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Prüfantrag Bade- und Freizeitsee (Antrag CDU-Fraktion)
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Hohenstein |
| Datum | 2026-11-09 geplant |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
FRAKTION IN DER GEMEINDEVERTRETUNG HOHENSTEIN
C DU-Fraktion Hohenstein
Kirschbaumweg 11 | 65329 Hohenstein
A n den
Vorsitzenden der Gemeindevertretung der
Gemeinde Hohenstein
Herrn Sebastian Reischmann
30.09.2026
PRÜFANTRAG
Prüfung der Entwicklung eines Bade- und Freizeitsees in Hohenstein als touristisches
Leuchtturmprojekt für Hohenstein und den Westtaunus
Beschlussvorschlag
Die Gemeindevertretung möge beschließen:
1. Der Gemeindevorstand wird beauftragt, im Rahmen der weiteren Entwicklung der Tou-
ristischen Arbeitsgemeinschaft Westtaunus (TAG Westtaunus) prüfen zu lassen, ob und un-
ter welchen Voraussetzungen die Entwicklung und Realisierung eines Bade- und Freizeit-
sees in der Gemarkung Hohenstein als überregional bedeutsames touristisches Projekt
möglich ist.
2. Die Prüfung soll insbesondere in das von der Gemeindevertretung am 7. September 2026
einstimmig beschlossene weitere Vorgehen zur Fortentwicklung der Touristischen Arbeits-
gemeinschaft Westtaunus und in das dort vorgesehene Tourismus- und Organisationskon-
zept eingebracht werden.
Die Gemeindevertretung hatte unter dem Tagesordnungspunkt „Perspektivische Vorge-
hensweise Touristische Arbeitsgemeinschaft“ einstimmig beschlossen, die positive Ent-
wicklung der TAG Westtaunus auszubauen und hierzu unter anderem die Erarbeitung eines
Tourismus- und Organisationskonzeptes sowie einer personellen Unterstützung für die
Grundlagenerhebung, Organisationsentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit auf den Weg zu
bringen.
...
Frak(cid:5)onsvorsitzender Stellvertretende Kontakt:
Chris(cid:5)an Ste(cid:19)ler Fraktionsvorsitzende: [email protected]
Kirschbaumweg 11 Werner Gebauer www.cdu-hohenstein.de/unsere-ar-
65329 Hohenstein Philipp Guttzeit beit/fraktion/
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3. Der Gemeindevorstand wird beauftragt, hierzu gemeinsam mit der TAG Westtaunus und
den weiteren beteiligten Kommunen insbesondere folgende Aspekte prüfen zu lassen:
die Identifizierung und Bewertung grundsätzlich geeigneter Standorte in der Gemar-
kung Hohenstein,
die städtebauliche, wasserwirtschaftliche, naturschutzrechtliche, landwirtschaftli-
che und verkehrliche Eignung möglicher Standorte,
die grundsätzliche technische und wirtschaftliche Machbarkeit,
mögliche Betreiber- und Finanzierungsmodelle,
Fördermöglichkeiten von Land, Bund und Europäischer Union,
die touristischen und regionalwirtschaftlichen Auswirkungen,
Möglichkeiten einer interkommunalen Zusammenarbeit sowie
die Einbindung des Projektes in die touristische Gesamtstrategie des Westtaunus.
4. Darüber hinaus soll geprüft werden, welche ergänzenden Freizeit- und Tourismusange-
bote im Umfeld eines möglichen Bade- und Freizeitsees entwickelt werden könnten. Dazu
zählen beispielsweise ein Kletter- oder Abenteuerpark, Spiel- und Bewegungsangebote, Na-
tur- und Erlebnisangebote, Gastronomie sowie Rad-, Wander- und weitere Freizeitangebote.
5. Gleichzeitig soll untersucht werden, wie bereits bestehende touristische Einrichtungen,
Gastronomiebetriebe, Übernachtungsangebote und Freizeitangebote in Hohenstein und
der Region von einer solchen Entwicklung profitieren und in ein gemeinsames touristi-
sches Angebot eingebunden werden könnten.
6. Es soll geprüft werden, ob ein Bade- und Freizeitsee zugleich als Löschwasserreserve für
die örtliche Gefahrenabwehr genutzt werden kann. Dabei ist insbesondere zu untersuchen,
inwieweit der See bei Wald- und Vegetationsbränden als Wasserentnahmestelle für die Feu-
erwehr dienen könnte, welche technischen Voraussetzungen hierfür erforderlich wären
und wie eine entsprechende Nutzung mit dem Bade- und Freizeitbetrieb vereinbar ist.
7. Dem Gemeindevorstand wird aufgegeben, die Ergebnisse der Prüfung in die weitere Ar-
beit der TAG Westtaunus und insbesondere in das zu erarbeitende Tourismus- und Organi-
sationskonzept einzubringen und der Gemeindevertretung über die Ergebnisse zu berich-
ten.
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Eine Entscheidung über die konkrete Realisierung eines Bade- und Freizeitsees ist mit die-
sem Prüfauftrag ausdrücklich nicht verbunden.
Begründung
Hohenstein verfügt über vielfältige touristische Potenziale. Die Gemeinde und die gesamte
Region Westtaunus stehen zugleich vor der Aufgabe, diese Potenziale stärker miteinander
zu verknüpfen und neue touristische Angebote zu entwickeln.
Mit der Touristischen Arbeitsgemeinschaft Westtaunus besteht hierfür inzwischen eine ge-
eignete interkommunale Struktur. Die TAG wurde 2024 von den beteiligten Kommunen ge-
gründet und konnte seitdem bereits erhebliche Fördermittel einwerben und verschiedene
Projekte auf den Weg bringen. In der Beschlussvorlage der Gemeinde Hohenstein wird un-
ter anderem auf die Projekte Aarschleifen, Limesspuren, Flowtrail Laufenselden sowie die
in Bearbeitung befindlichen Taunus-Runden, ein kulinarisches Regionalkonzept, die Stei-
gerung der Zahl der Leistungsträger und einen Tourismustag hingewiesen.
Die Bedeutung dieser Entwicklung hat auch die Hohensteiner Gemeindevertretung er-
kannt. Sie hat am 7. September 2026 unter dem Tagesordnungspunkt „Perspektivische
Vorgehensweise Touristische Arbeitsgemeinschaft“ einstimmig mit 22 Ja-Stimmen, 0 Nein-
Stimmen und 0 Enthaltungen beschlossen, die positive Entwicklung der TAG Westtaunus
auszubauen. Vorgesehen sind insbesondere die Erarbeitung eines Tourismus- und Organi-
sationskonzeptes sowie eine befristete personelle Unterstützung für Grundlagenerhebung,
Organisationsentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit.
Der vorliegende Antrag knüpft unmittelbar an diesen einstimmigen Beschluss an. Die Ent-
wicklung eines möglichen Bade- und Freizeitsees soll deshalb nicht losgelöst von der be-
reits begonnenen touristischen Strategieentwicklung, sondern ausdrücklich als möglicher
Baustein des neuen Tourismuskonzeptes geprüft werden.
Bade- und Freizeitsee als mögliche neue touristische Perspektive
Auch beim Ersten Tourismusforum Westtaunus am 28. September 2026 in Hohenstein
wurde deutlich, dass die Suche nach neuen touristischen Angeboten für die weitere Ent-
wicklung der Region von Bedeutung ist. Im Rahmen der Veranstaltung wurde die Idee eines
Bade- bzw. Freizeitsees wiederholt als mögliche touristische Perspektive angesprochen.
Ein solcher See könnte dabei deutlich mehr sein als eine reine Badestelle. Denkbar wäre die
Entwicklung eines multifunktionalen Freizeit- und Erholungsstandortes, der
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unterschiedliche Zielgruppen anspricht und mit weiteren touristischen Angeboten verbun-
den werden kann.
Rund um einen solchen Standort könnten beispielsweise ein Kletter- oder Abenteuerpark,
Spiel- und Bewegungsangebote, Naturerlebnisangebote, Gastronomie, Rad- und Wanderan-
gebote oder weitere Freizeitangebote entstehen.
Damit könnte ein Bade- und Freizeitsee zugleich als Ankerprojekt für eine breitere touristi-
sche Entwicklung dienen.
Historischer Anknüpfungspunkt
Die Idee ist für Hohenstein zudem keineswegs neu.
Bereits im Rahmen des SILEK-Prozesses im Jahr 2006 wurde unter dem Leitprojekt „Natur-
erleben für Bevölkerung und Besucher“ ausdrücklich die „Machbarkeitsstudie Freizeitsee“
als Projekt 6.1 vorgesehen.
Das SILEK-Projektkonzept wurde von der Gemeindevertretung am 18. Dezember 2006 ohne
Gegenstimmen beschlossen. Die damalige Überlegung, einen Freizeitsee in Hohenstein zu-
mindest auf seine Machbarkeit zu untersuchen, wurde allerdings nicht weiter umgesetzt.
Mit der inzwischen bestehenden TAG Westtaunus, den inzwischen entwickelten touristi-
schen Strukturen und der aktuell vorgesehenen Erarbeitung eines gemeinsamen Touris-
mus- und Organisationskonzeptes bestehen heute neue Voraussetzungen, um diese histori-
sche Projektidee erneut aufzugreifen und fachlich zu bewerten.
Nutzen für Hohenstein und die Region
Ein Bade- und Freizeitsee könnte bei entsprechender Machbarkeit zu einem touristischen
Anziehungspunkt für Hohenstein und den gesamten Westtaunus werden.
Dabei geht es ausdrücklich nicht allein um zusätzliche Besucher für einen einzelnen Stand-
ort. Vielmehr könnte das Projekt dazu beitragen, verschiedene bereits bestehende Ange-
bote stärker miteinander zu verbinden.
Von einer steigenden touristischen Nachfrage könnten beispielsweise
Gastronomiebetriebe,
Übernachtungsangebote,
bestehende Freizeit- und Sportangebote,
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Wander- und Radangebote,
regionale Direktvermarkter sowie
bereits bestehende touristische Einrichtungen
profitieren.
Neben den touristischen und wirtschaftlichen Chancen könnte ein Bade- und Freizeitsee
auch einen zusätzlichen Nutzen für die kommunale Gefahrenabwehr bieten. Angesichts zu-
nehmender Herausforderungen durch Trockenperioden und möglicher Wald- und Vegetati-
onsbrände ist eine ausreichende Löschwasserversorgung von besonderer Bedeutung.
Sofern die örtlichen Gegebenheiten und die technischen Voraussetzungen dies ermögli-
chen, könnte ein entsprechend angelegter See als zusätzliche Löschwasserreserve und
Wasserentnahmestelle für die Feuerwehr dienen. Dies könnte insbesondere bei Waldbrand-
lagen von Vorteil sein, wenn eine ausreichende Löschwasserversorgung über das vorhan-
dene Hydrantennetz nicht unmittelbar gewährleistet werden kann.
Voraussetzung wäre eine entsprechende technische Planung, beispielsweise mit geeigneten
Entnahmestellen und Zufahrtsmöglichkeiten für Einsatzfahrzeuge. Auch die Anforderun-
gen des Brandschutzes, des Naturschutzes sowie die Vereinbarkeit mit dem Bade- und Frei-
zeitbetrieb müssten berücksichtigt werden.
Entscheidend ist daher die Betrachtung des möglichen Freizeitsees nicht als isoliertes Ein-
zelprojekt, sondern als Bestandteil eines touristischen Gesamtkonzeptes für Hohenstein
und den Westtaunus.
Ergebnisoffene Prüfung
Die CDU-Fraktion schlägt ausdrücklich keine Vorentscheidung über die spätere Errichtung
eines Bade- oder Freizeitsees vor.
Vielmehr soll zunächst geklärt werden,
ob geeignete Flächen vorhanden sind,
ob die wasserwirtschaftlichen und naturschutzrechtlichen Voraussetzungen erfüllt
werden können,
welche Investitions- und Folgekosten entstehen würden,
welche Fördermöglichkeiten bestehen,
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welches Betreiber- und Finanzierungsmodell denkbar wäre,
welche touristischen und regionalwirtschaftlichen Effekte zu erwarten wären und
wie ein solches Projekt in die gemeinsame Tourismusstrategie der TAG Westtaunus
eingebunden werden könnte.
Die CDU-Fraktion hält es für sinnvoll, diese Prüfung jetzt anzustoßen, da die Gemeindever-
tretung mit ihrem einstimmigen Beschluss vom 7. September 2026 bereits die Grundlage
für eine weitergehende touristische Entwicklung der Region geschaffen hat.
Der Bade- und Freizeitsee soll daher als eine mögliche Zukunftsperspektive in das jetzt an-
stehende Tourismus- und Organisationskonzept der TAG Westtaunus aufgenommen und
ergebnisoffen auf seine Machbarkeit geprüft werden.
Mit freundlichen Grüßen
Christian Stettler
Text aus PDF extrahiert