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Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Mechernich - Identifizierung von Einsparpotentialen; hier: Antrag der SPD/DIE LINKE/FDP-Fraktion vom 01.06.2026

Ergebnis unbekannt
TypAntrag
GemeindeMechernich
Datum2026-09-29
DatenstufeNur Dokumente
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Zusammenfassung (KI, experimentell)

Die SPD/DIE LINKE/FDP-Fraktion beantragte am 1. Juni 2026, die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Mechernich zu reformieren: Der Bürgerbrief soll digital veröffentlicht und auf amtliche Mitteilungen beschränkt werden, redaktionelle Inhalte sollen entfallen, und die postalische Verteilung soll eingestellt werden. Die Verwaltung lehnt den Antrag ab und argumentiert, dass der Bürgerbrief als etablierte Kommunikationsplattform für Vereine, Ehrenamt und gesellschaftliches Leben wichtig ist, der Medienwandel durch parallele Print- und Digitalkanäle zu gestalten ist, und eine Einschränkung auf reine Behördenmitteilungen demokratische Teilhabe und breite Bürgerbeteiligung gefährden würde.

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Dokument

Extrahierter Text

15 Stadt Mechernich A 0190/2026 Der Bürgermeister X öffentlich Az: StabL-Hol. nichtöffentlich Datum: 26.08.2026 Ergebnis An den ein- ja nein Enth. stimmig Stadtrat am 29.09.2026 TOP 15 Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Mechernich - Identifizierung von Einsparpotentialen; hier: Antrag der SPD/DIE LINKE/FDP-Fraktion vom 01.06.2026 Kostenstelle/Konto HH-Ansatz (Euro) bisher verfügt (Euro) Mittel stehen haushaltsrechtlich - nicht - zur Verfügung. Mittel werden überplanmäßig - außerplanmäßig - bereitgestellt. Deckungsvorschlag: Bürgermeister: Erster Beigeordneter: Kämmerei: gez. Michael Fingel (27.08.2026) gez. Thomas Hambach (31.08.2026) gez. Stefan Mannz (31.08.2026) Sachbearbeiterin: federführender Fachbereich: Fachbereich : gez. Manuela Holtmeier (26.08.2026) Stabsstelle Politik, Bürgermeisterbüro RPA: Gleichstellungsbeauftragte: Fachbereich : Beschlussvorschlag für das letztentscheidende Gremium: Der Antrag der SPD/DIE LINKE/FDP-Fraktion vom 1. Juni 2026 wird a b g e l e h n t. Begründung der Vorlage: Die SPD/DIE LINKE/FDP-Fraktion beantragt mit Schreiben vom 1. Juni 2026 (s.a. Anhang 1), dass - der Mechernicher Bürgerbrief künftig digital veröffentlicht und inhaltlich deutlich ge- strafft wird, - der Mechernicher Bürgerbrief auf amtliche Mitteilungen, Bekanntmachungen und Ter- mine zu beschränken ist, - umfangreiche Berichte oder redaktionelle Langtexte künftig nicht mehr veröffentlicht werden sollen, - entsprechend auch die Inhalte auf der städtischen Homepage sowie auf den Social- Media-Kanälen (Facebook, Instagram) auf Mitteilungen und Termine der Verwaltung und der Stadt Mechernich zu reduzieren sind, - eine weitergehende redaktionelle Berichterstattung entfällt, - die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Mechernich insgesamt neu zu strukturieren und da- bei nachhaltige Einsparpotenziale zu ermitteln und umzusetzen sind, - für Bürgerinnen und Bürger ohne digitalen Zugang eine barrierefreie analoge Grund- versorgung sicherzustellen ist, insbesondere durch Aushänge und Auslagen verpflich- tender amtlicher Mitteilungen an geeigneten Stellen und - eine kostenträchtige, flächendeckende postalische Verteilung nicht mehr erfolgt. Die Verwaltung nimmt hierzu wie folgt Stellung: Der Bürgerbrief als Plattform der Stadtgesellschaft Der Bürgerbrief der Stadt Mechernich ist das Kommunikationsorgan der Stadtverwaltung Mechernich mit ihren Bürgern. Er erscheint in einer Auflage von 11.500 Exemplaren und erreicht jeden Haushalt. Damit ist er weit mehr als ein Veröffentlichungsorgan für amtliche Bekanntmachungen und Informationen aus dem Rathaus. Er schafft Öffentlichkeit für das gesellschaftliche Leben in der gesamten Stadt. Vereine und Ehrenamt, Feuerwehren, Ortsbürgermeister/innen und Dorfgemeinschaften, Schulen und Kindertagesstätten, soziale Einrichtungen, Unternehmen sowie zahlreiche Initiativen und engagierte Bürgerinnen und Bürger finden dort regelmäßig eine Plattform, zunehmend auch über die Social-Media- Kanäle. Der Mechernicher Bürgerbrief ist damit Teil einer medienübergreifenden Kommuni- kationsstrategie der Stadt. Die Verwaltung teilt zwar die Einschätzung, dass sich Informations- und Lesegewohnheiten verändern und kommunale Öffentlichkeitsarbeit regelmäßig hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Reichweite und der Nutzung unterschiedlicher Kommunikationskanäle überprüft werden muss. Aus dieser Entwicklung lässt sich jedoch nicht die im Antrag gezogene Schlussfolgerung ableiten, den Mechernicher Bürgerbrief auf eine digitale Veröffentlichung und im Wesentlichen auf amtliche Mitteilungen, Bekanntmachungen und Termine zu reduzieren. Denn die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Mechernich ist bereits medienübergreifend organisiert. Redaktionell erstellte Inhalte werden für den Bürgerbrief, die städtische Internetseite, die Pressearbeit und zunehmend für die Social-Media-Kanäle genutzt. Damit werden unterschiedliche Bevölkerungsgruppen auf unterschiedlichen Wegen erreicht. Die Digitalisierung wird bereits aktiv vorangetrieben, ohne einen etablierten Informationskanal aufzugeben, der insbesondere für eine breite und niedrigschwellige Information im gesamten Stadtgebiet weiterhin eine wichtige Funktion erfüllt. - 2 - Vor diesem Hintergrund sieht die Verwaltung keine Notwendigkeit für die beantragte grundlegende Neustrukturierung. Vielmehr gilt es, die bestehende Verzahnung von gedruckter Information, Internet, Pressearbeit und Social Media bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Schließlich hat sich die städtische Informationspolitik seit Jahrzehnten bewährt und gilt in der Bevölkerung als unbestritten. Denn die Artikel und Ankündigungen bilden nicht nur offizielle Verlautbarungen und Pressemitteilungen der Stadtverwaltung Mechernich ab, sondern das gesamte gesellschaftliche Leben in unserer Kommune. Viele Produkte aus der städtischen Pressearbeit erscheinen nicht nur im Bürgerbrief und im Internetauftritt der Stadt, sondern in allen Medien, die im Kreis Euskirchen und darüber hinaus erscheinen. Die städtische Öffentlichkeitsarbeit ist damit zugleich Dienstleisterin für die Stadtgesellschaft: Sie gibt Vereinen, ehrenamtlich Engagierten, Feuerwehren, Kindertagesstätten, Schulen, sozialen Einrichtungen, Dorfgemeinschaften, Ortsbürgermeistern, Initiativen und Unternehmen eine Plattform, macht ihr Engagement sichtbar und trägt dazu bei, Informationen über den jeweiligen eigenen Wirkungskreis hinaus in die gesamte Stadt zu tragen. Die KI-gestützte Medienresonanzanalyse 2025 zeigt, dass die 25 Ausgaben des Jahres insgesamt 1.192 Seiten umfassen, davon 645 Seiten redaktionelle Inhalte. Erheblichen Raum nehmen Themen ein, die unmittelbar das gesellschaftliche Leben in Mechernich betreffen. So fanden sich 2025 auf 184 redaktionellen Seiten Bezüge zum Vereinsleben. Vereine waren in sämtlichen 25 Ausgaben des Jahres vertreten. Ehrenamtliches Engagement wurde auf 69 Seiten und in 22 der 25 Ausgaben thematisiert. Themen aus den Dorfgemeinschaften fanden sich auf 94 Seiten und in 24 der 25 Ausgaben. Ortsbürgermeister kamen auf 56 Seiten und in 20 der 25 Ausgaben vor. Die Freiwillige Feuerwehr war auf 68 Seiten und in 23 der 25 Ausgaben Thema. Besonders stark vertreten waren außerdem Kinder und Jugendliche auf 305 redaktionellen Seiten. Schulen, Kindertagesstätten und Bildung waren auf 175 Seiten vertreten. Beide Themenbereiche kamen in sämtlichen 25 Ausgaben vor. Eine weitere wesentliche Funktion übernimmt der Mechernicher Bürgerbrief bei der konkreten Information. Auf 228 redaktionellen Seiten wurden Straßen, Verkehr, Baustellen, Kanalmaßnahmen, Infrastruktur oder Glasfaserausbau thematisiert. Gleiches gilt für Wirtschafts- und Standortthemen. Auf 145 redaktionellen Seiten fanden sich Bezüge zu Unternehmen, Gewerbe, Investitionen, Arbeitsplätzen oder zur wirtschaftlichen Entwicklung des Standortes Mechernich. Dieses Bild ergibt sich seit über 20 Jahren und setzt sich 2026 fort. Besonders deutlich wird 2026 die Funktion des Bürgerbriefs als Plattform für die Ortschaften und das Ehrenamt. Themen aus Dörfern und Dorfgemeinschaften kamen auf 89 Seiten und in allen 15 Ausgaben vor. Ortsbürgermeister waren auf 36 Seiten und in 14 der 15 Ausgaben vertreten. Vereinsbezüge fanden sich auf 136 Seiten und wiederum in jeder einzelnen Ausgabe. Ehrenamtliches Engagement wurde auf 82 Seiten thematisiert und war ebenfalls in allen 15 Ausgaben präsent. Demokratie und Mitbestimmung wurden auf 31 Seiten und ebenfalls in 14 von 15 Ausgaben thematisiert. Die Wirtschafts- und Standortkommunikation nimmt zudem breiten Raum ein. Auf 173 redaktionellen Seiten fanden sich Bezüge zu Unternehmen, Gewerbe, Investitionen, Arbeitsplätzen oder zur Standortentwicklung. - 3 - Bemerkenswert ist vor allem die Kontinuität über Jahrzehnte hinweg. Die Stadt Mechernich ist Vorreiterin einer offensiven Kommunikation von Kommunen mit ihren Bürgern. Das vom damaligen Ersten Beigeordneten Christian Baans (SPD) vorangetriebene und mit ausdrücklicher Zustimmung des damaligen Bürgermeisters Dr. Hans-Peter Schick (CDU) etablierte Modell wurde inzwischen von allen anderen Kommunen im Kreis Euskirchen in unterschiedlichen Variationen übernommen – zum Teil mit eigenen angestellten Presseleuten. Eine Beschränkung des Bürgerbriefs auf amtliche Bekanntmachungen und Termine würde die seit Jahrzehnten gewachsene Kommunikationsstrategie der Stadt in wesentlichen Teilen zurückdrehen und zahlreichen Akteuren der Stadtgesellschaft eine wichtige Plattform nehmen. Nicht nur für ältere Bürgerinnen und Bürger bleibt dieser niedrigschwellige Zugang von großer Bedeutung. Auch Familien und jüngere Menschen kommen mit lokalen Informationen in Berührung. Die Information kommt zu den Menschen. Das ist ein nicht zu unterschätzender Wert eines gedruckten Bürgerbriefs im Gegensatz zu digitalen Formaten, die aktiv angesteuert werden müssen. Gleichwohl werden die digitalen Kommunikationswege parallel zum Mechernicher Bürgerbrief konsequent ausgebaut. Eine Auswertung des Instagram-Kanals vom 30. Juli 2026 bildet die davor liegenden 90 Tage ab. In diesem Zeitraum erzielten die veröffentlichten Inhalte 434.238 Aufrufe und erreichten 70.384 Konten. Gleichzeitig gewann der Account netto 256 Follower hinzu. Die Kommunikation rund um die Waldbrände im Hürtgenwald und im Hohen Venn hat noch einmal deutlich gezeigt, wie wichtig eine kontinuierliche und professionelle Öffentlichkeitsarbeit ist. Reichweitenstarke und verlässliche Kommunikationskanäle entstehen nicht erst in der Krise. Sie müssen dauerhaft mit relevanten Inhalten bespielt und gepflegt werden, damit sie im Ernstfall schnell und wirksam zur Information der Bevölkerung genutzt werden können. Quelle: Instagram Insights der Stadt Mechernich, Auswertung vom 30. Juli 2026, Betrachtungszeitraum: zurückliegende 90 Tage. - 4 - Das Kommunikationskonzept der Stadt verfolgt somit die Strategie, die veränderten Mediengewohnheiten zu berücksichtigen, ohne Bevölkerungsgruppen vorschnell von einem etablierten Informationsweg abzuschneiden, also Bürgerbrief plus digitale Medien. Diese parallele Kommunikation ermöglicht Teilhabe während eines gesellschaftlichen Medienwandels. Die Stadt entwickelt ihre digitalen Angebote weiter, ohne vorauszusetzen, dass dieser Umbruch bei allen Alters- und Bevölkerungsgruppen bereits im gleichen Maße vollzogen ist. Die Stadt Mechernich gestaltet den Medienwandel aktiv. Der Mechernicher Bürgerbrief schafft darüber hinaus demokratische Teilhabe. Demokratie setzt voraus, dass Bürgerinnen und Bürger wissen, was in ihrer Stadt geschieht, politische und administrative Entscheidungen nachvollziehen können und erfahren, welche Möglichkeiten zur Mitwirkung und Beteiligung bestehen. Demokratieförderung beginnt dort, wo Menschen erleben, dass ihr Engagement wahrgenommen wird und dass sie das Leben in ihrer Stadt selbst mitgestalten können. Wenn über einen Ortsbürgermeister und die Anliegen seines Dorfes, über eine Initiative von Jugendlichen, die Arbeit eines Vereins, das Engagement einer Löschgruppe oder ein gemeinschaftlich realisiertes Projekt berichtet wird, werden kommunale Strukturen, Beteiligungsmöglichkeiten und bürgerschaftliches Engagement sichtbar. Gerade in Zeiten, in denen das Vertrauen in staatliche und demokratische Institutionen unter Druck steht, kommt einer transparenten, verständlichen und möglichst breit zugänglichen kommunalen Kommunikation besondere Bedeutung zu. Die Kommune ist für viele Menschen die unmittelbarste Ebene von Politik und Verwaltung. Hier erleben Bürgerinnen und Bürger, welche Möglichkeiten sie selbst haben, ihre Stadt und ihre Ortschaft mitzugestalten. Der Bürgerbrief ist somit ein zentraler Baustein der medienübergreifenden Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Mechernich. Er sorgt für eine breite und niedrigschwellige Information der Bevölkerung, gibt Vereinen, Ehrenamtlichen, Feuerwehren, Dorfgemeinschaften, Schulen, sozialen Einrichtungen und Unternehmen Sichtbarkeit und schafft damit Öffentlichkeit für das gesellschaftliche Leben in der gesamten Stadt. Eine Beschränkung auf amtliche Bekanntmachungen und Termine würde die gesamte städtische Öffentlichkeitsarbeit schwächen. Sie würde Reichweite reduzieren, gesellschaftliche Akteure ihrer Plattform berauben und Möglichkeiten der Information, Teilhabe und Demokratieförderung einschränken. Aus Sicht der Verwaltung ist daher k e i n e grundlegende Neustrukturierung erforderlich, sondern die konsequente Weiterentwicklung des bewährten Zusammenspiels von Bürger- brief, Internet, Pressearbeit und Social Media. Die Verwaltung schlägt aufgrund der v. g. Ausführungen vor, den Antrag SPD/DIE LINKE/FDP-Fraktion a b z u l e h n e n.

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