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Kita-Strategie-Konzept der Stadt Zwickau
Angenommen28 Ja · 2 Nein · 12 Enthaltung
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Zwickau |
| Datum | 2026-10-29 |
| Datenstufe | Nur Ergebnisse |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Datum: 14.09.2026
Drucksachen-Nr. BV/116/2026
Einreicher: Amt für Familie, Schule und Soziales
Beschlussvorlage
Beratung und Beschlussfassung im Öffentlichkeitsstatus
Kultur-, Sozial-, Sport- und Bildungsausschuss am: 08.10.2026 nicht öffentlich
Stadtrat am: 29.10.2026 öffentlich
Betreff:
Kita-Strategie-Konzept der Stadt Zwickau
Beschlussvorschlag:
1. Das Kita-Strategie-Konzept der Stadt Zwickau (KiSKo) wird gemäß Anlage beschlos-
sen.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, zu den einzelnen Maßnahmen des Kita-Strategie-Kon-
zepts der Stadt Zwickau erforderliche Beschlussvorlagen zu erarbeiten und den zu-
ständigen Fachausschüssen bzw. dem Stadtrat vorzulegen, soweit dies in der Folge
gemäß den Regularien des Gesetzes über Kindertagesbetreuung (SächsKitaG)
und/oder der Hauptsatzung erforderlich wird.
3. Die Oberbürgermeisterin wird ermächtigt, das Kita-Strategie-Konzept der Stadt
Zwickau eigenverantwortlich umzusetzen, soweit einzelne Maßnahmen nicht einer ge-
sonderten Beschlussfassung im Sinne des Beschlusspunktes 2. bedürfen.
Ortsrecht Investitionsmaßnahme Neue freiwillige Aufgabe
Finanzielle Auswirkungen
keine haushaltsmäßige Berührung Ausgabenerhöhung Bemerkung:
Einnahmeerhöhungen Mittel stehen zur Verfügung
Einnahmeminderungen Mittel stehen nicht zur Verfügung
Ausgabenminderung Folgekostenberechnung in Anlage
13.10.2026
Oberbürgermeisterin
Blatt-Nr.: 2
Datum der Vorlage: 14.09.2026
Drucksachen-Nr.: BV/116/2026
Einreicher: Amt für Familie, Schule und Soziales
Begründung:
zu 1.)
Die Stadtverwaltung Zwickau hat in Zusammenarbeit mit den freien Trägern von Kinder-
tageseinrichtungen das vorliegende Kita-Strategie-Konzept (nachfolgend: KiSKo) erarbei-
tet.
Das KiSKo verfolgt primär das Ziel, eine transparente, verlässliche und gemeinsam getra-
gene Strategie zur Kapazitätsreduzierung im Stadtgebiet aufzuzeigen. Angesichts des de-
mografischen Wandels und veränderter Bedarfe ist ein proaktives Handeln aus Sicht der
Stadtverwaltung Zwickau zwingend erforderlich. Um eine ganzheitliche und nachhaltige
Planung zu gewährleisten, wurden im Rahmen der Konzepterstellung unter anderem bau-
liche, finanzielle, bedarfsplanerische sowie demografische und städteplanerische Aspekte
intensiv und übergreifend betrachtet. Nur durch diese Verknüpfung von städtebaulicher
Entwicklung und realer Bevölkerungsentwicklung lassen sich Fehlinvestitionen vermeiden
und bestehende Ressourcen optimal steuern.
Im Zuge dieser notwendigen Konsolidierung müssen alle Optionen unvoreingenommen
geprüft werden. Vor diesem Hintergrund sind dauerhafte Schließungen von einzelnen Ein-
richtungen als eine letzte Option leider nicht pauschal auszuschließen. Wenn die demo-
grafische Prognose für bestimmte Stadtteile einen massiven Rückgang der Kinderzahlen
voraussagt oder bauliche Mängel eine wirtschaftliche Sanierung verhindern, müssen im
Sinne einer verantwortungsvollen Haushaltsführung auch harte strukturelle Entscheidun-
gen in Erwägung gezogen werden.
Der Fokus des KiSKo liegt jedoch explizit nicht auf einem reinen Rückbau, sondern auf ei-
ner gestalterischen Transformation der Kindertagesbetreuung in der Stadt Zwickau. Es
soll daher intensiv um alternative Nutzungsmöglichkeiten von betroffenen Einrichtungen
und um eine dauerhafte, qualitative Reduzierung der vorhandenen Platzkapazitäten im
frühkindlichen Bereich gehen. Freiwerdende Räumlichkeiten können beispielsweise umge-
nutzt werden. Zudem bietet die Verringerung von Platzkapazitäten in bestehenden Häu-
sern die Chance, Raumkonzepte großzügiger zu gestalten und damit die pädagogische
Qualität für die verbleibenden Kinder spürbar zu erhöhen. Das KiSKo dient somit als stra-
tegischer Kompass, um den unvermeidbaren Rückbau in einen qualitativen Entwicklungs-
prozess für unsere gesamte städtische Infrastruktur zu überführen.
In diesem Zusammenhang gilt es nachdrücklich zu betonen, dass sich die Stadtverwal-
tung Zwickau uneingeschränkt zu einer qualitativ hochwertigen und finanziell auskömmli-
chen Kinderbetreuung bekennt. Eine zeitgemäße frühkindliche Bildung bildet das Funda-
ment für die Chancengleichheit und die gesunde Entwicklung nachfolgender Generatio-
nen. Daher investiert die Stadt auch zukünftig gezielt in die Modernisierung der Infra-
struktur, die kontinuierliche Weiterbildung des pädagogischen Fachpersonals und die Si-
cherung eines bedarfsgerechten Betreuungsangebots. Ein zentraler Baustein dieser Stra-
tegie ist das klare Bekenntnis zu einer großen Träger- sowie Einrichtungsvielfalt. Die
enge Partnerschaft zwischen kommunalen, kirchlichen und freien Trägern stellt sicher,
dass Familien aus einem breiten Spektrum an pädagogischen Konzepten wählen können.
Diese Vielfalt spiegelt die Pluralität unserer Gesellschaft wider und ermöglicht eine maß-
geschneiderte Betreuung, die sich flexibel an den individuellen Bedürfnissen der Kinder
und den Lebensrealitäten der Eltern orientiert.
Dieses umfassende und zukunftsorientierte Betreuungsangebot darf jedoch kein Privileg
sein. Daher steht über allen planerischen und finanziellen Erwägungen das fundamentale
Ziel: Die Kinderbetreuung muss letztendlich auch zukünftig für alle Familien absolut be-
zahlbar bleiben. Eine verlässliche und bezahlbare Kita-Struktur ist der entscheidende
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Datum der Vorlage: 14.09.2026
Drucksachen-Nr.: BV/116/2026
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Schlüssel, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf realisierbar zu machen, den Fach-
kräftemangel in der Region zu bekämpfen und soziale Hürden effektiv abzubauen. Die
Stadtverwaltung sieht es als ihre dauerhafte Kernaufgabe an, die Balance zwischen höch-
ster Betreuungsqualität, einer soliden Finanzierung der Träger und der sozialen Verträg-
lichkeit bei den Elternbeiträgen langfristig zu sichern.
Damit leisten wir einen entscheidenden Beitrag für die Attraktivität sowie die Zukunftsfä-
higkeit der Großen Kreisstadt Zwickau. Eine exzellente und verlässliche Betreuungsinfra-
struktur ist heute ein zentraler weicher Standortfaktor. Die Investition in unsere Kinder
ist daher immer auch eine direkte Investition in die wirtschaftliche und demografische Vi-
talität unserer Stadt.
Jedoch steht diese wichtige Zukunftsaufgabe vor massiven Rahmenbedingungen: Die be-
grenzt zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen müssen – nicht zuletzt wegen
der anhaltend schwierigen Haushaltslage – noch gezielter und strategischer eingesetzt
werden. Angesichts schrumpfender Spielräume im Etat kann es kein ungesteuertes „Wei-
ter so“ geben. Jede Investition und jede Strukturmaßnahme müssen präzise auf ihre
Wirksamkeit und Nachhaltigkeit hin überprüft werden, um Verschwendung zu vermeiden
und die Effizienz zu maximieren.
Diese finanzielle Disziplin ist zwingend notwendig, um den hohen Standard in der Kinder-
betreuung zu erhalten, bei gleichzeitig sinkenden Kinderzahlen. Der demografische Wan-
del stellt uns vor eine doppelte Herausforderung: Während die Geburtenraten und damit
die Belegungszahlen in den Einrichtungen spürbar zurückgehen, steigen die Kosten für
Personal, Energie und moderne Pädagogik kontinuierlich an.
Sinkende Kinderzahlen dürfen jedoch keinesfalls zu einem Qualitätsabbau führen. Viel-
mehr gilt es, dies als Chance zu begreifen. Nur durch ein kluges, vorausschauendes Res-
sourcenmanagement und einer gezielten Kapazitätsreduzierung gelingt es uns, die Ba-
lance zwischen Haushaltskonsolidierung, sinkenden Kinderzahlen und erstklassiger früh-
kindlicher Bildung langfristig zu sichern.
Alle Freien Kita-Träger widmeten sich bereits im Oktober 2025 gemeinsam mit der Ver-
waltung intensiv dem Thema der sinkenden Kinderzahlen. Daraufhin erging durch die
Stadtverwaltung der Auftrag bis März 2026 über Maßnahmen und Beiträge zur Reduzie-
rung von Platzkapazitäten nachzudenken. Seit Ende Februar 2026 bis Ende Juni 2026 er-
folgten intensive Einzelgespräche zwischen der Stadt und dem jeweiligen Träger. In teils
mehrstufigen Gesprächen mit den Kita-Trägern wurden Möglichkeiten der Kapazitätsan-
passungen besprochen und abgestimmt. Die Stadtverwaltung Zwickau hat träger- und
einrichtungsübergreifend alle Anpassungen der Zwickauer Kita-Landschaft den freien Ein-
richtungsträgern im Sommer 2026 vorgestellt. Der Arbeitskreis unterstützt die erarbeite-
ten Maßnahmen.
Die Kita-Bedarfsplanung von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege wird in die-
sem Prozess, ausgehend von den Grundsätzen der Jugendhilfeplanung gemäß Sozialge-
setzbuch – Achtes Buch, des Landesjugendhilfegesetzes sowie durch die Regelungen des
Gesetzes über Kindertagesbetreuung, konkretisiert. Dabei ist den Trägern der öffentli-
chen Jugendhilfe die Gesamtverantwortung einschließlich der Planungsverantwortung zu-
gewiesen. Der Landkreis Zwickau kann die erarbeiteten Einzelmaßnahmen im Gesamt-
kontext nachvollziehen und hat die bedarfsplanerische Zustimmung erteilt.
Terminkette:
30.06.2026: Ergebniszusammenfassung KiSKo - Kita-Leitungsrunde Amt für Fami-
lie, Schule und Soziales (erfolgt)
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01.07.2026: Ergebniszusammenfassung KiSKo - Arbeitskreis Kitas freie Träger
(erfolgt)
12.08.2026: Ergebniszusammenfassung KiSKo – Fraktionsvorsitzende bzw. Frakti-
onsgeschäftsführer (erfolgt)
10.09.2026: Ergebniszusammenfassung KiSKo (Beratungsvorlage) – Kultur-, So-
zial-, Sport- und Bildungsausschuss (erfolgt)
23.09.2026: Ergebniszusammenfassung KiSKo (Debatte) – Jugendbeirat (erfolgt)
08.10.2026: Gesamtfassung KiSKo (Vorberatung) - Kultur-, Sozial-, Sport- und
Bildungsausschuss
29.10.2026: Gesamtfassung KiSKo (Beschluss) – Stadtrat
2026-2030: Konzeptumsetzung
zu 2.)
Der Stadtrat bzw. seine Gremien werden selbstverständlich umfassend beteiligt, soweit
dies in der Folge gemäß den Regularien des Gesetzes über Kindertagesbetreuung (Sächs-
KitaG) und/oder der Hauptsatzung erforderlich wird.
zu 3.)
Die Oberbürgermeisterin wird ermächtigt, das Kita-Strategie-Konzept der Stadt Zwickau
eigenverantwortlich umzusetzen, soweit einzelne Maßnahmen nicht in der Hoheit des
Stadtrates bzw. seiner Gremien liegen.
Zeitplanung:
Nr. Termin Ereignis
1 bis August 2030 Konzeptumsetzung
Anlage:
- Kita-Strategie-Konzept der Stadt Zwickau (KiSKo)1
- ergänzende Information zur Anlage (nachrichtlich) hier ergänzende Erläuterung zu
Belegungen und Prognose
1Hinweise:
1. Aus Kostengründen ist das KiSKo nur im Portal für Mandatsträger (Ratsinformati-
onssystem) als PDF-Datei elektronisch eingestellt. Ein Papierexemplar kann bei
Bedarf im Stadtratsbüro eingesehen werden.
2. Die Anlage kann den Unterlagen derzeit noch nicht beigefügt werden, da die Fina-
lisierung noch andauert. Der laufende Prüfprozess mit allen beteiligten Trägern
wird neben dem regulären Tagesgeschäft bearbeitet. Die komplexe Datenbünde-
lung erfordert diesen längeren Zeitraum.
Diese Verzögerung gefährdet jedoch weder die anstehende Stadtratsbeschlussfas-
sung noch die nachfolgenden Termine. Für den weiteren Ablauf verweisen wir auf
die genannte Terminkette. Das finale Konzept wird zeitnah vorgelegt.
Rechtsgrundlage:
§ 2 Abs. 1 der Hauptsatzung der Stadt Zwickau in der aktuellen Fassung
Blatt-Nr.: 5
Datum der Vorlage: 14.09.2026
Drucksachen-Nr.: BV/116/2026
Einreicher: Amt für Familie, Schule und Soziales
Die Belange und Interessen von Menschen mit Behinderungen wurden geprüft.
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