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Antrag der BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Fraktion vom 10.09.2026 - Evaluation Modellversuch Fußgängerzone Münsterstraße - Entwicklung von konkreten Erfolgskriterien
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Zülpich |
| Datum | 2026-09-29 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN-Fraktion beantragt, dass die Stadt Zülpich vor Abschluss des seit Juni 2026 laufenden Modellversuchs zur Fußgängerzone Münsterstraße eine Evaluation durchführt und konkrete Erfolgskriterien entwickelt. Diese sollen unter Beteiligung von Geschäftsleuten, Anwohnern und Bürgern festgelegt werden und Aspekte wie Verkehrssicherheit, Belebung, Lebensqualität und wirtschaftliche Dynamik umfassen. Die Evaluation soll durch Befragungen, Frequenzmessungen, Verkehrsanalysen und Sicherheitsbeobachtungen gestützt werden.
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Dokument
Extrahierter Text
BÜNDNIS 90
DIE GRÜNEN
Angela Kalnins, Düsseldorfer Straße 79, 53909 Zülpich
10. 5EP. 206°
Herrn
Bürgermeister Ulf Hürtgen
Markt 21
53909 Zülpich
Zülpich, 10.09.2026
Sehr geehrter Herr Hürtgen, sehr geehrter Herr Strick,
wir bitten für die nächste Ratssitzung den folgenden Antrag auf die Tagesordnung zu
setzen. Wir befürworten alternativ eine Behandlung im Ausschuss für Struktur, Verkehrs-
und Energiewende am 29.09.2026, sofern dies von der Vorlaufzeit noch möglich ist.
Beschlussentwurf
Der Rat der Stadt Zülpich beschließt,
« dass die Stadt Zülpich vor Abschluss des Modellversuchs Fußgängerzone
Münsterstraße eine Evaluation bezüglich des Erfolgs des Verkehrsversuchs
durchführt.
e dass konkrete Erfolgskriterien entwickelt werden (Beispiele siehe Begründung), wann
der Verkehrsversuch als erfolgreich angesehen wird. Die Kriterien werden unter
Einbezug der Interessengruppen und der gesamten Bevölkerung der Stadt Zülpich in
einem geeigneten Format entwickelt.
Begründung und Vorschlag zur Umsetzung
Der seit 01.06.2026 laufende Verkehrsversuch in der Münsterstraße wird auf Grundlage
von & 45 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) durchgeführt, um die Einrichtung einer
Fußgängerzone zu erproben. Da es sich um eine temporäre Maßnahme handelt, ist eine
rechtlich vorgeschriebene Evaluation zwingend erforderlich. Ein sinnvoller und fundierter
Beschluss über die dauerhafte Zukunft der Münsterstraße nach dem Ende des Versuchs
kann jedoch nur dann gefasst werden, wenn bereits vorab klare Erfolgskriterien definiert
sind. Diese konkreten Zielvorgaben bilden gleichzeitig die grundlegende Bedingung für eine
zielgerichtete und transparente Evaluation.
Damit die vorgeschriebene Evaluation nach dem Ende der Maßnahme gelingen kann,
müssen wir zuerst eine grundlegende Frage beantworten:
Was wollen wir mit der Umgestaltung der Münsterstraße eigentlich erreichen?
Es geht nicht darum, eine klassische Einkaufsstraße der Vergangenheit wiederzubeleben.
Früher war nicht alles besser, sondern vor allem anders — und die Zeiten großer Shopping-
BÜNDNIS 90
DIE GRÜNEN
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Meilen kehren nicht mehr zurück. Die Zukunft der Münsterstraße liegt in einer neuen,
urbanen Qualität.
Unsere Zielvorstellungen für die Transformation richten sich an den Bedürfnissen der
Menschen aus:
» Sicherheit und Barrierefreiheit: Der bisherige Fußverkehr war durch die viel zu
schmalen Bürgersteige gefährlich. Wir schaffen gezielt öffentliche Räume für
Fußgänger:innen, Freiräume für Familien mit Kindern und ausreichend Platz für
gehbehinderte Menschen.
e Lebendiges Quartier statt reiner Durchgangsraum: Die Münsterstraße soll Raum
für Begegnungen bieten und die Möglichkeit für Veranstaltungen eröffnen. Eine
deutlich attraktivere Außengastronomie sowie Platz für Auslagen und Geschäfte
laden zum Verweilen ein.
«e Atmosphäre und Entschleunigung: Wir wollen eine Atmosphäre der Ruhe und der
Entschleunigung etablieren, die die Verweildauer der Menschen spürbar erhöht.
e Lokale Wirtschaft und Nah-Tourismus: Durch ein charmantes, verkehrsberuhigtes
Umfeld stärken wir den Nah-Tourismus und schaffen gezielt Anreize und Attraktivität
für kleine, inhabergeführte Läden.
Aus den formulierten Zielen lassen sich klare Kriterien ableiten, an denen sich der Erfolg des
Verkehrsversuchs messen lassen kann.
Erfolgskriterien
Der Versuch ist unseres Erachtens gemäß folgender Kriterien erfolgreich:
* Verkehr und Sicherheit: Wenn der illegale Durchgangsverkehr konsequent
unterbunden wird und niemand mehr durchfährt, der keine Berechtigung dazu hat.
e Belebung und Frequenz: Wenn spürbar mehr Menschen die Münsterstraße
bevölkern, sie für Events oder Veranstaltungen genutzt wird und die Straße zum
neuen Aushängeschild unserer Stadt wird.
e Lebensqualität und Wohlbefinden: Wenn die Straße als Ort mit hoher
Aufenthaltsqualität angenommen wird, an dem sich die Menschen, die sie nutzen,
sowie die Anwohnerinnen und Anwohner rundum wohlfühlen und zufrieden sind.
e Wirtschaftliche Dynamik: Wenn Menschen gezielt zum Essen, Trinken und für
Einkäufe in kleinen Läden verweilen, die Außengastronomie wächst, neue Geschäfte
sowie Gastronomiebetriebe hinzukommen und die Umsätze der Gewerbetreibenden
steigen.
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DIE GRÜNEN
ZENTREN
Gemeinsam gestalten: Einbindung von Geschäftsleuten, Anwohner:innen und
Nutzer:innen
Ein Verkehrsversuch kann dann gelingen, wenn er von den Menschen getragen wird, die
täglich in und mit der Straße leben. Deshalb müssen die finalen Erfolgskriterien gemeinsam
mit allen Betroffenen — den Geschäftsleuten, den Anwohner:innen sowie den Nutzer:innen
der Straße — erarbeitet und konkretisiert werden.
Um diesen Dialog zu führen, sind verschiedene Beteiligungsformen möglich:
1 Zielgerichtete Befragungen: Wir führen Befragungen durch, um die Erwartungen,
Sorgen und Meinungen aller Akteure strukturiert zu erfassen.
2 Gemeinsamer Workshop: In einem interaktiven Workshop bringen wir Gewerbe,
Nachbarschaft und Stadtgesellschaft an einen Tisch, um die Messlatte für den Erfolg
gemeinsam zu definieren.
Nur durch ein gemeinsames Fundament wird die spätere Evaluation von allen Seiten als fair,
transparent und verlässlich akzeptiert.
Messmethoden
Damit die Evaluation auf einem soliden Fundament steht, müssen die definierten Kriterien
durch objektive Daten und subjektive Rückmeldungen untermauert werden. Wir schlagen
dafür einen Mix aus quantitativen und qualitativen Messmethoden vor, der selbstverständlich
ncht abschließend ist:
e Mehrstufige Akzeptanz- und Meinungsbefragungen:
e Zielgruppen: Systematische Befragung von lokalen Geschäftsleuten,
Anwohnerinnen und Anwohnern sowie den Besucherinnen und Besuchern der
Straße.
e Frequenz: Die Befragungen müssen mehrfach und zu verschiedenen
Jahreszeiten stattfinden, um saisonale Verzerrungen (z. B. Sommer- vs.
Winterbetrieb) auszuschließen.
e Vergleichende Frequenzmessungen: Ermittlung der tatsächlichen
Passantenströme in der Münsterstraße im Verlauf des Versuchs.
« Analyse des Verkehrsflusses und Ausweichverkehrs:
e Verstöße: Wie viele Fahrzeuge fahren zu welchen Zeiten unberechtigt in die
Fußgängerzone ein? Welche Gegenmaßnahmen zeigen sich wie
wirkungsvoll?
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°e Umliegendes Straßennetz: Kontrollen und Messungen, ob der Verkehr
"drum herum" weiterhin reibungslos läuft oder ob es zu Überlastungen in den
Nachbarstraßen kommt.
+ Parksituation: Prüfung, ob die umliegenden Parkräume durch den Wegfall
der Parkplätze in der Münsterstraße überlastet werden.
e Sicherheits- und Konfliktanalyse:
« Nutzungskonflikte in der Zone: Gezielte Beobachtung und Erfassung von
potenziellen Konflikten zwischen Fußgänger:innen und Radfahrer:innen, E-
Scootern oder anderen unberechtigt einfahrenden Fahrzeugen.
e Unfallgeschehen: Statistische Auswertung, ob und wie sich das Unfallrisiko
im gesamten Quartier verändert hat.
Mit freundlichen Grüßen
Angela Kalnins
Fraktionsvorsitzende
Text per OCR aus Scan extrahiert