Annette Schmidt
Für die SPD-Fraktion: Ingeborg Höhne-Mack
Für die FRAKTION: Stefan Klepp
Text aus PDF extrahiert