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Antrag zur Geschäftsordnung der Fraktion SPD; Pegnitzquelle
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Pegnitz |
| Datum | 2026-10-07 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die SPD-Fraktion beantragt die Sicherung der Wasserversorgung für die Pegnitzquelle und das Mühlrad der Zaußenmühle durch ein geschlossenes Zisternen-Kreislaufsystem. Begründung: Die Karstquelle führt aufgrund anhaltender Trockenheit kein Wasser mehr, weshalb das historische Mühlrad stillsteht und touristische sowie didaktische Werte verloren gehen. Der Antrag fordert eine Machbarkeitsstudie, einen Haushaltsansatz zur Finanzierung, frühzeitige Beteiligung des Denkmalamts und eine Übergangslösung für die kommende Saison.
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Dokument
Extrahierter Text
SP D-Fraktion im Stadtrat Pegnitz, Pegnitztalstr. 10, 91257 Pegnitz Pegnitztalstr. 10
91257 Pegnitz
Stadt Pegnitz
Herrn Bürgermeister Tel.: 09241 - 2617
Wolfgang Nierhoff Homepage: www.spd-pegnitz.de
Per Email Email: [email protected]
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
namens der SPD-Fraktion stellen wir folgenden
Antrag:
Sicherung der dauerhaften Wasserversorgung für die Pegnitzquelle und des
Mühlrades der Zaußenmühle durch ein Zisternen-Kreislaufsystem
1. Beauftragung einer Machbarkeitsstudie: Der Stadtrat beauftragt die
Stadtverwaltung, in enger Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt und
geeigneten Fachplanungsbüros eine Machbarkeitsstudie zur Errichtung eines
geschlossenen Zisternen-Kreislaufsystems für die Wasserversorgung von
Pegnitzquelle und Zaußenmühle zu erstellen. Die Studie soll Varianten, Kosten,
Genehmigungserfordernisse und mögliche Fördermittel (z. B. Bayerisches
Förderprogramm für kommunale Wasserprojekte, LEADER-Förderprogramm,
Denkmalschutzfördermittel) untersuchen.
2. Bereitstellung eines Planungsansatzes im Haushalt: Im Rahmen der nächsten
Haushaltsberatungen wird ein Planungsansatz zur Finanzierung der
Machbarkeitsstudie sowie zur Vorbereitung der Umsetzung bereitgestellt.
3. Einbeziehung des Denkmalschutzes: Angesichts des denkmalschutzrechtlichen
Status von Zaußenmühle und Pegnitzquelle ist das Bayerische Landesamt für
Denkmalpflege frühzeitig in die Planung einzubeziehen, um eine reibungslose
Genehmigung sicherzustellen.
4. Zwischenlösung für die laufende Saison: Bis zur Umsetzung einer dauerhaften
Lösung prüft die Verwaltung, ob eine temporäre Überbrückungsmaßnahme (z. B.
mobile Pumpe oder provisorische Wassereinspeisung) möglich ist, um zumindest in
der touristisch bedeutsamen Saison den Betrieb des Mühlrads und die Befüllung des
Quellbeckens zu gewährleisten.
.
1. Ausgangslage und Problemdarstellung
Die Zaußenmühle an der Bayreuther Straße 3 gehört zu den markantesten
historischen Baudenkmälern der Stadt Pegnitz. Das ursprünglich um 1450 von Hans
Zauß errichtete Gebäude wurde nach seiner Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg im
Jahr 1710 als barocker Fachwerkbau neu aufgebaut und prägt bis heute das Ortsbild
der Innenstadt in einzigartiger Weise.
Hinter der Zaußenmühle entspringt die Pegnitz an einer typischen Karstquelle, die der
gesamten Stadt ihren Namen gab. Gefasst und mit einem historischen Quellbecken
versehen, diente die Pegnitzquelle über Jahrhunderte als Trinkwasserquelle und
lieferte die hydraulische Kraft zum Antrieb des Mühlrads der Zaußenmühle. Noch zu
Beginn des 20. Jahrhunderts war die Schüttung so stark, dass der Mühlbetrieb
möglich war.
Pegnitzquelle und Zaußenmühle sind feste Bestandteile des städtischen
Tourismusangebots, des Stadtspaziergangs sowie des Wasser-Lehrpfads, der
Besucher von der Quelle über den Wasserberg bis zum Karstwunder führt.
Infolge der anhaltenden Trockenheit der vergangenen Jahre hat die Schüttung der
Karstquelle erheblich abgenommen. Sie fällt mittlerweile über längere Zeiträume
vollständig aus. Das charakteristische Mühlrad der Zaußenmühle, das das Ortsbild
nachhaltig mitprägt, steht dadurch still und verliert seinen Charakter als lebendiges
historisches Zeugnis. Das Quellbecken führt kein Wasser mehr, der touristische und
didaktische Wert beider Orte wird massiv beeinträchtigt.
2. Vorgeschlagene Lösung: Zisternen-Kreislaufsystem
Die SPD-Fraktion schlägt die Errichtung eines geschlossenen Wasserkreislaufsystems
vor, das sowohl das Quellbecken als auch das Mühlrad der Zaußenmühle dauerhaft
und verlässlich mit Wasser versorgt. Das System umfasst folgende Kernelemente:
Unterirdische Zisterne mit ausreichendem Fassungsvolumen, die als Pufferspeicher
dient und bei natürlicher Quellschüttung oder durch Regenwasser automatisch
aufgefüllt wird.
Zusätzliche Frischwasserspeisung aus dem städtischen Versorgungsnetz als
Ergänzungsquelle bei ausbleibender Quellschüttung oder ausbleibendem Regen,
gesteuert durch einen automatischen Füllstandssensor.
Kreislaufführung des Wassers vom Quellbecken über das Mühlrad zurück in die
Zisterne, um den Wasserverbrauch auf ein Minimum zu reduzieren.
Naturnahe Integration der technischen Anlage, sodass Erscheinungsbild und
historischer Charakter des Ensembles vollständig erhalten bleiben.
3. Begründung
Historische und kulturelle Bedeutung
Zaußenmühle und Pegnitzquelle sind als Gesamtensemble Ausgangspunkt des nach
der Stadt benannten Flusses. Die historische Verbindung von Quelle, Mühlengebäude
und Mühlrad – belegt seit 1450 – ist ein einzigartiges kulturelles Erbe, das in seiner
Authentizität nur dann erlebbar bleibt, wenn das Mühlrad dreht und das Quellbecken
Wasser führt. Die Anlage ist prominenter Bestandteil offizieller Stadtführungen,
Tourismusmaterialien und des Wasser-Lehrpfads.
Klimawandel und strukturelle Herausforderung
Die nachlassende Schüttung der Pegnitzquelle ist kein vorübergehendes Phänomen,
sondern Folge struktureller Veränderungen im Niederschlagshaushalt Oberfrankens.
Klimaprognosen für die Region erwarten häufigere und längere Trockenperioden. Ein
technisches Kreislaufsystem ist daher nicht als temporäre Maßnahme, sondern als
dauerhafte Infrastrukturaufgabe der Stadt zu verstehen.
Touristische Wertschöpfung
Zaußenmühle und Pegnitzquelle werden in sämtlichen touristischen Führern und
Informationsmaterialien der Stadt und der Region (VGN-Stadttour, Fränkische-
Schweiz-Reiseführer, ADAC Maps) als Hauptsehenswürdigkeiten aufgeführt. Ein
dauerhaft stehendes Mühlrad und ein trockenes Quellbecken enttäuschen Besucher
und schädigen das Stadtimage. Die Investition in ein Kreislaufsystem sichert die
touristische Attraktivität und den Ruf Pegnitz' als historisch authentischen Ort.
Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung
Das Kreislaufprinzip stellt sicher, dass der Frischwasserverbrauch aus dem städtischen
Netz auf ein Minimum beschränkt bleibt. Wasser wird nicht verbraucht, sondern
rezykliert. Die Anlage wird nur dann mit Frischwasser ergänzt, wenn natürliche
Quellschüttung und Zisternenvorrat nicht ausreichen. Dies entspricht dem Grundsatz
eines sparsamen Umgangs mit der Ressource Wasser.
4. Abschließende Bemerkung
Zaußenmühle und Pegnitzquelle sind Aushängeschilder unserer Stadt. Es wäre ein
kultureller und touristischer Verlust ersten Ranges, wenn ein drehendes Mühlrad und
ein plätscherndes Quellbecken nur noch der Erinnerung angehörten. Mit einem
technisch ausgereiften und ressourcenschonenden Kreislaufsystem kann die Stadt
Pegnitz beide Orte dauerhaft sichern – als lebendige Zeugen ihrer Geschichte und als
attraktive Anlaufpunkte für Einheimische und Gäste.
Wir bitten um zeitnahe Aufnahme des Antrags in die Tagesordnung einer der
nächsten Stadtratssitzungen und um wohlwollende Beratung.
Mit freundlichen Grüßen
Karl Lothes Oliver Winkelmaier Peter Kraus
Text aus PDF extrahiert