Startseite › Essen › Antrag

Pilotprojekt: Installation von Sprühnebelanlagen zur Hitzeminderung im öffentlichen Raum hier: Hitzeschutz in Essen weiterentwickeln - sozial gerecht und quartiersbezogen - ersetzt 1505/2026/GRÜNE -

Ergebnis unbekannt
TypAntrag
GemeindeEssen
Eingereicht vonGRÜNE
Datum2026-11-11 geplant
DatenstufeNur Dokumente
QuelleQuelldokument herunterladen →

Dokument

Extrahierter Text

Antrag Nr. 1529/2026/GRÜNE Fraktion im Rat der Stadt Essen Rat der Stadt Essen Kopstadtplatz 13, 45127 Essen Herr Oberbürgermeister Thomas Kufen Telefon (02 01) 24 76 41 3 Fax (02 01) 24 76 41 9 E-Mail [email protected] 11.09.2026 Beratungsfolge Sitzungstermin Zuständigkeiten Rat der Stadt Essen 16.09.2026 Entscheidung Bezirksvertretung für den Stadtbezirk IX 29.09.2026 Kenntnisnahme Bezirksvertretung für den Stadtbezirk I 29.09.2026 Kenntnisnahme Bezirksvertretung für den Stadtbezirk III 30.09.2026 Kenntnisnahme Bezirksvertretung für den Stadtbezirk VIII 06.10.2026 Kenntnisnahme Seniorenrat 07.10.2026 Kenntnisnahme Jugendhilfeausschuss 10.11.2026 Kenntnisnahme Bezirksvertretung für den Stadtbezirk VII 10.11.2026 Kenntnisnahme Bezirksvertretung für den Stadtbezirk IV 10.11.2026 Kenntnisnahme Bezirksvertretung für den Stadtbezirk VI 11.11.2026 Kenntnisnahme Bezirksvertretung für den Stadtbezirk III 11.11.2026 Kenntnisnahme Bezirksvertretung für den Stadtbezirk II 12.11.2026 Kenntnisnahme Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit 17.11.2026 Kenntnisnahme Inklusionsbeirat 26.11.2026 Kenntnisnahme TOP 23.2 Pilotprojekt: Installation von Sprühnebelanlagen zur Hitzeminderung im öffentlichen Raum, hier: Hitzeschutz in Essen weiterentwickeln – sozial gerecht und quartiersbezogen Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Kufen, die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Essen beantragt, der Ausschuss für Umwelt, Klima- und Verbraucherschutz und der Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit empfehlen, der Jugendhilfeausschuss nimmt zur Kenntnis, die Bezirksvertretungen für die Stadtbezirke I - IX nehmen zur Kenntnis, der Inklusionsbeirat und der Seniorenrat nehmen zur Kenntnis, der Rat der Stadt Essen beschließt: Die Verwaltung wird beauftragt, die Umsetzung folgender Maßnahmen zu prüfen: 1. Netz öffentlich zugänglicher Kühlorte weiterentwickeln Aufbauend auf den bereits im HitzePortal dargestellten Kühlorten soll das Netz öffent­ lich zugänglicher Kühlorte systematisch erweitert und insbesondere in stark hitzebelas­ Version 03/2026 - 2 - teten Quartieren verbessert werden. Die bestehende Kühlortkarte umfasst bereits unter­ schiedliche Orte wie Parkanlagen, Friedhöfe, Freibäder, Spielplätze, Museen, Hallenbä­ der und Bibliotheken. Dabei soll insbesondere geprüft werden,  welche zusätzlichen städtischen und nichtstädtischen Gebäude und Einrichtun­ gen während akuter Hitzeperioden als öffentlich zugängliche Kühlorte zur Verfü­ gung gestellt werden können, beispielsweise Bibliotheken, Sparkassen, Begeg­ nungsstätten, Einrichtungen der Wohlfahrtsverbände,  in welchen Quartieren Versorgungslücken bestehen,  wie Zugänglichkeit und Öffnungszeiten während akuter Hitzeperioden verbessert werden können,  ob temporäre, quartiersbezogene Abkühlungsorte nach dem Vorbild der „Klima- Kiste“ in Wiesbaden eingerichtet werden können,  ob an geeigneten Standorten zusätzliche Verschattung, Begrünung, Sitzgelegen­ heiten und Wasserangebote sowie mobile vertikale Gärten und „City Trees“ ge­ schaffen werden können,  wie Kühlorte im öffentlichen Raum einheitlich, barrierearm und gut sichtbar ge­ kennzeichnet werden können und  wie bestehende und neue Angebote über das HitzePortal möglichst niedrig­ schwellig und mehrsprachig bekannt gemacht werden können. 2. Runder Tisch Hitzeschutz/Hitzegipfel Die Verwaltung prüft die Einrichtung eines „Runden Tisches Hitzeschutz“. Einbezogen werden sollen insbesondere Akteur*innen aus dem Sozial- und Gesund­ heitswesen, Wohlfahrtsverbänden, Pflege, Wohnungswirtschaft, Umweltverbänden, Wis­ senschaft, Quartiersarbeit, Senior:innenarbeitt, Behinderten- und Inklusionsarbeit, Stadtgesellschaft sowie den relevanten Bereichen der Stadtverwaltung. Ziel ist es, bestehende Aktivitäten besser miteinander zu vernetzen, Erfahrungen auszu­ tauschen, besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen besser zu erreichen und kon­ krete Handlungsbedarfe und -Maßnahmen vor und während Hitzeperioden frühzeitig zu identifizieren. Es soll geprüft werden, inwieweit bereits bestehende Netzwerk- und Beteiligungsstruk­ turen genutzt und miteinander verbunden werden können. Die Ergebnisse sollen in die weitere Hitzeaktionsplanung der Stadt Essen einfließen. 3. Unterstützung älterer und besonders gefährdeter Menschen bei Hitze Die Verwaltung prüft gemeinsam mit sozialen Trägern, Wohlfahrtsverbänden, Pflegeein­ richtungen und weiteren relevanten Akteur*innen, wie insbesondere alleinlebende, äl­ tere, mobilitätseingeschränkte und unterstützungsbedürftige Menschen sowie weitere besonders hitzegefährdete Personen während akuter Hitzeperioden besser erreicht und unterstützt werden können. Dabei sollen insbesondere freiwillige, niedrigschwellige, barrierefreie und datenschutz­ konforme Möglichkeiten der Kontaktaufnahme und Unterstützung untersucht werden. Hierzu können beispielsweise gehören:  ein kommunales Hitze-Telefon bzw. eine Hitze-Hotline,  bestehende Telefon- und Beratungsangebote,  niedrigschwellige Informations- und Unterstützungsangebote,  aufsuchende Quartiersarbeit,  Nachbarschaftsnetzwerke sowie - 3 -  die verstärkte Einbindung von Pflegediensten, Wohnungswirtschaft, Wohlfahrts­ verbänden und Senior*innennetzwerken. Bestehende Strukturen sollen dabei genutzt und miteinander vernetzt werden. Entsprechende Informationen und Unterstützungsangebote sollen zudem im HitzePortal für Betroffene, Angehörige, Nachbarinnen und Multiplikatorinnen leicht auffindbar dar­ gestellt werden. 4. Hitzeschutz für Kinder und Jugendliche Die Verwaltung prüft, wie Hitzeschutz insbesondere an Kitas, Schulen, Spielplätzen und anderen Einrichtungen für Kinder und Jugendliche verbessert werden kann. Dabei sollen insbesondere geprüft werden:  zusätzliche Verschattungsmöglichkeiten,  Begrünung und Baumpflanzungen,  Entsiegelung von Außenflächen,  Trinkwasserangebote,  hitzeangepasste Gestaltung von Aufenthalts- und Spielflächen,  temporäre Abkühlungsmöglichkeiten sowie  der Einsatz von Wassernebelanlagen an geeigneten Spielplätzen und Aufent­ haltsorten. Beim Einsatz von Wassernebelanlagen sollen Wasserverbrauch, Hygiene, Wartung, Be­ triebskosten und die jeweilige Eignung des Standorts berücksichtigt werden. 5. Schatten und temporäre Verschattung schaffen Für besonders hitzebelastete Plätze und Aufenthaltsbereiche soll geprüft werden, wo kurzfristig zusätzliche Verschattung geschaffen werden kann. Neben der langfristigen Pflanzung von Bäumen sollen dabei auch temporäre Lösungen wie mobile Sonnenschirme, Sonnensegel oder andere geeignete Verschattungsele­ mente,, zum Einsatz kommen. Ziel ist es, bereits für den Sommer 2027 an ausgewählten Orten eine spürbare Verbesse­ rung der Aufenthaltsqualität bei hohen Temperaturen zu erreichen. 6. Teilnahme am Wettbewerb „abpflastern“ Die Verwaltung prüft eine Teilnahme der Stadt Essen am deutschlandweiten Wettbewerb „abpflastern“ noch in der Saison 2026, soweit dies organisatorisch möglich ist, andern­ falls zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Dabei soll dargestellt werden, wie der Wettbewerb genutzt werden kann, um zusätzliche Entsiegelungspotenziale im öffentlichen und priva­ ten Raum zu aktivieren. Insbesondere soll geprüft werden, wie Bürger*innen, Unternehmen, Wohnungswirt­ schaft, Vereine, Schulen, Kitas und weitere Akteur*innen zum Entsiegeln und Begrünen motiviert und dabei unterstützt werden können. Es soll darüber hinaus geprüft werden:  wie die Stadt über den Wettbewerb informieren und zur Teilnahme motivieren kann,  ob eigene kommunale Entsiegelungsprojekte eingebracht werden können,  wie Beratungs- und Unterstützungsangebote für private und institutionelle Ei­ gentümer*innen geschaffen bzw. gebündelt werden können und  wie Entsiegelung gezielt in besonders hitze- und sozial belasteten Quartieren vorangetrieben werden kann. - 4 - Der Wettbewerb „abpflastern“ richtet sich ausdrücklich auch an Privatpersonen, Unter­ nehmen, Vereine und andere Organisationen; gemeldete Flächen werden der jeweiligen Kommune zugerechnet. Die Saison 2026 läuft bis zum 31. Oktober 2026. 7. Verknüpfung mit der Hitzeaktionsplanung Die Ergebnisse der vorgenannten Prüfungen sollen in die weitere Entwicklung und Um­ setzung des Hitzeaktionsplans der Stadt Essen einfließen. Die Verwaltung wird gebeten, die Ergebnisse einschließlich möglicher Umsetzungs­ schritte, Zuständigkeiten, Kosten und Fördermöglichkeiten den zuständigen politischen Gremien rechtzeitig vor Beginn der Hitzeperiode 2027 vorzulegen. Dabei sollen insbesondere Maßnahmen identifiziert werden, die kurzfristig umgesetzt werden können, sowie solche, die einer längerfristigen Planung und Finanzierung be­ dürfen. Essen hat mit dem HitzePortal, der Kühlortkarte und weiteren Maßnahmen der Hitzevorsorge wichtige erste Schritte unternommen. Das HitzePortal bündelt bereits Informationen zu Hitzewarnungen, gesund- heitlichen Risiken, Verhaltensempfehlungen, Kühlorten und Trinkwasserangeboten. Gleichzeitig arbeitet die Verwaltung an einem Hitzeaktionsplan. Angesichts zunehmender Hitzeperioden müssen diese Ansätze konsequent weiterentwickelt und stärker miteinander verknüpft werden. Denn Hitze betrifft Menschen und Stadtteile unterschiedlich stark. Beson- ders belastet sind dicht bebaute und stark versiegelte Quartiere mit wenig Grün, wenig Verschattung und hoher Wärmebelastung. Gleichzeitig sind ältere Menschen, alleinlebende Personen, Menschen mit ge- sundheitlichen oder sozialen Belastungen sowie Kinder besonders gefährdet. Hitzeschutz ist deshalb auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit und der Umweltgerechtigkeit. Kommu- naler Hitzeschutz muss ökologische, städtebauliche, gesundheitliche und soziale Maßnahmen zusam- mendenken. Es reicht nicht, den Menschen allein Empfehlungen zum richtigen Verhalten bei Hitze zu ge- ben. Die Stadt muss zugleich die Bedingungen schaffen, unter denen Menschen sich auch bei zunehmen- der Hitze sicher und gesund im öffentlichen Raum aufhalten können. Dazu gehören mehr Stadtgrün und Schatten, weniger versiegelte Flächen, ein klimaangepasster Umgang mit Wasser, zugängliche Trinkwasserangebote und ein dichtes Netz an Kühlorten. Ebenso wichtig sind niedrigschwellige Unterstützungsangebote für Menschen, die sich während einer Hitzewelle nicht selbst ausreichend schützen können. Der Hitzeschutz muss außerdem dort ansetzen, wo Menschen ihren Alltag verbringen: in Wohnquartieren, auf öffentlichen Plätzen, an Spielplätzen, in Kitas und Schulen sowie in Einrichtungen für ältere und unter- stützungsbedürftige Menschen. Mit dem Antrag soll deshalb kein paralleles Hitzeschutzsystem geschaffen werden. Vielmehr sollen beste- hende Strukturen miteinander verbunden, räumlich zielgenauer ausgerichtet und um konkrete Maßnah- men ergänzt werden. Ziel ist ein Hitzeschutz in Essen, der präventiv statt nur reaktiv, sozial gerecht statt nach dem Gießkannenprinzip und quartiersbezogen statt ausschließlich gesamtstädtisch wirkt. Mit freundlichen Grüßen Sandra Schumacher Stephan Neumann Fraktionsvorsitzende Fraktionsvorsitzender

Text aus PDF extrahiert