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Antrag der Fraktion BÜNDNIS/90 DIE GRÜNEN vom 15.09.2026; Antrag auf öffentliche Missbilligung von Ratsherr Thiel wegen Verstoßes gegen demokratische Grundwerte und unterbliebener Entschuldigung
Angenommen34 Ja · 8 Nein
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Lüdenscheid |
| Datum | 2026-10-12 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt für die Ratssitzung am 12.10.2026 eine öffentliche Missbilligung von Ratsherr Thiel (AfD). Grund sind entmenschlichende Äußerungen („Abschaum") gegenüber Mitbürgern während eines AfD-Bürgerdialogs am 14. August 2026 sowie das Ausbleiben einer Entschuldigung. Der Antrag soll den Verstoß gegen die städtische „Resolution für ein demokratisches Miteinander" dokumentieren und Thiel zur öffentlichen Stellungnahme sowie Entschuldigung auffordern. Ein Beschluss wird nicht dokumentiert.
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Dokument
Extrahierter Text
Andreas Stach
Frak(cid:415)onsvorsitzender
Herzogstraße 1
58511 Lüdenscheid
Tel.: 0163 2175532
[email protected]
Bürgermeister Sebas(cid:415)an Wagemeyer
Rathausplatz 2
58509 Lüdenscheid Lüdenscheid, 15.09.2026
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, lieber Sebastian,
für die Ratssitzung am 12.10.2026 stellt Bündnis 90/Die Grünen folgenden
Antrag:
Antrag auf öffentliche Missbilligung von Ratsherr Thiel wegen Verstoßes gegen
demokratische Grundwerte und unterbliebener Entschuldigung.
Der Rat der Stadt Lüdenscheid möge beschließen:
1. Der Rat verurteilt in aller Deutlichkeit die aktuellen Vorfälle von
Entmenschlichung, die sich gegen Mitbürger*innen in Lüdenscheid gerichtet
haben.
Der Rat stellt fest, dass Ratsherr Herr Thiel von der AFD, durch seine Äußerungen
und Handlungen gegen die „Resolution für ein demokratisches Miteinander in
Rat und Ausschüssen“ verstoßen hat. Konkreter Anlass sind:
die Verwendung entmenschlichender Sprache („Abschaum“) gegenüber
Mitbürger*innen,
das unterbliebene Bedauern oder eine Entschuldigung trotz der Schwere
der Vorwürfe und der öffentlichen Kritik.
Diese Handlungen, derentwegen zum Zeitpunkt der Antragstellung der
Staatsschutz ermittelt, widersprechen den Grundsätzen der Achtung der
Menschenwürde, des verantwortungsvollen Sprachgebrauchs und der
Wahrnehmung der Vorbildfunktion, wie es in der Resolution des Rates der Stadt
Lüdenscheid beschlossen wurde.
2. Der Rat missbilligt das Verhalten von Ratsherrn Thiel in aller Deutlichkeit als
unvereinbar mit der Würde eines öffentlichen Amtes. Ein solches Handeln
beschädigt das Ansehen des Rates und untergräbt das Vertrauen der
Bürger*innen in die demokratischen Institutionen. Insbesondere die
ausbleibende öffentliche Entschuldigung zeigt, dass der Ratsherr der AFD, Herr
Thiel, die Schwere der Handlungen nicht erkennt oder nicht bereit ist, die
Konsequenzen zu tragen. Dies stellt einen Verstoß gegen die Vorbildfunktion von
Ratsmitgliedern und deren Ratsfraktionen dar.
3. Der Rat fordert Ratsherr Thiel auf, persönlich Stellung zu nehmen, sein
Verhalten unverzüglich öffentlich zu bedauern und sich für die getroffene
Äußerung und Handlung zu entschuldigen.
Ratsherr Thiel wird aufgefordert, sich verbindlich zu den Werten der
Resolutionen zu bekennen und künftig deren Einhaltung zu gewährleisten.
4. Der Rat bekräftigt daher sein Bekenntnis zu der „Resolution für ein
demokratisches Miteinander in Rat und Ausschüssen“ und erklärt, dass diese die
Grundlage für das Handeln aller Ratsmitglieder sind. Er betont, dass Hassrede,
Diskriminierung und Einschüchterung in Lüdenscheid keinen Platz haben und
aktiv bekämpft werden müssen.
5. Dieser Beschluss wird auf der Website der Stadt Lüdenscheid veröffentlicht
und an die lokale Presse weitergeleitet, um der Stadtgesellschaft ein klares Signal
für ein respektvolles, demokratisches Miteinander zu senden.
Begründung:
Der Antrag stützt sich auf die bestehende Resolution der Stadt Lüdenscheid, die
einen sachlichen, respektvollen Umgang und den Verzicht auf Diskriminierung
fordern. Die aktuellen Vorfälle von Entmenschlichung und daraus resultierender
Einschüchterung stellen einen massiven Bruch mit diesen Werten dar und
müssen daher konsequent aufgezeigt werden. Das Fehlen einer Entschuldigung
verschärft die Entgleisung, da es zeigt, dass die Grundsätze der Resolutionen
nicht innerlich anerkannt werden.
Während des AfD-Bürgerdialogs am 14. August 2026 wurde von Ratsherrn Thiel
eine Sprache verwendet, die eine rote Linie überschreitet. Die Herabwürdigung
von Personengruppen widerspricht fundamental dem Geist der städtischen
Resolution.
Dieser Vorfall darf nicht als Einzelfall abgetan werden. Er bildet eine Systematik
der Herabwürdigung, die das Fundament unseres gesellschaftlichen
Zusammenhalts untergräbt.
Bündnis 90/Die Grünen fordern daher, dass der Rat nicht schweigt, sondern
die bereits bestehende „Resolution für ein demokratisches Miteinander in
Rat und Ausschüssen“ als Maßstab nutzt, um diese Vorfälle klar zu benennen
und zu verurteilen. Ein Schweigen des Rates würde bedeuten, dass die
Resolution zur bloßen Formalität verkommt.
Text aus PDF extrahiert