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Prüfauftrag zur Weiterentwicklung des Leerstandsmonitorings zur Aktivierung von Wohnraum in Wuppertal - Gemeinsamer Antrag der Fraktionen Die Linke und Bündnis 90/ Die Grünen
Ergebnis unbekannt
| Typ | Antrag |
| Gemeinde | Stadt Wuppertal |
| Datum | 2026-09-09 |
| Datenstufe | Nur Dokumente |
| Quelle | Quelldokument herunterladen → |
Zusammenfassung (KI, experimentell)
Die Fraktionen Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen beantragen, die Verwaltung mit der Prüfung zu beauftragen, wie das bestehende Leerstandsmonitoring Wuppertals zu einem Leerstandskataster weiterentwickelt werden kann. Geprüft werden sollen zusätzliche Erhebungsmethoden, Bewertungskriterien für Leerstände, zielgerichtete Aktivierungsmaßnahmen, erforderliche Ressourcen sowie Möglichkeiten des Wohnraumstärkungsgesetzes NRW. Zudem soll ein digitales Meldesystem für Bürger etabliert werden. Die Ergebnisse sind bis 31.03.2027 vorzulegen.
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Dokument
Extrahierter Text
Fraktion BÜNDNIS 90/
Fraktion die Linke im Rat
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der Stadt Wuppertal
An den Vorsitzenden des Ausschusses für
Stadtentwicklung, Wirtschaft, Bauen und
Standortmarketing Herrn Michael Schulte und an
die Vorsitzende des Haupt- und
Personalausschusses Frau Oberbürgermeisterin
Miriam Scherff Datum 09.09.2026
Drucks. Nr. VO/1112/26
öffentlich
Gemeinsamer Antrag
Zur Sitzung am Gremium
17.09.2026 Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft, Bauen und
Standortmarketing
24.09.2026 Haupt- und Personalausschuss
28.09.2026 Rat der Stadt Wuppertal
Prüfauftrag zur Weiterentwicklung des Leerstandsmonitorings zur Aktivierung von
Wohnraum in Wuppertal - Gemeinsamer Antrag der Fraktionen Die Linke und Bündnis
90/ Die Grünen
Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
die Fraktionen Die Linke und Bündnis 90/ Die Grünen beantragen, der Ausschuss für
Stadtentwicklung, Wirtschaft, Bauen und Standortmarketing, der Hauptausschuss und der
Rat der Stadt Wuppertal mögen folgendes beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt, zu prüfen, wie das in Wuppertal bestehende
Leerstandsmonitoring auf Basis der Stromzählermethode zu einem Instrument zur
Erfassung und Bewertung von Wohnungsleerständen (Leerstandskataster) weiterentwickelt
werden kann. Ziel ist die Aktivierung von Wohnraum durch eine handlungsorientierte
Identifikation einzelner Leerstandsobjekte auf Gebäude- bzw. Adressniveau. Dies umfasst,
1. welche zusätzlichen Erhebungsmethoden geeignet sind, um die Aussagekraft der
bisherigen Daten zu verbessern, insbesondere:
strukturierte Eigentümerbefragungen (ggf. über bestehende
Befragungen zum Mietspiegel),
Vor-Ort-Erhebungen in ausgewählten Quartieren,
sowie ergänzende Hinweise aus der Stadtgesellschaft.
2. wie ein solches Instrument so ausgestaltet werden kann, dass Leerstände
insbesondere hinsichtlich Dauer, Lage, baulichem Zustand sowie
Aktivierungspotenzial bewertet werden können,
3. wie auf dieser Grundlage zielgerichtete und kooperative Maßnahmen zur Aktivierung
von Wohnraum entwickelt werden können, insbesondere:
Beratung und Unterstützung von Eigentümerinnen und Eigentümern,
Vermittlung durch bestehende städtische und freie Träger,
Kooperationen mit Wohnungsunternehmen,
sowie geeignete Anreizmodelle,
4. welche Ressourcen, organisatorischen Zuständigkeiten, Kosten und Umsetzungs-
zeiträume für Aufbau und Betrieb erforderlich wären und ob eine Pilotphase in
ausgewählten Quartieren sinnvoll und möglich ist,
5. welche Möglichkeiten sich aus dem Wohnraumstärkungsgesetz Nordrhein-Westfalen
(WohnStG NRW) ergeben, insbesondere im Hinblick auf
Möglichkeiten der Re-Finanzierung der oben genannten Maßnahmen
und unter welchen Voraussetzungen sowie mit welchem personellen
und organisatorischen Aufwand diese Instrumente in Wuppertal
anwendbar und sinnvoll wären.
6. Die Verwaltung wird beauftragt, geeignete Instrumente, wie z.B.
Leerstandsmelder.de oder eigene digitale Lösungen zu veröffentlichen, damit
Bürgerinnen und Bürger aktiv Leerstand melden können.
Die Ergebnisse sind dem Rat bis zum 31.03.2027 vorzulegen.
Begründung:
Die Stadt Wuppertal verfügt bereits über eine etablierte Grundlage zur Beobachtung von
Wohnungsleerständen. Hierbei wird die Stromzählermethode angewendet, bei der ein sehr
niedriger Stromverbrauch als Indikator für möglichen Leerstand herangezogen wird.
Auswertungen zeigen für die Gesamtstadt eine im regionalen Vergleich hohe
Leerstandsquote von rund 5,4 % bzw. etwa 10.900 leerstehende Wohnungen. Gleichzeitig
weist die Verwaltung darauf hin, dass es sich hierbei um eine statistisch abgeleitete Größe
handelt, die auf Indikatoren basiert und keine objektscharfe Erfassung einzelner
Wohnungen ermöglicht.
Die Wohnraumentwicklung in Wuppertal zeigt strukturelle Spannungen. Zwar wurden im
Jahr 2024 insgesamt 565 neue Wohnungen fertiggestellt, gleichzeitig ist jedoch
festzustellen, dass die Bautätigkeit starken Schwankungen unterliegt und nicht kontinuierlich
zur Entlastung des Wohnungsmarktes beiträgt.
Gleichzeitig sind die Angebotsmieten in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Aktuelle
Presseberichte bestätigen eine hohe und stabile Nachfrage bei gleichzeitig zu geringem
Angebot sowie einen erheblichen Druck auf dem Mietwohnungsmarkt. Besonders betroffen
sind Familien und einkommensschwächere Haushalte.
Diese Entwicklung trifft auf eine bereits stark angespannte Situation in der
Wohnungslosenhilfe: Neben näherungsweise 800 Wohnungslosen suchten zuletzt 1.750 in
Notunterkünften lebende Personen – davon ein etwa ein Drittel Kinder – nach.
Diese Gleichzeitigkeit von Leerstand und einem angespannten Wohnungsmarkt weist auf
ein strukturelles Steuerungsproblem hin. Während Leerstand bereits statistisch erhoben
wird, fehlt bislang ein Instrument, mit dem dieser systematisch bewertet, priorisiert und –
soweit möglich – für wohnungspolitische Zwecke aktiviert werden kann. Ein
weiterentwickeltes, mehrdimensionales Leerstandsmonitoring kann dazu beitragen,
vorhandene Daten gezielt für die Wohnraumversorgung, die Prävention von
Wohnungslosigkeit und die Unterstützung wohnungsnotfallbetroffener Haushalte nutzbar zu
machen.
Leerstand ist dabei nicht nur ein wohnungspolitisches Problem, sondern kann auch für
Eigentümerinnen und Eigentümer mit wirtschaftlichen Nachteilen verbunden sein, etwa
durch ausbleibende Mieteinnahmen oder laufende Kosten. Ein verbessertes Instrument zur
Erfassung und Aktivierung von Leerstand kann daher auch im Interesse der Eigentümer
liegen und zu einer effizienteren Nutzung des vorhandenen Wohnraums beitragen.
Quellen: Wohnungsleerstandsanalyse 2023; Quartalsbericht IV/2025 zur Wohnraumentwicklung;
Wohnungslosenhilfe in Wuppertal – Bericht 2025; Frank, Jule: „Wuppertal: Mieten gehen rauf, die
Kaufpreise sinken“, in: Westdeutsche Zeitung, 19.03.2026
Unterschrift
Deborah Wolf,
Fraktion Die Linke
Anja Liebert,
Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen
Text aus PDF extrahiert