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Machbarkeits- und Grundsatzbeschluss: Neubau eines multifunktionellen Freizeitzentrums; Antrag der FDP-Fraktion vom 05.09.2026, eingeg. 06.09.2026
Abgelehnt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Bad Nauheim |
| Datum | 2026-09-17 |
| Datenstufe | Nur Ergebnisse |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
FDP-Fraktion in der
Stadtverordnetenversammlung
Bad Nauheim
c/o Fraktionsvorsitzende
Benjamin Pizarro und Paula Preiß
Hindenburgstraße 3
61231 Bad Nauheim
Büro des Stadtverordnetenvorstehers
c/o Herrn Oliver von Massow
Parkstraße 36-38
61231 Bad Nauheim
Bad Nauheim, den 05. September 2026
Machbarkeits- und Grundsatzbeschluss: Neubau eines multifunktionalen
Freizeitzentrums nach dem Modell nordamerikanischer Community Recreation
Center in kommunaler Trägerschaft (kombiniertes Eissport-, Schwimm-,
Ballsport-, Fitness- und Vereinssportzentrum)
Sehr geehrter Herr von Massow,
wir bitten Sie darum, den folgenden Antrag der FDP-Fraktion auf die Tagesordnung der kommenden
Sitzung der Stadtverordnetenversammlung zu nehmen:
Antrag
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
1. Der Magistrat wird beauftragt, unverzüglich Gespräche mit dem Magistrat der
Nachbarkommune Friedberg (Hessen) sowie weiteren potenziellen regionalen Partnern (z. B.
Nachbargemeinden der Wetterau, Wetteraukreis, Lahn-Dill-Kreis) über die gemeinsame
Realisierung und Finanzierung eines multifunktionalen Freizeitzentrums nach dem Vorbild
nordamerikanischer Community Recreation Center in kommunaler Trägerschaft aufzunehmen.
2. Dieses Zentrum soll die Synergien folgender bisher getrennter Infrastruktureinrichtungen
bündeln:
o Ganzjährige Eissport-Arena (als vollwertiger Ersatz für das sanierungsbedürftige
Colonel-Knight-Stadion mit ganzjährig nutzbarer Eisfläche),
FDP-Fraktion in der
Stadtverordnetenversammlung
Bad Nauheim
c/o Fraktionsvorsitzende
Benjamin Pizarro und Paula Preiß
Hindenburgstraße 3
61231 Bad Nauheim
o Modern optimiertes Hallen- und Freibad (als bedarfsgerechter, funktionaler Ersatz für
das überdimensionierte Usa-Wellenbad, gezielt ausgerichtet auf Breiten-, Schul- und
Leistungssport – unter Verzicht auf kostenintensive Sonderattraktionen wie den alten
Wellenbetrieb),
o Integriertes kommunales Fitness- und Gesundheitscenter (ggf. betrieben in
Kooperation/Pachtmodell mit regionalen Betreibern als täglicher Frequenzbringer und
Grundpfeiler des Auslastungs- und Wirtschaftlichkeitskonzepts),
o Erstligataugliche Multifunktionsarena (Prüfung der Integration einer Ballsporthalle für
den Spitzensport, u. a. als Kooperationsmöglichkeit mit dem TV Hüttenberg bzw. für
regionale Handball-/Basketball-Vereine sowie Großveranstaltungen),
o Multifunktionale Sport-, Kurs- und Begegnungsräume (für den lokalen Vereinssport
sowie flexibel nutzbare Mehrzweckflächen als perspektivischer Ersatz für
sanierungsbedürftige bzw. überalterte Mehrzweckhallen und Sportstätten in den
Ortsteilen),
o Freiflächen für den ungebundenen Freizeitsport im Innen- und Außenbereich (z. B.
Fitness-Hubs, Bouldern, Kurssäle, Open-Air-Sportgeräte).
3. Flächenoptimierung & Gegenfinanzierung durch intelligente Parkplatzwahl: Die
Entwurfsplanung hat die Errichtung eines kompakten Parkhauses vorzusehen. Durch die
Verdichtung des ruhenden Verkehrs wird nicht nur der nötige Raum für den Gebäudekomplex
und die Außenanlagen geschaffen, sondern gleichzeitig bisher weitläufig verplante
Grundfläche freigesetzt. Die dadurch entstehenden Grundstücksoptionen dienen der
baulichen Erweiterung und Gegenfinanzierung der Gesamtinfrastruktur (Wohnungsbau).
4. Einbindung des Wetteraukreises: Der Magistrat wird beauftragt, mit dem Wetteraukreis
Verhandlungen über eine anteilige finanzielle Trägerschaft für den Schwimm- und
Leistungssportbereich aufzunehmen, um den gesetzlichen Auftrag des Schulschwimmens und
den Ausbau der Leistungssport-Stützpunkte in der Region dauerhaft rechtssicher aufzustellen.
5. Einbindung privatmedizinischer Nutzung & Gewerbeflächen: Zur Gegenfinanzierung,
Refinanzierung der Betriebskosten und Stärkung des Profils als Gesundheitsstadt Bad Nauheim
sind vermietbare Gewerbeflächen für Privatmedizin, Physiotherapie, Sportrehabilitation,
Leistungsdiagnostik, Sport-Gastro oder Fachhandel direkt in den Komplex zu integrieren.
FDP-Fraktion in der
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Bad Nauheim
c/o Fraktionsvorsitzende
Benjamin Pizarro und Paula Preiß
Hindenburgstraße 3
61231 Bad Nauheim
6. Standortprüfung:
o Als priorisierter Standort ist die Talaue zwischen Bad Nauheim und Friedberg (auf dem
Areal des bisherigen Usa-Wellenbades) zu prüfen.
o Ergänzend sind alternative Eignungsflächen im Stadtgebiet beider Kommunen
vergleichend zu evaluieren.
o Hintertür-Klausel: Sollten die Gespräche mit der Stadt Friedberg nicht innerhalb eines
festzusetzenden Zeitrahmens zu einer Einigung führen, ist der Magistrat beauftragt,
das Projekt autark als Bad Nauheimer Vorzeige-Projekt unter Einbindung anderer
interkommunaler Partner (Wetteraukreis, Nachbargemeinden, private Investoren)
fortzuführen und alternative Standorte im Stadtgebiet Bad Nauheim vorzulegen.
7. Der Magistrat wird beauftragt, unter Einbeziehung von Experten die rechtlichen und
organisatorischen Rahmenbedingungen (Prüfung der optimalen Rechtsform, z. B. Erweiterung
der bestehenden Betriebs-GmbH/Zweckverbandes, Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) oder
einer Kooperations-GmbH) zu klären.
8. Der Magistrat wird beauftragt, ein umfassendes Förderkonzept auszuarbeiten (u. a.
Förderlinien des Bundes, SWIM / SWIM Plus, LANDHATSPORT, EU-EFRE-Mittel).
9. Über die Ergebnisse ist den zuständigen Ausschüssen innerhalb von sechs Monaten zu
berichten.
Begründung:
Bad Nauheim, Friedberg und die umliegenden Gemeinden stehen vor einer historischen strukturellen
und finanziellen Herausforderung. Das Colonel-Knight-Stadion sowie das Usa-Wellenbad weisen einen
massiven Investitions- und Sanierungsstau auf. Hinzu kommt ein schleichender Wertverlust bei
Mehrzweckhallen und Sportstätten in den Ortsteilen.
In Anbetracht der Haushaltslage ist es eine rein fiskalische Illusion zu glauben, die Kommunen
könnten in den kommenden Jahren ein neues Eisstadion, ein neues Hallenbad, Mehrzweckhallen in
den Ortsteilen und separate Vereinsheime als isolierte Einzelprojekte stemmen.
Wer weiterhin auf Teilsanierungen setzt, entscheidet sich für die kontinuierliche Verbrennung von
Steuergeldern in ineffizienten Bestandsbauten. Wir müssen den Mut haben, ein kombiniertes
Großprojekt umzusetzen, um einen echten, nachhaltigen Mehrwert zu schaffen.
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Benjamin Pizarro und Paula Preiß
Hindenburgstraße 3
61231 Bad Nauheim
Die Bedeutung einer solchen Infrastruktur geht weit über das Doppelzentrum Bad Nauheim/Friedberg
hinaus. Sport-, Schul- und Freizeitstätten versorgen die gesamte westliche Wetterau und angrenzende
Landkreise. Daher müssen Nachbargemeinden von Beginn an als Partner eingebunden werden.
Sollte Friedberg den Mut zu diesem Zukunftsschritt nicht aufbringen, darf Bad Nauheim nicht im
Stillstand verharren. Die integrierte Hintertür-Klausel stellt sicher, dass Bad Nauheim das Projekt bei
Bedarf mit anderen Partnern (Wetteraukreis, Nachbargemeinden, Sponsoren, Investoren)
eigenständig vorantreibt.
Klassische Kommunalbäder oder Eishallen leiden oft unter tages- oder saisonzeitlich stark
schwankenden Besucherzahlen. Durch die Integration eines kommunalen Fitness- und
Gesundheitscenters (ggf. betrieben in Kooperation mit starken regionalen Studiobetreibern) schaffen
wir eine verlässliche Anlaufstelle für täglichen Besucherstrom:
• Ein Fitnessstudio zieht das gesamte Jahr über von morgens bis abends hunderte Sportlerinnen
und Sportler an. Dieser stetige Personenstrom sorgt für eine permanente Grundauslastung des
gesamten Zentrums und erhöht die Attraktivität für die integrierte Gastronomie, den
Sportfachhandel und Dienstleister.
• Fitnessmitgliedschaften bieten planbare, stetige Einnahmen (sowohl bei Eigenbetrieb als auch
bei Verpachtung an private Betreiber). Sie dienen als verlässlicher Anker zur
Quersubventionierung kostenintensiverer Bereiche.
Interkommunale Zusammenarbeit muss neu und über Landkreisgrenzen hinweg gedacht werden.
Spitzensportvereine der Region stehen vor dem Problem fehlender, erstligatauglicher
Halleninfrastruktur – ein prominentes Beispiel ist der traditionsreiche TV Hüttenberg, dessen aktuelle
Spielstätte den Anforderungen der 1. Handball-Bundesliga nicht entspricht.
Durch die Integration einer erstligatauglichen, flexiblen Multifunktionsarena schaffen wir:
• Eine Spielstätte für den regionalen Spitzen- und Leistungssport (Handball, Basketball,
Volleyball),
• Einen Austragungsort für Großveranstaltungen, Konzerte und Tagungen,
• Neue Synergien bei der Auslastung und Vermietung, die den städtischen Haushalt massiv
entlasten.
Das Konzept: North American Community Recreation Center
Nordamerikanische Community Recreation Center (Rec Center) verbinden Eissport, Aquatics,
Ballsporthallen, Fitness und Vereinsleben unter einem Dach:
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Bad Nauheim
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Benjamin Pizarro und Paula Preiß
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• Trägerschaft & Betriebsmodell: Das Rec Center verbleibt in kommunaler Trägerschaft (z. B.
AöR oder Zweckverband), wird jedoch professionell und kaufmännisch geführt.
• Finanzierung & Beiträge: Ein durchdachtes Preissystem kombiniert bezahlbare Einzeleintritte
für Bürger mit flexiblen Kombi-Abos für Familien und Senioren. Ein Pass ermöglicht die
Nutzung aller Module (Gym/Fitness, Schwimmen, Eislauf, Kurse).
• Verknüpfung von Breitensport und Vereinen: Der ungebundene Freizeitsportler nutzt die
offenen Flächen und das Fitnesscenter, während Vereine modernste Hallenbereiche anmieten
und über die hohe Publikumsfrequenz direkt neue Mitglieder gewinnen.
Anstelle des bisherigen, betriebskostenintensiven Wellenbades setzen wir auf ein modern optimiertes
Hallen- und Freibad. Durch den Verzicht auf energieintensive Sonderattraktionen (wie den alten
Wellenbetrieb) sinken die Unterhaltungskosten drastisch. Der Fokus liegt auf normgerechten
Sportbecken, Lehrschwimmbecken und Trainingsbereichen. Dies sichert das Schulschwimmen ab.
Zudem werden optimal aufbereitete Bahnkapazitäten für den regionalen Schwimm-Leistungssport
geschaffen. Da das Schul- und Leistungsschwimmen eine überregionale Aufgabe darstellt, muss der
Wetteraukreis in die Pflicht und anteilige Trägerschaft genommen werden.
Bad Nauheim ist als renommierte Gesundheitsstadt prädestiniert für ein solches Zentrum. Die
Integration vermietbarer Gewerbeflächen im Komplex schafft erhebliche Refinanzierungspotenziale:
• Privatmedizinische Nutzung: Ansiedlung von Facharztpraxen (Sportmedizin, Orthopädie),
Zentren für Sportrehabilitation, Leistungsdiagnostik und Physiotherapie.
• Synergieeffekte: Patienten nutzen die Infrastruktur des Zentrums (z. B. Schwimmbecken für
Aquatherapie, Fitnessbereich für Reha-Training), während die Mieteinnahmen der Praxen zur
Deckung der öffentlichen Betriebskosten beitragen.
• Ergänzende Gewerbe: Gastronomie, Sportfachhandel und ähnliche Angebote runden das
Einnahmeportfolio ab.
Der bisherige Standort des Usa-Wellenbades in der Talaue ist durch weitläufige, ebenerdige Asphalt-
Parkplätze geprägt, die wertvolle Grundfläche blockieren. Die Errichtung eines mehrgeschossigen
Parkhauses verdichtet den ruhenden Verkehr auf einen Bruchteil der Fläche. Die dadurch frei
werdende Grundfläche kann als wertvolle Entwicklungsflächen für andere Projekte zur Refinanzierung
beitragen.
Darüber hinaus ist die Kombination aus Eissport und Schwimmbad ökologisch und ökonomisch
günstig, weil thermodynamische Synergieeffekte ausgenutzt werden können: Die Kälteabwärme der
Eishalle heizt das Schwimmbad und das Gebäude. Dächer und Parkhausfassaden können mit
FDP-Fraktion in der
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c/o Fraktionsvorsitzende
Benjamin Pizarro und Paula Preiß
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Photovoltaik ausgestattet werden, deren Strom direkt für die Kältemaschinen der Ganzjahres-Eishalle
genutzt wird.
Betriebswirtschaftlich ist dieser zusammengedachte Neubau die einzig vernünftige finanzielle
Entscheidung:
• Betriebskosten-Reduktion: Ein gemeinsames Gebäudemanagement, gebündelte
Kassensysteme und personelle Synergien (Technik-Service für Eis, Wasser, Halle und Gym aus
einer Hand) senken den jährlichen städtischen Zuschussbedarf drastisch.
• Maximale Förderquoten: Ein solches integratives Leuchtturmprojekt erfüllt Spitzenkriterien
für Bundes-, Landes- und EU-Förderprogramme.
Wir dürfen die Augen vor dem Verfall unserer Sportstätten nicht länger verschließen. Es braucht eine
mutige Vision. Nur wenn wir jetzt groß, vernetzt und interkommunal denken, stellen wir die Weichen
für die Zukunft Bad Nauheims und der Region.
Seien Sie zusammen mit uns mutig!
Weitere Begründung erfolgt mündlich.
Mit freundlichen Grüßen
Benjamin Pizarro
Ko-Fraktionsvorsitzender FDP-Fraktion Bad Nauheim
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