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Standortkonzept Städtische Bücherei Änderungsantrag der DIE GRÜNEN-Fraktion
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Riedstadt |
| Datum | 2026-11-03 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung
Fraktionsvorsitzende:
Sebastian Wispel – [email protected]
Angelika Postina – [email protected]
Bündnis 90 / Die Grünen, Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung
co Sebastian Wispel; Rainfeldstraße 4; 64560 Riedstadt
An den Vorsitzenden der
Stadtverordnetenversammlung der Stadt Riedstadt
Herrn Guido Funk
Riedstadt, den 25.10.2026
Antrag zur Stadtverordnetenversammlung am 05.11.2026
Antrag zur Einrichtung einer zentralen Stadtbücherei mit Schwerpunkt auf Kinder-und
Jugendliteratur und ergänzenden Angeboten
Einleitung
Das vorliegende Standortkonzept der Städtischen Bücherei in Riedstadt in seiner zweiten
ergänzenden Fassung bietet die Grundlage die Büchereien-Landschaft in Riedstadt neu zu denken.
Die Herausforderung besteht darin, den bildungspolitischen und kulturellen Auftrag einer Bücherei
zu erfüllen und gleichzeitig die finanzielle Belastung für den städtischen Haushalt durch das
Betreiben einer Bücherei vertretbar zu halten.
Dass dies herausfordernd ist, erkennt man auch an den zum Teil weit auseinanderliegenden
Vorschlägen der Fraktionen, die von einem unveränderten Beibehalten der bisherigen Strukturen bis
zu einem völligen Auflösen der Strukturen reichen. Da es sich um eine sogenannte freiwillige
Leistung der Stadt handelt, wäre auch das Einstellen dieser Leistung zudem denkbar und damit die
Übergabe der Aufgabe an einen Verein der Bürgerschaft möglich.
Die Fraktion DIE GRÜNEN möchte den bildungspolitischen und kulturellen Auftrag der Bücherei
gewährleisten, indem sie eine inhaltliche Neuausrichtung anstrebt und die finanzielle Belastung
mittel- bis langfristig minimiert, indem die Bücherei ausschließlich an einem Standort - einer bereits
in städtischer Hand befindlichen Liegenschaft - betrieben wird. Die Variante C des
Standortkonzeptes mit der Zentralisierung unter Nutzung der städtischen Liegenschaft
Pestalozzistraße 4 und die Fokussierung auf die Nutzergruppe 0 bis 16 Jahre entspricht dem.
Dieser Antrag fügt sich damit schlüssig in das Bestreben ein, die städtische Infrastruktur zu bündeln
und die fünffache Bevorhaltung von Einrichtungen aufzugeben und damit Synergieeffekte zu heben
so wie es dem Ursprungsgedanken der Gebietsreform vor 50 Jahren mit der Zusammenlegung der 5
Stadtteile entspricht.
Antrag
Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Riedstadt möge daher beschließen:
1. Ab dem Jahr 2029 wird eine Zentralbibliothek am Standort Goddelau, Pestalozzistraße 4
betrieben.
2. Die Standorte Crumstadt, Erfelden und Wolfskehlen werden ab dem Jahr 2027 geschlossen.
Der Mietvertrag für den Standort Wolfskehlen ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu
kündigen.
3. Die Standorte Goddelau Rathaus sowie Leeheim werden wird bis zur Eröffnung der neuen
Zentralbücherei im Jahr 2029 weiterbetrieben. Nach Eröffnung der Zentralbibliothek werden
auch diese beiden Standorte aufgegeben.
4. Nach Aufgabe des Standorts Goddelau Rathaus ist eine Anschlussverwendung dieser
Räumlichkeiten zu prüfen. Ziel ist es, die Kosten für Mietverhältnisse zu reduzieren, indem
Bereiche wie die Stadtpolizei aus bisher angemieteten Räumlichkeiten in eigene
Räumlichkeiten zurückverlagert werden.
5. Die Bücherei ist ab sofort inhaltlich auf den Kinder- und Jungendbereich auszurichten. Dies
betrifft sowohl die Medien als auch die weiteren Angebote.
6. Den Medienbestand an Erwachsenenliteratur wird ab sofort sukzessive durch geeignete
Maßnahmen (Verkauf an modernes Antiquariat, Schenkung an andere Büchereien o.ä.)
abgebaut. Weitere Neu- oder Ersatzanschaffungen für Erwachsenenliteratur werden nicht
getätigt.
7. Insbesondere für die Zielgruppe der Erwachsenen ist die Online-Ausliehe Hessen und auch
über 2029 hinaus weiterzubetreiben.
8. Es sollen weiterhin Ehrenamtliche geworben werden, um die Öffnungszeiten Präsenzzeiten
der Standorte Goddelau und Leeheim und später der Zentralbücherei zu verlängern und sie
damit attraktiver zu machen.
Darüber hinaus wird der Magistrat gebeten, folgende Aspekte zu prüfen und weiter auszuarbeiten:
9. Es ist zu prüfen und konkret zu beschreiben, wie die Ortschaften Crumstadt, Erfelden und
Wolfskehlen ab 2027 niederschwellig mit einem Angebot versorgt werden können. Hierzu
sind konkrete Gespräche mit möglichen Kooperationspartnern wie Gewerbetreibenden,
Kirchengemeinden, Vereinen oder anderen Institutionen zu führen. Wenn dies nicht zu
Erfolg führt sind alternativ Bücherschränke, die einmal in der Woche mit der
Bestandsliteratur gefüllt werden (ohne Rückgabeannahme) zu prüfen. Nach Aufgabe des
Standorts Leeheim in 2029 soll das ausgearbeitete Angebot auch auf Leeheim erweitert
werden.
10. Es ist zu prüfen und konkret zu beschreiben, ob eine Kooperation mit dem Bücherbus der
Stadt Darmstadt möglich wäre und zu welchen Konditionen.
11. Es ist (unter Zu Hilfenahme der Hessischen Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken
(www.hessenoebib.de)) zu prüfen und konkret zu beschreiben, ob und welche Fördergelder
für diese Neuausrichtung beantragt werden können.
Begründung
Das Standortkonzept vom September 2026 weist verschiedene Varianten auf. Die Variante C –
Zentralisierung mit Schwerpunkt auf die Nutzergruppe 0 bis 16 Jahre hat folgende Vorteile: (Die
nachfolgenden Zahlenangaben basieren auf den Daten aus dem Standortkonzept).
• Die Pestalozzistraße 4 befindet sich im städtischen Eigentum, ist relativ neu, liegt
unmittelbar an Schule und Kita, verfügt über ÖPNV-Anbindung, Parkmöglichkeiten und
einen barrierefrei zugänglichen Erdgeschossbereich. Die Gesamtfläche beträgt etwa 292 m2
• Das Gebäude steht ab 2029 wieder zur Verfügung.
• Mittelfristig Wegfall der Instandhaltungsleistungen der baulich in die Jahre gekommenen
anderen Bücherei-Gebäuden
• Die Altersgruppe ist für die Entwicklung von Lesekompetenz und Bildung besonders
relevant
• Zudem entfällt ein wesentlicher Teil der Ausleihen (49%) bereits heute auf Kinder- und
Jugendliteratur
Mit dem Schwerpunkt auf die Kinder und Jugendlichen ist eine klare Ausrichtung gegeben. Diese
Ausrichtung auf Kinder und Jugendliche ist aus mehreren Gründen sinnvoll und richtig.
Zum einen geht es hier um die Bildungsauftrag „Förderung der Lesekompetenz“, der an diese
Zielgruppe anknüpft. Diese soll im Medienbestand und auch in den Angeboten stärker als bisher in
den Fokus rücken.
Die übrigen Zielgruppen können die Onlineausleihe nutzen, sodass ein Angebot weitergegeben ist.
In der Übergangsphase bis voraussichtlich 2029 bleibt die Möglichkeit bestehen, dass auch
Erwachsene Literatur an den Standorten Goddelau und Leeheim bekommen. Es werden allerdings
keine neuen Medien für Erwachsene angeschafft.
Der zweite Kernpunkt ist die Zentralisierung am Standort Pestalozzistraße. Dieser Standort bietet
aus unserer Sicht deutlich bessere Möglichkeiten als die 5 bisherigen Standorte, das Angebot für
Kinder und Jugendliche zu verbessern. Dies liegt an den Platzverhältnissen, aber auch an der schon
angesprochenen Nähe zu weiteren Bildungseinrichtungen. Diese Zentralisierung ist aus Sicht der
Antragsteller unabhängig von der finanziellen Seite ein echter Zugewinn an Qualität verglichen mit
dem Status quo.
Sicherlich wäre der Ausbau einer Bücherei zu einem sog. „dritten Ort“ mit Aufenthaltsräumen und
Arbeitsplätzen und entsprechendem breitgefächerten Veranstaltungsangebot für alle Altersklassen
optimal. Dies allerdings ist vor dem Hintergrund der schlechten Haushaltslage Riedstadts nicht
umsetzbar. Dies kann ggf. später erfolgen, wenn dazu Mittel bereitstehen.
Aus diesem Grund stellt der vorliegende Antrag die bestmögliche Variante dar. Sie behält die
Bücherei in der Stadt und richtet sie inhaltlich für die Zukunft aus indem sie sich auf Kinder und
Jugendliche konzentriert. Sie erfüllt den bildungspolitischen Auftrag indem sie Kinder und
Jugendliche an die Literatur heranführt, soziale Werte vermittelt und bei deren
Persönlichkeitsentwicklung hilft.
Finanzielle Auswirkungen und Gegenfinanzierung
Zeitraum 2027 bis 2029
Einsparpotential bei Schließung der genannten Standorte im Einzelnen:
Crumstadt: 6.859 € jährlich,
Erfelden: 2.036 € jährlich,
Wolfskehlen: 10.000 € jährlich (je nach Kündigungsfrist)
jährlich rd. 18.800 €
von 2027 bis 2029 geschätztes Einsparpotential von 56.400 €
Zeitraum ab 2029
Einsparung von weiteren rund 5.000 € durch die Zentralisierung in Goddelau P-Straße
jährliche Einsparung von 23.800 €
Weitere nicht bezifferte Positionen:
- Wegfall von Mietkosten für den aktuellen Standort der Stadtpolizei ab 2029
- Verringerung der Instand- und Unterhaltungskosten
- weitere möglich Erlöse durch Verkauf der Liegenschaften
Demgegenüber stehen in 2029 Investitionen von voraussichtlich 150.000 €. Diese würden sich in
etwa 6 Jahren durch die jährlichen Einsparungen tragen.
Auswirkungen auf den Klimawandel:
keine direkten Auswirkungen erkennbar. Weniger Fahrten durch Stärkung der Onlineausleihe. Mehr
Fahrten durch Zentralisierung. Besserer Energiebilanz durch moderneres Gebäude.
Behandlung in folgendem Ausschuss:
Inhaltlich im SKS, hinsichtlich finanzieller Auswirkungen im HFW
Mit freundlichen Grüßen
- Angelika Postina, stellvertretende Sebastian Wispel,
Fraktionsvorsitzende Fraktionsvorsitzender -
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