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Antrag der Fraktionen DIE LINKE und Bündnis 90/Die Grünen betr. Erstellung eines Begleitkonzeptes zur Videoüberwachung auf Schulhöfen
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Marl |
| Datum | 2026-10-08 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die Fraktionen DIE LINKE und Bündnis 90/Die Grünen beantragen, dass die Verwaltung ein umfassendes Begleitkonzept zur Prävention von Vandalismus und Gewalt auf Schulhöfen erarbeitet. Schulen, Schülervertretungen und das Kinder- und Jugendparlament sollen frühzeitig eingebunden werden. Die Verwaltung soll Maßnahmen wie verbesserte Beleuchtung, Jugendangebote, legale Graffiti-Flächen und mobile Jugendarbeit prüfen sowie nach einem Jahr einen Evaluationsbericht vorlegen. Der Antrag begründet dies damit, dass präventive, soziale und städtebauliche Maßnahmen notwendig sind, um langfristig Sicherheit zu gewährleisten.
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Dokument
Extrahierter Text
Sitzungsvorlage Nr. 2026/0437
An den Bürgermeister
der Stadt Marl
Herrn Thomas Terhorst
Stadthaus 1
Antrag der Fraktionen DIE LINKE und Bündnis 90/Die Grünen
betr. Erstellung eines Begleitkonzeptes zur Videoüberwachung auf Schulhöfen
Sehr geehrter Herr Terhorst,
bitte setzen Sie den nachfolgenden Antrag auf die Tagesordnung des Rates
Antrag:
1. Die Verwaltung wird beauftragt, ergänzend zu den geplanten Maßnahmen zur
Videoüberwachung auf Schulhöfen ein umfassendes Begleitkonzept zur Prävention von
Vandalismus und Gewalt zu erarbeiten und dem Rat zur Beratung vorzulegen.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, die betroffenen Schulen, Schülervertretungen, sowie das Kinder-
und Jugendparlament frühzeitig in die Entwicklung des Begleitkonzeptes einzubinden. Dies soll in
Form einer Schüler*innenkonferenz stattfinden, wobei die Entwicklungen und aktuellen Abläufe
den Betroffenen erklärt werden, ihr Anregungen und Ideen gesammelt und ausgewertet werden,
sowie die nächsten Schritte mit den Betroffenen gemeinsam entwickelt werden. Den
Schulgemeinschaften werden unterstützt in Kooperation mit der Stadt Marl eine stadtweite
Initiative zu planen, mit den folgenden Eigenschaften:
o Die Kampagne positioniert sich gegen Gewalt und Vandalismus mit dem Ziel nach innen zu
sensibilisieren und nach außen sich zu positionieren bspw. in Form einer gemeinsamen
Erklärung oder von schulinternen Bildungseinheiten
o Anregung schulinterner Beteiligungsprozesse zur Mitgestaltung der Schulhöfe durch bspw.
Kreativprojekte wie Workshops zu Graffitikunst oder Werken
o Förderung von Initiativen zur Belebung der Schulhöfe, aus der Schulgemeinschaft heraus
wie AGs oder Freizeitangeboten außerhalb der Schulzeiten
o erarbeitet wie die Schüler*innen zur Verantwortung gezogen werden bzgl. der Pflege des
Schulgeländes (z.B. Hofdienst)
3. Die Verwaltung wird beauftragt, dabei insbesondere folgende Maßnahmen die von der Stadt Marl
umgesetzt werden können, auf ihre Umsetzbarkeit und Kosten zu prüfen.
o Erhöhung sozialer Kontrolle durch:
• Verbesserung der Beleuchtung sowie Analyse schlecht einsehbarer Bereiche
• Rückschnitt von Grünflächen und Optimierung von Sichtachsen
• stärkere Nutzung der Schulhöfe durch Jugendangebote, Sportvereine, Familien-
und Stadtteilveranstaltungen
• Ausbau (routinierter) mobiler Jugendarbeit und Streetwork-Angebot
o Prüfung der Möglichkeit der erneuten Einführung der Hausmeisterwohnungen
o Prüfung zusätzlicher Maßnahmen zur schnellen Beseitigung von Schäden bspw.
Verbesserung der Ausstattung der Hausmeister*innen
o Schaffung legaler Graffiti- und Gestaltungsflächen um Ausweichangebote zu schaffen
o stärkere Einbindung von Schulen, Schülervertretungen, dem Kinder- und
Jugendparlament sowie Jugendtreffs, in das Schulleben und die Belange der Jugend
o Verbesserung der Sichtbarkeit des städtischen Mängelmelders
o Prüfung von Schutzmaßnahmen gegen unbefugtes Befahren von Schulhöfen
o stärkere Kooperation mit umliegenden Kommunen hinsichtlich bewährter
Präventionsansätze durch einen (regelmäßigen) Austausch
4. Die Verwaltung legt dem Rat spätestens ein Jahr nach Einführung der Maßnahmen und dem
Aufstellen der Videogeräte einen Evaluationsbericht vor, der insbesondere die Entwicklung der
Fallzahlen und des Schadenvolumens aufzeigt.
Begründung:
Die Diskussion um Videoüberwachung auf Schulhöfen darf nicht isoliert geführt werden. Sicherheit,
Sauberkeit und der Schutz vor Vandalismus können langfristig nur dann erfolgreich gewährleistet
werden, wenn präventive, soziale und städtebauliche Maßnahmen gemeinsam gedacht werden.
Schulhöfe sind nicht nur Lernorte, sondern auch wichtige soziale Räume für Kinder, Jugendliche und die
Stadtgesellschaft. Ziel muss es daher sein, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Begegnung, Identifikation
und soziale Verantwortung stärken. Eine rein technische Überwachung kann Ursachen von Konflikten und
Sachbeschädigungen nicht dauerhaft lösen.
Präventive Ansätze wie bessere Beleuchtung, soziale Präsenz durch Jugendangebote, die stärkere
Nutzung der Schulhöfe durch Vereine und Nachbarschaften sowie Beteiligungsprojekte mit
Schülerinnen und Schülern fördern das Sicherheitsgefühl und stärken zugleich die Verantwortung für den
gemeinsamen öffentlichen Raum.
Insbesondere Beteiligungsprozesse tragen dazu bei, dass junge Menschen sich mit ihrem Schulumfeld
identifizieren und dieses aktiv mitgestalten. Erfahrungen aus anderen Kommunen zeigen, dass soziale
Kontrolle, attraktive Aufenthaltsorte und niedrigschwellige Freizeitangebote wirksame und nachhaltige
Beiträge zur Vermeidung von Vandalismus und Gewalt leisten können.
Darüber hinaus ist es wichtig, Jugend nicht pauschal als Sicherheitsproblem wahrzunehmen, sondern ihre
Bedürfnisse ernst zu nehmen und Räume für legale, kreative und soziale Aktivitäten zu schaffen. Ein
ausgewogenes Begleitkonzept verbindet daher Sicherheitsinteressen mit Jugendförderung, Prävention und
gesellschaftlichem Zusammenhalt.
Für die Fraktionen
Larissa Kolakowski Beate Kühnhenrich
Stellv. Fraktionsvorsitzende Fraktionsvorsitzende
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