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Antrag der Ratsfraktion SPD/Volt: Die Akte Wohnungsbauoffensive entstauben – Gründung einer Umbauagentur „Büro zu Wohnen“
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Düsseldorf |
| Datum | 2026-09-24 geplant |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Dokument
Extrahierter Text
RAT/458/2026
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 16.07.2026
Ratsfraktion – SPD/Volt
An
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller
Vorsitzender des Rates
der Landeshauptstadt Düsseldorf
Antrag der SPD/Volt-Ratsfraktion
zur Sitzung des Rates der Landeshauptstadt Düsseldorf am 24.09.2026
Betrifft:
Antrag der Ratsfraktion SPD/Volt: Die Akte Wohnungsbauoffensive entstauben – Gründung
einer Umbauagentur „Büro zu Wohnen„
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
die SPD/Volt-Ratsfraktion bittet Sie, diesen Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung des
Rates der Landeshauptstadt Düsseldorf am 24. September 2026 zu nehmen und zur
Abstimmung zu bringen.
Antrag:
Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf beauftragt die Verwaltung, ein Konzept für
eine Umbauagentur „Büro zu Wohnen“ zu erarbeiten und die Personal- und
Sachmittelbedarfe dieser Agentur zu ergründen.
Ziel der Umbauagentur ist es, Büroleerstand zu identifizieren und Eigentümer*innen
(teilweise) leerstehender Bürogebäude zu unterstützen, diese Flächen in Wohnraum
zu überführen, um damit einen Beitrag zur Entlastung des Wohnungsmarktes zu
leisten.
Die Umbauagentur wird insbesondere folgende Aufgaben erfüllen:
Zentrale Anlaufstelle für Eigentümer*innen und Projektentwickler, Begleitung
von Umbauprojekten
Aktive Ansprache von Eigentümer*innen geeigneter Objekte sowie
Durchführung von Informationsveranstaltungen
Aufbau eines themenspezifischen Leerstands- und Potenzialkatasters
Vernetzung mit Fachleuten, Verbänden, Wissenschaft und Akteuren aus der
Zivilgesellschaft
Beratung hinsichtlich Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten
Die Verwaltung wird beauftragt, dem Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf die
Ergebnisse der Konzipierung in Form einer Beschlussvorlage einschließlich der
notwendigen Personal- und Sachmittelbedarfe bis zum März 2027 vorzulegen.
Die Verwaltung wird zudem beauftragt, dem Ausschuss für Wohnungswesen und
Modernisierung in einem halbjährlichen Zyklus über Tätigkeiten, Projekte und
Ergebnisse zu berichten.
Begründung:
Die Landeshauptstadt Düsseldorf sieht sich aktuell mit den Herausforderungen eines
angespannten Wohnungsmarktes und einem stetig wachsenden Bedarf an bezahlbarem
Wohnraum konfrontiert. Vor dem Hintergrund steigender Baukosten und jüngster
Hindernisse bei der Umsetzung beschlossener Ziele muss der durch die Wohnungsoffensive
angestoßene Neubau von Wohnungen zwingend um die Betrachtung des Gebäudebestands
ergänzt werden.
Laut einer Gewerbeflächenangebotsanalyse des Unternehmens Jones Lang LaSalle gab es
in Düsseldorf seit 2024 keine Anmietung von großflächigen Büroflächen mit mehr als 10.000
m². Die Unternehmen Savillis und Colliers prognostizieren einen langfristigen Anstieg der
Leerstandsquote für Büroimmobilien in Düsseldorf, die von den genannten Unternehmen auf
aktuell bis zu 11,3 % geschätzt wird (Stand 2025). Angesichts einer steigenden
Leerstandsquote bei Büroimmobilien bei gleichzeitig hohen Wohnraumbedarf bietet die
Umwandlung dieser Immobilien ein großes Potenzial.
Neben der aktuell angespannten wirtschaftlichen Lage sorgt laut einer Studie des ifo-Instituts
die Etablierung neuer Arbeitsformen wie hybrides Arbeiten und dem Homeoffice einen
geringeren Flächenbedarf der Unternehmen. Hier sehen die Wissenschaftler*innen
potenziellen Raum für die bestehende Wohnnachfrage. In den sieben größten Städten
Deutschlands (Berlin, Hamburg, München, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf)
besteht abzüglich aller technischen und baurechtlichen Hindernisse sowie des
umbaubedingten Flächenverlustes ein theoretisches Potenzial von rund 60.000 Wohnungen
mit jeweils 77 m² Wohnfläche (Stand 2024).
Eine Verkleinerung der Geschäftsflächen bietet auch den Unternehmen einen Vorteil, die vor
dem Hintergrund einer dynamischen Wirtschaftslage ihre Ausgaben reduzieren können.
Gleichzeitig ist die Verfügbarkeit von bezahlbarem Wohnraum ein Standortfaktor, der bei der
Arbeitsplatzwahl von Fachkräften angesichts eines kritischen Wohnungsmarktes nicht zu
vernachlässigen ist und demnach ebenfalls im Interesse der Unternehmen liegt.
Dennoch erfordert die Umwandlung von Büroflächen in Wohnraum eine sorgfältige Planung
und die Berücksichtigung verschiedener Faktoren. Um für eine Umnutzung in Frage zu
kommen, muss das Objekt leer stehen, dauerhaft auf dem Büroflächenmarkt nicht
vermietbar sein und günstige bauliche Voraussetzungen aufweisen, damit die baulichen
Maßnahmen wirtschaftlich vertretbar sind. Zwar bestehen wie mit dem KfW-Programm 266
„Gewerbe zu Wohnen“ attraktive Fördermöglichkeiten, dennoch stehen für individuelle
Entscheidungsprozesse der einzelnen Bestandshalter immobilienwirtschaftliche
Marktmechanismen und steuerrechtliche Rahmenbedingungen im Fokus. Es hängt in
rechtlicher, technischer und wirtschaftlicher Hinsicht somit sehr stark vom Einzelfall ab, ob
eine Umnutzung möglich und sinnvoll ist.
Um dieses große Potenzial unter Einbeziehung dieser rechtlichen, finanziellen und
umsetzungstechnischen Hindernisse zu aktivieren, benötigt die Landeshauptstadt eine
zentrale operative Einheit, die Potenziale erfasst, Akteure ermutigt, über Fördermöglichkeiten
informiert, als Zentrale Anlaufstelle fungiert, Aufgaben systematisch bündelt und
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übergeordnet verschiedene Interessen vernetzt. Deshalb fordert die SPD/Volt-Ratsfraktion
die Einrichtung einer Umbauagentur „Büro zu Wohnen“, um das bestehende
Umwandlungspotenzial zu erschließen, durch die Umsetzung zur städtischen
Wohnungsbauoffensive beizutragen und Düsseldorf langfristig als Wohn- und
Arbeitsstandort zu sichern.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Sabrina Proschmann
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