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Prüfung einer Weiterentwicklung der NVV-App um Live-Fahrzeugverfolgung und automatisiertes Ticketing
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Kassel |
| Datum | 2026-11-02 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
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16. Oktober 2026
Vorlage Nr. 101.20.233
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Prüfung einer Weiterentwicklung der NVV-App um Live-Fahrzeugverfolgung und
automatisiertes Ticketing
Antrag
zur Überweisung in den Ausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität und Verkehr
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Der Magistrat wird gebeten, gemeinsam mit dem Nordhessischen Verkehrs Verbund
(NVV) und den zuständigen Verkehrsunternehmen zu prüfen, ob die NVV-App um
zusätzliche digitale Funktionen zur Verbesserung der Fahrgastinformation und zur
Vereinfachung des Ticketkaufs erweitert werden kann.
Dabei soll insbesondere geprüft werden:
1. Live-Verfolgung von Fahrzeugen:
Ob und unter welchen technischen Voraussetzungen Fahrgäste in der NVV-App
Busse, Straßenbahnen und Züge ihrer ausgewählten Verbindung in Echtzeit
verfolgen können, sodass erkennbar ist, ob ein Fahrzeug tatsächlich unterwegs ist,
wo es sich befindet und mit welcher voraussichtlichen Ankunftszeit zu rechnen ist.
2. Verlässliche Informationen bei Verspätungen und Ausfällen:
Ob die Live-Daten genutzt werden können, um Fahrgäste möglichst frühzeitig und
zuverlässig über Verspätungen, Ausfälle oder Abweichungen vom Fahrplan zu
informieren und die entsprechenden Informationen in der App sowie auf den
digitalen Anzeigetafeln möglichst einheitlich darzustellen.
3. Automatisiertes Check-in/Check-out:
Ob die NVV-App so weiterentwickelt werden kann, dass ein Fahrgast nach einer
einmaligen Aktivierung automatisch über den Standort des Smartphones erkannt
wird, wenn er in einen Bus oder eine Straßenbahn einsteigt und an welcher
Haltestelle die Fahrt beginnt und endet. Auf dieser Grundlage soll geprüft werden,
ob der jeweils erforderliche Fahrpreis automatisch ermittelt und abgerechnet
werden kann, ohne dass der Fahrgast während der Fahrt weitere Eingaben
vornehmen muss.
4. Prüfung bestehender Ticketinglösungen:
Ob alternativ zu einer Eigenentwicklung bereits etablierte digitale Ticketinglösungen
im NVV-Gebiet eingeführt oder in die NVV-App integriert werden können. Dabei
sollen insbesondere die technische Umsetzbarkeit, die Wirtschaftlichkeit und die 2 von 3
Möglichkeit einer zeitnahen Einführung geprüft werden.
5. Datenschutz und technische Umsetzung:
Welche technischen, datenschutzrechtlichen und organisatorischen
Voraussetzungen für die genannten Funktionen erforderlich wären und ob hierfür
bestehende Systeme des NVV und der Verkehrsunternehmen genutzt oder
angepasst werden könnten.
Sofern die Prüfung ergibt, dass eine Umsetzung technisch, rechtlich und wirtschaftlich
möglich ist, wird der Magistrat gebeten, sich gemeinsam mit dem NVV und den
zuständigen Verkehrsunternehmen für die Umsetzung der Funktionen einzusetzen und
der Stadtverordnetenversammlung einen entsprechenden Vorschlag einschließlich eines
möglichen Zeitplans und einer Kostenschätzung vorzulegen.
Begründung:
Die Digitalisierung bietet die Möglichkeit, den öffentlichen Personennahverkehr für die
Fahrgäste einfacher, transparenter und verlässlicher nutzbar zu machen.
Für Fahrgäste ist es von großer Bedeutung, möglichst zuverlässig zu wissen, ob die
erwartete Verbindung tatsächlich unterwegs ist, wo sich der Bus, die Straßenbahn oder der
Zug gerade befindet und wann mit der Ankunft zu rechnen ist. Gerade bei Verspätungen
oder Ausfällen können unzutreffende oder verspätete Informationen dazu führen, dass
Fahrgäste unnötig lange warten oder ihre Anschlussverbindung verpassen.
Eine Live-Verfolgung der Fahrzeuge in der NVV-App könnte hier für mehr Transparenz
sorgen. Fahrgäste könnten unmittelbar erkennen, ob sich ein Fahrzeug tatsächlich auf dem
Weg befindet und ob die angegebene Ankunftszeit noch realistisch ist. Gleichzeitig könnten
aktuelle Informationen zu Ausfällen und Verspätungen schneller und einheitlicher
kommuniziert werden.
Darüber hinaus sollte geprüft werden, wie der Zugang zum ÖPNV durch ein möglichst
einfaches digitales Ticketing erleichtert werden kann. Ein automatisiertes Check-in/Check-
out-Verfahren könnte es ermöglichen, dass Fahrgäste lediglich in ein Fahrzeug einsteigen
und am Ende ihrer Fahrt wieder aussteigen müssen. Die App könnte dabei – sofern
technisch und datenschutzrechtlich möglich – den Beginn und das Ende der Fahrt
automatisch erkennen und den jeweils erforderlichen Fahrpreis berechnen und abrechnen.
Dass digitale Ticketinglösungen bereits in der Praxis eingesetzt werden, zeigt beispielsweise
die Anwendung FAIRTIQ, die unter anderem in Erfurt genutzt werden kann. Fahrgäste
starten ihre Fahrt per Smartphone, während die zurückgelegte Strecke und der Fahrpreis
automatisch ermittelt werden. Auch eine automatische Erkennung des Fahrtendes ist unter
bestimmten Voraussetzungen möglich.
Daher sollte geprüft werden, ob bestehende Lösungen auch im NVV-Gebiet eingesetzt
werden können. Dies könnte eine wirtschaftlichere und schneller umsetzbare Alternative
zu einer Eigenentwicklung darstellen.
Ziel ist es, die Nutzung des ÖPNV möglichst unkompliziert zu gestalten und gleichzeitig die
Qualität und Verlässlichkeit der Fahrgastinformationen zu erhöhen. Sollte sich die
technische und rechtliche Prüfung als positiv erweisen, sollte die Einführung der
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entsprechenden Funktionen anschließend gemeinsam mit dem NVV und den 3 von 3
Verkehrsunternehmen vorbereitet werden.
Berichterstatter/-in: Stadtverordnete Lea Arroyo Portillo
gez. Holger Augustin
Fraktionsvorsitzender
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