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Antrag der WIN-Fraktion: Resolution zur Sicherung der Zukunft der Energiewende - DS 423-2026 - Berichterstatterin: Frauke Rörden-Prang
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Amt Südtondern |
| Datum | 2026-10-01 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
- DS 423-2026 -
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WIN.
Tel.: 04661/4990
Mail: [email protected]
den: 15,09,2026
Unabhängige Wählergemeinschaft
Fraktion der Stadt Niebüll
WIN — Fraktion Vorsitzende
Frauke Rörden-Prang, Mohnweg 5, 25899 Niebüll
An den Bürgervorsteher
Roger Hoffmann
Stadt Niebüll
Die WIN — Fraktion bittet die anliegende Resolution zur Sicherung der Energiewende
auf die TO der nächsten Stadtvertretung am 01.10.2026 zu setzen.
Beschluss:
Die Niebüller Stadtvertretung unterstützt die Resolution des Kreises Nordfriesland an
die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag: „Zukunft der Energiewende
sichern — Nordfriesland darf nicht ausgebremst werden.“
Die Entscheidung der Stadtvertretung wird direkt an die Bundesregierung und den
Deutschen Bundestag geschickt.
Begründung:
Eine ausführliche Begründung ist in der Resolution des Kreises enthalten.
Berichterstatterin Frauke Rörden-Prang
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Vorsitzende
Fraktionsvorsitzende der unabhängigen Wählergemeinschaft WIN Frauke Rörden-Prang, Mohnweg 5, 25899 Niebüll
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Husum, den 09.09.2026
CDU su.
Nordfriesland
An den
Kreispräsidenten
Herrn Frank Zahel
Kreishaus
25813 Husum
Antrag zu Top 40 für die Kreistagssitzung am 11.09.2026
Sehr geehrter Herr Kreispräsident,
die 0.a. Kreistagsfraktionen beantragen den Top 40 wie folgt zu beschließen:
Beratung und Beschlussfassung über eine Resolution an die Bundesregierung und
den Deutschen Bundestag: „Zukunft der Energiewende sichern - Nordfriesland darf
nicht ausgebremst werden“.
Der Kreistag möge beschließen:
Der Kreistag Nordfriesland fordert die Bundesregierung und den Deutschen
Bundestag auf,
1. auf kapazitätslimitierte Netzgebiete mit teilweise entschädigungsfreiem Redispatch
zu verzichten oder diese grundlegend zu überarbeiten;
2. Sicherzustellen, dass die Wirkleistungsbegrenzung nur als Übergangslösung
eingesetzt wird, vorausgesetzt, dass gleichzeitig der notwendige Netzausbau zügig
vorangetrieben wird.
3. das Referenzertragsmodell nicht zulasten der windreichen Küstenregionen zu
verändern;
4. auf eine gesetzliche Begrenzung der Flächenpachten zu verzichten;
5. Investitions- und Planungssicherheit für bereits genehmigte Projekte
sicherzustellen;
6. Bürgerwindparks und Bürgerenergiegesellschaften als tragende Säule der
Energiewende dauerhaft zu stärken;
7. Hemmnisse für Speicher, Direktabnehmer, Digitalisierung der Netzinfrastruktur und
Sektorenkopplung abzubauen und deren Entwicklung, wo erforderlich, gezielt zu
fördern.
8. die kommunale Beteiligung und regionale Wertschöpfung weiter auszubauen;
9. die Rahmenbedingungen für zn. Biogasanlagen und Biomethan deutlich zu
verbessern;
10.den Netzausbau konsequent zu beschleunigen und die Folgen bestehender
Netzenapässe nicht auf Betreiber erneuerbarer Energien abzuwälzen.
Begründung:
Der Kreistag Nordfriesland bekennt sich ausdrücklich zu den Zielen der Energiewende und
zum weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien als Grundlage für Klimaschutz,
Versorgungssicherheit, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und regionale Wertschöpfung.
Nordfriesland gehört zu den bedeutendsten Erzeugungsregionen für erneuerbare
Energien in Deutschland. Der Kreis produziert ein Vielfaches seines eigenen Strombedarfs
aus Wind- und Solarenergie sowie Biogas und übernimmt damit seit vielen Jahren
Verantwortung für die Energieversorgung Deutschlands. Bürgerwindparks -diese wurden
in Nordfriesland erfunden-, kommunale Beteiligung und regionale Wertschöpfung haben
die Energiewende zu einem Erfolgsmodell gemacht und eine hohe Akzeptanz in der
Bevölkerung geschaffen.
Wir haben in Deutschland nicht zu viel erneuerbaren Stom — wir haben zu wenig Netze!
Mit großer Sorge nimmt der Kreistag die Kabinettsentwürfe zum Erneuerbare-Energien-
Gesetz (EEG 2027) und zum Netzanschlusspaket zur Kenntnis. Zwar verfolgen sie das
Ziel einer stärkeren Markt- und Netzintegration der erneuerbaren Energien, enthalten
jedoch Regelungen, die insbesondere die Windenergie in den leistungsstarken
Küstenregionen erheblich benachteiligen und Investitionen erschweren.
Der Kreistag stellt fest:
Windenergie
Die vorgesehenen kapazitätslimitierten Netzgebiete mit teilweise entschädigungsfreiem
Redispaich verlagern die Folgen des unzureichenden Netzausbaus auf Anlagenbetreiber
und Kommunen. Besonders betroffen wären die windstarken Regionen Schleswig-
Holsteins. Gleichzeitig würden die geplante dauerhafte Wirkleistungsbegrenzung neuer
Windenergieanlagen sowie Änderungen des Referenzertragsmodells ausgerechnet die
ertragsreichsten und kostengünstigsten Standorte in ganz Deutschland benachteiligen.
Damit werden Investitionen erschwert und die Energiewende insgesamt verteuert.
Damit beeinträchtigen die Begrenzungen bzw. Änderungen gerade die Küstenregionen in
SH (auch NS und MV), die am stärksten von dem Anstieg des Meeresspiegels betroffen
sein werden.
Besonders kritisch sieht der Kreistag die Auswirkungen auf Bürgerwindparks. Sie stehen
beispielhaft für eine erfolgreiche Energiewende mit hoher Akzeptanz, regionaler
Wertschöpfung und kommunaler Beteiligung. Schlechtere wirtschaftliche
Rahmenbedingungen gefährden dieses Erfolgsmodell und damit die Akzeptanz des
weiteren Ausbaus.
Die vorgesehenen zusätzlichen Ausschreibungsmengen für Windenergie werden
ausdrücklich begrüßt. Sie können ihre Wirkung jedoch nur entfalten, wenn die gleichzeitig
geplanten Einschränkungen zurückgenommen oder deutlich überarbeitet werden.
Photovoltaik
Die vorgesehenen Änderungen erhöhen die wirtschaftlichen Risiken insbesondere für
private Betreiber, landwirtschaftliche Betriebe und kleinere Unternehmen. Die Begrenzung
der Einspeiseleistung sowie zusätzliche Anforderungen erschweren Investitionen in
Photovoltaik. Positiv bewertet der Kreistag die stärkere Berücksichtigung der Freiflächen-
Photovoltaik und besonderer Solaranlagen, sieht hierin jedoch keinen ausreichenden
Ausgleich für die vorgesehenen Belastungen.
Biogas
Biogasanlagen sind ein unverzichtbarer Baustein für ein sicheres und flexibles
Energiesystem. Die vorgesehenen Ausschreibungsmengen reichen nach Einschätzung
der Branche nicht aus, um den Weiterbetrieb vieler Anlagen zu sichern. Auch der Wegfall
eigenständiger Biomethanausschreibungen gefährdet Versorgungssicherheit und
regionale Wertschöpfung.
Wasserstoff
Nordfriesland entwickelt sich zu einer Schlüsselregion der Wasserstoffwirtschaft. Dafür
werden ausreichend erneuerbare Strommengen benötigt. Einschränkungen beim Ausbau
der Wind- und Solarenergie gefährden deshalb auch die wirtschaftliche Entwicklung der
Region.
Grundsätzlich begrüßen wir die Beschleunigung von Elektrolyseuren und
Wasserstoffinfrastruktur durch das Wassersioffbeschleunigungsgesetz. Elektrolyseure
können dazu beitragen, überschüssigen Strom in Netzengpasssituationen sinnvoll zu
nutzen. Ein wirtschaftlicher Wasserstoffhochlauf kann jedoch nicht allein auf sporadisch
verfügbarem Überschussstrom beruhen, sondern benötigt ausreichenden zusätzlichen
Mengen erneuerbaren Stroms. Wenn das Netzpaket gleichzeitig Investitionen in neue
Wind- und Solaranlagen gerade in ertragreichen Regionen erschwert, schwächt es damit
auch die Grundlage für den Ausbau einer heimischen Produktion von grünem Wasserstoff.
Der Kreistag Nordfriesland appelliert an die Mitglieder des Deutschen Bundestages, die
Gesetzentwürfe im parlamentarischen Verfahren grundlegend nachzubessern.
Deutschland braucht einen beschleunigten Ausbau der emeuerbaren Energien,
leistungsfähige Netze und Speicher sowie verlässliche Investitionsbedingungen.
Die Lösung für Netzengpässe darf nicht darin bestehen, dort weniger erneuerbare Energie
zu erzeugen, wo die Voraussetzungen dafür besonders gut sind. Stattdessen müssen
Netze, Speicher und neue Stromverbraucher schneller dorthin gebracht werden, wo der
erneuerbare Strom bereits erzeugt wird.
Nordfriesland hat gezeigt, dass die Energiewende mit Bürgerbeteiligung, regionaler
Wertschöpfung und hoher Akzeptanz erfolgreich umgesetzt werden kann. Dieses
Erfolgsmodell darf nicht durch gesetzliche Fehlanreize geschwächt werden. Regionen, die
seit Jahren Verantwortung für die Energieversorgung Deutschlands übernehmen, müssen
gestärkt und nicht zusätzlich belastet werden.
Für die Fraktionen
F. Petersen Dr. T. Batscheider L.Knöfler K. Samulowitz J. Jungclaus T. Feddersen
CDU SPD SSW Grüne WG NF FDP
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