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Moderne Verwaltungssteuerung stärken – Einführung eines Qualitätsmanagement-, Compliance- und Risikomanagementsystems Antrag der SPD-Fraktion vom 14.10.2026
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Pfungstadt |
| Datum | 2026-11-09 geplant |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Antragsvorlage
Antragsteller: SPD-Fraktion Drucks.-Nr. 159/2026
Datum: 19.10.2026 Anlage(n):
Beratungsfolge: Termin
Stadtverordnetenversammlung 09.11.2026
Moderne Verwaltungssteuerung stärken – Einführung eines
Qualitätsmanagement-, Compliance- und Risikomanagementsystems
Antrag der SPD-Fraktion vom 14.10.2026
Beschlussvorschlag:
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Der Magistrat wird beauftragt,
1. Qualitätsmanagement
ein verwaltungsweites Qualitätsmanagementsystem (QM-System) einzuführen bzw.
bestehende Qualitätsstandards zu einem einheitlichen Steuerungssystem weiterzuentwickeln.
Dabei sollen insbesondere:
• die wichtigsten Verwaltungsprozesse identifiziert und dokumentiert werden,
• Qualitätsziele und messbare Kennzahlen definiert werden,
• Bearbeitungszeiten, Servicequalität und Bürgerzufriedenheit regelmäßig
erfasst werden,
• Verbesserungspotenziale systematisch ausgewertet und umgesetzt werden.
Über die Ergebnisse ist der Stadtverordnetenversammlung jährlich zu berichten. Darüber
hinaus sollen wesentliche Kennzahlen und Entwicklungen in geeigneter Form transparent
gegenüber der Öffentlichkeit dargestellt werden.
2. Compliance-Management
ein kommunales Compliance-Management-System eingeführt werden, das
insbesondere folgende Bereiche umfasst:
• Einhaltung gesetzlicher und kommunaler Vorgaben,
• Korruptionsprävention,
• Vergabe- und Beschaffungswesen,
• Datenschutz und Informationssicherheit,
• Umgang mit Interessenkonflikten,
• Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeitenden.
Der Magistrat wird gebeten, der Stadtverordnetenversammlung die
organisatorische Ausgestaltung des Systems sowie vierteljährliche Berichte
über dessen Umsetzung vorzulegen.
3. Risikomanagement
ein strukturiertes Risikomanagementsystem für die Gesamtverwaltung einzuführen.
Dieses soll insbesondere folgende Risikobereiche erfassen:
• finanzielle Risiken,
• Personalrisiken,
IT- und Cybersicherheitsrisiken,
Risiken für kritische Infrastrukturen,
rechtliche Risiken,
Risiken aus Projekten und Investitionsvorhaben.
Die identifizierten Risiken sind hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeit und
möglicher Auswirkungen zu bewerten sowie durch geeignete Maßnahmen zu
minimieren.
Der Stadtverordnetenversammlung ist jährlich ein Risikobericht vorzulegen.
4. Gesamtkonzept
Der Magistrat wird beauftragt, der Stadtverordnetenversammlung innerhalb von zwölf
Monaten ein Umsetzungskonzept einschließlich Zeitplan, organisatorischer Zuständigkeiten
und gegebenenfalls notwendiger personeller oder finanzieller Ressourcen vorzulegen.
Problembeschreibung/Begründung:
Die Anforderungen an kommunale Verwaltungen sind in den vergangenen Jahren erheblich
gestiegen. Digitalisierung, Fachkräftemangel, komplexe Rechtsvorschriften, steigende
Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger sowie zunehmende finanzielle Herausforderungen
erfordern moderne Steuerungs- und Kontrollinstrumente.
Während in Unternehmen und vielen öffentlichen Einrichtungen Qualitätsmanagement-,
Compliance- und Risikomanagementsysteme längst zum Standard gehören, sind diese
Instrumente in Kommunen häufig nur teilweise oder in einzelnen Bereichen vorhanden.
Qualitätsmanagement stärkt Bürgerorientierung Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht
eine leistungsfähige, serviceorientierte und transparente Verwaltung. Ein modernes
Qualitätsmanagement ermöglicht es, Verwaltungsabläufe kontinuierlich zu verbessern,
Bearbeitungszeiten zu verkürzen und die Servicequalität messbar zu machen. Dabei geht es
ausdrücklich nicht um zusätzliche Bürokratie, sondern um eine systematische Verbesserung
bestehender Prozesse. Wesentlich ist zudem die regelmäßige Kommunikation von
Ergebnissen und Kennzahlen gegenüber Politik und Bürgerschaft. Transparenz schafft
Vertrauen und macht Verwaltungsleistungen nachvollziehbar.
Compliance schützt Verwaltung und Beschäftigte Kommunale Entscheidungen bewegen sich
in einem zunehmend komplexen rechtlichen Umfeld. Ein wirksames Compliance-System dient
der Sicherstellung rechtskonformen Handelns und unterstützt Führungskräfte sowie
Mitarbeitende bei der Einhaltung gesetzlicher und organisatorischer Vorgaben. Zugleich
stärkt es die Integrität der Verwaltung und trägt dazu bei, Risiken von Fehlverhalten,
Vergabeverstößen oder Interessenkonflikten frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.
Risikomanagement erhöht die Zukunftsfähigkeit Kommunen sehen sich heute einer Vielzahl
von Risiken gegenüber. Hierzu zählen finanzielle Belastungen, Fachkräftemangel,
Cyberangriffe, Projektverzögerungen, Krisensituationen sowie rechtliche und organisatorische
Herausforderungen. Ein systematisches Risikomanagement ermöglicht es, potenzielle Risiken
frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten. Dadurch
werden Handlungsfähigkeit, Planungssicherheit und wirtschaftliche Stabilität der Stadt
gestärkt.
Moderne Verwaltung braucht moderne Steuerung Qualitätsmanagement, Compliance und
Risikomanagement sind keine isolierten Einzelmaßnahmen, sondern wesentliche Bausteine
einer modernen, leistungsfähigen und transparenten Verwaltung. Mit der Einführung dieser
Instrumente stärkt die Stadt Pfungstadt ihre Zukunftsfähigkeit, erhöht die Transparenz
gegenüber Politik und Bürgerschaft und schafft die Grundlage für eine kontinuierliche
Verbesserung ihrer Verwaltungsleistungen.
Text aus PDF extrahiert