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Antrag der Fraktion Linke und Tierschutzpartei vom 15. Oktober 2026, betr. Benennung eines Kakao "mit Schuss"

Ergebnis unbekannt
TypAntrag
GemeindeDarmstadt
Datum2026-10-28
DatenstufeNur Dokumente
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Vorlage-Nr. SV-2026/0080 Antrag der Fraktion Linke und Tierschutz vom 15. Oktober 2026, betr. Benennung eines Kakao "mit Schuss" Antrag der Fraktion Die Linke & Tierschutzpartei 15.10.2026 Kakao „mit Schuss“ Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Der Magistrat möge prüfen, ob es möglich ist, Schaustellenden die Vorgabe zu machen, den Begriff „Lumumba“ nicht mehr auf ihren Angebotstafeln zu verwenden. Dies soll für alle Märkte gelten, die durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH (Abt. Events und Märkte) verwaltet werden, insbesondere für den Weihnachtsmarkt. Sollte eine solche Vorgabe möglich sein, soll diese für alle Standbewerbungen für das Jahr 2027 oder spätestens 2028 zum Tragen kommen. Das Aussprechen weitergehender Empfehlungen durch den Magistrat, den Begriff auch in der privatrechtlichen Gastronomie nicht mehr zu verwenden, wäre wünschenswert. Begründung Die Herkunft der Bezeichnung „Lumumba“ für einen Kakao „mit einem Schuss“ Alkohol, zumeist Rum, scheint grundsätzlich nicht abschließend geklärt zu sein. Es gibt jedoch eine historische Person, bei der die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sich diese Bezeichnung auf sie zurückführen lässt. Patrice Émery Lumumba war ein Politiker im Kongo. Als Vorkämpfer der afrikanischen Unabhängigkeitsbewegung war er maßgeblich daran beteiligt, das Land Kongo friedlich aus der belgischen Kolonialherrschaft in die Unabhängigkeit zu führen und war im Anschluss kurzzeitig erster Premierminister des unabhängigen Kongos (heute Demokratische Republik Kongo). Am 17. Januar 1961 wurden Patrice Lumumba und seine zwei Begleiter von katangischen Soldaten unter belgischem Kommando erschossen. Noch im Jahr 2026 sollte durch die belgische Staatsanwaltschaft ein Prozess gegen die letzte lebende Person eröffnet werden, der eine Mitschuld 2 an der Ermordung Lumumbas vorgeworfen werden konnte. Die Person verstarb vor der Eröffnung dieses Prozesses. Die Anklage lautete auf Kriegsverbrechen wegen rechtswidriger Inhaftierung und Verschleppung Lumumbas sowie der Verwehrung eines ordentlichen Gerichtsverfahrens und einer erniedrigenden und entwürdigenden Behandlung. Darüber hinaus gibt es anscheinend keine andere schlüssige Begründung, warum ein braunes Getränk mit einem Anteil Alkohol zu der Benennung „Lumumba“ kam. Unabhängig von der politischen Einordnung Patrice Lumumbas und der Frage, ob ein Erinnern an ihn und eine Ehrung seiner Verdienste notwendig ist, ist diese Benennung eines solchen Getränkes zumindest als problematisch einzustufen und keinesfalls bereits eine solche Ehrung. Es ist bekannt, dass Sprache maßgeblich die gesellschaftliche Wahrnehmung prägt und sich dadurch unbewusst Stereotype verfestigen können. Entsprechend zu anderen Begriffen, die in ihrer Entstehungszeit als “normal” wahrgenommen wurden, aber oft übergriffige und negativ konnotierte Fremdbezeichnungen waren, müssen wir uns der Wirkung von bestimmten Wörtern bewusst sein und unsere Sprache sensibel und respektvoll verwenden. Dies ist durch die Bezeichnung eines braunen Getränkes mit einem Anteil Alkohol, unter der Benutzung des Begriffes “Schuss” als Zählwort, in der Anlehnung an einen afrikanischen, Schwarzen Politiker, der erschossen wurde, jedoch nicht gegeben. Nach Frankfurt 2024 und Kassel 2025 kann auch Darmstadt ein Zeichen gegen rassistische Begrifflichkeiten setzen und einen Beitrag dazu leisten, die Bezeichnung „Lumumba“ für ein Genussmittel aus dem alltäglichen Sprachgebrauch zu verbannen. Doris Winter Regina Kremer und Fraktion

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