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Naturerlebnis-Spielplatz Karlsbader Straße: Trittsteinbiotop um Spiel- und Aufenthaltsflächen für Familien ergänzen Antrag zur Verweisung der AfD-Fraktion vom 19.10.2026
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Rüsselsheim am Main |
| Datum | 2026-12-10 geplant |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
E I N G A N G
19.10.2026
Fachbereich Z entrales
Gremienbüro
Antrag
der Fraktion Alternative für Deutschland
AT-17/26-31
Datum 19.10.2026
Beratungsfolge Termin Beratungsaktion
Planungs-, Bau- und Umweltausschuss 26.11.2026 beschlussempfehlend
Stadtverordnetenversammlung 10.12.2026 beschließend
Betreff:
Naturerlebnis-Spielplatz Karlsbader Straße: Trittsteinbiotop um Spiel- und
Aufenthaltsflächen für Familien ergänzen
Antrag zur Verweisung der AfD-Fraktion vom 19.10.2026
Antragstext:
Der Magistrat der Stadt Rüsselsheim am Main wird beauftragt,
1. zu prüfen, wie das 2026 angelegte Trittsteinbiotop an der Karlsbader Straße (Flurstück
209, Flur 7, Gemarkung Rüsselsheim, 603 m²) unter Erhalt seiner Biotopstrukturen zu
einem naturnahen Spiel- und Begegnungsraum für Kinder im Kita- und
Grundschulalter und ihre Familien („Naturerlebnis-Spielplatz“) weiterentwickelt werden
kann: mit Elementen aus Naturmaterialien wie Balancierstämmen, Findlingen,
Kletterhügel, Sandspielbereich, Weidenbauwerken, Sitzgelegenheiten und einer
Infotafel,
2. für die Vorzugsvariante die Kosten für Planung, Herstellung und laufende Unterhaltung
zu schätzen und kostensparende Wege zu prüfen: Naturbauweise ohne klassische
Spielgeräte, Eigenleistung des Städteservice Raunheim Rüsselsheim AöR,
MitmachBautage, Pflegepatenschaften von Anwohnern und Kita sowie Fördermittel –
insbesondere das KfW-Programm 444 „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ und
die Kommunale Klimarichtlinie des Landes Hessen – jeweils mit Antragsfristen,
3. zum Trittsteinbiotop mitzuteilen, was Herstellung und laufende Pflege gekostet haben,
aus welcher Haushaltsposition es finanziert wurde, wer die Anlage auf dieser Fläche
entschieden hat, auf welcher Grundlage (Beschluss, Konzept, Maßnahmenplan des
Labels) die Fläche ausgewählt wurde und ob Alternativen geprüft sowie Anwohner und
Kita beteiligt wurden,
4. Kinder und Familien des Quartiers, die Kindertagesstätte Karlsbader Straße und die
Gemeinwesenarbeit im Berliner Viertel nach § 4c HGO an der Planung zu beteiligen,
5. den Standort der Altglas- und Altkleidercontainer an der Ecke Karlsbader Straße zu
überprüfen und mit dem Städteservice und den Betreibern einen Standort ohne
unmittelbaren Bezug zu Wohnbebauung und Spielfläche vorzuschlagen; bis zu einer
Verlegung sind Leerung und Reinigung so zu organisieren, dass Ablagerungen
unterbleiben,
6. der Stadtverordnetenversammlung über den Planungs-, Bau- und Umweltausschuss
bis zum 31.03.2027 zu berichten und bei positivem Prüfergebnis die Mittel für Planung
und Herstellung im Haushaltsentwurf 2027 und in der mittelfristigen Finanzplanung
vorzusehen, damit die Umsetzung 2027 beginnen kann.
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Begründung:
1. Die Fläche heute
Am westlichen Ende der Karlsbader Straße hat die Stadt ab dem 16.03.2026 eine „naturnah
gepflegte Wiesenfläche“ zum Trittsteinbiotop umgebaut – Steinhaufen, Benjeshecken,
Trockenmauer, Sandarium, Gabionen, Strauchinseln, Totholz – im Rahmen des Programms
„Label StadtGrün naturnah“ (Pressemitteilungen vom 13.03. und 23.07.2026). Ökologisch
sinnvoll, für die Familien im Quartier ohne Nutzen: Die Fläche ist abgesperrt, ohne Weg, Bank
und Spielangebot (Stand 01.10.2026, Fotos in der Anlage); geplant sind nur eine Stele mit
QR-Code und eine weitere Ansaat. An der Ecke sammeln sich um Altglas- und
Altkleidercontainer Flaschen und Abfall. Ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung
oder eines Ausschusses liegt nicht vor, eine Drucksache gibt es nicht, die Kosten sind nicht
veröffentlicht; der Haushalt kennt für das Programm nur die Sammelposition 13015800AK
(80.000 Euro 2025, 120.000 Euro je Jahr im Entwurf 2026).
2. Viele Kinder, kein Spielplatz
Das Berliner Viertel zählt 5.959 Einwohner, darunter 482 Kinder unter sechs und 448 von
sechs bis zehn Jahren (Statistischer Bericht 2025, Tabelle 10). Um die Fläche sind durch
Nachverdichtung „die 50 Reihenhäuser in der Karlsbader Straße“ (Vorlagen 696/16-21,
768/16-21) und die Reihenhäuser an der Aussiger Straße entstanden. In 250 Metern liegt die
Kita Karlsbader Straße – 80 Plätze, davon 20 in einer Naturgruppe, „Hessischer
Bewegungskindergarten“ (DS-44/26-31); drei weitere Kitas und die Goetheschule liegen in
250 bis 500 Metern. Die Spielplatzbroschüre der Stadt (2023) nennt für das ganze Viertel
zwei Plätze – Bonner Straße 64 und Berliner Platz (Danziger Anlage) –, beide 400 bis 500
Meter Luftlinie entfernt; die DIN 18034-1 sieht für Kinder bis sechs Jahre 200 Meter vor. Für
Bauschheim mit gleicher Einwohnerzahl (6.005) und 309 Kindern unter sechs Jahren nennt
dieselbe Broschüre neun Plätze. Hinzu kommen die Wege durch das Viertel:
Handlungsbedarf bei Gehwegen und Sichtbeziehungen (Schulmobilitätsplan Goetheschule,
DS-800/21-26), Gewalttaten am Berliner Platz 2024 und 2026 (Polizeipräsidium Südhessen)
– Eltern lassen Kleinkinder dort nicht allein gehen. Der Magistrat selbst sagt: Nachverdichtung
verschärft den Bedarf an wohnungsnahen Freiräumen (DS-51/26-31), wohnortnahe
Spielplätze sind für jüngere Kinder nicht ersetzbar (DS67/26-31, 1. Ergänzung). Eine
Bedarfsanalyse nach Einzugsbereichen liegt nicht vor; der Zustandsbericht 2022 (DS-245/21-
26) betrachtet nur den Bestand.
3. Warum naturnah
Der Antrag stellt das Biotop nicht in Frage, er baut darauf auf: Sand, Steine, Totholz und
heimische Sträucher bleiben Lebensraum und werden zugleich Spielraum. Die DIN 18034-1
fordert Bereiche zum Naturerleben (Abschnitt 4.4.8); der Leitfaden „Spielplätze aufwerten
Wildbienen schützen und fördern“ der Bayerischen Akademie für Naturschutz und
Landschaftspflege (2021) empfiehlt Sandflächen, gesicherte Stämme und mörtellose
Trockenmauern auf Spielplätzen – Wildbienen seien Nützlinge, keine Gefahr. Kinder spielen
in naturnahen Räumen vielfältiger und komplexer als auf Gerätespielplätzen (BfN-Skripten
560, 2020). „Umweltbildung und Naturerfahrung“ ist Kriterium 2.3 des Labels – ein Plus für
die angestrebte Re-Zertifizierung (DS-839/21-26).
4. Kosten, Pflege, Förderung
Gerätespielplätze kosten rund 250 bis 280 Euro je Quadratmeter (Wiesbaden, Philipp-Holl-
Straße 2025: 265.000 Euro für 1.000 m²; Kalkulation Karlsruhe: 265 Euro Bau, 53 Euro
Planung, 53 Euro Pflege je Jahr); Rüsselsheim zahlte für die Danziger Anlage rund 430.000
Euro (2025) und den Ritterburg-Spielplatz rund 320.000 Euro (2024). Naturnahe Anlagen
liegen deutlich darunter: Leipzig, Lindenauer Hafen, rund 124 Euro je Quadratmeter;
Wiesbaden-Auringen rund 62 Euro. Für eine Spielfläche von 600 bis 1.200 m² ergeben
Einheitspreise kommunaler Kostenschätzungen 50.000 bis 120.000 Euro einschließlich
Planung – mit Eigenleistung des Städteservice (Liebigstraße 2026: rund 40.000 Euro) am
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unteren Ende. Die Folgekosten bleiben klein: Riedstadt senkte die Pflege naturnah
umgestalteter Flächen von 5,52 bis 8,93 auf 1,29 Euro je Quadratmeter und Jahr;
Naturelemente brauchen Kontrolle, keine Mechanik; Patenschaften von Anwohnern und Kita
entlasten den Städteservice. Förderung: Das KfW-Programm 444 fördert
Naturerfahrungsräume mit 50, für finanzschwache Kommunen mit 80 Prozent
(Mindestzuschuss 15.000 Euro, Antragsfrist nach derzeitigem Stand 31.12.2026); die
Kommunale Klimarichtlinie Hessen fördert Begrünung und Beschattung öffentlicher Flächen
mit bis zu 75 Prozent für Klima-Kommunen – Rüsselsheim ist seit 2012 Klima-Kommune (DS-
839/2126). Eine Vollfinanzierung ist nicht zu erwarten; der Eigenanteil gehört in den Haushalt
2027.
5. Beschlusslage und Haushalt
Die Stadtverordnetenversammlung hat am 25.06.2026 einstimmig beschlossen,
Spielplatzinvestitionen auf sicherheitsrelevante Maßnahmen und Bestandserhaltung zu
begrenzen (DS-51/26-31). Das betrifft die bestehenden Spielplätze und die laufenden Mittel.
Hier geht es um ein Quartier ohne Spielplatz – einen strukturellen Handlungsbedarf im Sinne
der Vorlage DS-51/26-31, nicht um die Aufwertung eines Bestandsplatzes; der Beschluss
steht einer Prüfung und einer Veranschlagung im Haushalt 2027 nicht entgegen. In der
vorläufigen Haushaltsführung darf der Magistrat nach § 99 HGO keine neue Maßnahme
beginnen. Den Weg hat er zum Mehrgenerationenplatz Bauschheim selbst beschrieben: Bei
politischer Priorisierung sind die Mittel für Grundlagenermittlung und Vorplanung für 2027
anzumelden (DS-67/26-31, 1. Ergänzung). Genau das beantragt die Fraktion. Im
Haushaltsentwurf 2026 standen für Spielplätze 540.000 Euro je Jahr; 50.000 bis 120.000
Euro für die Karlsbader Straße sind darin darstellbar.
6. Beteiligung
Nach § 4c HGO soll die Gemeinde Kinder und Jugendliche bei Planungen, die sie betreffen,
angemessen beteiligen. Partner sind die Kita Karlsbader Straße mit ihrer Naturgruppe, die
Familien des Quartiers und die Gemeinwesenarbeit im Berliner Viertel (Förderung 2027 bis
2031 beschlossen, DS-62/26-31). Wer mitplant, pflegt mit.
Alexander Martens
Stellv. Fraktionsvorsitzender
AfD-Fraktion
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