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ÖPNV - Anbindung der Buslinie 770 an das Krankenhaus in Calw-Stammheim - SPD-Antrag Nr. 2026-10
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Stadt Herrenberg |
| Datum | 2026-06-24 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
DRUCKSACHE - NR. 2026-070
ÖFFENTLICH
Anlagen: -
ÖPNV – Anbindung der Buslinie 770 an das Krankenhaus in Calw-Stammheim
- SPD-Antrag Nr. 2026-10
Kontakt: Frau Inke Weinbrecht I Stadtwerke
Tel: 07032 9481-59 I E-Mail: [email protected]
Bezug: Nr. Termin Ö/N Art
Finanzausschuss 2026-070 24.06.2026 Ö zur Vorberatung
Gemeinderat 2026-070 30.06.2026 Ö zur Beschlussfassung
I. Beschlussantrag
1. Der Gemeinderatsantrag Nr. 2026-10 der SPD-Fraktion wird für erledigt erklärt.
Notizen
DS-Nr. 2026-070
II. Sachverhalt
1. Leitbild Herrenberg 2035 / Beteiligung
Handlungsfeld Leitsatz
4: Mobilität und Erreichbarkeit Mobil durch Vernetzung.
6: Klima, Ressourcenschutz und Energie Klimaschutz als Handlungsgebot.
Ziele/Projekte
Die Verbesserung der Erreichbarkeit wichtiger Infrastruktur- und Gesundheitsstandorte durch den
öffentlichen Personennahverkehr entspricht grundsätzlich den Zielsetzungen des IMEP 2030,
insbesondere der Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs „Mobil durch Vernetzung“,
nachhaltiger Mobilitätsangebote sowie den Zielen des Klimaschutzes.
2. Erläuterungen zum Sachverhalt
Mit Antrag vom 23.01.2026 hat die SPD-Fraktion die Aufnahme von Gesprächen mit den zuständigen
Behörden beantragt, um eine direkte Anbindung des neuen Klinikums Calw über die Regiobuslinie 770
zu prüfen und nach Möglichkeit umzusetzen. Ursächlich ist insbesondere die Schließung der
Notfallpraxis in Herrenberg sowie die hierdurch veränderte Versorgungssituation für Bürgerinnen und
Bürger aus Herrenberg und der Umgebung.
Vor diesem Hintergrund wurde der Landkreis Böblingen gebeten, auch die Verbesserung der ÖPNV-
Anbindung an die Klinik in Nagold zu prüfen. Eine Umsetzung der vorgeschlagenen direkten
Linienanbindungen ist unter den derzeitigen verkehrlichen, betrieblichen und förderrechtlichen
Rahmenbedingungen jedoch an beiden Standorten nicht möglich.
Die Regiobuslinie 770 eignet sich nach Einschätzung des Landkreises Böblingen derzeit nicht als direkte
Anbindung an das Klinikum Calw. Nach Angaben des Landkreises ist die Linie 770 Bestandteil des
Regiobus-Förderprogramms des Landes Baden-Württemberg, welches Auswirkungen auf die
Fahrplangestaltung sowie die darin enthaltenen Freiheitsgrade hat. Beispielsweise ist eine
durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von mindestens 35 km/h eine zwingende Voraussetzung für die
Förderfähigkeit der Linie.
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Nach Auskunft des Landkreises Böblingen würde sich durch eine direkte Anbindung des Klinikums die
durchschnittliche Reisegeschwindigkeit auf einen geringeren Wert reduzieren. Dies hätte den Wegfall
der Förderfähigkeit zur Folge. Darüber hinaus bestünde das Risiko für den Landkreis, dass bereits
gewährte Fördermittel durch das Land zurückgefordert werden könnten.
Der Landkreis Böblingen weist zudem darauf hin, dass die notwendige Stichfahrt zum Klinikum für alle
Fahrgäste, die nicht das Klinikum als Fahrtziel haben, eine spürbare Fahrzeitverlängerung bedeuten
würde. Dies würde nach Einschätzung des Landkreises die Attraktivität des bestehenden
Verkehrsangebots insgesamt verringern.
Grundsätzlich ist eine direkte Verbindung von Herrenberg zum Klinikum auch aus Sicht des Landkreises
wünschenswert. Eine Realisierung über die Regiobuslinie 770 ist in der Gesamtbetrachtung jedoch
weder verkehrlich noch finanziell sinnvoll und wird daher nicht empfohlen.
Der Landkreis Böblingen hat als Alternative beim Landkreis Calw angefragt, ob insbesondere die
Umsteigemöglichkeiten an der Haltestelle „Bauknecht“ auf die Calwer Stadtbuslinie zum Klinikum
zukünftig verbessert werden können. Die Stadt Herrenberg wird mit dem Landkreis Böblingen und dem
Landkreis Calw weiterhin im Austausch bleiben, um bei künftigen Fahrplanänderungen mögliche
Umstiegslösungen zu erarbeiten und umzusetzen.
Darüber hinaus wurde die Möglichkeit einer Anbindung an das Krankenhaus Nagold aus Richtung
Herrenberg, über die Linie X77 geprüft.
Nach Mitteilung des Landkreises Böblingen würde eine Verlängerung der Linie X77 zum Krankenhaus
Nagold aufgrund der erforderlichen Stichfahrt zu einer Fahrzeitverlängerung von ca. 8 bis 11 Minuten
führen. Dies stehe nach Auffassung des Landkreises im Widerspruch zu den Vorgaben des
Nahverkehrsplans Böblingen, wonach Expressbuslinien wie die X77 insbesondere eine direkte
Linienführung sowie kurze Fahrzeiten aufweisen sollen.
Nach Einschätzung des Landkreises wäre die Maßnahme zudem mit höheren Umlaufzeiten,
zusätzlichem Fahrzeugeinsatz sowie steigenden Betriebskosten verbunden.
Eine Anbindung des Krankenhauses Nagold über die Linie X77 wird daher seitens des Landkreises
Böblingen derzeit nicht weiterverfolgt.
Aktuell laufen erste Gespräche zwischen den Landkreisen Böblingen und Calw gemeinsam mit dem
Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) zur anstehenden Neukonzeption des Linienbündels 11
„Oberes Gäu“ im Rahmen der Neuvergabe ab dem Jahr 2028. In diesem Zusammenhang werden
alternative Lösungen über bestehende Linienführungen sowie mögliche Anschlüsse im Stadtverkehr
Nagold geprüft.
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3. Umsetzung
Die Stadtwerke Herrenberg haben die Anfrage an den Landkreis Böblingen weitergeleitet und die
Möglichkeiten einer verbesserten ÖPNV-Anbindung an die Kliniken Calw und Nagold prüfen lassen.
Der Landkreis Böblingen hat den Stadtwerken Herrenberg nach entsprechender Prüfung mitgeteilt,
dass eine direkte Anbindung über die Regiobuslinie 770 beziehungsweise die Linie X77 unter den
derzeitigen verkehrlichen, betrieblichen und förderrechtlichen Rahmenbedingungen nicht umgesetzt
werden kann.
Gleichzeitig werden mögliche Verbesserungen bestehender Umsteige- und Anschlussbeziehungen im
Rahmen der laufenden Abstimmungen zwischen den beteiligten Landkreisen sowie dem VVS weiterhin
geprüft.
Der Antrag der SPD-Fraktion wird daher als erledigt betrachtet.
Stefan Metzing Steffen König Inke Weinbrecht
Erster Bürgermeister Stadtwerke Stadtwerke
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