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Verbesserung der Sicherheit durch gezielte Maßnahmen - Antrag 20/007 der CDU-Fraktion
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Limburg an der Lahn |
| Datum | 2026-11-16 geplant |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Verbesserung der Sicherheit durch gezielte Maßnahmen
- Antrag 20/007 der CDU-Fraktion
Beschlussvorschlag:
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
1. Aufnahme in das Sicherheitsprogramm „KOMPASSbahnhof“ der Deutschen Bahn
(DB) gemeinsam mit der Hessischen Landespolizei und der Bundespolizei,
2. die Videoüberwachung an dem Standort Unterführung Frankfurter Str. /„Gaseweg“
umzusetzen,
3. gemeinsam mit der Polizei im Bereich des Tal Josaphat eine mobile
Videoüberwachung einzurichten; über die Erfahrungen mit der mobilen
Videoüberwachung soll zu gegebener Zeit im Haupt- und Finanzausschuss
berichtet werden,
4. zu prüfen, ob eine Videoüberwachung am Standort Unterführung Birkenallee/ Im
Ansper umgesetzt werden kann,
5. die Erweiterung einer Waffenverbotszone auf weitere Bereiche der Innenstand zu
prüfen und umzusetzen, und zwar ohne zeitliche Einschränkung (Bezug: § 42 Abs.
5 Waffengesetz),
6. die Einführung von Bodycams und Pfefferspraypistolen zur Erhöhung der
Sicherheit für Stadtpolizei und Bürger zu testen; über die Ergebnisse soll zu
gegebener Zeit im Haupt- und Finanzausschuss berichtet werden,
7. den Bereich des Bahnhofs, der Bushaltestellen und der dortigen Grünanlagen rund
um die Uhr insgesamt deutlich heller auszuleuchten und im Zeitfenster von 6 bis
22 Uhr darüber hinausgehend die Wegebereiche taghell zu illuminieren.
8. die Zugangswege, Treppenabgänge und die Unterführungen selbst deutlich heller
als bislang auszuleuchten
9. Den Bahnhofsplatz intensiver in städtische Veranstaltungen einzubeziehen
10. den 10-Punkte-Vereinbarung der Stadt Limburg mit der PD Westhessen aus 2024
zu evaluieren und in Abstimmung mit der Polizei zu aktualisieren.
Begründung:
„Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung sind die wichtigsten Kriterien, damit sich Bürger
und Gäste in Limburg wohlfühlen; diese Kriterien sind zugleich „Standortfaktor“ und
somit auch für den Einzelhandel sowie die Gastronomie von erheblicher Bedeutung.
Obgleich in den letzten Jahren verschiedenste Maßnahmen eingeleitet wurden, die zu
Verbesserungen des Sicherheitsgefühls der Bürgerinnen und Bürger Limburgs
beitragen sollten, sind aus der Bevölkerung nach wie vor andere Signale zu
vernehmen. Dies zeigen auch die Bürgerbefragungen der letzten Jahre deutlich. Ein
Trend zur Verbesserung des subjektiven Sicherheitsgefühls ist trotz der umgesetzten
Maßnahmen nicht wirklich erkennbar. Die gefühlte (Un-)Sicherheitslage in Limburgs
Innenstand führt jedenfalls dazu, dass die Menschen die Limburger Innenstadt
zunehmend meiden. Hier muss dringend gegengesteuert werden!
...
- 2 -
Mit den o.g. konkreten Maßnahmenvorschlägen möchte die CDU-Fraktion gezielte und
wirkungsvolle Schritte zur Verbesserung des Sicherheitsgefühls zeitnah umsetzen
lassen.
Was ist bisher veranlasst/umgesetzt worden?
Die Stadtverordnetenversammlung hat sich in den letzten 10-15 Jahren durchgehend
mit diesem Thema befasst/befassen müssen. Es gab mehrere Bürgerbefragungen
zum Sicherheitsgefühl in Limburg; Historie/Lagebild der Untersuchungen zur
Sicherheit in 2010, 2017 und 2021 sind bekannt. Wir erinnern uns: Eine sehr
umfassende Bürgerbefragung unter Begleitung der Hessischen Polizei-
Fachhochschule erfolgte 2017 durch Herrn Prof. Gerhard Schmelz mit dem „Projekt
Limburg 2017 subjektives Sicherheitsgefühl und persönliche Angsträume in Limburg
a. d. Lahn, Stand: Juli 2018“ (Ds. 18/419 vom 24.10.2018). Aus diesem Bericht wurden
eine Vielzahl von Vorschlägen abgeleitet und beschlossen, u.a. die Teilnahme an dem
„KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel (KOMPASS)“ des Hessischen Ministerium
des Innern und für Sport (> Maßnahmenpaket im Sicherheitskonzept vom 16.10.2018).
Seit 2018 ist die Stadt Limburg "KOMPASS-Kommune". Nach der Bürgerbefragung im
Jahr 2017 und den Auftaktgesprächen im Jahr 2018, kam es im Mai 2019 zur ersten
gemeinsamen Sicherheitskonferenz, weitere Sicherheitskonferenzen folgten.
Insbesondere die Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls der Bevölkerung ist Ziel
des KOMPASS-Programms und erlangt gerade in Limburg eine besondere
Bedeutung. Denn hier gibt es eine deutliche Diskrepanz zwischen dem objektiven
Kriminalitätsaufkommen und dem subjektiven Sicherheitsgefühl der Bevölkerung.
Auf Grundlage des Sicherheitskonzeptes der Stadt Limburg sowie der Arbeit als
Kompass-Kommune hatte die Stadtverwaltung mit dem PP Westhessen seinerzeit 10
Punkte für die Verbesserung der Sicherheit vereinbart (vgl. Mitteilung 24/009 v.
25.03.2024). Einige dieser Maßnahmen sind bereits umgesetzt wie z.B. die
Waffenverbotszone am Bhf. oder die Ausweitung der Videoüberwachung auf den
Bereich der Fußgängerzone.
Ein SvO für die Innenstadt: Der von der CDU bereits im Wahlprogramm geforderte
Schutzmann vor Ort (SvO) wird sich in der Innenstadt künftig um die persönlichen
Anliegen der Bürgerinnen und Bürger kümmern, wie Polizeipräsident Björn Gutzeit in
der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 19.08.26 mitteilte. Die Maßnahme
ist ein weiterer wichtiger Baustein der Sicherheitsarchitektur in Limburg, mit
dem Ziel, als Polizei für alle sichtbar präsent und direkt ansprechbar zu sein. Die
sichtbare Präsenz von Polizei und gezielte Kontrollen an Brennpunkten sind
essenziell, um das subjektive Sicherheitsgefühl in der Innenstadt signifikant zu
verbessern. Durch tägliche Begegnungen auf der Straße, mit den Einzehändlern, die
Vernetzung zu örtlichen Vereinen und Institutionen sowie die Teilnahme an lokalen
Veranstaltungen, zeigt der SvO wirksame Präsenz.
Zu 1: Sicherheitsprogramm „KOMPASSbahnhof“
Wir wünschen uns eine Aufnahme in das Sicherheitsprogramm „KOMPASSbahnhof“
der Deutschen Bahn gemeinsam mit der Hessischen Landespolizei, idealerweise
verbunden mit der Einrichtung eines gemeinsamen Sicherheitszentrums am Bahnhof
„unter einem Dach“ mit allen relevanten Akteuren wie der Deutsche Bahn, der
Bundespolizei und der Stadtpolizei.
...
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Laut dem Magistrats-Bericht zum Thema „Sicherheit in Limburg“ (Bericht 25/ 123 vom
16.04.2025) ist die derzeitige Kommunikation mit der Deutschen Bahn aufgrund der
breit aufgestellten Zuständigkeiten offensichtlich sehr zeitintensiv,
Abstimmungsprozesse extrem schwierig.
Mit der Teilnahme am Sicherheitsprogramm „KOMPASSbahnhof“ erwarten wir eine
deutliche Verbesserung und klare Zuständigkeiten/Ansprechpartner, auch auf Seiten
der Deutschen Bahn, um das subjektive Sicherheitsgefühl auch im Bereich des
Bahnhofsgeländes signifikant zu verbessern.
Die mittelfristige Zusammenführung aller relevanten Akteure „unter einem Dach“ sollte
als Ziel forciert werden.
Zu 2/3/4/5: Ausweitung der Videoüberwachung und der Waffenverbotszone
Das vorrangige Ziel ist, einen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung vor Straftaten zu
leisten und damit das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger zu stärken.
Kriminalitätsformen, die im öffentlichen Raum stattfinden, sollen verhindert oder
zumindest reduziert werden. Zu solchen Kriminalitätsformen gehören z. B. die
Straßenkriminalität (z. B. Raub- und Körperverletzungsdelikte, bestimmte
Eigentumsdelikte und Sachbeschädigungen) sowie die Betäubungsmittelkriminalität.
Das Risiko, durch Videoschutzanlagen erfasst zu werden, schreckt potenzielle Täter
von der Tatbegehung ab und reduzieren die Zahl der begangenen Straftaten.
Die Ausweitung der Videoschutzanlage auf weitere Brennpunkte (z.B. Frankfurter
Straße, Im Ansper; das war bereits Thema im Ortsbeirat) sowie der
Waffenverbotszone auf weitere Bereiche in der Innenstadt, und zwar ohne zeitliche
Beschränkung, muss u.E. zügig weiterverfolgt werden. Es gibt keine Notwendigkeit im
Stadtgebiet Waffen mit sich herumzutragen. Die Polizei muss überall und zu jeder Zeit
in diesen Bereichen dazu berechtigt sein, Durchsuchungen von Personen „ohne
begründeten Verdacht“ vornehmen zu können.
Auch den Einsatz mobiler Videoüberwachung sehen wir als einen wichtigen Baustein
der Sicherheitsarchitektur für Limburg. Die mobile Überwachung kann dort flexibel
eingesetzt werden, wo fest installierte Überwachungen im öffentlichen Raum zu
Verlagerungseffekten geführt haben. So kann man z.B. der „Szenen-“Verlagerungen
vom Bahnhofsplatz zum Tal Josapfad kurzfristig und wirksam begegnen.
Zu 6: Bodycams und Pfefferspraypistolen für die Stadtpolizei
Im Zuge der Novellierung des Hessischen Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und
Ordnung wurde am 12. Dezember 2024 im Hessischen Landtag beschlossen, dass
Mitarbeiter der Stadtpolizei Bodycams tragen dürfen. Dieses Gesetz trat am 2. Februar
2025 in Kraft.
Ziel ist es, eine vollständige Ausstattung aller im Außendienst eingesetzten Streifen
sicherzustellen. Die (zunächst testweise) Einführung der Bodycams soll sowohl für den
täglichen Streifendienst als auch im Rahmen von Kooperationen mit der Landespolizei
bei gemeinsamen Streifen eingesetzt werden. Sie sollen nach Anschaffung und
Schulung flächendeckend im gesamten Stadtgebiet eingesetzt werden, wobei ein
Schwerpunkt auf publikumsintensiven Bereichen und bekannten
...
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Einsatzschwerpunkten liegen sollte. Die Bodycams sollen nach erfolgreicher
Testphase künftig als regulärer Bestandteil der persönlichen Ausrüstung in den
Dienstbetrieb integriert werden.
Einen erhöhten Sicherheitsgewinn für die Eigensicherung, aber auch den Schutz der
Bürgerinnen und Bürger, würde zudem der Ersatz des klassischen Pfeffersprays durch
Pfefferspraypistolen darstellen. Dieses u.a. auch als Jet Protector bezeichnete
Pfefferspray bietet im Vergleich zum herkömmlichen Pfefferspray eine deutlich höhere
Reichweite, Präzision und Zuverlässigkeit in Not- und Gefahrensituationen.
Insbesondere die größere Reichweite von 7 Metern führt dazu, dass der Jet Protector
auch bei Angriffen mit Messern sicher eingesetzt werden kann. Dadurch, dass der
Wirkstoff erst an der angreifenden Person freigesetzt wird, besteht ein deutlich
geringeres Risiko, dass Passanten oder die Stadtpolizei selbst den Aerosolnebel
abbekommen. Gute Erfahrungen mit dem Jet Protector haben unter anderem die
Stadtpolizei in Hattersheim und Mainz gemacht. Die Pfefferspraypistolen sollen
ebenfalls zunächst im Rahmen einer Testphase eingesetzt werden und nach
erfolgreicher Testphase künftig als regulärer Bestandteil der persönlichen Ausrüstung
in den Dienstbetrieb integriert werden.
Zu 7/8: Bessere Beleuchtung
Insbesondere in der dunklen Jahreszeit, aber auch an späten Sommerabenden,
werden Unterführungen und deren Umfeld, aber auch der gesamte Bahnhofsvorplatz
inkl. Grünanlagen als zu dunkel wahrgenommen. Dies verstärkt das ohnehin
bestehende Unsicherheitsgefühl vieler Passanten in diesen Bereichen. Etliche Städte
wie z.B. Frankfurt haben darauf reagiert, indem sie diese Bereiche mit deutlich hellerer
Beleuchtung ausgestattet haben, so dass es abends und frühmorgens dort taghell ist.
Dadurch lässt sich mit einfachen Mitteln eine Steigerung des Sicherheitsgefühls
erzielen. U.E. ist es dabei wichtig, auch die Grünanlagen rund um den
Bahnhofsvorplatz wesentlich heller auszuleuchten.
Zu 9: Einbezug Bahnhofsplatz als Veranstaltungsort
Diverse Veranstaltungen der Vergangenheit (z.B. Fahrten mit der Mini-Bahn in der
Adventszeit, Tag der Landwirtschaft od. Oldtimer-Ausstellung) zeigen, dass bei einer
Belebung des Bahnhofsplatzes die Frequenz und Aufenthaltszeit der Limburgerinnen
und Limburger auf dem Platz deutlich zunimmt. Damit einher geht, dass Bänke und
Wege in diesen Zeiten von allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern genutzt werden, was
die Aufenthaltsqualität und damit das Sicherheitsgefühl deutlich verbessert. Insofern
sollte es das Ziel sein, bei städtischen Veranstaltungen bzw. in der Innenstadt
stattfindende Veranstaltungen, wann immer es vom Konzept her möglich ist, auch den
Bahnhofsplatz als Veranstaltungsort einzubeziehen.
Zu 10: Evaluation des 10-Punkte-Plans der Stadt Limburg mit der PD
Westhessen
Schließlich regen wir an, den 10-Punkte-Plan einer Evaluation zu unterziehen und
bitten den Magistrat, die seit 2024 bestehende Vereinbarung der Stadt Limburg mit der
PD Westhessen zu überarbeiten. Einerseits sind bereits einige Punkte abgearbeitet,
andererseits können durch Zeitablauf und/oder besserer Erkenntnis einige Punkte
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konkretisiert oder um neue Maßnahmenvorschläge ergänzt werden. Wir bitten um Ihre
Unterstützung für diesen Antrag.
Weitere Begründung erfolgt ggf. mündlich.
Mit freundlichen Grüßen
gez.
Richard Eisenbach
Vorsitzender der CDU-Stadtverordnetenfraktion
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