Startseite › Gemeinde Wallenhorst › Antrag

Weiteres Vorgehen zur Umsetzung der Kommunalen Wärmeplanung / Antrag Bündnis 90 / Die Grünen

Ergebnis unbekannt
TypAntrag
GemeindeGemeinde Wallenhorst
Datum2026-06-30
DatenstufeNur Dokumente
QuelleQuelldokument herunterladen →

Dokument

Extrahierter Text

Vorlagen Nr. 53/2026 Datum: 08.05.2026 Beschlussvorlage Beratungsfolge Sitzungs- Sitzungs- datum art (N/Ö) Ausschuss für Umwelt, Energie, Klimaschutz und digitale Entwicklung 21.05.2026 Ö Verwaltungsausschuss 25.06.2026 N Rat 30.06.2026 Ö Betreff: Weiteres Vorgehen zur Umsetzung der Kommunalen Wärmeplanung / Antrag Bündnis 90 / Die Grünen Beschlussvorschlag: 1. Der Schwerpunkt für das weitere Vorgehen zur Umsetzung der Kommunalen Wärmeplanung soll auf das in der Sachdar­ stellung beschriebene Gebiet gelegt werden 2. Ziel soll eine sichere, möglichst umweltschonende und wirt­ schaftliche Versorgung im bestehenden Nahwärmegebiet Bar­ lager Brücke nebst weiteren Anschlüssen sein 3. Die Machbarkeit einer Versorgung umliegender Gebiete mit gleicher Zielsetzung soll geprüft werden 4. Eine Kombination mit weiteren Fördermöglichkeiten soll ge­ prüft werden 5. Die Untersuchung erfolgt durch die Gemeindewerke Wallen­ horst GmbH 6. Der Antrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen vom 26.11.2025 auf Untersuchung des Fokusgebietes Westliche Ziegelei wird bis zum Vorliegen weiterer Erkenntnisse zurück­ gestellt. Sachdarstellung: Im Ausschuss für Umwelt, Energie, Klimaschutz und digitale Entwicklung am 24. Februar 2026 wurde über das weitere Vorgehen zur Umsetzung der Kommunalen Wärmeplanung berichtet. Angestrebtes Ziel sollte sein, wie in der Sitzung des ´Energiepolitischen Arbeitskreises´ am 3. Februar 2026 diskutiert, für das Fokus­ gebiet Wallenhorst Zentrum eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. Aufgrund von auslaufenden Verträgen, auslaufenden Fördermöglichkeiten sowie veränderten Rahmenbedin­ gungen ist nun das bestehende Nahwärmenetz, welches das Baugebiet Barlager Brücke versorgt, in den Fokus gerückt. Seit 2015 wird das Gebiet sowie ein Industriekunde durch die Gemeindewerke Wallenhorst GmbH (GWW) mit Nahwärme versorgt. Damit besteht bereits ein Nahwärmenetz, das durch eine 100%ige Tochter der Gemeinde betrieben wird. - 2 - Im Rahmen der Erstellung der Kommunalen Wärmeplanung wurde dieses nicht als Fokusgebiet definiert, obwohl die erhobenen Kennzahlen auch dieses grundsätzlich als „nahwärmegeeignet“ ausweisen. Es sind aber in der Kommunalen Wärmeplanung die Maßnahmen „GW1 – Wärmenetzverdichtung“ und „GW3 – De­ karbonisierung von Wärmenetzen“ enthalten, die auf die Erweiterung sowie die Umstellung des bestehenden Nahwärmenetzes auf 100 % erneuerbare Energien abzielen. Ziel soll es sein, das bestehende Nahwärme­ netz, in dem die Wärme derzeit durch den Energieträger „Gas“ erfolgt, durch die zukunftssichere Neuaus­ richtung des Netzes bzw. der Versorgung zu untersuchen. Dieses Vorhaben wird als Transformation eines bestehenden Nahwärmenetzes bezeichnet. Die Gemeindewerke Wallenhorst GmbH als Versorger des Gebietes hat vorab die Potenziale in Bezug auf die Wärmeversorgung betrachtet. Es kommt in Betracht: • 1:1 Versorgung der bestehenden Anschlüsse mit einem anderen Energieträger • Einbeziehung umliegender Gebiete im Sinne der Kommunalen Wärmeplanung • Einzellösungen im Bestand Bestehendes Netz Derzeit betreibt die GWW ein Nahwärmenetz im Baugebiet Barlager Brücke. Die Wärme wird auf dem Grundstück der Fa. Lorenz Kunststofftechnik GmbH erzeugt und hier in das Wärmenetz eingespeist. Ver­ sorgt werden damit 28 EFH im Baugebiet sowie die Fa. Lorenz mit sämtlichen Gebäuden. Die Wärme wird durch ein sich im Eigentum der GWW befindliches erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk erzeugt, das von der Fa. Lorenz betrieben wird. Zusätzlich betreibt die GWW einen Spitzenlastkessel (ebenfalls gasbetrie­ ben), der die Redundanz sicherstellt. Abbildung 1: Lage des bestehenden Wärmenetzes Förderung Transformationsplan Bis zum 31.03.2026 bestand im Bundesförderprogramm für effiziente Wärmenetze eine Fördermöglichkeit für Transformationspläne. Die GWW hat einen entsprechenden Antrag auf Förderung gestellt. Die Kosten für einen entsprechenden Transformationsplan werden auf etwa 233T€ (netto) geschätzt. Mit einer Entschei­ dung des Fördermittelgebers wird in Q3/Q4 2026 gerechnet. Der Transformationsplan entspricht einer Mach­ barkeitsstudie im Sinne des Moduls 1 des Förderprogrammes BEW. - 3 - Inhalt Transformationsplan / Machbarkeitsstudie Zu untersuchende Varianten: • Wärmeentzug aus dem Wasser im Stichkanal • geothermische Brunnenanlage • Luft Wärmepumpe Als Standort der Heizzentrale kommt das Grundstück des Hauptpumpwerkes, direkt gegenüber dem Bauge­ biet Barlager Brücke in Betracht. Die weitere Erschließung von Wohngebäuden in der Nähe des Quartiers Barlager Brücke sowie die Betrach­ tung von Gewerbekunden in direkter Nähe des bestehenden Wärmenetzes ergibt ein deutliches Potenzial. Es wurden sechs Schwerpunktbereiche definiert: Gebiet Anzahl Geschätzter Geschätzte Baualters- Vorw. Gebäude Wärmebedarf Leistung klasse Gebäudetyp in MWh in kW Barlager Brücke 29 321 215 15 EFH Berningstraße 66 1.577 1.085 60 EFH Neulandstraße 61 1.248 830 60 EFH Stephansring 152 3.322 2.235 60 EFH Musikerviertel 67 2.496 1.705 60 MFH Gewerbegebiet 128 18.531 8.350 35 GHDI Summe 824 27.389 14.220 Tabelle 1: Schwerpunktbereiche Transformationsplan Abbildung 2: Schwerpunktbereiche Transformationsplan - 4 - Projektphasen Eine grobe Zeitplanung ist folgend dargestellt. Die Dauer ist sehr stark von den Bearbeitungszeiten des För­ dermittelgebers abhängig, die hier mit Erfahrungswerten geschätzt werden. • Vorstudie + Antrag Transformationsplan: Q1 2026 ✓ • Bewilligung Transformationsplan: Q3 / Q4 2026 • Erstellung Transformationsplan / Machbarkeitsstudie: Q2 2027 • Bei positivem Ergebnis: Antrag BEW Modul 2 : Q3 2027 Kombination mit weiteren Fördermöglichkeiten Die Kombination mit weiteren Förderprogrammen soll geprüft werden. Insbesondere das seit kurzem wieder neu aufgelegte Programm KfW 432 „Energetische Stadtsanierung“ mit den Bausteinen „integriertes Quar­ tierskonzept“ und Sanierungsmanagement“ kommt in Betracht. Ergebnisabhängige Projektphasen: • Vorvermarktung • Detailplanung • Ausschreibung • Bau • Betrieb Weitere Schritte Die in diesem Prozess gewonnenen Erfahrungen sollen auf weitere Gebiete angewandt werden. So soll be­ reits frühzeitig bei Vorliegen der ersten Ergebnisse der Transformationsplanung ermittelt werden, ob es sinn­ voll ist, das Fokusgebiet „Wallenhorst-Zentrum“ aus der Kommunalen Wärmeplanung als nächstes Projekt umzusetzen. Das Ingenieurbüro iNeG wird in der Sitzung den Transformationsplan vorstellen. Rüdiger Mittmann Florian Lüttkemöller Allgemeiner Stellvertreter Fachbereichsleiter

Text aus PDF extrahiert