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Antrag/Prüfauftrag der SPD Fraktion Runkel: Schrittweise Entwicklung Runkels nach dem Schwammstadt-Prinzip
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Runkel |
| Datum | 2026-09-16 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die SPD-Fraktion Runkel beantragt, die Stadt schrittweise nach dem Schwammstadt-Prinzip (wassersensible Stadt) weiterzuentwickeln. Der Magistrat soll prüfen, welche Maßnahmen in allen neun Stadtteilen Regenwasser speichern, versickern oder nutzen können – von Entsiegelung über Dachbegrünung bis Bachrenaturierung. Die Maßnahmen sollen nach Aufwand und Finanzierung geordnet, bis März 2027 berichtet und mit Kosteneinschätzung sowie Förderoptionen priorisiert werden.
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Dokument
Extrahierter Text
Stadtverordnetenfraktion Runkel
An den Magistrat der Stadt Runkel
Hauptamt der Stadt Runkel Lothar Hautzel
Burgstraße 4 Birkenstr. 5
65594 Runkel 65594 Runkel
Runkel, den 02.09.2026
Antrag/Prüfauftrag der SPD-Fraktion Runkel:
Schrittweise Entwicklung Runkels nach dem Schwammstadt-Prinzip
An den Stadtverordnetenvorsteher der Stadt Runkel
Herrn Jörg-Peter Heil
über den Magistrat der Stadt Runkel
z. Hd. Frau Bürgermeisterin Antje Hachmann
Burgstraße 4
65594 Runkel
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Die Stadt Runkel soll schrittweise nach dem Prinzip einer wassersensiblen Stadt – dem
sogenannten Schwammstadt-Prinzip – weiterentwickelt werden. Der Magistrat wird beauftragt,
hierzu zu prüfen und der Stadtverordnetenversammlung zu berichten:
1. Welche Möglichkeiten in allen neun Stadtteilen, in bestehenden Siedlungsbereichen, auf
kommunalen Grundstücken und auf geeigneten Flächen in der freien Landschaft bestehen,
Regenwasser möglichst ortsnah zurückzuhalten, zu speichern, zu nutzen, zu versickern oder zu
verdunsten und bei Starkregen schadlos abzuleiten.
2. Die vorhandenen Fließpfadkarten und die Starkregengefahrenanalyse sind dabei als fachliche
Grundlagen gemeinsam heranzuziehen und mit örtlichen Erfahrungen abzugleichen. Sie sollen als
Hilfsmittel dienen, um geeignete Maßnahmen für die einzelnen Stadtteile zu erkennen, zu bewerten
und zu priorisieren.
Hierbei sollen insbesondere betrachtet werden:
• Entsiegelung und wasserdurchlässige Beläge
• Mulden, Rigolen, Zisternen und andere Möglichkeiten zur Speicherung und Versickerung
• Regenwassernutzung auf kommunalen Grundstücken und an kommunalen Gebäuden
• Dach-, Fassaden- und Flächenbegrünung
• klimaangepasste Baumstandorte und eine bessere Wasserversorgung des Stadtgrüns
• natürliche oder multifunktionale Rückhalteflächen sowie sichere Abflusswege
• Renaturierung geeigneter Bachläufe, Gräben und Landschaftsbereiche
• Berücksichtigung des Schwammstadt-Prinzips bei kommunalen Bau-, Sanierungs- und
Unterhaltungsmaßnahmen
•
3. Die möglichen Maßnahmen sind nach ihrem Aufwand und ihrer Finanzierung zu ordnen: kurzfristig
und mit geringem zusätzlichem Aufwand umsetzbare Maßnahmen; Maßnahmen, die bei ohnehin
geplanten Bau-, Sanierungs- oder Unterhaltungsarbeiten berücksichtigt werden können; sowie
Maßnahmen, die Haushaltsmittel oder Fördermittel benötigen.
4. Der Stadtverordnetenversammlung ist eine nach Stadtteilen gegliederte Übersicht mit ersten
geeigneten Maßnahmen, einer groben Priorisierung, den voraussichtlichen Kosten und möglichen
Förderungen vorzulegen. Maßnahmen mit zusätzlichen Haushaltsbelastungen bedürfen einer
gesonderten Beschlussfassung.
Berichtswesen und Zeitplan
Der Magistrat legt spätestens bis zum 31. März 2027 einen ersten Bericht vor. Die Ergebnisse
sollen im zuständigen Ausschuss vorgestellt und anschließend der
Stadtverordnetenversammlung zur weiteren Beratung zugeleitet werden.
Begründung
Mit den Fließpfadkarten und der Starkregengefahrenanalyse verfügt die Stadt Runkel bereits
über wichtige fachliche Grundlagen. Die Fließpfadkarten zeigen mögliche Fließwege des
Oberflächenwassers. Die Starkregengefahrenanalyse ergänzt diese Erkenntnisse um eine
genauere Bewertung möglicher Gefährdungsbereiche. Beide Grundlagen sollen gemeinsam für
die weitere Arbeit des Magistrats genutzt werden.
Ziel ist es, Regenwasser möglichst dort zurückzuhalten, wo es anfällt. Speicherung, Nutzung,
Versickerung und Verdunstung können die Kanalisation entlasten, Schäden durch Starkregen
mindern, das Stadtgrün stärken und in Trockenperioden zur Abkühlung beitragen.
Der Prüfauftrag bezieht alle neun Stadtteile sowie bestehende Siedlungsbereiche und geeignete
Flächen außerhalb der Bebauung ein. Dadurch wird das Schwammstadt-Prinzip nicht allein auf
Neubaugebiete beschränkt.
Es soll zunächst kein kostenintensives neues Gesamtprogramm beschlossen werden. Vorrangig
sind vorhandene Erkenntnisse zu nutzen, einfache und bezahlbare Möglichkeiten zu ermitteln
und geeignete Maßnahmen bei ohnehin anstehenden kommunalen Vorhaben mitzudenken.
Größere oder zusätzlich ausgabewirksame Maßnahmen werden der
Stadtverordnetenversammlung gesondert zur Entscheidung vorgelegt.
Mit freundlichen Grüßen
Lothar Hautzel
Fraktionsvorsitzender der SPD Runkel
Text aus PDF extrahiert