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Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen betr.: Krisenfestes Neuss
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Stadt Neuss |
| Datum | 2026-09-09 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt, die Verwaltung zu beauftragen, die städtische Krisenvorsorge systematisch zu überprüfen und prioritäre Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz zu entwickeln. Dabei sollen Risiken kritischer Infrastrukturen (Strom, Wasser, IT, Verkehr), Klimaanpassungsmaßnahmen gegen Hitze und Starkregen sowie der Schutz besonders vulnerabler Bevölkerungsgruppen berücksichtigt werden. Die ermittelten Maßnahmen sollen nach Wirkung, Dringlichkeit und Kosten priorisiert und dem Rat im ersten Halbjahr 2027 präsentiert werden.
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Dokument
Extrahierter Text
Herrn Bürgermeister
Reiner Breuer
Rathaus / Markt 2
41460 Neuss
03. September 2026
Antrag zur Sitzung des Rates der Stadt Neuss am 18. September 2026:
Krisenfestes Neuss
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
als Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bitten wir darum, den nachfolgenden Antrag auf die Tagesordnung
der Sitzung des Rates der Stadt Neuss am 18.09.2026 zu setzen.
Beschlussempfehlung:
1. Die Verwaltung wird beauftragt, ausgehend von der bestehenden kommunalen Krisenvorsorge
konkrete Handlungsbedarfe und prioritäre Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz der Stadt und
ihrer Bevölkerung zu ermitteln beziehungsweise weiterzuentwickeln.
Hierzu sollen insbesondere:
• die bestehenden Strukturen, Zuständigkeiten und Schnittstellen innerhalb der Stadt sowie
zum Rhein-Kreis Neuss und weiteren relevanten Akteuren berücksichtigt werden;
• wesentliche Risiken und Abhängigkeiten kritischer Infrastrukturen von Strom, Wasser,
Kommunikation, IT, Verkehr und weiteren Versorgungssystemen sowie die Belange
besonders schutzbedürftiger Bevölkerungsgruppen betrachtet werden;
• vorhandene städtische Gebäude und Einrichtungen sowie die bestehende
Klimaanpassungsplanung danach bewertet werden, welchen Beitrag sie zur Krisenvorsorge
leisten können. Dies betrifft insbesondere Hitze, Starkregen, Trockenheit und länger
andauernde Ausfälle kritischer Infrastruktur;
• auf dieser Grundlage konkrete Maßnahmen nach Wirkung, Dringlichkeit und
voraussichtlichem finanziellen Aufwand bewertet und priorisiert werden. Dabei soll
aufgezeigt werden, welche Maßnahmen mit bestehenden Ressourcen umgesetzt werden
können und für welche Maßnahmen zusätzlicher finanzieller oder personeller Bedarf
besteht.
2. Die Ergebnisse werden dem Rat im ersten Halbjahr 2027 vorgestellt.
Begründung:
Die veränderte sicherheitspolitische Lage, zunehmende Extremwetterereignisse und die wachsende
Abhängigkeit von kritischen Infrastrukturen stellen auch unsere Kommune vor neue Herausforderungen.
Neuss verfügt bereits über wichtige Bausteine der Krisenvorsorge – dazu zählen insbesondere der Stab
für außergewöhnliche Ereignisse, die ausgebaute Sireneninfrastruktur sowie ergänzende
Warnmöglichkeiten wie Warn-Apps. Auf dieser guten Grundlage lässt sich gezielt aufbauen.
Die Anforderungen an den Zivil- und Bevölkerungsschutz verändern sich kontinuierlich. Neuss sollte
darauf mit einer systematischen Bestandsaufnahme reagieren. Vorhandene Erkenntnisse, Planungen und
Strukturen sollen genutzt werden, um konkrete Lücken in der städtischen Krisenvorsorge zu
identifizieren. Auf dieser Grundlage können die wichtigsten Maßnahmen anschließend nach Wirkung,
Dringlichkeit und Kosten priorisiert werden.
Bevölkerungsschutz und Klimaanpassung sollten nicht getrennt betrachtet werden, da sich beide
Handlungsfelder gegenseitig stärken. Maßnahmen gegen Hitze, Starkregen oder Trockenheit erhöhen
zugleich die Krisenfestigkeit der Stadt. Begrünte Dächer und Fassaden kühlen Gebäude und ihr Umfeld an
Hitzetagen, speichern Regenwasser bei Starkregen, entlasten so die Kanalisation und reduzieren
Überschwämmungen/Hochwasser.
Ergänzend braucht es einen Blick auf zwei weitere zentrale Aspekte des Bevölkerungsschutzes:
• die Erreichbarkeit und gezielte Unterstützung besonders schutzbedürftiger Menschen,
• die Frage, welche städtischen Einrichtungen im Krisenfall als Anlaufstellen oder Schutzräume
genutzt werden können.
Ziel ist eine pragmatische und umsetzungsorientierte Weiterentwicklung der städtischen Krisenvorsorge -
nicht möglichst viele neue Maßnahmen, sondern gezielt die Maßnahmen, die für die Sicherheit und
Handlungsfähigkeit von Neuss den größten Nutzen bringen.
Entscheidend ist letztlich, ob wir als Stadt Neuss auch bei größeren Krisen handlungsfähig bleiben und
die Bevölkerung zuverlässig erreichen und unterstützen können.
Mit freundlichen Grüßen
Bettina Weiß Manfred Haag
Fraktionssprecherin Fraktionssprecher
Text aus PDF extrahiert