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Antrag der Fraktionen FDP/Grüne/Freie Wähler und SPD - Haltestellenumbenennung

Ergebnis unbekannt
TypAntrag
GemeindeGüstrow
Datum2026-11-05 geplant
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Barlachstadt Güstrow Antrag VIII/0382/26 Nummer Datum: 27.10.2026 Bezugnummer: Fraktion: FDP/Grüne/Freie Wähler; SPD Verfasser/-in: Havemann, Maria Mitwirkendes Amt: Rechtliche Prüfung: Rechtliche Grundlage für die Zu- ständigkeit des Hauptausschusses/ der Stadtvertretung: Beratungsfolge Termin Status Stadtvertretung 05.11.2026 öffentlich beschließend Betreff: Antrag der Fraktionen FDP/Grüne/Freie Wähler und SPD - Haltestellenumbenennung Beschluss: Die Stadtvertretung der Barlachstadt Güstrow spricht sich in ihrer Sitzung am 05.11.2026 dafür aus, die bisherige Bushaltestelle „Am Suckower Graben“ in „Jüdischer Friedhof“ umzubenennen, um die Sichtbarkeit und Würdigung des jüdischen Erbes der Stadt zu stärken. Der Bürgermeister wird beauftragt, die rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen für die Umbenennung zu prüfen und die hierfür notwendigen Abstimmungen mit dem zuständigen Landesamt für Straßenbau und Verkehr sowie dem Verkehrsunternehmen REBUS vorzunehmen. Dabei soll insbesondere geprüft werden, ob die Bezeichnung „Jüdischer Friedhof“ angesichts der unmittelbaren räumlichen Nähe der Haltestelle zum jüdischen Friedhof tatsächlich den Anforderungen an eine eindeutige örtliche Orientierung widerspricht. Zudem soll geprüft werden, wie eine mögliche Umbenennung sinnvoll in die regulären betrieblichen Abläufe, beispielsweise im Rahmen eines Fahrplanwechsels, integriert werden kann. Die Ergebnisse der Prüfung sind der Stadtvertretung zur erneuten Beratung und abschließenden Beschlussfassung vorzulegen. Problembeschreibung/Begründung: Güstrow blickt auf mehr als 700 Jahre jüdische Geschichte zurück. Jüdische Bürgerinnen und Bürger waren über Jahrhunderte Teil des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens unserer Stadt. Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurde die jüdische Gemeinde durch Ausgrenzung, Verfolgung und Deportationen nahezu vollständig ausgelöscht. Während der Novemberpogrome 1938 wurden die Synagoge in der Krönchenhagen zerstört, die Trauerhalle auf dem jüdischen Friedhof in Brand gesetzt und der Friedhof geschändet. Heute erinnern dort nur noch acht Grabsteine an die einstige jüdische Gemeinde. Während Stolpersteine und eine Gedenktafel in der Innenstadt bereits an das jüdische Leben in Güstrow erinnern, ist der jüdische Friedhof im öffentlichen Bewusstsein bislang wenig präsent. Die Umbenennung der unmittelbar benachbarten Bushaltestelle „Am Suckower Graben“ in „Jüdischer Friedhof“ würde diesen historischen Ort stärker sichtbar machen und das jüdische Erbe als Teil unserer Stadtgeschichte würdigen. Erinnerung darf nicht nur an Gedenktagen stattfinden. Sie muss auch im Alltag ihren Platz haben. Mit der Umbenennung setzt die Barlachstadt Güstrow ein dauerhaftes Zeichen gegen das Vergessen und gegen Antisemitismus. Finanzielle Auswirkungen:  Ja  Nein

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