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Antrag der Fraktion FDP/Volt/FBI zu einer kommunalen Initiative zur Reform der Landesförderpolitik
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Paderborn |
| Datum | 2026-10-01 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die Fraktion FDP/Volt/FBI beantragt, dass der Rat Paderborns eine Initiative zur Landesförderreform anstößt: Förderbudgets sollen künftig pauschal an Kommunen fließen statt über zeitaufwändige Einzelanträge. Zudem sollen Vertreter der Stadt keine Förderbescheide öffentlich entgegennehmen. Begründung: Das aktuelle System verursacht Bürokratie, verteuert Projekte erheblich und untergräbt kommunale Selbstverwaltung. Ein Entscheidungsfall ist dem Text nicht zu entnehmen.
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Dokument
Extrahierter Text
Fraktion FDP/Volt/FBI, Rathenaustr. 16, 33102 Paderborn
An den Vorsitzenden
Fraktionsvorsitzender
des Rates
Alexander Senn
der Stadt Paderborn
Herrn Bürgermeister Stefan-Oliver Strate
- per E-Mail – Paderborn, 24.08.2026
Antrag auf kommunale Initiative zur Reform der Landesförderpolitik
Sehr geehrter Herr Strate,
bitte setzen Sie den folgenden Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Ratssitzung:
Beschluss:
1. Der Rat beschließt, gemeinsam mit anderen Kommunen in NRW und mit dem Städte- und
Gemeindebund eine Initiative an das Land NRW zu richten zur Änderung der Förderpolitik des
Landes. Ziel ist, die Förderbudgets den Kommunen pauschal zur Verfügung zu stellen, damit
diese in eigener Verantwortung und ohne Förderbürokratie über die Mittelverwendung
entscheiden können.
2. Der Rat beschließt, dass künftig keine Vertreter der Stadt oder des Rates Förderbescheide
vom Bund oder Land öffentlich entgegennehmen.
Begründung:
Man kann darüber streiten, ob die Finanzmittel zwischen Bund, Land und Kommunen
entsprechend ihrer jeweiligen Aufgabenstellung fair verteilt sind.
Tatsache ist aber, dass der Schuldenstand auf allen Ebenen hoch ist.
NRW ist mit 172 Mrd. €. verschuldet, die Kommunen in NRW mit 64 Mrd. Eine Umschichtung von
Schulden wäre keine Lösung. Der erste Ansatz muss sein, die vorhandenen Finanzmittel
effizienter zu verwenden.
Die derzeitige Praxis, einen großen Teil der Finanzmittel über Förderanträge und Bescheide an die
Kommunen zu geben, ist nicht effizient. Wir erleben in den Ausschüssen permanent, dass
kommunale Projekte im Hinblick auf Fördermittel beurteilt werden und nicht vorrangig aus Sicht
des kommunalen Bedarfs.
05251 871180 Fraktion FDP/Volt/FBI
[email protected] Rathenaustr. 16, 33102 Paderborn
Ein System, dass Fördermittel anders beurteilt als eigenes Geld ist eine Institutionalisierte
Verantwortungslosigkeit. Dass Steuermittel, die von Steuerzahlern aus allen Kommunen des
Landes und des Bundes nach oben fließen, auf Antrag der Kommunen von Landes- und
Bundesbehörden wieder nach unten „zurückgewährt“ werden, erinnert an feudalistische
Gönnerhaftigkeit. Faktisch ist es eine unfassbare Bevormundung und Entmündigung der
kommunalen Selbstverwaltung. Wenn vor Ort weniger selbst zu entscheiden ist, untergräbt es
auch die Bereitschaft der Bürger, sich in kommunalen Gremien zu engagieren. Die beste Kenntnis
über die Bedarfe vor Ort ist auf örtlicher Ebene vorhanden und nicht in Landes- und
Bundesbehörden.
Es kommt hinzu, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Mittel für die Förderbürokratie verbraucht
wird. Es betrifft nicht nur die Landes- und Bundesbehörden, sondern auch die Antragserstellung
und Mittelabrechnung vor Ort. Hinzu kommt überflüssigerweise noch die Zwischenbehörde
Bezirksregierung, die das Verfahren noch langwieriger macht. Aktuelles Beispiel: die WFG schätzt
den Aufwand allein zur Erstellung des Förderkonzepts und der Anträge für das Zukunftsquartier
Barker Barracks (ZQE) auf 1,3 Mio €.
In der Ratssitzung am 9.7. berichtete die Verwaltung über das Vorhaben Trinkbrunnen in der
Innenstadt. Das Projekt soll etwa 30.000 € kosten und ist u.a. deshalb noch nicht realisiert, weil
noch ein Förderantrag dafür erstellt werden muss. Die jährlichen Unterhaltungskosten werden auf
5.000 € geschätzt. Wenn man einen Geschäftsinhaber in der Westernstraße fragen würde, ob er
einen Zapfhahn für Trinkwasser außen zur Verfügung stellen würde, wäre man mit ca. 1.000 €
Installation und jährlich 250 € für den Wasserverbrauch sicherlich und vor allem kurzfristig
erfolgreich.
Dieser Umgang mit öffentlichen Mitteln grenzt an Satire und ist das extreme Gegenteil von
effizienter Mittelverwendung.
Auch Landrat Christoph Rüther fordert, die Mittel pauschal, anstatt über Förderanträge zur
Verfügung zu stellen. Das hat er kürzlich in einem Presseinterview deutlich gemacht.
Zu Antragspunkt 2:
Die Überbringung von Förderbescheiden durch Minister und Landtagsabgeordnete ist ein falscher
Anreiz zur Beibehaltung des gegenwärtigen Fördersystems. Es verschleiert die Herkunft der Mittel
durch die Steuerzahler vor Ort. Hier kann die Stadt sofort ein Zeichen setzen, indem sie sich an
der öffentlichen Präsentation vermeintlicher Wohltaten von oben nicht mehr beteiligt.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Senn Johannes Lackmann
05251 871180 Fraktion FDP/Volt/FBI
[email protected] Rathenaustr. 16, 33102 Paderborn
Text aus PDF extrahiert