Startseite › Krefeld › Antrag
Erhalt des Schluffs und Erarbeitung eines Rettungs- und Finanzierungskonzepts - Einbringung eines Antrags der AfD-Fraktion vom 03.06.2026 zu TOP 15.5
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Krefeld |
| Datum | 2026-11-03 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Rathaus, Zimmer B 40
Von-der-Leyen-Platz 1
Antrag der AfD-Fraktion
im Rat der Stadt Krefeld
-öffentlich-
Vorlagennummer
1111/26 A
Krefeld, 03.06.2026
Beratungsfolge Sitzungstermin Beschlussform
Rat 03.06.2026 beschließend
Ausschuss für Kultur, Denkmal und Städtepartnerschaften 03.11.2026 Antrag
Betreff
Erhalt des Schluffs und Erarbeitung eines Rettungs- und Finanzierungskonzepts - Einbrin-
gung eines Antrags der AfD-Fraktion vom 03.06.2026 zu TOP 15.5
Beschlussentwurf
Der Rat der Stadt Krefeld beschließt:
1. Die Verwaltung wird beauftragt, ein tragfähiges Rettungs- und Fortführungskonzept für die
historische Dampfbahn „Schluff“ zu erarbeiten und dem Rat in diesem Jahr zur Beratung
und Beschlussfassung vorzulegen. Hierbei sind die am Schluff beteiligten Akteure, insbe-
sondere die Freunde der Eisenbahn Krefeld e. V. sowie der Verein „Schluff und historische
Verkehrsmittel Krefeld e. V.“, frühzeitig einzubeziehen. Das Konzept soll insbesondere ver-
schiedene Träger- und Betriebsmodelle prüfen, darunter ein städtisch unterstütztes Betrei-
bermodell, ein Kooperationsmodell mit Vereinen und Dritten sowie eine mögliche Einbin-
dung einer Stiftung oder eines Fördervereins. Die Prüfung ist hierbei ausdrücklich nicht auf
die genannten Modelle beschränkt, sondern soll sämtliche realistischen Möglichkeiten für
einen langfristigen Erhalt und Betrieb des Schluffs umfassen.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, im Rahmen dieses Konzepts ein Finanzierungskonzept für
den dauerhaften Erhalt des Schluffs vorzulegen. Dabei sind neben einer städtischen Finan-
zierung beispielsweise auch Fördermittel, Spendenmodelle, ein Bürgerfonds, touristische
Fördermöglichkeiten sowie Kooperationen mit privaten Partnern zu prüfen. Zur Gegenfinan-
zierung städtischer Mittel sind insbesondere freiwillige Ausgaben und geplante Ausgaben-
steigerungen kritisch zu überprüfen. Hierbei ist insbesondere darzustellen, ob die geplante
Erhöhung des Theaterzuschusses von rund 15,2 Mio. Euro (2024) auf über 21 Mio. Euro
jährlich ab 2027 teilweise zur Finanzierung des Schluffs herangezogen werden könnte.
Schon ein Bruchteil der vorgesehenen Zuschusssteigerung würde ausreichen, um die von
der SWK bezifferten laufenden Kosten des Schluffs zu decken (siehe Begründung).
AfD Fraktion im Rat der Stadt Krefeld
Von-der-Leyen-Platz 1
47798 Krefeld
E-Mail: [email protected]
Drucksache 1111/26 A Seite - 2 -
3. Der Rat fordert die städtischen Vertreter in den zuständigen Gremien der SWK auf, im Rah-
men ihrer rechtlichen Möglichkeiten darauf hinzuwirken, dass der Betrieb des Schluffs fort-
geführt wird, bis der Rat der Stadt Krefeld auf Grundlage des vorzulegenden Rettungs- und
Finanzierungskonzeptes eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der historischen
Dampfbahn getroffen hat.
Begründung
Der Schluff ist weit mehr als ein touristisches Freizeitangebot. Die historische Dampfbahn gehört
seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Wahrzeichen Krefelds, ist für viele Bürger ein identitätsstif-
tender Bestandteil der Stadtgeschichte und bringt Groß und Klein die für den Niederrhein prä-
gende Industrie- und Eisenbahnkultur auf einzigartige Weise näher. Die Ankündigung der Betriebs-
einstellung hat deshalb weit über politische Lager hinweg erhebliche öffentliche Resonanz ausge-
löst und zahlreiche Krefelder mobilisiert.
Die angekündigte Einstellung des Betriebs wird vor allem mit den Kosten für die künftige Instand-
haltung der Fahrzeuge und der Schieneninfrastruktur begründet. Gleichzeitig ist bislang nicht ab-
schließend geklärt, welche Kosten tatsächlich unmittelbar dem Museumsbahnbetrieb zuzurechnen
sind, welche Kosten unabhängig davon ohnehin entstehen würden und welche Möglichkeiten zur
Finanzierung oder Kostenreduzierung bestehen. Bevor eine endgültige Entscheidung getroffen
wird, sollte daher eine umfassende und transparente Prüfung aller Handlungsoptionen erfolgen.
Der Erhalt des Schluffs ist nicht zuletzt dem Einsatz zahlreicher ehrenamtlich engagierter Bürger
zu verdanken. Insbesondere die Vereine Freunde der Eisenbahn Krefeld e. V. sowie Schluff und
historische Verkehrsmittel Krefeld e. V. leisten seit Jahren einen wichtigen Beitrag zum Erhalt die-
ses rollenden Denkmals. Da beide Vereine über umfangreiche Erfahrung verfügen und bereits
Überlegungen zur Zukunft des Schluffs angestellt haben, sollten sie bei der Erarbeitung eines Ret-
tungs- und Fortführungskonzeptes frühzeitig eingebunden werden.
Aus Sicht der AfD-Fraktion ist die häufig vorgebrachte Argumentation, für den Erhalt des Schluffs
fehle das Geld, nicht überzeugend. Haushaltsmittel sind stets Ausdruck politischer Prioritätenset-
zungen. So soll der städtische Betriebszuschuss für das Theater Krefeld und Mönchengladbach
nach den aktuellen Planungen von rund 15,2 Mio. Euro im Jahr 2024 auf über 21 Mio. Euro jährlich
ab 2027 ansteigen. Allein ein Bruchteil dieser jährlichen Steigerung würde ausreichen, um die lau-
fenden Kosten des Schluffs dauerhaft zu decken, die nach Angaben der SWK bei rund einer Mil-
lion Euro jährlich liegen. Selbst unter Berücksichtigung der in mehrjährigen Abständen anfallenden
Hauptuntersuchungen der Dampflok verbliebe noch ein erheblicher finanzieller Spielraum. Die ge-
nannte Zuschusssteigerung ist dabei lediglich ein Beispiel von mehreren möglichen Gegenfinan-
zierungsansätzen. Eine konsequente Überprüfung freiwilliger Ausgaben und geplanter Ausgaben-
steigerungen eröffnet weitere Spielräume für den Erhalt des Schluffs. Die Frage ist daher nicht al-
lein, ob der Erhalt finanzierbar ist, sondern welche Prioritäten der Rat bei freiwilligen Ausgaben
setzt.
Zugleich ist zu berücksichtigen, dass der Rat der Stadt Krefeld der Geschäftsführung der SWK
bzw. SWK MOBIL keine unmittelbaren operativen Weisungen erteilen kann. Über die städtischen
Vertreter im zuständigen Aufsichtsrat bestehen jedoch politische und gesellschaftsrechtliche Ein-
flussmöglichkeiten, die genutzt werden sollten, um eine voreilige endgültige Betriebseinstellung zu
verhindern. Ziel dieses Antrages ist daher die Erarbeitung einer belastbaren Entscheidungsgrund-
lage und die Sicherstellung, dass sämtliche Möglichkeiten für einen Erhalt des Schluffs ernsthaft
geprüft werden, bevor ein traditionsreiches Krefelder Wahrzeichen unwiederbringlich verloren geht.
Mit freundlichen Grüßen
Felix Dornig
Stellv. Fraktionsvorsitzender
Drucksache 1111/26 A Seite - 3 -
Text aus PDF extrahiert