Startseite › Gemeinde Lahnau › Antrag
Änderungsantrag der Fraktion Bündnis/ Die Grünen vom 10.09.2026; hier: Waldwirtschafts- und Hauungsplan der Gemeinde Lahnau für das Forstwirtschaftsjahr 2027
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Gemeinde Lahnau |
| Datum | 2026-09-22 geplant |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die Grünen-Fraktion beantragt, den Waldwirtschafts- und Hauungsplan 2027 der Gemeinde Lahnau zu ändern: Invasive Baumarten wie Roteiche und Küstentanne sollen bei Nachbesserungs- und Verjüngungspflanzungen nicht verwendet werden, sondern heimische klimastabile Arten wie Hainbuche, Winterlinde und Elsbeere. Die Fraktion begründet dies damit, dass invasive Arten wenig ökologischen Wert bieten, da sie nicht in die heimische Nahrungskette integriert sind und Biodiversität gefährden. Die Gemeindevertretung entscheidet am 22.09.2026.
Automatisch aus dem Quelldokument zusammengefasst. Wichtige Details bitte immer im Originaldokument unten prüfen.
Dokument
Extrahierter Text
Antrag der Grünen-Fraktion Dr. Jutta Jung-Henrich
Kreuzerstr. 13
35633 Lahnau
[email protected]
- öffentlich -
AT-14/2026
Fachbereich Politische Gremien
Datum 15.09.2026
Beratungsfolge Termin Beratungsaktion
Gemeindevertretung der Gemeinde Lahnau 22.09.2026 beschließend
Betreff:
Änderungsantrag der Fraktion Bündnis/ Die Grünen vom 10.09.2026;
hier: Waldwirtschafts- und Hauungsplan der Gemeinde Lahnau für das Forstwirtschaftsjahr
2027
Beschlussvorschlag:
Der Waldwirtschafts- und Hauungsplan für 2027 wird dahingehend verändert, dass die invasiven
Baumarten Roteiche und Küstentanne nicht für Nachbesserungs- und Verjüngungspflanzungen
verwendet werden, sondern aus ebenfalls klimastabilen heimischen Baumarten, wie zum Beispiel
Hainbuche, Winterlinde und Elsbeere ausgewählt werden soll.
Antrag:
Wir haben uns in der Sitzung des UTR für die Verabschiedung des vorliegenden Wirtschaftsplans
ausgesprochen.
Auch wir hätten uns gewünscht, dass die Forsteinrichtung früher fertig wird und dem
Wirtschaftsplan zugrunde gelegt werden kann. Allerdings haben wir den in der Ausschusssitzung
mehrfach zum Ausdruck gebrachten Hinweis, dass der Waldwirtschaftsplan bei Bedarf auch
unterjährig angepasst und verändert werden kann zur Kenntnis genommen und deshalb keinen
Anlass gesehen, die Haushaltsaufstellung zu erschweren bzw. zu verzögern.
Auf die Darstellung der Fachleute im Ausschuss hin haben wir uns noch einmal eingehend mit den
für Nachbesserungs- und Verjüngungspflanzungen vorgesehen Baumarten beschäftigt. Hier sind
uns insbesondere die Roteiche und die Küstentanne negativ aufgefallen.
Richtig ist, dass beide Arten klimaresilienter sind als bereits vorhandene Tannen oder Eichen -
Trockenheit und Hitze können sie besser überstehen.
Allerdings gehört zur Wahrheit auch, dass es sich jeweils um schnell wachsende Baumarten
han-delt, die viel Holz in kurzer Zeit versprechen und es invasive Arten sind, die in die heimische
Nahrungskette nicht eingebunden sind. Deshalb ist ihr ökologischer Wert äußerst gering:
• Die Blätter der Roteiche werden von Raupen, Käfern und Schmetterlingen gemieden -> Sie
beheimatet also weniger Insekten -> weniger Insekten bedeuten weniger Nahrung für
Vögel
• Ihre Eicheln werden von Wildschweinen schlechter angenommen als die heimischen
Eicheln
• Auch wenn die Roteiche seit über 100 Jahren in Europa angepflanzt wird, haben sich nur
wenige generalistische Arten angepasst.
• Bei der Küstentanne verhält es sich genauso, wenn nicht sogar noch deutlich negativer.
Nicht nur, dass sie heimischen Tierarten keine bzw. unbeliebte Nahrung bietet, ihre Kronen
sind auch so dicht und dunkel, dass kaum ein Tier die Küstentanne als Lebensraum oder
für den Nestbau nutzt.
Wir haben die Argumentation der Fachleute im Ausschuss gehört, dass diese Bäume auf
natür-lichem Weg vielleicht in tausend Jahren ohnehin bei uns heimisch sein werden. Diesen
Prozess wissentlich und bewusst künstlich zu beschleunigen sollten wir aus unserer Sicht
allerdings ver-meiden. Was dadurch nämlich passiert ist, dass sich von den heimischen Tierarten
nur wenige Generalisten (wie Mäuse und Wildschweine) mit den Neulingen arrangieren.
Heimische Spezialisten können nichts mit ihnen anfangen. Gleichzeitig begünstigen wir, dass sich
hier fremde Spezialisten für die neuen Baumarten ansiedeln, die dann ihrerseits invasiv sind ->
hier keine Fressfeinde haben -> sich deshalb überproportional vermehren usw. Dass das
unumkehrbar negative Folgen haben kann, muss ich glaube ich nicht weiter ausführen. Der Verlust
der vorhandenen Biodiversität wird riskiert.
Wir sind der Meinung, dass das nicht mit dem Grundsatzbeschluss vereinbar ist, der in Lahnau gilt,
den Natur- und Erholungswert des Waldes höher anzusetzen als die wirtschaftliche Nutzung.
Wir bitten um Zustimmung für unseren Antrag.
Anlage(n):
1. Änderungsantrag der Fatkion Bündnis 90 Die Grünen vom 10.09.2026
Dr. Jutta Jung-Henrich
Fraktionsvorsitzende
Antrag der Grünen-Fraktion AT-14/2026 Seite 2 von 2
Text aus PDF extrahiert