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Evaluation des Projektes "BAM-Bus"; hier: Antrag der Fraktionen FDP/UWG und SPD vom 10. August 2026
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Troisdorf |
| Datum | 2026-10-07 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die Fraktionen FDP/UWG und SPD beantragten die Evaluation des Projekts „BAM-Bus", ein seit 2020 bestehendes mobiles Jugendangebot für Kinder und Jugendliche (6–18 Jahre) in Stadtteilen ohne stationäre Jugendzentren. Die Evaluation zeigt unzureichende Besucherzahlen bei Jugendlichen an den meisten Standorten, während nur der Oberlarer Platz kontinuierliche Nachfrage verzeichnet – allerdings überwiegend durch jüngere Kinder. Der Jugendhilfeausschuss beschloss daraufhin die Einstellung des Projekts aufgrund der nicht erreichten Ziele und der kostspieligen Relation zu den tatsächlich erreichten Zielgruppen.
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Dokument
Extrahierter Text
Stadt Troisdorf Datum: 18.08.2026
Der Bürgermeister
Az: 51.32
Vorlage, DS-Nr. 2026/0423 öffentlich
Beratungsfolge Sitzung am: Ja Nein Enth.
Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie 07.10.2026
(Jugendhilfeausschuss)
Betreff: Evaluation des Projektes "BAM-Bus"; hier: Antrag der Fraktionen
FDP/UWG und SPD vom 10. August 2026
Beschlussentwurf:
Der Jugendhilfeausschuss nimmt die vorliegende Evaluation zur Kenntnis und
beschließt, das Projekt „BAM-Bus“ einzustellen.
Auswirkungen auf den Haushalt:
Finanzielle Auswirkungen: Ja
Sachdarstellung:
Auf die angefügte Evaluation des Trägers wird verwiesen (siehe Anlage).
Das mobile Angebot BAM-Bus, ein Gemeinschaftsprojekt des Jugendzentrum
Bauhaus und Abenteuerspielplatz FWH in Trägerschaft der KJA Bonn, besteht seit
dem Jahr 2020. Der JHA hatte in seiner Sitzung im Mai 2020 über die Vergabe der
Trägerschaft für ein Angebot der mobilen Jugendarbeit entschieden. Für das
Haushaltsjahr 2020 wurden erstmalig Mittel für mobile Jugendarbeit, und hier
insbesondere für die mobile Arbeit mit einem sog. Spielmobil, bereitgestellt.
Durch das Angebot sollten explizit junge Menschen im Alter von 6 -18 Jahren in den
Troisdorfer Stadtteilen angesprochen werden, in denen es kein Kinder- und
Jugendzentrum gibt, insbesondere Spich und Oberlar.
Zusätzlich sollte diese Form der mobilen Jugendarbeit gem. Konzeption
Ansatzpunkte und Möglichkeiten bieten, auch den Bedürfnissen und Interessen von
Jugendlichen im öffentlichen Raum gerecht zu werden, die durch andere Angebote
bisher nicht erreicht werden konnten.
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Die mobile, aufsuchende Jugendarbeit hat grundsätzlich eine Brückenfunktion, d.h.
eben nicht auf Kinder und Jugendlichen zu warten, bis diese den Weg in eine
Einrichtung finden, sondern sich direkt in ihre Lebensräume zu begeben und ihnen
Beratung und niedrigschwellige Freizeitbeschäftigung anzubieten. Der
niedrigschwellige Zugang zur Zielgruppe soll dabei eine professionelle pädagogische
Beziehungsarbeit ermöglichen, die die Ressourcen der Kinder und Jugendlichen in
den Blick nimmt und stärkt.
Um die Bedürfnisse der Zielgruppe 6 – 18 Jahre zu berücksichtigen, waren die
Anforderungen an das Mobil von Anfang an dementsprechend hoch. Der BAM-Bus
wurde an die vielfältigen Bedürfnisse angepasst und als jugendgerecht-
ansprechendes, multifunktionales Fahrzeug gestaltet. Je nach Einsatz können
„Module“ mit unterschiedlichen Beschäftigungsmöglichkeiten genutzt werden. So
kann das Mobil individuell auf den jeweiligen Standort und die Zielgruppe
zugeschnitten genutzt werden.
Als das Mobil 2020 an den Start ging, fuhr es vier unterschiedliche Standorte an.
Zwei mit dem Schwerpunkt auf Kinder, zwei mit dem Schwerpunkt auf Jugendliche.
Da sich das Angebot im Stadtteil West – selbst nach Wechsel der Standorte – nicht
etablieren konnte, wurde dieses nach einiger Zeit eingestellt. Auch die
Jugendstandorte im Stadtteil Spich haben von je her kaum Besucher*innen
angezogen. Vom Startstandort am Bolzplatz an der Maarstraße, wurde das Mobil in
den Spicher Wald verlegt und zuletzt an den Bleimopsplatz, wo sich von der
zentralen Lage in Bezug auf die Annahme des Angebots deutlich mehr versprochen
wurde. Doch auch hier konnte sich das Angebot – trotz Werbemaßnahmen – nicht
etablieren, wie die angefügte Evaluation des Trägers zeigt.
Aktuell ist der BAM-Bus aufgrund eines Schadens seit Mitte Juni 2026 außer Betrieb,
die laufende Reparatur verzögert sich. Nach Rückmeldung des Trägers wird der Bus
voraussichtlich erst im Oktober wieder zur Verfügung stehen. Es kommt daher
derzeit zu Einschränkungen.
Grundsätzlich fährt der Bus nunmehr drei Standorte an. Die vorliegende Evaluation
des Trägers zeigt, dass die Inanspruchnahme des mobilen Angebots an den
einzelnen Standorten sehr unterschiedlich ausfällt. Während am Standort Oberlarer
Platz eine kontinuierliche Nachfrage durch Kinder besteht, werden die weiteren,
ursprünglich mit dem Angebot verfolgten Zielgruppen älterer Kinder und
insbesondere Jugendlicher an den übrigen Standorten nur in einem sehr geringen
Umfang erreicht.
Bei der Bewertung ist aus Sicht der Verwaltung insbesondere zwischen der
allgemeinen Nachfrage nach dem Angebot und der Erreichung der 2020 ursprünglich
definierten Zielgruppe zu unterscheiden.
Mit der Einrichtung des mobilen Angebots war insbesondere das Ziel verbunden,
Kinder und Jugendliche in Ortsteilen zu erreichen, in denen kein stationäres
Jugendzentrum vorhanden ist. Dabei sollte ausdrücklich auch ein niedrigschwelliges
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Angebot für Jugendliche geschaffen werden. Nach nunmehr rund sechs Jahren zeigt
sich jedoch, dass dieses Ziel trotz verschiedener Standortanpassungen und
Werbemaßnahmen nicht in ausreichendem Maße erreicht werden konnte.
Am Standort Am Schellerod ist die durchschnittliche Besucherzahl nach Angaben
des Trägers sehr gering, insbesondere in Herbst und Winter. Zudem handelt es sich
überwiegend um Kinder unterhalb der ursprünglich vorgesehenen Altersgruppe von
10 bis 14 (bzw. 18) Jahren. Jugendliche im vorgesehenen Alter sind nur selten
anzutreffen. Als mögliche Ursachen werden vom Träger insbesondere die Lage des
Standortes genannt. Die Verwaltung weist darauf hin, dass der Standort am
Schellerod ursprünglich ausdrücklich nicht für Kinder vorgesehen war, da die Kinder
des Stadtteils Oberlar bereits mit dem Angebot am Oberlarer Platz erreicht werden.
Die Einschätzung, dass der Standort für Jugendliche aufgrund der Nähe zum
Spielplatz möglicherweise nicht attraktiv sei, teilt die Verwaltung nicht. Der Spielplatz
ist lediglich Teil des Gesamtparks, in dem sich auch eine Basketballfläche und ein
Bolzplatz für Jugendliche befindet. Zudem zeigt die Erfahrung, dass sich
insbesondere Jugendliche gern eher an etwas abgelegeneren Standorten aufhalten.
Auch am Standort Bleimopsplatz in Spich zeigt sich nach Auswertung keinerlei
ausreichende Nachfrage. Als Ursache wird unter anderem eine geringe
Jugendbewegung im Stadtteil genannt sowie dass der Bus am Bleimopsplatz nicht
gut ersichtlich sei. Die Verwaltung bewertet den Standort hinsichtlich seiner
Sichtbarkeit und Erreichbarkeit anders, da sich dieser in sehr zentraler Lage direkt
am S- und Busbahnhof befindet. Zudem wurde der Jugendstandort in Spich, wie zu
Anfang dargestellt, im Verlauf der Angebotsentwicklung bereits mehrfach verändert,
ohne dass dadurch eine nachhaltige Verbesserung der Nachfrage erreicht werden
konnte.
Demgegenüber ist der Standort am Oberlarer Platz angemessen frequentiert. Hierbei
handelt es sich jedoch ganz überwiegend um Kinder. Die hohe Nachfrage belegt
somit zwar eine grundsätzliche Akzeptanz eines niedrigschwelligen mobilen
Freizeitangebotes, ist jedoch aus Sicht der Verwaltung nicht mit einer erfolgreichen
Erreichung der ursprünglich vorgesehenen jugendlichen Zielgruppe gleichzusetzen.
Der vom Träger vorgeschlagene Ansatz, das Angebot gegebenenfalls stärker am
Oberlarer Platz zu konzentrieren, würde voraussichtlich zu einer höheren
Besucherzahl führen. Aus Sicht der Verwaltung wäre damit allerdings zugleich eine
inhaltliche Verschiebung des Angebotes verbunden. Anstelle eines ausdrücklich
auch auf Jugendliche ausgerichteten Angebotes in Ortsteilen ohne Jugendzentrum
würde sich das Angebot faktisch stärker zu einem Kinderangebot entwickeln. Dies
entspräche nicht der ursprünglichen Zielsetzung und erscheint unter
Berücksichtigung des erfolgenden OGS-Ausbaus zumindest fragwürdig.
Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass in Oberlar bereits das Angebot des
Evangelischen Jugendwerks Sieg-Bonn-Rhein im Martin-Luther-Haus, Am Wildzaun
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14 besteht. Dieses wird seit geraumer Zeit von jungen Menschen gut angenommen
und verfügt über andere räumliche und strukturelle (z.B. Toilettensituation)
Möglichkeiten als das BAM-Angebot. Insofern wäre zu eruieren, ob das Angebot für
die Kinder am Oberlarer Platz nicht auch in das Angebot des Kinder- und
Jugendtreffs „Am Wildzaun“ integriert werden könnte.
Aus Verwaltungssicht ist festzuhalten, dass die mit dem Angebot vor rund sechs
Jahren verbundenen Ziele – insbesondere die niedrigschwellige Erreichung von
Jugendlichen in Ortsteilen ohne vorhandenes Jugendzentrum – nicht in dem
erwarteten Umfang erreicht werden konnten. Dies gilt trotz wiederholter
Anpassungen, Werbemaßnahmen und Standortveränderungen.
Gleichzeitig ist festzustellen, dass die laufenden Aufwendungen für das Angebot in
keinem angemessenen Verhältnis zur tatsächlich erreichten Zielgruppe stehen,
insbesondere an den schwach frequentierten Standorten.
Die Verwaltung empfiehlt daher, das Angebot des BAM- Busses gem. der
Vertragsbedingungen einzustellen, sprich, den Vertrag zu kündigen. Die
Kündigungsfrist beträgt 12 Monate. Für das Jahr 2026 wurde ein tatsächlicher
Zuschuss i. H. v. 60.012,00 € ausgezahlt. Durch die Beendigung des Angebotes
ergäbe sich also ein entsprechendes Einsparpotential.
Der Bus sollte dann natürlich auch weiterhin unterhalten und den Einrichtungen der
Offenen Kinder- und Jugendarbeit für Angebote zur Verfügung gestellt werden.
In Vertretung
Tanja Gaspers
Erste Beigeordnete
Text aus PDF extrahiert