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Antrag für ein Pilotprojekt: Jugend trägt Verantwortung für die Bottroper Innenstadt
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Bottrop |
| Datum | 2026-10-16 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
Frau Bezirksbürgermeisterin
Bottrop, 28.09.2026
Sandra Behrendt
Bezirksverwaltungsstelle Mitte
Ernst-Wilczok-Platz 1
46236 Bottrop
-per E-Mail an: [email protected]
Antrag für ein Pilotprojekt: Jugend trägt Verantwortung für die Bottroper Innenstadt
Sehr geehrte Frau Bezirksbürgermeisterin Sandra Behrendt,
die SPD-Bezirksfraktion Mitte bittet um Weiterleitung des vorliegenden Antrags an die Verwaltung der
Stadt Bottrop.
Antrag
Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit dem JuMi und der BEST ein Konzept nach dem
Vorbild erfolgreicher skandinavischer Projekte zu entwickeln, mit dem Jugendliche freiwillig
Verantwortung für die Sauberkeit und Aufenthaltsqualität der Bottroper Innenstadt übernehmen. Das
Pilotprojekt soll sich an den Erfahrungen der schwedischen Projekte „Clean City
Linköping“ und „Trygga Orten“ orientieren. Ziel ist es, das Verantwortungsbewusstsein junger
Menschen für den öffentlichen Raum zu stärken. Mit Hilfe der offenen Jugendarbeit werden Jugendliche
für einen sauberen und verantwortungsvollen Umgang mit dem öffentlichen Raum sensibilisiert. Sie
lernen, Verschmutzung und Vandalismus entgegenzuwirken. Der Gedanke dabei ist, dass
Jugendgruppen freiwillige Patenschaften für ausgewählte Bereiche der Innenstadt übernehmen und sich
dort regelmäßig an Sauberkeits- und Pflegeaktionen beteiligen. Gleichzeitig benennen Jugendliche
eigene Problemstellen und erarbeiten Vorschläge, wie die Sauberkeit und Aufenthaltsqualität verbessert
werden können. Wichtig ist, dass die regulären Aufgaben der Stadt und der zuständigen Stellen für
Reinigung, Pflege, Sicherheit und Ordnung davon unberührt bleiben. Das JuMi begleitet die
Jugendlichen im Rahmen der offenen Kinder- und Jugendarbeit sozialpädagogisch. Die BEST stellt im
Rahmen ihrer Möglichkeiten das für die Umsetzung erforderliche Equipment, wie etwa Greifzangen,
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Handschuhe und Müllsäcke zur Verfügung. Darüber hinaus soll geprüft werden, inwieweit das
Engagement der Jugendlichen angemessen anerkannt und unterstützt werden kann. Die BEST sollte die
Jugendlichen für ihr Engagement mit einer Aufwandsentschädigung, Karten für Veranstaltungen oder
die Unterstützung eigener Aktionen und kreativer Projekte unterstützen. Denkbar sind beispielsweise
legale Graffiti-Flächen, ein reversibles Bodengraffiti oder eigene Veranstaltungen wie eine Silent Disco
oder ein Silent Cinema. Die BEST kann hierbei im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch als Sponsor und
Unterstützer solcher Maßnahmen eingebunden werden. Für die Umsetzung des Pilotprojekts werden
1.500 Euro aus Mitteln der Bezirksvertretung Mitte bereitgestellt. Die Mittel können insbesondere für
erforderliche Sachmittel sowie zur Anerkennung des Engagements der beteiligten Jugendlichen
eingesetzt werden. Die Verwaltung wird gebeten, der Bezirksvertretung Mitte ein entsprechendes
Konzept mit geeigneten Einsatzbereichen, einem Umsetzungsvorschlag, einem Zeitplan und einer
Kostenschätzung vorzulegen.
Begründung
Die Sauberkeit und Aufenthaltsqualität unserer Innenstadt sind wichtige Themen für alle Generationen.
Gleichzeitig bietet sich die Chance, Jugendliche stärker in die Verantwortung für den öffentlichen Raum
einzubeziehen. Jugendliche sind unsere Zukunft und umso früher sie ein Bewusstsein für einen
umweltfreundlichen, sauberen und ästhetischen Raum gewinnen, umso mehr wirkt sich dies auf
Folgegenerationen aus. Der Grundgedanke des Projektes ist, dass Jugendliche nicht nur Nutzerinnen und
Nutzer des öffentlichen Raumes sind, sondern Verantwortung für dessen Zustand übernehmen. Durch
die Übernahme konkreter Verantwortung werden Jugendliche für die Folgen von Verschmutzung,
Vandalismus und achtlosem Umgang mit dem öffentlichen Raum sensibilisiert. Gleichzeitig wird die
Bereitschaft gestärkt, selbst aktiv zu werden und auch andere junge Menschen für einen respektvollen
Umgang mit der Innenstadt zu gewinnen. Ein zentraler Baustein sind Patenschaften für Bereiche der
Innenstadt. Jugendgruppen übernehmen freiwillig Verantwortung für bestimmte Bereiche und setzen
sich dort für Sauberkeit und einen guten Zustand ein. Die Patenschaften werden durch das JuMi
sozialpädagogisch begleitet. Dabei wird ein aktiver und bewusster Peer-to-Peer-Ansatz verfolgt.
Jugendliche sprechen andere junge Menschen direkt vor Ort an und sensibilisieren diese für einen
verantwortungsvollen Umgang mit der Innenstadt. Der Ansatz setzt damit nicht ausschließlich auf
Verbote und Kontrolle, sondern auf Eigenverantwortung, Beteiligung und gegenseitige
Rücksichtnahme. Wichtig ist zudem der Dialog mit den Jugendlichen an den Orten, an denen sie sich
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tatsächlich aufhalten. Gemeinsam mit dem JuMi werden Problemstellen und konkrete Defizite erfasst,
wie fehlende, ungeeignete Abfallbehälter oder wiederkehrende Verschmutzungen, die zu einer
geringeren Aufenthaltsqualität beitragen. Die BEST unterstützt dabei die praktische Umsetzung durch
die Bereitstellung von Greifzangen, Handschuhen, Müllsäcken und weiterem geeignetem Equipment.
Auch Verbesserungen der Infrastruktur, beispielsweise durch geeignete Abfallbehälter, Trennsysteme
oder Ascher, sollen geprüft werden. Essenziell ist, dass das Engagement der Jugendlichen darüber
hinaus Anerkennung erfährt. Neben einer möglichen Aufwandsentschädigung können gemeinsame
Aktivitäten, Veranstaltungen oder kreative Projekte gefördert werden. Dadurch wird die Übernahme von
Verantwortung positiv verstärkt. Für das Pilotprojekt orientieren wir uns an skandinavische Projekte,
wobei die schwedische Stadt Linköping mit ihrem Projekt „Clean City Linköping“ als Vorbild gilt. Im
Rahmen von „Clean City Linköping“ wurden Jugendliche für zeitlich begrenzte Tätigkeiten im
öffentlichen Raum eingesetzt und zugleich in die Entwicklung von Maßnahmen gegen Müll und Graffiti
einbezogen. Die Jugendlichen waren damit nicht lediglich ausführende Kräfte, sondern wurden mit ihren
Erfahrungen und Ideen in die Entwicklung von Lösungen einbezogen. Auch „Trygga Orten“ in
Schweden verbindet die Verbesserung des öffentlichen Raumes mit Jugendbeteiligung,
Verantwortungsübernahme und persönlicher Entwicklung. Jugendliche werden dabei als aktive Akteure
ihres Umfeldes angesprochen und für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem öffentlichen Raum
gewonnen. Beide Ansätze zeigen, dass die Auseinandersetzung mit Sauberkeit und dem Zustand des
öffentlichen Raumes mit Jugendbeteiligung und der Übernahme von Verantwortung verbunden werden
kann. Auch deutsche Städte bieten Anknüpfungspunkte. Siegen setzt mit „Sauber bleiben!“ unter
anderem auf Sauberkeitspatenschaften und unterstützt Engagierte mit entsprechendem
Arbeitsmaterial. Hofheim am Taunus verbindet verschiedene Sauberkeitsaktionen mit freiwilligem
Engagement und stellt hierfür unter anderem Greifzangen, Handschuhe und Müllsäcke bereit. Diese
positiven Erfahrungen sollen für Bottrop zu einem eigenen Ansatz verbunden werden. Jugendliche
übernehmen Verantwortung für die Innenstadt, werden dabei sozialpädagogisch begleitet, erhalten die
notwendige Ausstattung und erfahren Anerkennung für ihr Engagement. Das Projekt soll ausdrücklich
keine kommunalen Pflichtaufgaben ersetzen. Die Verantwortung für die professionelle Reinigung,
Pflege, Sicherheit und Ordnung verbleibt bei den zuständigen Stellen. Das Ziel ist, das
Verantwortungsbewusstsein der Jugendlichen zu stärken und zu sensibilisieren, um in der Innenstadt
mehr Sauberkeit und weniger Vandalismus zu erlangen. Auch sehen wir die Möglichkeit, dass
Jugendliche andere Jugendliche auf Augenhöhe für einen sauberen und verantwortungsvollen Umgang
mit der Innenstadt sensibilisieren.
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Mit freundlichen Grüßen
i.A. Ann-Kathrin Scheumann
Sprecherin in der Bezirksfraktion Bottrop Mitte
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