Startseite › Eschweiler › Antrag
Erhöhung der Parkgebühren an städtischen Parkscheinautomaten; hier: Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 16.10.2026
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Eschweiler |
| Datum | 2026-11-04 geplant |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Eschweiler
Johannes-Rau-Platz 1, 52249 Eschweiler
Telefon: 02403 / 71-356
E-Mail: [email protected]
Eschweiler, 16.10.2026
Stadt Eschweiler
Herrn Bürgermeister Patrick Nowicki
Johannes-Rau-Platz 1
52249 Eschweiler
Per E-Mail an [email protected]
Antrag vom 16.10.2026:
Erhöhung der Parkgebühren an städtischen
Parkscheinautomaten und per Park-App
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
die Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen bittet darum, den nachfolgenden Antrag „Erhöhung der
Parkgebühren an städtischen Parkscheinautomaten und per Park-App“ als ordentlichen
Tagesordnungspunkt für die Sitzungen des Haupt- und Finanzausschusses am 03.11.2026 und des
Stadtrates am 04.11.2026 vorzusehen.
Mit freundlichem Gruß
Joachim Röhrig
(stellvertretebder Fraktionssprecher Bündnis 90/Die Grünen)
Beschluss:
Der Rat der Stadt Eschweiler beschließt, die Gebühren an städtischen Parkscheinautomaten und per Park-
App zum nächstmöglichen Zeitpunkt auf 0,25 Euro für die ersten 15 Minuten und auf 0,35 Euro für alle
weiteren angefangenen 15 Minuten festzusetzen. Die Parkgebührenordnung ist entsprechend zu ändern.
Die Mehreinnahmen sollen je zur Hälfte in den allgemeinen Haushalt sowie in eine neue
zweckgebundene Haushaltsstelle „Mittel für Maßnahmen zum Klimaschutz, zur Klimaresilienz und zur
nachhaltigen Stadtentwicklung“ eingestellt werden.
Begründung:
Die Parkgebühren sind nach unseren Informationen in weiten Teilen der Innenstadt seit nunmehr
mindestens 25 Jahren nicht mehr erhöht worden. In dieser langen Zeit haben sich die Kosten für die
1
Parkraumbewirtschaftung jedoch deutlich erhöht. Auch angesichts der angespannten Haushaltslage ist es
an der Zeit, eine Gebührenanpassung vorzunehmen.
Nach unserem Vorschlag würden die Parkgebühren ansteigen für bis zu
- 15 Minuten von jetzt 0,20 Euro auf 0,25 Euro (25 Prozent)
- 30 Minuten von jetzt 0,50 Euro auf 0,60 Euro (20 Prozent)
- 60 Minuten von jetzt 1,00 Euro auf 1,30 Euro (30 Prozent)
- 90 Minuten von jetzt 1,50 Euro auf 2,00 Euro (33 Prozent)
- für 120 Minuten von 2,00 Euro auf 2,70 Euro (35 Prozent)
- für 150 Minuten von 2,50 Euro auf 3,40 Euro (36 Prozent)
Die vorgeschlagenen Steigerungen erscheinen uns mit Blick auf die lange nicht erhöhten Gebühren und
den allgemeinen Kaufkraftzuwachses in den vergangenen 25 Jahren angemessen und akzeptabel.
Im Jahr 2025 hat die Stadt durch die Parkgebühren nach unseren Informationen rund 710.000 Euro
eingenommen. Eine Steigerung um rund 30 Prozent würde jährlich also etwa 213.000 Euro zusätzlich
einbringen.
Mit Blick auf den Haushalt ist zu bedenken, dass im Produktbereich „Verkehrsangelegenheiten und
Parkraumbewirtschaftungen“ in der Vergangenheit in der Regel positive Jahresergebnisse erzielt wurden.
Für 2026 wurde aber bereits ein Minus von 135.000 Euro veranschlagt, das sich bei Beibehaltung der
derzeitigen Gebühren laut mittelfristiger Planung bis 2029 auf minus 242.000 Euro erhöhen würde.
Hier muss gegengesteuert werden. Es ist haushaltswirtschaftlich nicht akzeptabel und auch
umweltpolitisch nicht sinnvoll, dass das Parken in der Innenstadt für die Autofahrerinnen und Autofahrer
real immer preisgünstiger wird, während die Stadt gleichzeitig real sinkende Erträge und stetig steigende
Kosten zu verkraften hat.
Weil viel zu lange auf Gebührenerhöhungen verzichtet wurde, ist die Parkraumbewirtschaftung für die
Stadt im Laufe der Jahre und Jahrzehnte von einer wichtigen Einnahmequelle inzwischen zu einem
Zuschussgeschäft geworden. Um diese negative Entwicklung zu stoppen, regen wir an, die Parkgebühren
fortan regelmäßig an die allgemeine Einkommensentwicklung anzupassen und sie künftig beispielsweise
im Vierjahresrhythmus jeweils um ca. zehn Prozent zu erhöhen.
Die teilweise Verwendung der Zusatzeinnahmen für Maßnahmen zum Klimaschutz, zur Klimaresilienz und
zur nachhaltigen Stadtentwicklung käme allen Eschweiler Bürgerinnen und Bürgern zugute und würde
die Akzeptanz der Gebührenerhöhung sicherlich steigern. Beispielsweise könnten mit den
Mehreinnahmen kleinere Projekte mit Signalwirkung, etwa zusätzliche öffentliche Trinkbrunnen,
Baumpflanzungen oder weitere Fahrradboxen finanziert werden. Auch könnten die Mittel eingesetzt
werden, um den Preis für das Bus-Cityticket längerfristig bei 1,80 Euro zu belassen.
Wir verweisen in diesem Zusammenhang auch auf den Standpunkt der Deutschen Umwelthilfe:
„Solange Parkgebühren bei einem Euro oder weniger bleiben, werden unzählige Menschen weiterhin für jede
Fahrt das Auto nehmen (…) Die Gebühr für einen Parkschein sollte pro Stunde mindestens so hoch sein wie die
Kosten für eine Einzelfahrt mit Bus und Bahn.“
2
Text aus PDF extrahiert