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Sachstandsbericht Wildschweine (Antrag der SPD-Fraktion vom 08.10.2026)
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Lahnstein |
| Datum | 2026-10-22 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Stadtverwaltung Lahnstein
Sitzungsvorlage Drucksachen-Nr.: MV 26/5434
Fachbereich Datum
Fachgebiet 1.2 Finanzen 15.10.2026
Beratungsfolge Sitzungstermin öffentlich /
nichtöffentlich
Ausschuss für Forst 22.10.2026 Ö
Haupt- und Finanzausschuss 22.10.2026 Ö
Sachstandsbericht Wildschweine (Antrag der SPD-Fraktion vom
08.10.2026)
Mit Antrag vom 08.10.2026 hat die SPD-Fraktion einen regelmäßigen
Sachstandsbericht und die Entwicklung eines Wildschwein-Aktionsplans gefordert.
Nachfolgend ein aktueller Sachstandsbericht:
Am 31.08.2026 sowie am 24.09.2026 fanden die beiden ersten Sitzungen der
Taskforce bezüglich der Wildschweinproblematik in Niederlahnstein statt.
Aufgrund der Topographie ist im Stadtteil Niederlahnstein schon in den letzten
Jahren immer wieder ein Aufkommen von Wildschweinen festzustellen. Zwischen der
Straße „Unterer Lagweg“ und der „Rittersturz-Kaserne“ befinden sich viele private,
aber auch städtische Gärten, die nicht eingezäunt und verwildert sind. Diese bilden
ein hervorragendes Rückzugsgebiet für Wildschweine. Von dort aus dringen die
Wildscheine in die umliegende Wohnbebauung vor. Seit diesem Jahr sind darüber
hinaus die Emser Landstraße, die Straße zur Ruppertsklamm, der Bereich westlich
der Kölner Straße sowie die Bahnhofstraße besonders stark betroffen.
Seit Anfang des Jahres melden sich vermehrt Bürger und berichten, dass
Wildschweine ihre Gärten verwüsten. Nachdem während des trockenen Sommers
die Meldungen abgenommen haben, hat mit dem Beginn der Regenfälle ab Mitte
August in einem bisher nicht gekannten Ausmaß das Aufkommen von
Wildschweinen in Niederlahnstein zugenommen.
Grundstücke freischneiden / einzäunen
Betroffene Anwohner, deren Grundstücke durch Wildschweine Schaden genommen
haben, werden darüber informiert, dass nur eine entsprechende Einzäunung einen
dauerhaften Schutz vor Wildschweinen bietet.
Vorlage MV 26/5434
Durch den Oberbürgermeister wurde Kontakt zur Bundeswehr aufgenommen. Es soll
ein Drohnenüberflug über die hinter der Rittersturzkaserne liegenden Gärten
stattfinden, um die Liegeplätze der Wildschweine zu lokalisieren.
In einem ersten Schritt wurde zum Schutz der Kita Allerheiligenberg damit begonnen,
durch das Stellen von Zäunen die Laufwege der Wildschweine zu unterbrechen.
Hierfür wurde das gesamte Außengelände der Kita Allerheiligenberg mit einem Zaun
versehen.
Ein weiterer Zaun wurde auf der Gabionenwand gegenüber der Einfahrt zur Kita
Allerheiligenberg entlang der Allerheiligenbergstraße errichtet. Hier wurde bereits
vorher der unterhalb der Rosenkranzkapelle liegende Fußweg mit einem Zaun
verschlossen. Das dahinter liegende Grundstück soll noch im Oktober freigeschnitten
werden.
Ebenfalls soll mit dem Mulchen von städtischen Grundstücken innerhalb des
Grüngürtels hinter der Rittersturzkaserne begonnen werden. Die Arbeiten konnten
erst ab dem 01.10.2026 beginnen um den Belangen des Naturschutzes Rechnung
zu tragen. Diese gestaltet sich schwierig, da vorher der dort illegal abgelagerte Müll
entsorgt werden muss. Bei zwei Grundstücken entlang des Weges „Auf dem Berg“
sind 24 Säcke Müll angefallen, sowohl Hausmüll als auch Bauschutt. Eine ersten
Brombeerhecke wurde gemulcht. Für die anstehenden Arbeiten sind im
Haushaltsplan für 2027 insgesamt 150.000,00 € eingeplant.
Sobald die städtischen Grundstücke beräumt sind, sollen die privaten
Grundstückseigentümer aufgefordert werden, ihre Grundstücke ebenfalls
freizuschneiden oder einzuzäunen. Das Ordnungsamt prüft, inwieweit dieses zur
Gefahrenabwehr angeordnet werden kann.
Jagdaktivitäten
Herr Hümann, der Jagdpächter vom Jagdrevier Niederlahnstein, wird am 18.12.2026
eine Bewegungsjagd durchführen. Zur Unterstützung hat sich die Unter Jagdbehörde
sowie der Kreisjagdmeister am 17.09.2026 mit Herrn Hümann vor Ort getroffen. In
den angrenzenden Koblenzer Jagdgebieten wird am 28.11.2026 eine
Bewegungsjagd durchgeführt. Die Untere Jagdbehörde sowie der Kreisjagdmeister
prüfen, wie in der Zukunft revierübergreifende Bewegungsjagden organisieret
werden können.
Von Herrn Hümann wurden seit dem 01.04.2026 insgesamt 11 Wildschweine
geschossen. Darüber hinaus wurden 7 weiter Wildschweine bei Verkehrsunfällen
getötet.
Da es sich bei einem Jagdpachtvertrag um eine privatrechtliche Vereinbarung
handelt, ist es entsprechend der Rückmeldung des Gemeinde- und Städtebund
Rheinland-Pfalz möglich, darin festzulegen, dass Bewegungsjagden durchzuführen
sind. Über die Anzahl und den Umfang kann selbstverständlich verhandelt werden,
prinzipiell ist es jedoch möglich, zukünftig eine solche Regelung in einen
Jagdpachtvertrag aufzunehmen. Ebenso ist es zukünftig möglich,
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Vorlage MV 26/5434
Sonderkündigungsrechte bei erhöhtem Wildschadensaufkommen in einen
Jagdpachtvertrag zu integrieren. Diese müssen natürlich für beide Vertragsparteien
möglich sein und akzeptiert werden.
Öffentlichkeitsarbeit
Die Information zum Umgang mit Wildschweinen auf der Internetseite der Stadt
Lahnstein wurden aktualisiert. Die Pressestelle wird hierzu einen Flyer entwerfen.
Hierin soll auch der Hinweis enthalten sein, dass nur eine Maßnahme allein keinen
Erfolg verspricht. Nur wenn Alle an einem Strang ziehen (Stadt, Anwohner,
Jägerschaft) kann Erfolg verzeichnet werden.
Die Umzäunungen, die durch die Wildschweinlaufwege notwendig wurden, werden
entsprechend gekennzeichnet / beschildert.
Angeregt wird ein „Dreck-weg Tag“ im Bereich des Grüngürtels hinter der
Rittersturzkaserne.
Aus Sicht der Verwaltung ist die Weiterführung der Arbeit der Taskforce und ein
flexibles Reagieren zielführender als die Erstellung eines starren Aktionsplanes.
Die Taskforce wird in regelmäßigen Abständen über den aktuellen Sachstand sowie
der getroffenen Maßnahmen im Haupt- und Finanzausschuss informieren.
(Johannes Lauer)
Bürgermeister
Anlagen:
Antrag SPD Fraktion
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