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Antrag der GLT-Fraktion vom 01.10.2026, lfd. Nr. 072, Regenwasserorientierte Stadtentwicklung
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Trebur |
| Datum | 2026-10-21 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Eingang: 01.10.2026 AT072
Trebur, 01.10.2026
An den
Vorsitzenden der Gemeindevertretung
5 Herrngasse 3
65468 Trebur
Regenwasserorientierte Stadtentwicklung
10
Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
die Gemeindevertretung möge beschließen:
Grüne Liste Trebur
15 der Gemeindevorstand wird beauftragt zu prüfen, wie Maßnahmen der
regenwasserorientierten Stadtentwicklung bei aktuellen und zukünftigen
Planungen sowie bei Sanierungs- und Umbaumaßnahmen im Dr. Sonja Mars
Fraktionsvorsitzende
Gemeindegebiet umgesetzt werden können. Dabei sollen ausdrücklich
auch Möglichkeiten zur Verbesserung im Bestand wie an bestehenden
Feldbergstraße 19
20 Straßen, Plätzen und öffentlichen Grünflächen betrachtet werden.
65468 Trebur
Die Prüfung soll insbesondere bei anstehenden Planungen und
[email protected]
Baumaßnahmen erfolgen, beispielsweise im Rahmen der Verkehrs- und
Grünplanung für das Gewerbegebiet „Am Bessheimer Weg“.
25
Dabei sollen insbesondere folgende Möglichkeiten betrachtet werden:
• Grünflächen als Mulden oder Senkgärten, in die
Niederschlagswasser aus angrenzenden Straßen- und
Gehwegbereichen eingeleitet und temporär zurückgehalten
30 werden kann,
• Bord- bzw. Kantensteine mit Öffnungen oder Schlitzen, durch die
Niederschlagswasser von befestigten Flächen gezielt in bestehende
oder neu angelegte Grünflächen bzw. Baumscheiben geleitet wird,
• Baumrigolen und Pflanzgruben mit Wasserspeicherfunktion,
35 insbesondere bei Neupflanzungen und der Erneuerung
bestehender Baumstandorte,
• unterirdische Speichersysteme, die Niederschlagswasser
aufnehmen und in Trockenperioden für die Bewässerung von
Bäumen und Grünflächen nutzbar machen,
40 • Entsiegelung und die Verwendung wasserdurchlässiger Beläge.
Die antragstellende Fraktion bittet um vorherige Beratung im BLUE. Die
Ergebnisse der Prüfung sind dem BLUE vorzustellen und hinsichtlich
geeigneter Maßnahmen und konkreter Umsetzungsmöglichkeiten in der
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45 Gemeinde Trebur zu erläutern.
Begründung
Der Hitze- und Trockensommer 2026 hat erneut deutlich gezeigt, dass die Folgen des Klimawandels
auch in der Gemeinde Trebur spürbar sind. Längere Hitze- und Trockenperioden belasten Menschen,
50 Tiere, Vegetation und insbesondere den kommunalen Baumbestand. Gleichzeitig können
Starkregenereignisse innerhalb kurzer Zeit erhebliche Niederschlagsmengen mit sich bringen.
Eine regenwasserorientierte Stadtentwicklung verfolgt das Ziel, Niederschlagswasser möglichst dort
zurückzuhalten, zu speichern und zu versickern, wo es anfällt. Regenwasser soll stärker als Ressource
55 genutzt werden, insbesondere für die Versorgung von Bäumen und Grünflächen. Die damit
verbundene Verdunstung trägt zugleich zur Abkühlung des unmittelbaren Umfeldes bei.
Ziel bzw. Vorteile der Maßnahmen sollen sein:
60 • Das Mikroklima verbessert sich durch Verdunstung, sodass die Aufenthaltsqualität steigt –
weniger Hitzestress für Mensch, Tier und Pflanzen
• Aufheizung wird gedrosselt, Abkühlungseffekte werden deutlich verbessert
• Stärkung des natürlichen Wasserhaushalts durch Rückhalt, Versickerung und Verdunstung von
Niederschlagswasser vor Ort sowie Förderung der Grundwasserneubildung, soweit die
65 örtlichen Bodenverhältnisse dies ermöglichen
• Entlastung der Kanalisation bei Starkregen durch dezentrale Rückhaltung und Versickerung
von Niederschlagswasser und damit Verringerung des Risikos lokaler Überflutungen
• Verbesserung der Wasserversorgung von Gemeindebäumen und Grünflächen sowie
Erhöhung ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber Hitze- und Trockenperioden
70 • Reduzierung des Bewässerungsbedarfs durch die Nutzung und Speicherung von
Niederschlagswasser und damit mögliche Verringerung des Pflege- und Kostenaufwands für
öffentliche Grünflächen
Kommunale Beispiele
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Entsprechende Ansätze werden bereits in anderen Kommunen verfolgt. Beispielsweise hat die Stadt
Riedstadt in Wolfskehlen die Umgestaltung zweier großer Straßenräume Anfang 2026 fertiggestellt.
Dort sind Mulden bzw. Senkgärten ausgebildet und Öffnungen in den Bordsteinen zur Einleitung des
Niederschlagswassers hergestellt worden, ergänzt durch unterirdische Speichersysteme. Die
80 zusätzlichen Entsiegelungen, Staudenpflanzungen und Baumergänzungen tragen zu einer höheren
Aufenthaltsqualität in der Heinrich-Heine- und Oppenheimer-Straße bei. Bereits in diesem Sommer
konnten bei einer Wärmebildkartierung positive Effekte auf die thermische Situation festgestellt
werden. Solche Beispiele können als Orientierung für geeignete Lösungen in Trebur dienen.
85 Mit freundlichen Grüßen
Sonja Mars
Fraktionsvorsitzende
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